Autor Thema: Olympia 2008 in China - was meint ihr dazu?  (Gelesen 18030 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline RübeTopic starter

  • Ausbindende
  • Moderatoren
  • *
  • Beiträge: 2.513
  • Ha!!!
Ich glaube, wir steuern da auf ein immer größer werdendes Problem zu:

Absagen kann man die Teilnahme nicht, erstens ist Sport längst kein Sport mehr sondern Geschäft, zweitens wäre es den Athleten, die sich teilweise seit Jahren darauf vorbereiten, gegenüber unfair und drittens würde man China so verärgern, dass ich mir nicht vorstellen mag, was die Auswirkungen sind!

Der Zeitpunkt der Tibet-Demonstrationen war natürlich klug gewählt, jetzt kann die Welt nicht mehr weggucken. Aber ich habe wirklich Angst vor einem China, das rasend vor Wut ist. Die Chance, dass sie einsichtig werden, halte ich für relativ gering. Möglicherweise regeln sie jetzt den Tibet-Konflikt so einigermaßen, damit Ruhe ist, aber ich bin sicher, jeder Kritiker der chinesischen Politik wird registriert und in Zukunft GENAU beobachtet. Man sollte China keinesfalls unterschätzen!
Manchmal ist das Ungesagte das Aussagekräftigere.

Offline Viki

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1.844
Re: Olympia 2008 in China - was meint ihr dazu?
« Antwort #1 am: 08.04.08, 12:50 »
Und deswegen weiterhin wegschauen?

Es stimmt, jeder von uns hat in seinem Einkaufswagen "made in China" drin - das rechtfertigt aber nicht die despotische Behandlung von Millionen von Menschen - es werden ja nicht nur die Tibeter unterdrückt.

Der Einmarsch, die Besetzung und die fortgesetzte Unterwanderung und Unterdrückung von Tibet ist sowas wie ein schleichender Völkermord - und alle Welt schaut zu. So wie in Ruanda, wie in Darfur und überall, wo wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel stehen.

Ich finde nicht, dass die Olympiade boykottiert werden soll - ich finde, man sollte auf diplomatischem Weg die Daumenschrauben anziehen. Wenn das heißt, dass ich keine Gartenhandschuhe für 99 cent mehr kriege und allerhand sonstigen Kram, dann kann ich damit leben.

Ich finde es richtig, dass Merkel den Dalai Lama empfangen hat. Ich selbst werde mir im Mai anhören, was er in Bamberg zu sagen hat. Ich habe größte Hochachtung vor diesem Menschen. Meine Angst ist, dass die Tibeter es leid werden, ihm auf seinem gewaltlosen Weg zu folgen und dass er zurücktritt. Wenn China den Tibetern zugestehen würde, Tibeter zu sein im eigenen Land, dann wäre die jetzige Situation nie entstanden.

ich habe eine tiefsitzende Wut auf die Technokraten und Politgrößen in China und ich habe Verständnis und Mitgefühl für jeden Tibeter, der sich dagegen wehrt - und sein Leben damit riskiert.


Offline Eva

  • Moderatoren
  • *
  • Beiträge: 3.282
Re: Olympia 2008 in China - was meint ihr dazu?
« Antwort #2 am: 08.04.08, 14:35 »
Ich finde es grässlich, wenn als Argument angeführt wird, dass China sich durch die Olympiade vielleicht ändern wird. Tut mir leid, da kann ich nur zynisch denken, dass die Olympiade 1936 ja wohl nicht so positiv gewirkt hat. Ich weiß, Hitler ist immer ein Totschlagargument.

Die Möglichkeit, China wirtschaftlich zu boykottieren, hat jeder von uns - ich versuche, auf "Made in China" zu verzichten.
Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich.
(Konrad Adenauer)

Offline Aleike

  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 3.153
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Olympia 2008 in China - was meint ihr dazu?
« Antwort #3 am: 08.04.08, 14:38 »
Kann der Dalai Lama überhaupt zurücktreten? Der ist doch eine Reinkarnation oder sowas, kriegt also erst einen Nachfolger, wenn er stirbt?

