Autor Thema: Muskelerkrankungen/Verschlag (Hohe Leber- und Muskelwerte)  (Gelesen 91973 mal)

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Prisca

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Wer hat Erfahrungen bei der Behandlung erhöhter Leberwerte beim Pferd?
Medikamentöse Behandlung, wenn ja welche?
Akkupunktur?
Belastung des Pferdes in diesem Stadium)

Falada

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Re: erhöhte Leberwerte
« Antwort #1 am: 05.10.04, 13:19 »
Welche Werte sind wie erhöht???

Meine Tierärztin meinte letzhin, dass die Leber oft "angibt", aber nicht die primäre Ursache ist... was meint Tierarzt zu den Werten???

Gruss

Prisca

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Re: erhöhte Leberwerte
« Antwort #2 am: 05.10.04, 15:16 »
Mein Pony ist seit letztem Jahr(Mai) Rehepferd, sie hatte im Winter ziemlich abgebaut und auf diesem Hintergrund hatte ich eine Blutuntersuchung machen lassen. Die Werte im Frühjahr (es gibt 3 Werte die bei der Blutuntersuchung auf Erhöhung der leberwerte hinweisen und die sind eindeutig nicht okay) waren nicht in Ordnung, im Mai weitestgehend normal und eine neuerliche Blutuntersuchung Ende September hat wieder ergeben, dass sich die Werte verschlechtert haben.

Falada

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Re: erhöhte Leberwerte
« Antwort #3 am: 05.10.04, 16:40 »
Wie gesagt, es kommt drauf an, welche Werte und auf was sie hindeuten, was meint TA?

Am wichtigsten ist die Ursache abzustellen, können doch erhöhte Leberwerte unter anderem auf eine chronische Vergiftung hinweisen, die Ursachenforschung ist manchmal mühsam, aber es lohnt. Bei meinem ist am Schluss rausgekommen, dass er auf der Winterweide gewisse Pfähle angefressen hat, die früher mal mit Altoel behandelt waren (in der Box war alles nur unbehandeltes Holz und da ich in der Winterzeit immer erst im Stall bin, wenn sie wieder drin sind, sind wir lange nicht drauf gekommen).

Als Unterstützung bei Leberproblemen wird bei uns oft Artischockensaft verschrieben...

Matthias

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Re: erhöhte Leberwerte
« Antwort #4 am: 05.10.04, 20:42 »
Hallo Prisca,

wie Nicole bereits angedeutet hat gilt zunächt einmal, die eigentliche Ursache herauszufinden.
Neben dem üblichen Screening sollten hier Differentialblutbild, Harnstatus und Säure-/Basen-Haushalt ermittelt werden.
Erst danach kann hier auch die alternative Tierheilkunde einen Ansatz finden.

by the way ... wurde eigentlich auch auf Wurmbefall untersucht ?

Gruß,

Matthias

Offline Nattrun

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Re: erhöhte Leberwerte
« Antwort #5 am: 06.10.04, 01:01 »
Wie und was fütterst Du?
Heu, Silage, Stroh, Kraftfutter, wieviel, wie oft ....
Wen kein Bangen mehr beschwert,
frei von hinnen reitet.
Heil führt ihn auf seinem Pferd,
Glück die Zügel leitet.
(Bischof Jón Arason, 1550)
 

Gerryt

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Extrem erhöhte Muskelwerte ohne "sichtbare" Folgen?!!
« Antwort #6 am: 15.03.05, 12:29 »
Will hier mal aus aktuellem Anlass ein akutes Problem einer Stallkollegin schildern, weil mir das so seltsam vorkommt.
Also, ein Dreijähriger (Vater Warmblut, Mutter Araberx Warmblut), gut im Futter und ohne sichtbare Probleme, geht bei den ersten Anreit-Versuchen überhaupt nicht vorwärts, muss regelrecht mit Gerte vorwärts "gejagt" werden (zeigte dieses Verhalten auch seit Wochen an der Longe). Großes Blutbild machen lassen: Muskelwerte (CK und GOT ?) bis zu 20-fach erhöht! :o
Werte ähnlich wie bei einem Kreuzverschlag; Nierenwerte sind aber i.O.
Tierarzt meinte "eigentlich hätte der schon an Nierenversagen eingehen müssen".
Das Pferd ist aber absolut unauffällig im Verhalten, frisst normal, äppelt und piselt normal.
Wir vermuten, dass durch einen Zwischenfall auf der Weide (wurde von Gerryt über den Weidezaun gejagt, und ist auch 1a drüber gesprungen! *schäm* :-[ ; war Waihnachten passiert) sich da irgendwas verspannt, gerissen, Wirbel verklemmt o.ä. hat.
Andere Idee: Borreliose-Infektion (im Winter?  ??? )
Also, BE ist total ratlos, zumal die "Schulmediziner" schon was von "irreparabelem Muskelschaden" faseln. :-\
Habt ihr sowas schon mal gehört oder vielleicht sogar therapiert?
Bin für Tips dankbar; BE tut mir nämlich echt leid; sollte ihr Nachwuchs-Springpferd werden..... :(

