Autor Thema: Was tun gegen Gaskoliken/Fehlgärungen bei Wetterwechsel und warmen Wetter?  (Gelesen 40916 mal)

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Offline DineTopic starter

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Hi,

ich habe das Problem, dass meine Stute zwar schon immer sensibel auf Wetterwechsel (und dabei insbesondere von kalt zu warm) reagiert hat, aber je älter sie wird, desto gravierender sind die Folgen. Jetzt ist sie 17 Jahre alt, hat chronische Bronchitis (COPB) mit der sie inzwischen Symptomfrei lebt, aber es kommt gerade bei Wetterwechsel immer wieder zu Rückfällen wegen Fehlgärungen und Aufgasungen im Darm, die dann wiederum auf Herz und Lunge drücken. Durch Magnozym ist es etwas besser geworden, jetzt habe ich mir gerade Makor bestellt. Ansonsten gibt es an solchen Tagen Paddock ohne Gras und Anis-Kümmer-Fenchel-Tee.

Kennt ihr das Problem und habt vielleicht sogar selbst Tipps und Vorschläge?

Gruß,
Dine. 
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(Guiseppe Verdi an Arrivabene im Jahre 1874)

Offline Fah

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Dine, ich kenne das Problem bei meiner Allergikerin auch. Bei ihr helfen folgende Massnahmen: keine Silage/Heulage sondern nur getauchtes Heu, keine Möhren und höchstens ein Apfel pro Tag als Leckerei, kein trockenes Brot, zeitlich eingeschränkter Weidegang ("Kuhgras"), Futterstroh nur soviel, dass sie bei Bedarf knabbern kann. Frisst sie viel davon, füttere ich sofort Heu zu (SB gibt Grundration, ich füttere bei Bedarf nach). Ob und wie stark die Leinsamen helfen, die sie ins Futter bekommt, kann ich nur vermuten, sie hat bei gleichzeitiger Fütterung aber weniger Probleme bei Weide-/Wetterwechsel. Iwest habe ich probiert, konnte aber keinen Unterschied feststellen.

Ganz von der Weide wegnehmen für einzelne Tage geht bei meinem Pferd total schief: als sie mal wegen Dauerregen einige Tage nicht rauskonnten, hatte sie am Abend des ersten Weidegangs prompt eine Kolik. Steht sie während einiger Tage extern ohne Weidegang, weide ich sie über einige Tage neu an und gebe dem SB Bescheid, sobald sie wieder mit den anderen raus darf.
Ein Pferd macht den Tag länger, die Nacht kürzer, das Konto leerer, die Nerven blanker und die Klamotten schmutziger.
Aber es macht auch dein Herz größer, deinen Geist weiser, den Charakter stärker, deinen Horizont weiter, die Zukunft hoffnungsvoller und dein Leben reicher.
Autor unbekannt

Offline Mutzel

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Hast du mal versucht, die Darmflora mit fermentgetreide zu stabilisieren? Hatten auch so nen Dauer-Krampfkoliker. Habe sie jetzt seit fast anderthalb Jahren kolikfrei *gaaaaaanz fest Holzklopf*
Sie war IMMER extrem gasig unterwegs und hatte im ersten Sommer als ich sie hatte alle 3 Wochen Kolik. Ist weniger geworden, als sie immer und täglich zusätzlich auch bei 12h und länger Weide heu zu bekam. Hab dann irgendwann mal ne längere FM_Kur gemacht (etwa 6 Wochen bis zum Erfolg), seither haben wir eigentlich immer normal feste Äpfel (w3ar sonst immer etwas zu dünn bis breiig), normalen Geruch, weeeeesentlich weniger gas. geb jetzt nur noch FM, wenn irgendwas ist: Wechsel der großwetterlage, neue Weide, viel regen etc.

Offline DineTopic starter

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Hi.

