Autor Thema: Aufbau nach Neurektomie ( nervenschnitt) Wer kann mir da helfen?  (Gelesen 26179 mal)

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Offline C JTopic starter

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Hallo, habe vor 3,5 wochen meinen 9jährigen Wallach operieren lassen. Nachdem gut drei Jahre alles mögliche andere versucht wurde. Die Hufrolle ist intakt "nur" beide Strahlbeine sind verändert und haben ihm enorme schmerzen bereitet. Aber wie gehe ich nun am besten vor? Die Aussagen gehen von sechs wochen Boxenhaft, bis zu nach vier wochen wieder im schritt und trab reiten.  ???

Bisher gehe ich mit ihm grasen und führe ihn max. 15 min im Schritt. Das reicht ihm aber nicht im geringsten. Er platz fast vor Energie. Endlich kann er sich ohne Schmerzen bewegen.

Wer hat Erfahrung damit? Wieviel kann ich ihm zumuten?

Hoffe auf eure Unterstützung
LG Sandra

Offline Tinchen

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Hi,

also das war bei meinem gar kein Problem. Habe es vor vier Jahren machen lassen. Nach 6 Wochen Ruhe durfte er schon wieder auf die Koppel. Meiner war immer sehr brav während der Boxenruhe, habe aber trotzdem früher angefangen. Er hatte echt einen Boxenkoller und ich hatte schon 3 andere OPs vorher. Habe dann so nach vier Wochen etwa eine halbe Stunde Schritt geführt. Danach habe ich ihn über den Sommer hin in Ruhe gelassen und dann wieder langsam angefangen. Seitdem läuft er wieder super und ich habe mittlerweile auch ein anderes Pferd. Er arbeitet so fleißig und willig mit dass ich sein Frührentnerdasein wieder unterbrochen habe. Der was so aufmüpfig.

Würde mal mit dem TA reden. Lieber ein bißchen früher raus bevor er sich noch verletzt. Notfalls es mit Baldrian probieren, dauert aber etwa eine Woche bis sowas wirkt. Vielleicht Paddockbox?
« Letzte Änderung: 21.10.08, 07:59 von Tinchen »

Offline C JTopic starter

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Hi, danke erstmal.
einbisschen lauf ich ja auch schon mit ihm, aber wie gesagt, das reicht ihm nicht. ihn solange umstellen ist mir zu riskant. fürchte das er dann in der box randale macht. wegen neuen nachbarn.

Ta fragen: genau das ist das problem. der klinikdoc hat da eine sehr lockere einstellung. laut ihm könnte ich jetzt schon deutlich länger mit ihm laufen und der Ta zuhause ist übervorsichtig. ihm wäre es am liebsten, wenn der kleene die kompletten sechs wochen still steht  ???

deshalb meine hoffnung von euch erfahrungsberichte zu bekommen  :)

aber dank dir zumindest ein kleiner lichtblick, da es bei deinem gut funktioniert hat. nach so vielen jahren und vergeblichen versuchen, kann ich es mir schwer vostellen, das der kleine endlich normal laufen kann.

hat deiner eigentlich noch eisen? uns wurde geraten diese abzulassen. der ta aus der klinik meint das wir ihm sonst das gefühl, welches er ja im bereich der zehe noch hat, nicht nimmt.

lg sandra

Offline Tinchen

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Hi, ich habe es ohne Eisen probiert. Er lief aber sehr fühlig. Um nix zu riskieren habe ich ihn vorne wieder beschlagen lassen. Erst mit Eiereisen. Die hat er sich aber ab und zu runtergetreten. Deswegen hat er jetzt normale Eisen drauf. Ich achte jedoch auf einen regelmäßigen Beschlagturnus von sechs Wochen. Hinten läuft er barhuf. Ich würde es erstmal barhuf probieren und wenn er fühlig läuft wieder umstellen.

Also wenn gar nix mehr geht lieber eher anfangen. Mein Doc in der Klinik sah das auch lockerer und der macht solche OPs sehr häufig und hat genug Erfahrung.

