Autor Thema: Schlachtpferderettung  (Gelesen 15710 mal)

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Offline schnubbelnaeschenTopic starter

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Schlachtpferderettung
« am: 10.12.08, 10:20 »
Hier mal eine Anfrage. die ich heute per E-Mail bekommen habe, kenne die Dame nicht, kann also selber keine Fragen dazu beantworten:

Subject: Schlachtung droht


Hallo,
 
von der Tierhilfe Seesen www.tierhilfe-seesen.de habe ich erfahren, dass bis zum Wochenende 4 Traberstuten dringendst ein Zuhause suchen, da sie sonst zur Sammelstelle nach Leinefelden kommen, um von dort mit dem Sammeltransport "auf Reise" - sprich Italien geschickt zu werden!!!!
 
Jeder, der auch nur am Rand mitbekommen hat, welche grausame Reise dahinter steckt, bis der Tod dann endlich qualvoll, aber als Erlösung eintritt, bitte ich von tiefstem Herzen: Hört euch bitte, bitte um. Denkt nicht: "die armen Tiere" und geht eurem Alltag nach, Versucht andere Menschen anzumailen, damit wir wenigstens sagen können: Wir haben etwas probiert!
 
Sachverhalt:
 
Die jetzt noch 6/13/15/ und 18 jährigen Stuten stehen bei einem Pferdehändler, der sie zum Wochenende nach Leinefelden bringt. Jeder Tag den die Tiere nur stehen, kosten ihm Geld. Es sind ehemalige Traberstuten, die entweder kein Geld eingebracht haben haben oder zur Zucht eingesetzt worden sind.
 
Der Pferdehändler verkauft sie für 600 - 800 Euro. Will jedoch nicht, dass Leute kommen und sie sich groß angucken. Heute hat Frau Quittkatt von der Tierhilfe Seesen die Möglichkeit Fotos zu machen, mehr leider nicht.
 
Mir ist klar, dass es sehr schwierig sein wird, aber wir haben bis zum Wochenende Zeit!!! Bitte setzt euch ans Telefon oder an den PC und versucht was ihr könnt.
 
Vielen Dank
und liebe Grüße
 
Liane
 
« Letzte Änderung: 10.12.08, 13:23 von Rübe »

Offline carola

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Re: Schlachtpferderettung
« Antwort #1 am: 10.12.08, 12:54 »
Warum können die Pferde nicht vor Ort geschlachtet werden? Gibt es da keinen interessierten Metzger?
Ein gewisses Maß an Unordnung ist der Preis für Freiheit!

Offline Carlotta67

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Re: Schlachtpferderettung
« Antwort #2 am: 10.12.08, 13:01 »

Hab ich mich heute morgen auch schon gefragt.

Wieso sollen ausgerechnet diese nach Italien geschafft werden, hier gibts doch jede Menge Pferdemetzger  ???

Offline carola

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Re: Schlachtpferderettung
« Antwort #3 am: 10.12.08, 13:07 »
Vielleicht zahlt Italien besser, aber vielleicht könnte man ja in die Richtung was unternehmen. Subvention der hiesigen Metzger oder so. ;)
Ein gewisses Maß an Unordnung ist der Preis für Freiheit!

Offline Viki

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Re: Schlachtpferderettung
« Antwort #4 am: 10.12.08, 17:55 »
Auf der HP findet man alles mögliche, blos keine Traber.

Offline Carlotta67

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Re: Schlachtpferderettung
« Antwort #5 am: 10.12.08, 18:55 »
Vielleicht zahlt Italien besser, aber vielleicht könnte man ja in die Richtung was unternehmen. Subvention der hiesigen Metzger oder so. ;)
Du meinst, wir sollten Spenden sammeln und das Geld dem örtlichen Metzger schicken damit er sie nimmt?  ::)

Hm. Traberstuten 1.500 km transportieren, weil es in Italien mehr Geld gibt...das muß ja eine MENGE mehr sein. Kaum zu glauben.