Danke für eure Tips. Inzwischen hat sich meine Süße GsD wieder gefangen, nach 48 Std im Paddock und ausschließlich getauchtes Heu und Stroh. Auch der Husten ist wieder weg und ich konnte sie heute im Schritt wieder reiten. Ich _mußte_ sogar, denn seit 2 Tagen ist sie wieder total aufgedreht, was bei ihr auch immer ein Zeichen von zu wenig Magnesium ist. Die letzten Tage hatte ich ihr (quasi aus "Notwehr") homöopathisches Nux vomica und Magnesium Phosphoricum gegeben und seit ich letzteres jetzt wieder reduziert habe, wird sie wieder überdreht. Auch daher denke ich, dass das heute endlich abgeholte Makor ihr helfen wird *daumendrück*.

@Fah: Sie steht zur Zeit bei einer Freundin, die ihre Ponys leider auf strikter "Hunger"-Standweide hält, so dass ich schon dazu übergegangen bin, meine Stute täglich gut 1 Std an der Hand grasen zu lassen, damit sie zum Einen wenigstens ihren Heißhunger stillen kann, zum Anderen zumindest etwas lange Struktur in den Magen bekommt. Warum wir da stehen ist eine lange und nicht schöne Geschichte, aber wir werden auch nur noch bis zum Herbst dort bleiben (können), ehe wir dann hoffentlich in den eigenen Resthof mit guten (!!), pferdegerechten Koppeln ziehen. Kein Kuhgras mehr, kein Klee... *seufz* Im Moment bekommen sie nur alle 2-3 Tage ein kleines Stückchen (Klee-)Koppel dazu und überfressen sich dann natürlich gleich. Also werfe ich wann immer es geht etwas Stroh auf die Koppel zum Zufüttern. Es wird auch sehr dankbar angenommen. Meine Stute bekommt beim Putzen dann noch getauchtes Heu vorgelegt, so gut es eben geht. Wir müssen nur noch etwas durchhalten...  :-\ Wobei jetzt bitte nicht falsch verstehen: angesichts der Umstände bin ich heilfroh, dass wir so kurzfristig bei meiner Freundin unterkriechen konnten und meine Stute fühlt sich in ihrer Ponyherde sichtlich wohl.  :)


@Mutzel: Fermentgetreide habe ich noch nie ausprobiert, ich kenne nur die Brotleckerlies.  :) Der Kot ist aber nach kurzer "Breiphase" inzwischen auch wieder fest und normal. 


Gruß,
Dine.
« Letzte Änderung: 28.07.08, 15:11 von Dine »
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(Guiseppe Verdi an Arrivabene im Jahre 1874)

Offline Fah

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Dine, auweia... Kannst Du sie ev. nachts in einen separaten Paddock stellen, wo sie Heu zur freien Verfügung hat? In der Not frisst der Teufel bekanntlich Fliegen, ich würde in einem solchen Fall sogar meiner Allergikerin lieber trockenes Heu anbieten als Koliken zu riskieren...
Fermentgetreide hilft da wohl ehrlich gesagt auch nicht viel. Wenn die Verdauung so durcheinander ist, kann Zufutter die Situation ev. sogar verschlimmern.
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Autor unbekannt

Offline DineTopic starter

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Hi,

@Fah: Hmm, nachts einsperren wird schwierig. Aber ich habe gestern Abend mit meiner Freundin reden können (sie hat uns beim Grasen überrascht...  ;) ) und sie gibt meiner Stute jetzt mehr Heu zu fressen. Somit ist zumindest das jetzt verbessert. Meine Stute machte heute auch einen guten Eindruck im Vergleich zu den Tagen zuvor. Man, ich warte total ungeduldig auf das Fütterungsbuch von Bender, dass ich mir letzte Woche bestellt hab. Das dauert diesmal aber wirklich ungewöhnlich lange... *seufz*

Ich hoffe einfach darauf, dass es mit der Immobilie jetzt bald einmal irgendwie weiter geht, werde mich aber schlimmstenfalls noch bis Ende der Woche gedulden müssen, ehe ich etwas konkreteres sagen kann. Nur traue ich mich auch nicht meine Stute weiter weg zu stellen wo ich nicht mal eben so 2 x tgl vorbeifahren kann. Ich hab schon zu oft böse Überraschungen in dieser Hinsicht erlebt. Bei meiner Freundin weis ich wenigstens worauf ich achten muss und mit der neuen Absprache von gestern Abend sollte es jetzt eigentlich ok werden.

