Autor Thema: Kastration Stute?  (Gelesen 66506 mal)

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Offline Barrie

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Re: Kastration Stute?
« Antwort #60 am: 14.01.10, 08:12 »
Hört sich an wie meine....es ist halt ausgeprägtes Leitstutenverhalten. Meine läßt sich von Leuten händeln, die sie kennt, ist extrem nachtragend und läßt sich lange nicht von jedem reiten und reiten vom Fremdpersonen geht auch nur, wenn ich dabei stehe.
Sie hatte allerdings im Frühsommer auch extrme Hormonprobleme mit Rckenschmerzen auf Grund des vergößerten Eierstocks, das hat sich durch die Behandlung gegeben.
Im Stall wird das akzeptiert, Wurmkuren geb ich selbst, wenn der SB das mit Kraft macht, ist der Teufel buchstäblich los....Schmied usw geht, wenn ich dabei stehe...longieren durch die RL inzwischen auch, hat aber 1 Jahr gedauert, die ist auch die einzige außer mir, die sie von der Koppel holen kann.
Über Hergeben hab ich nie nachgedacht, was sollte aus ihr werden?
Barrie

Offline carmenflamenca

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Re: Kastration Stute?
« Antwort #61 am: 14.01.10, 08:51 »
Hi Barrie,
ja genauso läuft es bei uns auch! Alles geht nur in meinem beisein :) Nachtragend ist sie nur, wenn die Reaktion des Menschen unfair war. Der braucht sich dann aber auch nicht mehr blicken lassen. Hatte es auch mal mit RB+Pflegerin versucht, aber die hat sie gleich vergrault.
Es ist immer wieder faszinierend was sie sich von mir alles ohne murren gefallen läßt und bei anderen sich sofort quer stellt. Ich hab wirklich nicht viel Plan von Pferden und reiten und so, aber ich entscheide alles aus dem Bauch raus und versuch es mit ihren Augen zu sehen. Auf eine gewisse Art und Weise gleichen wir uns sehr ;) Gestern hat sie erst wieder gezeigt wie sehr sie das Leben mit mir und Trainerin liebt und wie entspannt sie dann ist. Sie spielte im Schnee voller Freude und Elan im Roundpen. Absolvierte ihre Aufgabe mit Bravour und das in der Zwischenzeit alles frei (ohne Halfter und Strick) und stand dann nachdem Feierabend war und ich mit ihrer Träinerin noch schwätzte die ganze Zeit 1m weg von uns und genoß die Nähe. Sie will immer bei uns oder mir sein, ist aber trotzdem kein Schmusepferd! Nähe ja, übermäßiges Antatschen nein!
Pferde wie unsere brauchen Menschen wie uns! Bei jedem Anderen gehen sie in die Wurst.

Was für eine Behandlung hat Deine gehabt und kennst Du ihre Vergangenheit?
LG Carmen

Offline Barrie

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Re: Kastration Stute?
« Antwort #62 am: 14.01.10, 19:23 »
Die Behandlung war eine Hormonbehandlung zur Unterdrückung der Releasing-Hormone, die Rosse wird unterdückt, aber keine Trächtigkeit simuliert. In der Folge bilden sich die Eierstöcke zurück und gehen in Ruhe, die Behandlung ist reversibel - so wie der Chip bei männlichen Hunden.
Ihre Vergangeheit:
ihre Mutter war sehr schwierig bis fast unreitbar, sie selber mit wenig Menschenkontakt, sehr artgerecht aufgewachsen, nur für sie war das wohl nicht so toll. Als sie zum Decken auf einen anderen hof kam - mit 4 - ließ sie sich von ihrem Besitzer nicht mehr einfangen und blieb dort (sie ist ein Isländer). Nach dem Absetzen des Fohlens kam sie zum Einreiten auf einen sehr bekannten Hof, dort waren für 3 Monate sog. FAchleute am Werk, die wohl recht hart waren...ich habe mal jemand kennen gelernt, die hat dort gearbeitet....dann Druse mit Abszessen, die behandelt werden mußten - das war absolut nötig aber für dieses Pferd extrem. Dann habe ich sie gekauft, günstiger, weil sie eben schweirig war...ich hab sie jetzt 8 Jahre und zickig kann sie immer mal wieder sein....Schmusen will sie kaum, geht mit mir aber gern wie ein Hund spazieren, haßt Kinder (was ich mir nicht erklären kann)und reagiert auf alles Neue erst mal völlig unsicher und unfreundlich.
Strafen akzeptiert sie bei  Frechheiten, sonst dreht sie hohl. Sie hat extreme Angst vor hohen Wänden, auf dem Einreithof kamen die wohl in einen hohen RP und dann gings ab....Sie war lange wenig im Gleichgewicht, seit wir eine Halle haben, seit 1 Jahr, hat sich das sehr verbessert.
Barrie