Offline lachshuhn

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Re: Extrem erhöhte Muskelwerte ohne "sichtbare" Folgen?!!
« Antwort #7 am: 16.03.05, 08:04 »
Hallo
was und wie wird das Pferd gefüttert?
zu Borreliose...unser Pony hat gerade den letzten Borreliose Schub hinter sich gebracht!!
Also auch im Winter!!
Schau mal in dem unten angegebenen Forum da findest du einiges zu Borreliose
lg
Petra

Gerryt

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Re: Extrem erhöhte Muskelwerte ohne "sichtbare" Folgen?!!
« Antwort #8 am: 17.03.05, 09:47 »
Die Fütterung dürfte mehr oder weniger mit der meines Pferes identisch sein:
Haferfreies Müsli und vielleicht etwas Hafer dazu (?da bin ich nicht sicher, wie die Besitzerin das haben wollte) und Heu satt.
In unserem Stall wird gottseidank an der Heufütterung nicht gespart. Ob sie noch ein Mineralfutter zusätzlich gibt, weiß ich nicht. Müsste ich fragen...
Die Blutabnahme für den Borreliose-Test ist vorgestern gemacht worden....Mal schauen... :-\

Offline Figonero

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Re: Extrem erhöhte Muskelwerte ohne "sichtbare" Folgen?!!
« Antwort #9 am: 17.03.05, 18:12 »
Gerryt,
zum eigentlichen Problem kann ich nicht viel sagen, aber ich rate Dir dringend, diesen "Vermutungen" nicht Vorschub zu leisten! Zum einen seh ich den Zusammenhang nicht zwischen Stoffwechselstoerung und dem Sprung ueber den Weidezaun (wenn er haengengeblieben waere, tja dann waers vermutlich eher in Richtung geprellt,gestaucht, geschuerft oder sowas gegangen, aber ein sauberer Sprung, was solln da reissen?) und zum Anderen, rede Dich nicht selbst in einen Haftungsfall rein. Auch wenns zehnmal Dein Gerryt war, der ihn gejagt hat, wer sein Pferd auf eine Gemeinschaftskoppel stellt, geht stillschweigend das Risiko der Verletzung durch andere Pferde ein!
Nicht dass Du am Ende die horrend hohe TA-Rechnung praesentiert bekommst "war ja schliesslich DEIN Gerryt, blablabla)
Kerstin

Heather

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Muskelerkrankungen/Verschlag (Hohe Leber- und Muskelwerte)
« Antwort #10 am: 09.01.06, 10:22 »
Hallo,

hier möchten wir über Muskelerkrankungen/Verschlag wie
- Kreuzverschlag (SER - sporadic exertional rhabdomyolosys dt. Sporadischer akuter Kreuzverschlag)
- chronische Verschläge (RER  - Reccurent Excertionel Rhabdomyolysis dt. wiederkehrender belastungsbedingter Verschlag und PSSM - Polysaccharid Storage Myopathie dt. Kohlenhydratspeicherkrankeit)
und ähnliche Krankheiten sprechen.

Kurz zu mir:
ich habe ein 10-jährige Fell Pony Stute namens Heather, sie hatte im Januar 2004 einen Verschlag und wird seitdem regelmäßig durch Blutbilder untersucht. Da die Leber-, Nieren- und Muskelwerte immer zu hoch sind, wird sie ganz behutsam und regelmäßig geritten.