Wenn alles glatt geht, sind es ja nur noch knappe 10 Wochen...

Gruß,
Dine.
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(Guiseppe Verdi an Arrivabene im Jahre 1874)

Offline Doro2002

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Hallo, hoffe ich bin halbwegs in der richtigen Box gelandet  ;).
Mein Pferd hatte vor kurzem eine schwere Gaskolik, musste sogar in die Klinik. Gott sei Dank ist alles gut gegangen, er musste nicht operiert werden.
Nach dem Klinikaufenthalt hat er sich dann auch noch einen Infekt eingehandelt, der mit Antibiotika behandelt werden musste.
Der Hufschmied war nun bei uns und es stellt sich raus, dass die weiße Linie auf allen vier Hufen stark verbreitert ist. Hat das jemand von euch nach einer Kolik ebenfalls beobachtet? Oder kommt das eher von den vielen Medikamenten, die mein Pferd in den letzten Wochen bekommen hat. Ich bin ziemlich ratlos. Hab natürlich jetzt auch Bedenken, dass er auch noch eine Rehe bekommt.  ???
LG
Doro

Offline Fah

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War lange nicht mehr in der Box, deshalb meine sehr späte Antwort.

Eine Medikamentengabe wirkt sich doch nicht so schnell auf den Huf aus, dass sofort eine verbreiterte weisse Linie festzustellen ist ???
Liegt ev. eine andere Erkrankung mehrere Monate zurück? Oder die Umstellung von Winterauslauf auf Weide? Sieht man den Hufen auch äusserlich etwas an ausser der verbreiterten weissen Linie?
Wurde Dein Pferd irgendwann einmal mit Cortison behandelt?
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Autor unbekannt

Offline Doro2002

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Nein, Cortison hatte er nicht bekommen. Hatte nochmal Rücksprache mit meiner TAin gehalten, die meinte es könne durchaus nur von der Kolik kommen, dass die weiße Linie arg verbreitert ist. Mittlerweile sieht man davon auch nichts mehr. Man macht sich halt schnell einen Kopf.  ::)

Offline DineTopic starter

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Hi.

Die Box hier ist zwar schon ziemlich alt, aber unser Problem ja leider auch...

Also: das mit der Immobilie hat geklappt und wir stehen jetzt seit Oktober im eigenen Stall mit eigenen Koppeln. Ich habe sie nach der ausgiebigen Lektüre vom Bender Fütterungsbuch auch hervorragend über den Winter bekommen.
ABER: Jetzt, wo das Wetter immer mal wieder von hier nach da schlägt und das Gras dazu kommt, hat sie seit gut 4 Wochen wieder mehr Probleme mit dem Aufgasen und auch mit der Atmung. Da ich im Frühjahr extra Fruktanarmes Gras sowie Kräuter nachgesät habe (und die Grasnarbe zuvor auch pferdegerechte Sorten beinhaltet hat), kann es am Gras selbst eigentlich aber nicht liegen. Zumal die Koppel von beiden Pferden extrem gern beweidet wird und sie sie nur unter Zwang verlassen (im Gegensatz zu anderen Koppeln die ich paralell beweiden könnte, von denen sie auf Zuruf runter kamen).

Futterplan sieht zur Zeit so aus:

7 Uhr: Morgens Heu + Stroh
10 Uhr: 30 Min Koppel + etwas Stroh
13 Uhr: Krafu
15 Uhr Nachmittag Stroh
17 Uhr 40 min Koppel + etwas Stroh
20 Uhr Krafu
22 Uhr Heu + Stroh

Krafu besteht aus Struktur E von St. Hippolyt (2 x 300gr) + 50 g Fermentgetreide (also 100gr tgl.)
Koppel wie gesagt fruktanarmes langes Gras + Kräuter

Ich finde den Fehler einfach nicht?  :'(  Wieso gast sie jetzt noch auf sobald es warm wird?  :'(  :o
Ich überlege mal Bullrichsalz auszuprobieren. Wurde mir von einer TA empfohlen. Kann das was helfen?