Offline Sharnika

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Re: Kastration Stute?
« Antwort #63 am: 06.04.10, 15:23 »
Hallo Leonida,
Ich bin durch Zufall auf dieses Forum gestossen, da ich etwas über Kastration/Sterilisation bei Stuten suchte. Ich bin seit 5 Jahren im Besitz von so einer Stute und wir haben alles was es gibt versucht, damit eine Besserung eintritt. In der Zwischenzeit denke ich, dass die einzige Möglichkeit wirklich eine Kastration wäre.

Meine Frage an Dich: Wurde deine Stute letztendlich kastriert ? Würde mich brennend interressieren, ob dies gut ausgegangen bist?

LG
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Offline leonidaTopic starter

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Re: Kastration Stute?
« Antwort #64 am: 06.04.10, 20:10 »
Hallo Sharnika,

nein, meine Stute wurde bisher nicht kastriet und es scheint sich auch so langsam einzupendeln. *dreimalaufholzklopft* Außerdem bin ich wohl auch einfach etwas gelassener geworden. Das merk ich immer, wenn ich gar nichts besonderes an ihrem Verhalten finde und andere Leute meinen, dass sie sich das Gezicke nicht antun würden. ???

Im Herbst 2007 hatten wir sie ja spritzen lassen, damit das Follikel ab ging. Seit dem Winter 2008/2009 decke ich sie über den Winter auch ein sobald es kälter wird was ihr sichtlich gut tut.

An Informationen rund um eine Kastration finde ich immer noch das in meinem ersten Beitrag verlinkte Video sehr lehrreich und interessant.

Wie alt ist Deine Stute und wie äußern sich bei ihr die "Probleme"?


Grüßle
Steffi
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Offline Sharnika

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Re: Kastration Stute?
« Antwort #65 am: 07.04.10, 10:01 »
Hallo Steffi,

Also Sharnika Star wird 15 im Juni. Sie hat dieses Problem lautdem Züchter, seit sie das erste mal rossig war, wurde dann 3 jährig gedeckt und ihr Stutfohlen hat genau die gleichen Rosseprobleme.
Also, die Anzeichen: Starke Ovarienschmerzen ( mehrmals im Jahr eine Ovarienkolik), Hysterische Kreischende Anfälle wenn man sie am Kopf, der Brust und am Bauch anfasst, geziehlt Auschlagen wenn man ihr die Füsse hinten aufheben möchte, Kopfschmerzen ( unmöglich ihr ein Halfter aufzuziehen, nur von mir möglich), kreischen und bocken beim Satteln und aufsteigen ( man wird aus dem Sattel geschleudert) usw....!
Aber das schlimmste ist ihr Kreischen und mit den Vorderbeinen aufstampfen wie Hengste und gleichzeitig dreht sie den Hintern, pisst und schlägt, als ob sie die Menschen als Hengst sieht.

Wir haben es mit Osteopathie versucht, Fazit: Ostéo im Krankenhaus, Homöopathie: kein grosser Erfolg. Waren bei einer Tierärztin, die auf Pferdegynologie spezialisiert ist! Kein Problem..sie bekam Regumate..keine Besserung!

