Autor Thema: Erneut geschwollenes Sprunggelenk nach Chip-Op -Tips? Erfahrungen?  (Gelesen 22339 mal)

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Offline LadylikeTopic starter

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Hallo!

Meinem 5 jährigen Wallach wurde Ende April am Sprunggelenk ein Chip entfernt. Der Chip selber lag nicht problematisch, verursachte aber eine enorme Umfangsvermehrung an der Innen-Vorderseite des Sprunggelenks sowie eine fette Galle an der Außenseite. Mein Wallach muss auch (trotz Lahmfreiheit) Schmerzen oder Unwohlsein gefühlt haben denn den Hufen nach lief er in Schonhaltung (Hufe, sonst perfekt gerade, begannen almählich schief zu werden -> Mehrbelastung auf der Außenseite)
Die Operation verlief erfolgreich, danach folgten 4,5 Wo stehen. In der Zeit schwoll das Gelenk immer wieder mal an und ab (je nachdem wieviel der junge Mann in der Box herumhüpfte ::)). Der operierende TA war regelmäßig da, betreute den Heilungsverlauf und zum Ende der Behandlung (Hyaluronspritzen, Entzündungshemmer und ganz zum Schluß punktieren von Galle und Restschwellung) war das Bein klar und die Galle nur noch 1/3 so groß wie zu Anfang.

Das hielt bis vor 2 Wochen. Bis dahin hatte ich mein Pferd langsam und vorsichtig wieder aufgebaut und ihn sowohl auf dem Platz (zum Schluss 15-20 Minuten Longe + 10 Minuten reiten) und im Glände regelmäßig bewegt. Alles war wunderbar, zu keinem Zeitpunkt Anzeichen für Überanstrengung des Gelenkes.

Wie gesagt fand ich ihn vor 2 Wo wieder mit einem stark geschwollenen Gelenk und der wieder auf vollen Größe ausgereiften Galle vor. Ich war das WE nicht da und kann nur vermuten, dass er allzuviel herumgehopst ist. Er hat es seit einiger Zeit drauf einen meiner Einsteller zu triezen: Anlauf nehmen, kurz vor dem Ziel auf der HH stopppen, drehen und auskeilen) und tut das sehr oft am Tag.  Ich vermute dass das Stoppen und Drehen auf der HH auf Dauer einfach zuviel für das Gelenk war.

Nun habe ich im Moment wegen meinem anderen Pferd einen anderen TA da. Ich bat ihn am WE einen Blick auf meinen jungen Wallach zu werfen, doch er hielt sich mit seiner Meinung zurück (wollte dem anderen TA nicht in die Nachbehandlung reinreden). Natürlich werde ich den eigentlichen TA noch dazu holen.

Ich habe das Gelenk bisher gekühlt, 4 Tage Entzündungshemmer gegeben und nun mit Tonerde begleitet. Keinerlei Veränderungen. Ab und an leichtes Abschellen mit tags darauf erneutem Anschwellen. ::) Mein Pferd ist nachwievor lustig, fröhlich und bewegt sich ausgesrochen gerne. Reiten tue ich ihn aber nicht.



Soviel vorab...mein erstes Anliegen:

Ich wäre unheimlich froh über Erfahrungsberichte von anderen Pferdebesitzern bezüglich Chip-Op, Nachbehandlung und Verlauf der Heilung. :D



Des Weiteren möchte ich das Gelenk unterstützen. Ich bin sehr unschlüssig über die Vielfalt an Gelenkfuttermitteln...ob GSM, Homeopathika, Ingwer usw., kenne auch sämtliche Boxen zu den genannten Mitteln hier im agrar zzgl. google-Anzeigen. TA empfahl einen Versuc mit Ingwer doch die Unschlüssigkeit bleibt. Ich tu mich mit der Vielfalt an Angeboten wirklich schwer.

Meine Gedanken sind schlussendlich folgende:
Ich möchte die Versorgung des Knorpels unterstützen und dessen Heilung (das Loch muss ja irgendwie wieder zuwachsen :-\ ) beschleunigen. Entzündungshemmende Mittel oder gar schmerzlinderne halte ich für fraglich da a) das Gelenk in der Regel nur leicht warm bis kühl b) niemals schmerzempfindlich und c)= das Pferd lahmfrei und bewegungsfreudig ohne Ende ist.



Zweites Anliegen:

Auch hierzu freue ich mich über persönliche Erfahrungsberichte insbesondere im Zusammenhang mit Gelenk-Arthroskopieen, sinnvolle Unterstützung via Futter u.ä.

Ich hoffe ich konnte die Situation halbwegs verständlcih beschreiben und freue mich auf eure Antworten!


LG
Ladylike
« Letzte Änderung: 10.08.08, 19:06 von Ladylike »
..ich hab keine Zeit mich zu beeilen..

Offline Tinchen

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Hi, also ich habe so eine Verknöcherung (bei mir was es eine Spat-OP) homöopathisch unterstützt. Du willst ja dass es zusammenwächst. Da wären Knorpelsachen doch eher gegenteilig. Korrigiert mich wenn ich da falsch liege.  ???