Wann immer es möglich ist, gehe ich mit ihr lange Strecken von minimum 1 1/2 Stunden, wann immer möglich auch länger so 2 1/2 bis 4 Stunden. Auf den Ausritten pupst sie auch immer schön ab, ist schlank und recht gut drauf. Aber sobald sie dann auch nur wieder Heu oder Stroh frißt geht das Spiel fast schon wieder los, auf jeden Fall aber nach der Koppel. Und dabei ist das doch schon nur so wenig...  :-X

Wer weiß mir einen Rat?
Soll ich ihr noch Bierhefetabletten geben? Oder mehr Fermentgetreide? Das Heu muss ich wegen ihrer COPD nass machen, aber ja immer nur kleine Mengen, die sofort verfüttert werden...  :-[

Bekümmert,
Dine.
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(Guiseppe Verdi an Arrivabene im Jahre 1874)

Offline skyhopper

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Dine,
wieviel Heu fütterst Du morgens und abends?
Wenn es eine relativ kleine Menge ist, erscheint mir die Zeit ohne Heu zwischen Vormittag und Abend bzw. ggf. auch über Nacht viel zu lange.
Grundsätzlich würde ich immer Heu anbieten. Wenn das Pferd leichtfuttrig ist, dann aus engmaschingen Heunetzen.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt (Albert Einstein)

Offline Wanderlusier

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hi,

nur mal so ein kurzes brainstorming von mir :-) erhebt aber kein anrecht auf alleinige weisheit *grins*

struktur E ist doch kein kraftfutter sondern ehr ein zusatzfutter.. viel zu viele aetherische oele und kraeuter, wohl ehr als kur oder leckerli als als normales dauerfutter zu geben... kannst du das einfach durch eine winzportion hafer ersetzten?

stroh an sich gast gerne mal die pferde auf, egal in welchen mengen... ich wuerde wenn irgend moeglich kein stroh fuettern, zumindest mal ein paar wochen um zu gucken ob es daran liegt...

ich habe gute erfahrungen mit einer portion eingeweichter wiesencobs pro tag gemacht, dazu magnozym von iwest das reguliert den darm.. wurde mir wegen kotwasser bei mienem spanier im winter empfohlen, hat aber auch bie meinem kleinen gegen pupserei geholfen und aufgegast sein... 

fermentgetreide hatte ich auch schon, ich hatte den eindruck das blaeht bei meinem, kenne aber auch pferde bei denen das toll geholfen hat... evtl. mal als kanne brottrunk fuessig probieren... koennte auch klappen...

leider hilft bei diesen sachen nur rumprobieren.. ich habe versuche erst mal alles wegzulassen un dnur heu, hafer, mineral (auch iwest..... inzwischen, hat einfach am besten funkioniert...) und wiese zu geben un ddann nach und nach die anderen sachen wieder dazu wenn das funktioniert hat... heu halt aus heunetzten wenn du die menge sonst zu hoch schrauben musst.

gut finde ich das vor der koppel morgens heu gereicht wird, ob das kraftfutter vor oder nach der koppel besser ist muesstest du evtl. probieren, bei der menge duerfte das aber nix ausmachen, gut ist es auf alle faelle nicht auf nuechternen magen zu fuettern...

bie uns spielt auch noch eine rolle ob das gras nass oder trocken war.... nasses gast mehr...

drueck dir die daumen das du den stoerfaktor findest :-)

michi

ps skyhopper *wink* wie gehts deinen?
I can only please one person per day.
Today is not your day.

Tomorrow is not looking good either.