Dann wurde sie 2 X nacheinander mit einem Impfstoff gespritzt, der die Rosse total blockierte, er wurde im Schweizer Nationalgestüt von Avenches und in Australien getestet wurde. Das erste Mal hielt er ca 3 Monate an, das zweite mal nur noch 6 Wochen. Ausserdem immer Hormone möchte ich ihr auch nicht antun. Jetzt erhält sie zur Zeit Agnus Castus ( Mönchspfeffer). Sie hat das Kreischen aufgehört aber manchmal hat sie ohne vorwarnung immmer noch die hysterischen Anfälle und reiten ist auch nicht möglich. Am schlimmsten sind ihre Kriesen im Spätsommer.

Was mich am meisten nervt, das sind die Bemerkungen von manchen Leuten....oder Pferdebesitzer, die sie dann provozieren, wenn ich nicht da bin, bis sie ausrastet.

So, dass zu unserer Geschichte! Na ja, leider kommen Pferde nicht in die Wechseljahrel, das wäre dann meine letzte Hoffnung ausser einer Kastration gewesen  :-\
Gestern habe ich mit dem leitenden Tierarzt des Schweizer National Gestüts Kontakt aufgenommen und wollte seine Meinung zu einer eventuellen Kastration wisse...mal sehen, ob er mir antwortet !

Lieber Gruss
Stéphanie
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Offline Barrie

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Re: Kastration Stute?
« Antwort #66 am: 07.04.10, 10:54 »
Eine frühere Stute von mir - lebt jetzt bei Freunden, wurde ohne Probleme kastriert, bei uns im Stall stehen 2 weitere Stuten, ebenfalls ohne Probs kastriert.
Der weitere Verlauf bei deiner Stute würde mich auch sehr interessieren, was mich sehr wundert ist die so deutlich reduzierte Ansprechbarkeit auf die GnRH -Impfung.
Barrie

Offline Sharnika

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Re: Kastration Stute?
« Antwort #67 am: 07.04.10, 11:02 »
Hallo Barry,

Was mich interressieren würde, ist, ob die Stuten die Du kennst alle erfolgreich kastriert wurden ?
Sind sie jetzt im Verhalten normal?

Um was für Rassen handelt es sich?
Wie werden / wurrden diese Stuten gehalten? Ich frage mich ob die Haltund einen Einfluss auf den Hormonhaushalt der Stuten hat.Seit ich den Stall gewechselt habe und sie eine Einzelkoppel hat, ist sie wieder wesentlich auffälliger im Verhalten gegenüber Menschen geworden.

Gruss
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Offline Barrie

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Re: Kastration Stute?
« Antwort #68 am: 07.04.10, 11:11 »
Meine Stute ist eine Isländerin gewesen, stand in Gruppenhaltung, anfangs in einer reinen Stutengruppe, dann gemsichte Gruppe. Das Verhalten war in beiden Gruppen ähnlich, in der reinen Stutengruppe war sie "Hengst vom Dienst", in der gemsichten Gruppe wollte sie das sein, ließ sich aber auch decken und war ständig in prügeleien verwickelt. Zu Menschen lieb. Nach der K. war sie wesentlich unauffälliger, ein dominantes Pferd ist sie allerdings geblieben. Bei meinen Freunden lebt sie seit 4 Jahren it 3 Wallachen ohne Probleme, ist ein liebes und zuverlässiges Pferd.
Die WB-Stuten in meinem jetztigen Stall leben in Gruppenhaltung, kleine Gruppen , die sich gut verstehen, sonst Paddockboxen. Im Umgang waren sie mit anderen Pferden nicht einfach, Hengstverhalten dem Menschen gegenüber halt.
Meine derzeitige Stute kommt mit der Impfung sehr gut klar, sie hatte auch Schmerzen auf grund der veränderten Eierstöcke. Sie lebt auch in einer Stutengruppe, der ganze Clan war grad extrem rossig, sie hat das wenig interessiert, schmust halt mit ihren 2 Freundinnen etwas mehr wenn die das möchten.
Über K. denken wir nach, wenn es so nicht bleibt. Im Mai ist die nächste Spritze fällig, ich werde dann auch auf das deutlich günstigere Schweinezeug umsteigen.
Wie sie sonst so ist, hab ich ja oben ausführlich beschrieben - sie ist extrem sensibel...
Barrie