Mein Doc hat mir von einen Springpferd (Olymipapferd) erzählt dass er operiert hat. Auch Nervenschnitt vorne, ist auch schon ein paar Jahre her und die Stute lief danach noch jahrelang im hohen Sport. Okay das ist grenzwertig aber es zeigt dass ein Pferd danach trotzdem noch einsetzbar ist. Dein Pferd hat trotz Nervenschnitt eine ganz normale Lebenserwartung.  :)

Offline C JTopic starter

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Genau das war meine motivation, also mit dem normalen leben.

Das mit dem sport finde ich interessant. habe jetzt schon häufiger davon gehört. Aber ist dieser Eingriiff nicht als Doping anzusehen?

Offline Tinchen

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Hi, mittlerweile schon. Springe mit meinem aber auch nicht mehr, naja ab und zu über einen kleinen Hüpfer. Das sind dann höchstens 50 cm. Macht ihm halt total Spass.

Wieviel machst Du denn im Moment mit ihm?

Offline Jurablitz

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Hallo, oute mich hier auch als Besitzerin einer frischoperierten NS-Patientin und bin froh, hier andere "Leidensgenossen" gefunden zu haben... :)

Unsere wurde Anfangs Oktober vorne rechts operiert -  sie hat eine chronische HGE und eine 2-jährige Leidenszeit hinter sich. Sie bekam gleichzeitig auch noch eine Spülung des HG, von der wir uns schon auch noch viel versprechen. Bisher verläuft die Heilung problemlos, wir sind auch seit einer Woche in der Spazierphase. Seit gestern machen wir noch etwas Bodenarbeit - nur im Schritt - was die Kleine sehr geniesst. Sie steht seit Anbeginn in einer relativ grossen Pddockbox und ist bisher absolut brav, keine Sprünge, keine Hüpfer  ;D Wir dürfen laut Tierspital unsere ab 8 Wochen frühestens wieder auf die Weide bringen und ich werde mich strikte an die Anweisungen halten, in der Hoffnung, die HGE mittels Spülung und Ruhephase so zum Abheilen zu bringen. HGE sind hartnäckig und je weniger Bewegung nach der Spülung desto besser, auch der Ausheilung des NS tut es wahrscheinlich nur gut.

Unser Mädel ist übrigens 6 jahre alt und war schon immer barhufig, ich werde versuchen es auch dabei auch zu belassen.

LG Anita
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Offline C JTopic starter

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Freu  noch jemand   ;)

@ Tinchen bin mittlerweile bei ca 45min Schritt. Wobei ich je nach dem auf zwei mal am tag aufteile, spazieren gehe, wobei dieses mit viel diskusion verbunden ist.  ;) in der Halle oder auf´m platz mit ihm laufe und immer wieder Bodenarbeit!!!
Leidet offenbar zusätzlich an einem Gedächnissproblem, vergißt immer wieder wer von uns beiden das Sagen hat. Ist aber ein generelles problem von ihm. Ist sehr spät erst gelegt worden und hat seine wirklich extreme Dominanz in einen enormen Charme verpackt.  :)

@ Jurablitz wünsche dir und deinem Pferdchen, das alles gut wird! Hast du auch das problem, dich immer wieder rechtfertigen zu müssen, warum du diesen eingriff hast machen lassen?

Hab mir jetzt auch überlegt ihn nach frühestens acht Wochen wieder raus zu lassen. sind ja nun im endspurt. Am Donnerstag sind die sechs wochen um und dann möchte ich ihn ganz langsam anlongieren. Täglich etwas steigern, bevor er wieder zu den andern kann und da einen Kaltstart hinlegt.

Offline C JTopic starter

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Gestern war der lang ersehnte tag, den kleinen traben sehen. Und es war eine riesen Entäuschung. Der NS scheint zwar erfolgreich gewesen zu sein, aber dafür lahmt er deutlich hinten rechs.  :(
War immer mal der Fall, aber wurde vom Ta als normale Begleiterscheinung deklariert.

Weiß mir da echt keinen rat. Ist es vielleicht eine folge von der jahrelangen Lahmheit, oder eine eigenständige Baustelle. Laß ich den Ta kommen oder fahr ich lieber gleich in die Klinik? Wird dieses Pferd jemals schmerzfrei laufen können? Wie kann es sein, das ein so junges Tier so kaputt auf den Knochen ist und gleichzeitig wie das blühende Leben aussieht. Er strotzt nur so vor Energie und Lebensfreude.