Offline LadylikeTopic starter

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Der Knorpel soll zusammen wachsen, das ist richtig. Und diese dubiosen Schwellungen sollen endlich abklingen. Warum wären dann "Knorpelsachen" gegenteilig?  ???

Morgen wollen wir nochmal untersuchen und Kontroll-Rötgenaufnahmen machen. Auf den ersten Bildern konnte man die Kapsel und das abgelöste Knorpelstueck wunderbar sehen.. :P
..ich hab keine Zeit mich zu beeilen..

Offline Geli

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Hallo!

Kannst Du mir sagen wie bzw ob die Schwellungen weggegangen sind? ist dein Pferd wieder fit? Ich habe nämlich gerade das gleiche Problem, dickes Bein nach Chip-Op, aber lahmfrei.
Dein Fall liegt doch schon gute 2 Jahre zurück! Bin auf Deine Erfahrungsberichte gespannt!
Bin nämlich gerade recht ratlos, morgen kommt erstmal die Tierheilpraktikerin, der TA sagt nur: abwarten, kann noch länger dauern....

Vielen Dank erstmal!

Offline LadylikeTopic starter

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Hallo Geli!


Wir hatten ja 3 Monate nach der Op nochmal Kontroll-Aufnahmen gemacht. Negativ, komplett ohne Befund. Das Gelenk sah top aus aber die Schwellung war trotzdem geblieben. Wir haben das Gelenk punktiert und nochmals Hyaluron gespritzt und nach kurzer Pause ganz normal weiter gearbeitet. Lahmfrei war er ab der Op immer, Schmerzen schien er auch nicht zu haben. Er lief seine Hufe auch nach wievor sehr schön gerade ab was ja auch für eine gleichmäßige Belastung der Beine spricht.

Ich ab ihn ab da an aeinfach weiter geritten. Ich hab sehr regelmäßig im Gelände trainiert weil wir immer wieder bei Jagden teilgenommen haben. Er hat alles völlig problemlos gemeistert. Das Gelenk bliebber  leicht schwammig und die Galle an der Außenseite blieb trotz punktieren auch unverändert. Aber wie gesagt...Beschwerden hatte er keine, die RöBi waren tiptop, das Bein war auch nicht warm oder so.

Inzwischen hat das Pferd aber den Besitzer und den Einsatzbereich (von Jagden zu Distanzen) gewechselt. :)

LG,
Lady
..ich hab keine Zeit mich zu beeilen..

Offline Geli

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Hallo Lady,

das hört sich ja gut an, Distanz ist ja schliesslich nichts für "Lahme". Den Termin mit der Tierheilpraktikerin musste nochmal verschoben werden, da plötzlich beide Beine angelaufen sind :(, es wurde wohl sehr fettes Heu gefüttert, andere hatten auch dicke Beine.
Aber nächste Woche werden wir mehr wissen.....
Vielen Dank für Deine prompte Antwort, es braucht eben alles seine Zeit!

LG zurück
Geli

Offline riva

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Ich antworte bzw. frage hier dann auch noch mal.
Ich habe ein ähnliches Problem mit meiner 17jährigen Traberstute, allerdings ohne Chip  :P

Mitte/Ende Januar hatte sie auf einmal eine dicke, weiche Beule außen auf dem Sprunggelenk (Galle?), das restliche Gelenk mit viel Phantasie etwas schwammig, aber nicht deutlich dick.
Nicht warm, nicht lahm, nicht schmerzempfindlich.

Habe nach ein paar Tagen den TA da gehabt, nach wie vor lahmfrei, Beugeprobe unauffällig. Es gab ein paar Tage Entzündungshemmer und Wiesenpause verordnet. Unter den Medikamenten war die Beule danach deutlich kleiner, das restliche Sprunggelenk eh wieder.
Eine Woche später war die Beule wieder genau so dick wie vorher.  :(

Also TA nochmal da gehabt und Gelenk durchgeröntgt - ohne Befund.
Evtl. ein klitzekleiner Ansatz von Arthrose, aber mit 17 Jahren lt. TA absolut i.O. und auch nicht der Auslöser für so eine dicke Beule.
Also - nachdem die ja so gut angeschlagen hatten -  nochmal Entzündungshemmer, diesmal 2 Wochen am Stück.
Diesmal hatten die kaum noch Auswirkungen auf den Umfang der Beule.
Pferd ist immer noch lahmfrei, schmerzfrei und quitschfidel. Warm war es bis heute nicht.