Klasse finde ich die Idee mit den schwarzen Armbändchen für die Athleten, jeder sieht es bei den Übertragungen der Wettkämpfe, aber die Chinesen können es nicht monieren.
Ich hoffe, dass viele das machen werden.
Man darf nicht sagen: "Was, du Mistvieh, du willst nicht?" Sondern: "Entschuldige, mein Tier, ich werde schon noch dahinterkommen, wie ich es lerne, dich peu à peu auf den rechten Weg zu führen." (Udo Bürger)

Offline thyrie

  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 923
  • Geschlecht: Weiblich
    • Pferdeschutz
Re: Olympia 2008 in China - was meint ihr dazu?
« Antwort #4 am: 08.04.08, 14:49 »
Als Oberhaupt der Tibeter kann er zurücktreten.
"Die schlimmste Kriminalstatistik gab es zu Kains Zeiten; auf einen Schlag löschte der Bursche ein Viertel der Menschheit aus."  (Gabriel Laub)

Offline hombrecito

  • ODH™ by nature
  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 323
  • Geschlecht: Weiblich
  • Vertrauen ist keine Einbahnstraße
Re: Olympia 2008 in China - was meint ihr dazu?
« Antwort #5 am: 08.04.08, 14:50 »
Kann der Dalai Lama überhaupt zurücktreten? Der ist doch eine Reinkarnation oder sowas, kriegt also erst einen Nachfolger, wenn er stirbt?

Als Oberhaupt der Buddhisten kann und wird er natürlich nicht zurücktreten. Es geht dabei darum, dass er ja auch die wichtigste Funktion in der tibetischen Exilregierung inne hat. Und die will er wohl nicht länger haben, wenn die Tibeter versuchen, auf nicht gewaltfreiem Wege gegen China vorzugehen.
"¡Caballito criollo del galope corto,
del resuello largo, del instinto fiel ...
Caballito criollo que fue como un asta
para la bandera que anduvo sobre él!"

Life is not measured by the number of breaths we take, but by the moments that take our breath away.

Offline Krautwickel

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 15
Re: Olympia 2008 in China - was meint ihr dazu?
« Antwort #6 am: 08.04.08, 15:32 »
Der Boykott wird warscheinlich genauso wenig fruchten wie damals für Moskau, da ging es hinterher munter weiter. Andererseits sind Chinesen aus ihrer Kultur heraus sehr viel mehr darauf bedacht, ihr Gesicht zu wahren, auch heute noch. Dem russischen Bären hingegen war es ziemlich wurscht ob da noch ein paar Flöhe mehr in seinem Fell sitzen, zumal mit dem Hintern auf der Gasleitung...

Mein erster Impuls war auch boykottieren, aber Peking ist nicht Moskau. China hat nicht enorme Summen in Streckennetze und Bahnverbindungen nach Lhasa investiert, um sich dann zurückzuziehen. Im strammen Kommunismus erzogen wird ein gefaßter Plan durchgezogen, und wenn er sich als noch so falsch erweisen sollte.

Als Chance sehe ich die weltweiten Sendestationen, die Massen an Journalisten die auch unzensierte Bilder zeigen werden, aus der Nummer kommt China nicht mehr raus. Was die Regierung allerdings daraus macht.... inwieweit da ein Einlenken möglich ist.... ganz ehrlich glaube ich nicht daran. Egal ob und wie die Spiele stattfinden.

Einzig wenn tatsächlich keine einzige Nation nach Peking fährt... aber wie oben schon Jemand geschrieben hat, es geht um Geld und sobald das im Spiel ist ticken Uhren anders
Lob bekommt man geschenkt, Neid muß man sich verdienen

Offline Tinchen

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 316
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Olympia 2008 in China - was meint ihr dazu?
« Antwort #7 am: 08.04.08, 19:23 »
Also mir ist irgendwie die Lust an den olympischen Spielen nach dieser ganzen Berichterstattung vergangen. Es ist auch sehr schade das China überhaupt nicht einlenkt sondern die Eskalation sucht. Traurig ist auch dass die deutschen Funktionäre alle untergetaucht sind und sich gar nicht dazu äußern. Wirklich schade und mir ist die Lust wirklich vergangen.

Offline Carlotta67

  • ODH™Filiale Nord
  • Bewohner
  • *
  • Beiträge: 2.106
Re: Olympia 2008 in China - was meint ihr dazu?
« Antwort #8 am: 08.04.08, 20:52 »

So, schlagt mich oder lacht mich aus, aber ich hätte mir den totalen Boykott oder eine Verlegung gewünscht.