Offline thyrie

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Re: Schlachtpferderettung
« Antwort #6 am: 10.12.08, 19:04 »
Sie zahlen leider sehr gut. Hier gibt es normalerweise um die 20-60 Cent pro kg, je nach Alter und Fleischigkeit. Die Italiener zahlen bis zu 3 Euro. Damit lässt sich gut Geschäfte machen, hier die Pferde für den niedrigen Preis einkaufen und LKW-Weise weiterverschachern. Ein Händler nicht weit von mir arbeitet so, jede Woche geht mindestens 1 LKW nach Italien runter.
Da hilft nur ein: Pferdefleisch in D salonfähig machen und selbst aufessen  ;)
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Offline spiritrider

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Re: Schlachtpferderettung
« Antwort #7 am: 11.12.08, 07:44 »
Stimmt, in Italien gibts mehr Kohle. Da war kürzlich was im TV von einer Tierschutzorganisation, die waren auf dem Pferdemarkt in Maisach, Maisbach, ich weiss es nicht mehr genau. Hauptsächlich Fohlen, die werden gezüchtet für die Touristen als Attraktionen, sind als Jährlinge uninteressant und gehen auf den Schlachttransport.

Die, die dann noch lebend in Italien ankommen, werden im Minutentakt mit dem Bolzen getötet, wobei es hieß, es sei sehr schwierig, einen Jährling mit einem Bolzen zu töten.

Aber solange die Transporte von der EU kräftig subventioniert werden, ist das Schlachten vor Ort uninteressant. Jetzt wissen wir wenigstens, dass unsere Steuern sinnvoll eingesetzt werden :-[

Wir haben ja auch vor 3 Jahren 2 Kaltblutfohlen vom Schlachttransport weggekauft, aber es ist leider ein uferloses Unterfangen, solange die Regierung das noch unterstützt. Die Fotos in der Sendung von den Transporten waren grausam.
Bewußtsein ist der lästige Zustand zwischen zwei Nickerchen.

Offline thyrie

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Re: Schlachtpferderettung
« Antwort #8 am: 11.12.08, 08:43 »
Halt, für Pferde gibt es keine Subventionen!
Denen reicht der Gewinn vom Fleisch, weil das nämlich teuer verkauft wird. Die Schlachtmethoden sind auch deshalb ein Problem, weil es keine Fachkräfte sind, die den Bolzen setzen. Meistens sind es unqualifizierte Helfer. Ich habe mich in Italien mit einem ehemaligen Hafizüchter lange unterhalten, der konnte einige Details erzählen  :-[
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Offline Eva

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Re: Schlachtpferderettung
« Antwort #9 am: 11.12.08, 09:57 »
Sie zahlen leider sehr gut. Hier gibt es normalerweise um die 20-60 Cent pro kg, je nach Alter und Fleischigkeit. Die Italiener zahlen bis zu 3 Euro. Damit lässt sich gut Geschäfte machen, hier die Pferde für den niedrigen Preis einkaufen und LKW-Weise weiterverschachern. Ein Händler nicht weit von mir arbeitet so, jede Woche geht mindestens 1 LKW nach Italien runter.
Da hilft nur ein: Pferdefleisch in D salonfähig machen und selbst aufessen  ;)

So viel mehr zahlen die Italiener??? Oh, dann ist der Vorschlag, die Pferde hier zu schlachte, wohl keine Option. Aber Fleisch muss doch eh abhängen, warum wollen die denn bloß alle Fleisch, was im eigenen Land geschlachtet wurde?

Wobei, wenn der Händler 600 - 800 Euro will, wie hoch wäre denn hier der Schlachtpreis? 200 Euro?

Ich finde es wirklich nicht schlimm, wenn auch Pferde rein des Fleisches wegen geschlachtet werden - wenn es fachgerecht und ohne lange Transporte geschieht.
Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich.
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dieNeue

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Re: Schlachtpferderettung
« Antwort #10 am: 11.12.08, 10:30 »
@schnubbel - DAS mit der email ist eine Masche! wir bekommen auch oft anrufe "wenn das pferd bis Tag X nicht verkauft ist kommt es zum schlachter!"


Der Pferdehändler verkauft sie für 600 - 800 Euro. Will jedoch nicht, dass Leute kommen und sie sich groß angucken.

pferdehändler leben davon das leute zum kucken kommen - seeeeeeeeeeeeeeehr verdächtig meiner meinung nach!!!!! man kann ja nicht erwarten dass man ein pferd für 6-800 euro kauft und es gar nicht erst zu gesicht bekommt!!!!
Da ist ganz gewatlig was faul!!!!!