Jetzt stand zur Debatte, die ganze Sache mal zu punktieren.
Lt. TA kann es auch einfach nur Flüssigkeit sein, die sich - warum auch immer - ansammelt und hält punktieren wie ich für nicht ganz risikolos.
Sollte man in ein Gelenk stechen, bei so "wenig"?  ???
Ich habe da ein bisschen Respekt vor. Bisher steht Stütchen auf der Wiese und freut sich der faulen Lebens.
Lt. TA wäre es medizinisch vertretbar, einfach mal abzuwarten und laaaaangsam mit ein bisschen Bewegung (abgesehen vom Weidegang) zu starten. Bei verschlechterung natürlich sofort wieder stoppen.
O-Ton: "Wär es mein Pferd, ich würde warten und noch nicht punktieren."

Hat jemand eine Idee was es sein könnte?
Punktieren oder nicht?  ???
Viell. ist einfach nur eine Galle?

Wie man es macht, macht man es eh falsch  ;)
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Offline riva

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Achso, Blutegel waren noch eine Idee, alternativ Bromelian gegen eine evtl. Entzündung (wenn es denn doch nicht nur Flüssigkeit ist)...
Hat jemand der Erfahrung mit, v.a. mit dem Bromelain?

und für die vorstellungskraft: so ein etwas sieht es aus, sitzt ein bisschen höher und ist kleiner.
http://www.google.de/imgres?q=galle+pferd&hl=de&biw=1024&bih=629&gbv=2&tbm=isch&tbnid=e5MENjFBw5yMeM:&imgrefurl=http://www.pferdeforumonline.de/index.php%3Fredid%3D260661%26layout%3Dprint&docid=zKDoL5Gpd93D-M&imgurl=http://www.pferdeforumonline.de/mediaarchiv/grab_pic_chris.php%253Fid%253D92833&w=200&h=301&ei=PAl6T4SbKsLS4QSj89nRDg&zoom=1&iact=rc&dur=87&sig=101480762110068521346&page=1&tbnh=142&tbnw=94&start=0&ndsp=17&ved=1t:429,r:3,s:0&tx=41&ty=55
Ein Bild von meiner hab ich nur noch nicht gemacht  ;)
« Letzte Änderung: 02.04.12, 22:19 von riva »
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Offline GilianCo

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Ich würde auch zu Egeln tendieren. Solche Gelenksprobleme tendieren dazu, direkt wiederzukommen, sprich, vermutlich läuft die Flüssigkeit direkt wieder rein, wenn man sie abpunktiert. Dafür würde ich dann das Risiko einer Gelenkspunktion (gerade wenn keine Lahmheit mehr vorliegt) tatsächlich nicht eingehen.

Ich habe in anderen Bereichen mit Blutegeln jedenfalls sehr gute Erfahrungen machen können.


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Offline carola

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Ich kannte auch mal ein Pferd mit einem solchen Ei. Das kam auch immer wieder. TA sagte damals, wenn der Schleimbeutel mal überdehnt ist, bleibt er auch so. Ob es stimmt, kann ich nicht sagen.
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Offline riva

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Ja, ohne zu punktieren (auch um zu gucken was zum Henke da drin ist), werde ich wohl unwissend bleiben.
Lahm war sie ja zu keinem Zeitpunkt bisher.
Also wird der Plan wohl sein, langsamst wieder mit Bewegung zu starten (da ja gute 2 Monate Pause auch nichts "gebracht" haben  :-\) und abzuwarten.
Klingt zwar doof es so zu sagen, aber sollte es jemals deswegen lahmen kann man ja immer noch weiter suchen oder rtein stechen :-X
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Offline carola

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So ist es. :-X Und wenn du punktieren lässt, besteh bitte drauf, dass man das, was man da rauszieht, untersucht!!! Bei uns wurde damals nur (in der trüben Spritze) gegens Licht gehalten und für "absolut klar" befunden - und in den Abfluss geschüttet. Klinik hat später festgestellt, dass es von Eiterflocken durchsetzt war. :-X Ich will dir jetzt aber keine Angst machen, die Situation war eine andere. Da kam das Haupt-Ei erst, nachdem ins Gelenk gespritzt wurde. Später stellte sich raus, dass das eine ganz fiese Streptokokkenart war, die mangels Desinfektion da mit reingeraten ist.
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Offline GilianCo

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Das ist ja leider auch der Grund, warum die Gelenkspunktion so einen schlechten Ruf hat. Man muß da einfach chirurgisch vorbereiten, und wirklich steril arbeiten. Ich habe es nun reichlich gesehen, durfe es auch schon selber machen, aber es ist da nie etwas passiert. Leider scheint das sehr sorgfältige Vorgehen einfach nicht bei jedem TA Standard zu sein. Gerade wenn es keine Probleme macht, würde ich denke ich eher einmal gucken, ob Blutegel eine Veränderung bringen, und ansonsten das Pferd vorsichtig wieder anschieben.
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Offline efelia

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@ riva:

Ich habe bei meiner 15-jährigen Stute seit gestern das gleich Problem: eine Galle am Sprungelenk ohne Lahmheit, mit sehr viel Fantasie geht sie im Schritt irgendwie Kacke, im Trab absolut klar. Wie ging es bei dir weiter?


Vielleicht hatte auch jemand anderes dieses Problem?