Offline piramessu

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 32
  • Equus pecunivorans ;-))
Re: Olympia 2008 in China - was meint ihr dazu?
« Antwort #9 am: 08.04.08, 20:54 »
Aus einem Spiegelartikel vom Herbst letzten Jahres (es ging eigentlich um die Terrakotta-Armee, von der einige Stücke für eine Ausstellung nach London verliehen wurden):

"Ying Zheng (der Erste Kaiser Chinas, geb. vor 2265 Jahren) hasste den alten Meister Konfuzius und tötete seine Anhänger. Stattdessen huldigte er dem Philosophen Han Fei und dessen machtpolitischer Schule des Legismus. Das Ergebnis: ein totaler, durchorganisierter Staat, der auf Gesetz, Kontrolle und Ordnung, Unterwerfung und Strafe setzte. Das Individuum spielte keine Rolle, die Interessen des Staats genossen Vorrang vor allem anderen.
In den unterworfenen Reichen baute der Herrscher Straßen, rund 6800 Kilometer, dazu Kanäle. Er vereinheitlichte die
Schrift, dazu die Gewichte, die Maße und die Währung und errichtete eine alles durchdringende Bürokratie. Seine Untertanen - er nannte sie "die Schwarzhaarigen" - hatten keine andere Wahl, als zu buckeln. In der Armee war jeder Soldat Teil einer Fünfergruppe. Zeigte einer Feigheit vor dem Feind, wurden alle fünf hingerichtet. Mit ähnlich brutalen Regeln kontrollierte Ying Zheng das zivile Leben. [...] Und doch ist Ying Zheng immer noch da, er ist, wie er es wollte, unsterblich auch im Tode. Der Münztyp, den der Erste Kaiser einführte, blieb fast unverändert bis ins 20. Jahrhundert bestehen. Das Achsmaß der Kutschen, das er verfügte, entspricht immer noch fast dem von Chinas Staatsbahn. Das heutige System von Provinzen und Landkreisen hat große Ähnlichkeit mit dem, das er seinem Reich aufzwang. Und auch die Idee des autoritären, zentral regierten Beamtenstaats, der jedes Detail regelt, erwies sich als nicht totzukriegen; sie lebt fort in den Dynastien seither, bei den Ming und Qing, dann unter Mao Zedong (der Ying Zheng schätzte) sowie in der heutigen Volksrepublik.


http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=52909365&top=SPIEGEL

Ich frage mich in Anbetracht einer so langen "Tradition" des Systems, ob man so schnell ein Umdenken in China erwarten kann. Was jahrtausendelang "normal" war, ist plötzlich nicht mehr richtig? Ich kann mir vorstellen, dass wir auch Schwierigkeiten hätten, uns in unseren Moralvorstellungen und unserem Handeln so radikal zu verändern, wenn "der Rest der Welt" plötzlich dies von uns verlangte.

Das soll lange nicht heißen, dass ich Chinas Verhalten gut heiße. Ich glaube nur nicht, dass man mit den Olympischen Spielen, ob boykottiert oder nicht, sozusagen als Brechstange ein jahrtausendealtes System verändern kann. Man kann einen Schritt auf dem Weg des Umdenkens anstoßen. Mehr Erfolg hätte man vermutlich, wenn es tatsächlich über das Geld ginge, denn der Kapitalismus regiert auch das kommunistische China. Aber das bleibt wohl utopisch.

Offline Viki

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1.844
Re: Olympia 2008 in China - was meint ihr dazu?
« Antwort #10 am: 08.04.08, 21:19 »
Ich frage mich in Anbetracht einer so langen "Tradition" des Systems, ob man so schnell ein Umdenken in China erwarten kann. Was jahrtausendelang "normal" war, ist plötzlich nicht mehr richtig? Ich kann mir vorstellen, dass wir auch Schwierigkeiten hätten, uns in unseren Moralvorstellungen und unserem Handeln so radikal zu verändern, wenn "der Rest der Welt" plötzlich dies von uns verlangte.