Offline Romanique

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Hallo Dine,

willkommen im Club kann ich da nur sagen. Romy und ich haben über 100 Koliken hinter uns. Wir stehen in einem Stall mit Paddockboxen und extra Koppeln. Hab die Stute 5jährig gekauft und nach 2 Wochen ging es los.

So wir haben über 5 Jahre rumprobiert und endlose TA-Einsätze hinter uns. Bei meiner funktioniert am besten das:

Morgen 7 Uhr 1 kg Heu lose am Boden (derweil miste ich) danach bekommt sie einen Liter Hafer mit einer Mischung aus Weissdornblätter+-blüten, Fenchel, Thymian, ägyptischem Schwarzkümmel und Brenessel, die Hafer-Kräutermischung wird mit heißem Wasser aufgegossen und zieht ca 20 min vor der Fütterung.

Um 8 geht sie auf die Koppel wo ein Heusack hängt (auch wieder 1 kg genau abgemessen). Er hängt frei und daher frißt sie langsamer natürlich frisches Wasser auf der Koppel.

Um 13 Uhr holt sie eine Freundin von der Koppel und stellt sie wieder in die Box. Hier ist Hafer hergerichtet mit einer speziellen Algenmischung und Sonnenblumenöl sowie wieder einer Portion Weissdornblätter+-blüten außerdem ein Heusack mit kleinen Maschen mit 1 kg Heuinhalt.

Um 17:15 komm ich direkt von der Arbeit in den Stall. Da bekommt sie wieder  1 kg Heu lose und danach eine Hafer-Mineralfuttermischung. Hier mische ich je nach Wetterlage Weissdorn bei.

Danach bewege ich sie 3 x die Woche Dressurarbeit, der Rest Fahren, Ausreiten, Longieren oder Doppellongenarbeit.

Um 20 Uhr bekommt sie ein Mash von Marstall und dazu einen Becher des Keller-Leinsamens (www.kellers-leinsamen.ch) sowie einen dreiviertel Becher voll aufgeweichter Heucobs, damit sie wenigstens einigermaßen ihre Figur hält und man nicht einen Daumen zwischen die Rippen bringt :-[

Um der Wetterfühligkeit vorzubeugen bekommt sie immer wetterabhängig Magnesium sulfuricum und Calcium Jodatum jeweils D6 entweder nur Morgens oder Morgens und Mittags.

Unsere Pferde stehen leider nur auf Matschkoppeln (befestigt) Romy darf pro Tag bis zu 15 min an der Hand grasen, unser Wallach bekommt immer ein Stück nachgesteckt, da an die Matschpaddocks kleine Weidestücke angeschlossen sind.

So hoffe das hilft Dir einigermaßen. Meine Stute hat über 4 Jahre Magnozym bekommen und die Koliken reduzierten sich von 14 tägig auf ca 4 x pro Jahr. Momentan kommen wir mit der 6 kg Variante recht gut zurecht.

Ich hab meine Stute sowohl 2-3 mal im Jahr bei einer hervorragenden Osteopathin und abwechselnd dazu bekommt sie 2-3 Behandlungen mit chinesischer Akkupunktur. Dabei haben wir einen Punkt am Vorderbein (innen, ca 1 fingerbreit über dem Kronrand) festgestellt, der ab und an mal anschwillt. Wenn ich den (ich kontrolliere das  2x am Tag) massiere oder bei einem verhärteten Knubbel mit der Akkupunkturnadel steche, dann ist auch wieder alles okay und der Dickdarm läuft hörbar wieder an.

So das war denn auch schon, aber den Aufwand wird warscheinlich eh nicht jeder betreiben können....

Ganz liebe Grüße und viel Glück

Romanique


Offline DineTopic starter

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Hi.

Wow, danke für eure schnellen Antworten!  :D Da lohnt sich das länger Arbeiten müssen im Büro wenigstens...  ;)

@Skyhopper: Schön dich mal wieder zu hören.  :)
Meine Beiden bekommen zusammen aus einem Rauhfutterkasten im Offenstall. Zusammen bekommen sie einen Wäschekorb schlicht voll von (trocken) 4 kg. Das Heu wird aber, wie oben schon gesagt, wegen der COPD der Tinkerstute angefeuchtet und danach sofort verfüttert.