Offline Sharnika

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Re: Kastration Stute?
« Antwort #69 am: 07.04.10, 11:22 »
Merci, Barry, für deine fixe Antwort! Wo wohnst Du? Deutschland oder Schweiz? Was meinst du mit dem Impfstoff den man bei Schweinen anwendet ? Ist der verträglich bei Pferden? Hat er die gleiche Wirkung wie die GnRH -Impfung?

Hat mein Tierarzt nie erwähnt? Kennst du die Kosten für diesen Impfstoff? Ja, ich weiss, hab soviele Fragen. Bin aber wiklich langsam am Ende mit den Nerven !!!
Gruss
Stefanie
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Offline Barrie

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Re: Kastration Stute?
« Antwort #70 am: 07.04.10, 11:29 »
Wir leben in Süddeutschland, 80 km von der CH weg.
Es gibt derzeit 2 Impfstoffe, die für Pferde verwendet werden, einmal der Pferdeimpfstoff, zum zweiten einen für Schweine, letzterer ist deutlich billiger. Beide sind mW in D bisher nicht zugelassen. Wie man dran kommt kann ich hier nicht ausführen.
Jedenfalls kenne ich derzeit 4 Pferde, die derzeit den Schweineimpfstoff bekommen und den gut vertragen.
Bei Hunden gibt es die Impfung auch schon länger, wird idR auch gut vertragen.
Barrie

Offline Sharnika

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Re: Kastration Stute?
« Antwort #71 am: 07.04.10, 11:50 »
Ok, Danke, Barry. Werd mich mal schlau machen  8)
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Offline leonidaTopic starter

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Re: Kastration Stute?
« Antwort #72 am: 07.04.10, 12:15 »
Holla, das ist aber auch wirklich extrem. :o Dagegen ist meine mittlerweile ein absoluter Engel.

Und wenn sie schon 15 ist und auch ein Fohlen hatte, bleibt wohl neben der Impfung nur noch die Kastration. Der Eingriff mittels Laparaskopie ist ja minimal-invasiv und man hat auch nicht das Risiko einer Vollnarkose. Von daher ist das für Deine Stute und Dich mit Sicherheit eine absolut naheliegende Option.

Das mit den blöden Sprüchen und Leuten, die sie reizen kenn ich auch zur genüge. Zum Glück sind wir seit 2 1/2 Jahren in einem eigenen kleinen Stall und für den Rest hab ich zwei Ohren. In eines gehen die Sprüche rein und aus dem anderen wieder raus. Ich muss nur gucken, dass ich das, was zwischen den Ohren sitzt halbwegs abschalten kann dabei.
Glücklich sind die Menschen, wenn sie haben, was gut für sie ist.

Offline Sharnika

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Re: Kastration Stute?
« Antwort #73 am: 07.04.10, 12:41 »
Danke für Eure Meinungen! Ich denke ich werde jetzt eine Kastration wiklich in Erwägung ziehen !

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Offline Husky

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Laparoskopie Stute: Langzeiterfahrungen
« Antwort #74 am: 24.02.15, 08:42 »
Hallo,

wegen des Verdachts auf Granulosazelltumoren an beiden Eierstöcken rät mein TA zur operativen Entfernung beider Eierstöcke meiner Stute. Wer hat das wo schon mal machen lassen (idealerweise in BaWü)? Wie sind die Langzeiterfahrungen? Nach meinen Informationen stellen Stuten in nicht wenigen Fällen auf Dauerrosse um.

Gruss und Dank vorab!