Das soll lange nicht heißen, dass ich Chinas Verhalten gut heiße. Ich glaube nur nicht, dass man mit den Olympischen Spielen, ob boykottiert oder nicht, sozusagen als Brechstange ein jahrtausendealtes System verändern kann. Man kann einen Schritt auf dem Weg des Umdenkens anstoßen. Mehr Erfolg hätte man vermutlich, wenn es tatsächlich über das Geld ginge, denn der Kapitalismus regiert auch das kommunistische China. Aber das bleibt wohl utopisch.

der Olympiaboykott wäre nur ein Teil, ein Puzzleteil - natürlich ginge allein damit nicht. Aber du hast Recht, es würde nach Brechstange ausschauen und für die Chinesen zählt vor allem, wie es ausschaut. Ich fand es falsch und ärgerlich, dass viel zu früh sich Leute aus dem Fenster gehängt haben und beteueret haben, es gäbe auf keinen Fall einen Boykott. Man hätte dieses Pfand länger in der Hand behalten können.

Dein Text ist sehr interessant - es ist ein jahrhundertelang gepflegtes Steinzeitsystem mit kapitalistischem Mäntelchen drüber. Und die davon profitierende neue Mittelschicht hat keinerlei Interesse an Menschen (oder Tier)rechten. Das wäre bei uns genauso.

Trotzdem - den Dalai Lama zu empfangen ist das Mindeste. Und die Tibeter in Ruhe Tibeter sein zu lassen auch. Blos hat die chinesische Führung eine Heidenangst davor, was der Rest der "Abtrünnigen" dann täte (wie heißt das islamische Volk neben Tibet, das auch nach Selbstständigkeit strebt?).

Wenn es eine (langsame, aber stetige) Wende weg von chinesischem Billigkram gäbe, könnte der Westen auch profitieren - aber das ist tatsächlich Utopie - oder Vison.

Offline piramessu

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 32
  • Equus pecunivorans ;-))
Re: Olympia 2008 in China - was meint ihr dazu?
« Antwort #11 am: 08.04.08, 21:39 »
Blos hat die chinesische Führung eine Heidenangst davor, was der Rest der "Abtrünnigen" dann täte (wie heißt das islamische Volk neben Tibet, das auch nach Selbstständigkeit strebt?).
Uiguren?
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/426540

Das ist wohl das Problem jedes totalitären Systems. Und findet daher die Antwort in dem kompromisslosen Verhalten gegenüber Nicht-konformem-Verhalten oder gar "Abtrünnigkeit" oder Freiheitswillen wie im Falle Tibets.

Offline Viki

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 1.844
Re: Olympia 2008 in China - was meint ihr dazu?
« Antwort #12 am: 08.04.08, 23:08 »
Ja, genau die. Sie sind islamischen Glaubens und passen auch nicht ins System. Die chinesischen Mongolen auch nicht.
Bei Tibet tut es besonders weh wegen der besonderen Art der Menschen dort und wegen der Kultur, die untergeht.

Es gibt einen sehr guten Roman dazu (schon vor der Olympiade) - ich schau den Titel nachher nach.

Der Schmusekurs mit China ist schon seit Jahren eingefahren - man hätte spätestens nach 1989 vorsichtig, aber stetig und fest eine andere Linie fahren können, wenn nicht die schiere Geldgier alle anderen Ziele überwuchern würde.

Wenn ich "Platz des Friedens" höre, sehe ich immer die Bilder von Panzern, die geradeaus über einen Menschenkörper fahren.

Offline Kimble03

  • And don't forget- the light at the end of the tunnel is a train...
  • Moderatoren
  • *
  • Beiträge: 2.681
  • Geschlecht: Weiblich
  • Immer schön wirr bleiben!
Re: Olympia 2008 in China - was meint ihr dazu?
« Antwort #13 am: 09.04.08, 09:55 »
Ich finde es ganz und gar bescheuert, dass die Olympiade an China vergeben wurde.
Wobei ich zugebe, dass auch das IOC da unter Zugzwang steht, denke ich.

Ich finde es nun aber nicht richtig den Sport zu politisieren.
Es ist in meinen Augen nicht das richtige diplomatische Mittel, um in China etwas bewirken zu können, denn es hat mit Politik eben so wenig zu tun.

Vor der Vergabe hätte das IOC evtl. Druck ausüben können, hätte Bedingungen stellen können, da China so sein Gesicht hätte wahren können, weil das nicht öffentlich gewesen wäre. Nach dem Motto: "So lange ihr die und die Punkte nicht erfüllt, wird es keine Spiele bei euch geben."