@Wanderlusier:  Auf Hafer hat meine Tinkerstute schon mal einen ausgewachsenen Spurenelementenmangel bekommen. Zudem ist sie extrem leichtfuttrig, so dass sie im Grunde genommen mit Rauhfutter allein auskommen würde. Wenn da nicht das Warmblut wäre, dass seine Portion Krafu braucht, würde ich ihr vielleicht gar nichts geben (wobei das Warmblut auch "nur" Struktur E 1 kg am Tag bekommt und dabei wohlgenährt ausschaut).

Zitat
stroh an sich gast gerne mal die pferde auf, egal in welchen mengen... ich wuerde wenn irgend moeglich kein stroh fuettern, zumindest mal ein paar wochen um zu gucken ob es daran liegt...
Was? Ehrlich? Ich bin schockiert! Und ich habe ihr extra immer weniger Heu und mehr Stroh gegeben, weil ich dachte, es sei anders herum? Wah!!! Das werde ich auf jeden Fall einmal ausprobieren!!! *schluck* Wobei ich die Ration wie gesagt nach Bender Pferdefütterung ausgerechnet habe, aber das nützt bei einem so empfindlichen Pferd wohl nichts, oder? Kann ich denn dem Warmblut auch problemlos mehr Heu geben oder wird das dann zu fett? Eher unwahrscheinlich, oder?

Magnozym hatte ich früher schonmal gefüttert, und war leidlich zufrieden. Aber da waren die äußeren Umstände auch noch ganz andere. Das war noch im letzten Pensionsstall und vor unserer "Flucht" von dort, weil sie dort aus ungeklärter Ursache zu ersticken drohte. Seitdem war es auch nie wieder so schlimm. Ich kann nur davon ausgehen, dass dort ein (Pferde-)Umweltproblem vorlag... Aber stimmt, seit dem Umzug habe ich es nicht wieder ausprobiert. Wobei ich den Eindruck hatte, dass das Kanne Fermentgetreide noch besser angeschlagen hatte. 

Aber ich werde auf jeden Fall mal das Stroh runter schrauben, mal sehen...

@Romanique: So schlimm war es wohl noch nie, kommt drauf an wie man Kolik definiert. Aufgegast bis zum herzhaften Bierkutscherrülpsen und Trommelsucht waren im letzten Jahr vor dem Umzug an der Tagesordnung. Ein TA konnte uns aber nie helfen und das eine Mal wo ich einen gerufen hatte, wurde die Behandlung mit "wegen Widersetzlichkeit abgebrochen" in Rechnung gestellt. Meine Tinkerdame ist extrem wählerisch, wen sie an sich ran lässt. Wir sind dann immer stundenlang gelaufen (da hatte ich noch genug Zeit dazu), ob mit Sattel oder ohne. Am Besten ging es ihr, als wir im Wanderreittraining waren. Aber aufgrund meines jetzigen Bürojobs ist die Zeit leider recht begrenzt worden, zumal der Beisteller jetzt auch seinen Tribut fordert (aber das ist eine andere Geschichte).
Einen Heusack brauche ich nicht auf die Koppel hängen, den würde sie mit dem Hintern nicht angucken. Wobei ich ihr die Koppel und das wenige Gras, dass sie in 1 Stunde fressen kann auch nur sehr ungern nehmen würde. Zumal ich wirklich darauf achte, dass sie auch nur möglichst langes Gras fressen.