Es kommt immer öfter die frage auf, macht es überhaupt Sinn und kann man sich dieses überhaupt leisten? Und dann steh ich ihm gegenüber und weiß genau, ich kann ihn nicht aufgeben, bevor ich nicht alles versucht habe!

Mußte das jetzt einfach los werden.

Offline Tinchen

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Hi CJ,

das tut mir leid. Also meiner hatte erstmal hinten eine Ringbandop und dann eine Spatop. Dann ging es vorne los mit einer HG-Spülung und dann dem Nervenschnitt. Meiner ist also komplett rundumsaniert. Es gab leider viele Baustellen bei ihm und ich ohne meine Eltern die finanziell hinter mir standen wäre das auch nicht gegangen.

Ich tippe bei deinem eher auf einen Spatschub oder so. Durch das lange Stehen und dem nass-kalten Wetter kann sowas schnell passieren. Würde aber eher gleich in die Klinik fahren.

Das wird schon. Ich habe fünf Jahre rumgedocktert! :)

Offline C JTopic starter

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Hi Tinchen, du machst mir ja mut :-\

Klinik wäre auch meine erste Wahl, läst sich ober aus beruflichen Gründen zzt nicht machen. Die letzten tage waren deutlich besser. Sieht so aus, als würde er sich einlaufen, weshalb ich auch richtung Spat tippe.

Aber das ist doch totale Ironie, Vorne zersetzt sich der Knochen und hinten wuchert er! Um es mal ganz plump darzustellen.

Bin mal gespannt was Ta sagt.

Offline Tinchen

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Hi C J,

also wenn es wirklich sowas ist füttere doch mal was als Kur. Das kann für vorne auch nicht Schaden.  ;) Ich mache das 3xjährlich und gebe ihm AtridAid oder so ähnlich von meinem TA.

Nach einer Op braucht es immer eine Weile. Pferde sind nunmal Lauftiere und das Stehen ist halt immer blöd.

Hast Du mal auf Spat geröngt? Ist halt jetzt echt eine blöde Zeit.  >:(


Offline C JTopic starter

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Hi Tinchen,

Ta hat gestern abgesagt, sein Auto ist kaputt. Habe daraufhin beschlossen erstmal noch abzuwarten, da er überhaupt nicht mehr lahmt.
Nein, habe ihn noch nicht auf Spat röntgen lassen.
Werde erstmal ihn weiter longieren, Stangenarbeit etc und sehen was passiert. Vielleicht war ich da auch etwas voreilig. Kommen ja auch zig andere gründe in betracht, wie du schon sagst, das lange stehen, Verklebungen von Sehnen, keine bzw kaum Muskulatur.
Es gehen halt sämtliche Alarmglocken an, sobald ich da etwas sehe. Selbst der Ta sagte ja, als ich den termin gemacht habe, ich soll es erstmal nicht überbewerten. Es bräuchte halt seine zeit. Nur leider ist Geduld, grade auf diesem Gebiet, nicht meine Stärke  ;)



Offline Tinchen

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Hi CJ,

das ging mir doch damals genauso. Fang an ihn zu reiten vorallem vorwärt abwärst und longieren würde ich aber erstmal sein lassen. Wenn es ein Spatschub war ist Longieren nicht so toll. Stangenarbeit ist aber gut. Schau mal in die Spatbox.


Offline Jurablitz

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Hallo Leuts, wollte mich auch mal wieder melden. Unser Mädel war am Sonntag das erste mal auf Koppel und es ist alles gut gegangen. Hat ein bisschen gebockt aber dank meineranderen - sehr ruhigen - Stute hielt es sich in Grenzen. Diese Woche gibts nochmals nur Spaziergänge/Handpferd und ab nächstem Sonntag darf sie dann wieder nachts in die Gruppe. Bisher läufts super, es scheint als hätten wir ein anderes Pferdchen.  ;D Was machen Eure?
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