Nun KANN China gar nicht dem Druck von so ein paar Tibetern (und vielen Demonstranten beim Fackellauf) weichen.

Ich finde es völlig daneben, dass der Protest für Tibet nicht gewaltfrei abläuft, jedwede Aktion in dieser Art ist (soweit ich das nun verstanden habe) nicht im Sinne des Dalai Lamas, also auch gegen die Regierung Tibets ausgerichtet und ist somit in meinen Augen eine Themaverfehlung.
Außerdem ist Gewalt keine Lösung.

"Hollywoodstar Richard Gere, Buddhist und ein Freund des Dalai Lama, trat in Begleitung von tibetischen Mönchen vor die Menge. Gere las Auszüge aus einem Brief des Dalai Lama vor, in dem das religiöse Oberhaupt der Tibeter auf die Notwendigkeit gewaltloser Aktionen verweist."
(Quelle: gmx)

Carlotta, was genau meinst du denn, was ein Boykott Tibet und Menschenrechten usw. bringen würde?
Meinst du wirklich, China stellt sich hin und sagt: "Ja ihr Sportler, ihr habt ja recht, wir dürfen Tibet nicht so behandeln! Ab nun machen wir das anders! Lieber Dalai Lama, komm zurück in dein Land, wir lassen dich regieren..." ???



Was ich schön finde, ist wenn es den Sportlern als Einzelpersonen möglich ist, dass sie ein Zeichen setzen, dass sie sich gegen China aussprechen und trotzdem ihrem Wettkampf nachkommen können.


Mal sehen, inwieweit China es schafft, dem einen Riegel vorzuschieben. *seufz*
Entgegen allen anders lautenden Meinungen und Darstellungen ist es wirklich überraschend, dass so ein Junggemüse-Keks das allgemeine Gedöns, das mit dem Werden und Sein eines Reitpferdes zusammen hängt, so unglaublich einfach, willig und großartig umsetzt und dabei auch noch wahnsinnig gut aussieht.

Offline piramessu

  • Mitglied
  • *
  • Beiträge: 32
  • Equus pecunivorans ;-))
Re: Olympia 2008 in China - was meint ihr dazu?
« Antwort #14 am: 09.04.08, 10:11 »
man hätte spätestens nach 1989 vorsichtig, aber stetig und fest eine andere Linie fahren können, wenn nicht die schiere Geldgier alle anderen Ziele überwuchern würde.
Das ist das hüpfende Komma. Oder (geklaut): Man urteilt nach Idealen und handelt nach Notwendigkeiten.

Nun KANN China gar nicht dem Druck von so ein paar Tibetern (und vielen Demonstranten beim Fackellauf) weichen.

Ich finde es völlig daneben, dass der Protest für Tibet nicht gewaltfrei abläuft, jedwede Aktion in dieser Art ist (soweit ich das nun verstanden habe) nicht im Sinne des Dalai Lamas, also auch gegen die Regierung Tibets ausgerichtet und ist somit in meinen Augen eine Themaverfehlung.
Außerdem ist Gewalt keine Lösung.
Bezeichnend für dieses Dilemma ist die Art der Bilder und Nachrichten, die beim chinesischen Volk ankommen. Gestern abend stellte eine Korrespondentin im heutejournal gut dar, wie die chinesische Zensur den Demonstrationsspieß kurzerhand umdreht. Sie zeigen nur die Gewaltszenen, den mangelhaften Schutz der doch soooo grundsätzlich friedlichen olympischen Flamme und die Angriffe darauf, bringen die Leute, die sich für offen gegenüber der Welt halten, gegen die sich wehrenden Tibeter und ihre Sympathisanten auf. Dadurch gehen die Demonstrationen sozusagen nach hinten los, und auf dieser Basis kann kein Verständnis füreinander vermittelt werden....
Ganz klar ist dem Zusammenhang dann auch, dass die chinesische Führung eigentlich gar nicht nachgeben kann, ohne im eigenen Land das Gesicht zu verlieren.
Andererseits sind Chinesen aus ihrer Kultur heraus sehr viel mehr darauf bedacht, ihr Gesicht zu wahren, auch heute noch. [...]
Im strammen Kommunismus erzogen wird ein gefaßter Plan durchgezogen, und wenn er sich als noch so falsch erweisen sollte.