Ich weis, welchen Punkt Du über dem Kronrand meinst. Ich habe meine Stute auch jahrelang sehr erfolgreich Akupunktieren lassen. Bis sich mein Akupunkteur leider "Weiterentwickelt" hat und nun darauf besteht, dass Nadeln nur etwas für des Menschen Auge seien und es mit Hand auflegen genauso gut ginge. Nun, die Ansicht kann ich leider nicht teilen und so habe ich danach erfolglos andere Akupunkteure ausprobiert. Ich glaube, man könnte die Reaktion meiner Tinkerstute mit "Nein Danke!" vorsichtig übersetzen (wobei ich sehr sicher bin, sie würde ein wesentlich deftigeres Vokabular benutzen...  ;D ). Leider finde ich den Punkt am Huf unter dem ganzen Behang leider nicht allein.  :-\ Aber woher Du den Weißdorn beziehst, würde mich interessieren. Meine Stute hat auf den Spaziergängen auch immer danach verlangt, diesen Abknabbern zu dürfen (und auch gedurft, ich höre auf ihre Kräuterkenntnisse). Zur Zeit verlangt sie nach Wiesenwurz. Aber das sind ja alles nur immer Magenmittel um den Zustand zu lindern. Ich will ja an die Ursache!!! *Frust* Aber; das wird schon werden. Immerhin ist sie für 3 x totgesagt noch erstaunlich munter...

Gruß,
Dine.
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(Guiseppe Verdi an Arrivabene im Jahre 1874)

Offline Jada

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Hallo,

vielleicht ist es ja auch der Magen. Das kann gut sein. Google doch mal nach Magengeschwüre Pferd.

Für Pferde ist gutes Heu das A & O in der Fütterung. Bei Magen-Darm-empfindlichen Pferden ist es noch umso wichtiger (eine Ausnahme ist vielleicht Romaniques Pferd, Du schriebst in der anderen Box dass Dein Pferd nicht soviel Heu verträgt, was wirklich selten ist). Pferde sind ja Dauerfresser und sollten auch nie lange Fresspausen haben. Diese können dann auch zu Magen-Darm-Probleme führen, wenn sie zu lange sind und auch zum absterben der guten Darmbakterien. Bei magenempfindlichen Pferden sollten so gut wie keine Fresspausen entstehen, da Pferde ständig Magensäure produzieren und sie Nahrung (bzw. den dadurch entstehenden Speichel) am besten in Form von gutem Raufutter zum abpuffern der Säure brauchen.

Für magen-darm-empfindliche Pferde ist Stroh mit Vorsicht zu geniessen, da es durch den hohen Ligningehalt viel schwerer verdaulich ist. Ausserdem kann es auch stopfend wirken, wenn zuviel davon aufgenommen wird, z.B. wenn die Heumengen sehr klein sind.

Müslis sind eigentlich auch Kraftutter. Je nach Zusammensetzung halt mit viel oder wenig Energie. Je nach Hersteller halt mit verschiedenen weiteren Inhaltsstoffen. Bei magen-darm-empfindlichen Pferden würde ich mit Kraftfutter eher langsam tun. Nur das nötigste. Hafer ist eigentlich das Kraftfutter welches Pferde am besten verdauen können. Dazu ein gutes Mineralfutter, das wäre dann auch eine Möglichkeit. Wenn das WB Krafu braucht, kannste Deiner ja auch stattdessen eingeweichte Heucobs vorsetzen. Die sind für Magen-Darm ok.

Bei den Kraftfuttergaben generell, und ganz wichtig bei empfindlichen Pferden, ist möglichst kein Krafu direkt vor oder nach dem Weidegang. Kann nämlich auch zu Fehlgärungen führen, steht auch in Deinem Buch. Immer erst Raufutter anbieten und vor allem die magen-darm-empfindlichen Pferde erst ne ganze Weile daran fressen lassen bevor das Krafu kommt. Auch bei Krafu-Portion ohne Weidegang würde ich schauen, dass vorher Heu angeboten wird. Kein Krafu auf nüchternen Magen.
Ob Deine Pferde mit mehr Heu dicker werden, musst Du ausprobieren. Ist von der Veranlagung, Futterverwertung des einzelnen Pferdes und der sonstigen Bewegung abhängig. Und natürlich auch von der Heusorte und dem Schnittzeitpunkt.

Kannst Dir das ja alles mal durch den Kopf gehen lassen.

Gute Besserung für Dein Pferd!!

Jada