Wir haben ja auch vor 3 Jahren 2 Kaltblutfohlen vom Schlachttransport weggekauft, aber es ist leider ein uferloses Unterfangen, solange die Regierung das noch unterstützt. Die Fotos in der Sendung von den Transporten waren grausam.

meiner meinung nach bringt es gar nichts pferde vom schlachttransport wegzukaufen -> solange die "Züchter" IRGENDEINEN Abnehmer finden werden sie weiter "produzieren" - denen ist es doch egal ob die pferde geschlachtet werden oder einen netten besitzer finden bei dem sie ein schönes leben haben - hauptsache das geld stimmt und ihre kasse klingelt!!!!!!!
Ich bin der Meinung dass man das ganze nur unterbinden könnte wenn einfach keiner mehr auf solche veranstaltungen geht, kleiner mehr ein pferd aus mitleid kauft und einfach ein überschuß an pferden überbleibt auf dem die "produktion" sitzen bleibt -  bzw ist es dann so dass die italienischen schlachter auch nicht mehr denn hohen preis (zuviel "ware" = überschuß = billigerer verkauf) zahlen werden (eine sache des ANGEBOTS und der NACHFRAGE) - dadurch würden die verkäufer vieleicht mal aufgerüttelt würden nicht mehr soviel pferde decken lassen und/oder die pferde wenigstens an einheimische schlachtereien verkaufen.

ich weiß das klingt brutal hart - aber wenn ich mal die sache aus der ferne ohne emotionen betrachtet komme ich nur auf diesen schluß




Offline Yra

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Re: Schlachtpferderettung
« Antwort #11 am: 11.12.08, 10:49 »
Kann mich hier nur an "DieNeue" anschließen!

Solange Abnehmer da sind, wird weiter "produziert". Auf unseren heimischen Fohlenmarkt im September kommen jedes Jahr Tierschützer aus "X", kaufen viele Fohlen auf - und man hört dann immer wieder, dass diese Fohlen auf irgendwelchen Weide halb verhungern weil die Tierschützer kein Geld für futter haben! Also ICH finde das nicht sinnvoll!! So leid mir die armen Viecher tun, aber die Tatsachen sind nunmal hart!!

Bei vielen Bauern ist es immer noch so, dass es denen lieber ist, dass die Stute - die leider immer noch oft zwischen den Kühen angebunden "mithängt", nicht "leer" rumhängt/steht sondern trächtig ist. Dann hat man 1. ein "süßes" Fohlen für "Urlaub auf dem Bauernhof" und 2. kriegt man ja doch noch ein paar Euro beim Verkauf. Auch wenn sich die Kosten der bedeckung und alles was dazu kommt selten durch einen Verkauf wieder reinbringen lässt - dazu müsste ein Fohlen knapp 1000€ bringen!!

Es gibt Menschen, die benutzen das Geld, das sie nicht haben, für den Einkauf von Dingen, die sich nicht brauchen, um damit Leuten zu imponieren, die sie nicht ernst nehmen.

Offline schnubbelnaeschenTopic starter

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Re: Schlachtpferderettung
« Antwort #12 am: 11.12.08, 12:49 »
Also ich würde die Traber auch nicht für den Preis von einem Pferdehändler aufkaufen, nur weil er damit droht sie schlachten zu lassen. Aber ich dacht ich tu der Dame vom Tierschutz mal einen Gefallen und setze ihren Aufruf in ein Forum rein, viellecht möchte ja doch jemand einen davon haben ...

Ich befürchte auch, dass das die Masche des Händlers ist auf die Mitleidstour über eine Tierschutzorganisation noch gutes Geld zu machen.

Offline thyrie

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Re: Schlachtpferderettung
« Antwort #13 am: 11.12.08, 14:15 »
Er wird von seinen Kollegen gehört haben, dass sich damit gute Geschäfte machen lassen!
Wir haben es mal bei einem Händler im Fränkischen nachgerechnet, der hat in 2007/2008 rund 60.000 Euro nur mit "Tierschutzpferden" umgesetzt. Vermutlich wars noch mehr, das sind die Pferde, die wir mitbekommen haben. Auf die Tränendrüse drücken bringt viel Geld  >:(
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winston

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Re: Schlachtpferderettung
« Antwort #14 am: 23.12.08, 14:59 »
Man sollte sich nichts vormachen: die "Produktion" (von Zucht kann man nicht sprechen) von Schlachtpferden wird weitergehen, ob da nun Mitleidskäufe von Pferdefreunden getätigt werden oder nicht. Denn das Geld kommt durch die Italiener, die essen nunmal gerne Pferdefleisch - und "frisch" muß es sein.
Also ist es letztendlich wurscht, ob einige Fohlen vor dem Transport gen Süden weggekauft werden oder nicht.
Helfen kann man den Tieren, indem Organisationen, die sich für einen fairen Transport einsetzen, regelmässig unterstützt. So seh ich das.