Haltung:
Winter: Nachts Paddock-Box, tagsüber (mind. 8 Std. Weide)
Sommer: 24 Stunden Weide
Fütterung:
Winter: Seit Verschlag Jan. 04 nur noch Mineralfutter (z. Zt. Lexa Winter-MF), Zusatzfutter Vit.E/Selen/Lysin (z. Zt. Lexa Super E,) Möhren, 3 x täglich Heu, Stroh zur freien Verfügung, Gras was im Winter so wächst
Sommer: Mineralfutter (z. Zt. Lexa Winter-MF), Zusatzfutter Vit.E/Selen/Lysin (Salvana VitE/Selen-Briketts) Gras (wird täglich portioniert weitergesteckt)
Haltung und Fütterung sind mit TA auf ihr Krankheitsbild abgestimmt.

Hier ein kleiner Auszug der Blutbilder:

Am 12.12.03 (ca. 1 Monat vor Verschlag)
CK 437,4
g-GT 8,2
AST (GOT) 234,8
LDH 759,6

Am 09.01.04 Verschlag

Am 23.01.04 (zwei Wochen nach dem Verschlag am 09.01.04)
CK 347,3
g-GT 34,4
AST (GOT) 917,9
LDH 1044,8

Am 04.02.04
CK 219,9
g-GT 27,0
AST (GOT) 601,9
LDH 740,3

Am 09.02.04 erneuter "schwächerer" Verschlag
1 Woche Klinikaufenthalt

Am 13.02.04 (kurz vor Entlassung)
CK 190,1
g-GT 32,6
AST (GOT) 1010,0
LDH 714,4

Aktuellsten Werte vom 29.11.05:
CK 399,0
g-GT 39,0
AST (GOT) 550,0

Ich habe aber den gesamten Krankheitsverlauf detailiert aufgeschrieben, aber das würde hier den Rahmen sprengen. Wer Interesse hat, dem schicke ich meine Unterlagen gerne zu. Mail an mich!

Offline Manjana

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So, dann stelle ich mich auch mal kurz vor.

Also ich hab Manjana, eine 11 järhige Araberstute. Am 22.12.05 bekam ich die Diagnose KV, Blutwerte sind folgendermaßen:

CK 1066
LDH 392 (komischerweise nicht erhöht?)
ALT (GPT) 80
AST (GOT) 1310
Calcium auch erhöht, die anderen Werte o.k.

Therapie: TA hat was für Stoffwechsel gespritzt (schon als er zur Blutabnahme da war), dann am 22.12. was entzündungshemmendes und hochdosiert Vitamin E gespritzt. Manjana darf weiterhin mit ihrer kleinen Herde aufs Paddock und ich durfte zusätzlich führen, oder auch Schritt reiten. Hab nur geführt und habe das langsam gesteigert. Eingedeckt ist sie sowieso.
Behandlung THP: Reneel und Hepeel für Leber und Niere zum Entgiften, dazu Lymphomyosot. Dazu dann ab nächster Woche Magnetfeld.

Als Ursache vermuten wir entweder gefrorenes Gras oder Heulage, die von der Qualität nicht ganz so toll war wie die vorherigen.

Typische Anzeichen hatte ich nie. Im Gegenteil, sie hatte Tage da war sie putzmunter, dann gabs Tage, da meinte ich, sie würde leicht koliken. Da hat sie schlechter gefressen und sah nicht so fit aus. Nie im Leben wäre ich da auf nen KV gekommen. Und uns ist aufgefallen, dass sie schneller schwitzt wie sonst. Das ganze ging seit ca. Anfang Dezember, aber immer wieder Tage, da gings ihr wirklich super. Am 20.12. hab ich TA zum Untersuchen geholt, da stand sie tagsüber absolut unfit am Paddock und wollte nicht richtig fressen. 2 Tage vorher bin ich noch 27km durchs verschneite Winterland geritten. Keinerlei Anzeichen, sie war total flott. An dem Ritt kanns auch nicht liegen, Manjana ist ein rel. gut trainiertes Distanzpferd, 27km gehen wir eigentlich wöchentlich...

Jetzt wird Manjana genau beobachtet, ich finde sie immer noch nicht die alte, finde sie halt etwas zu ruhig. Dafür, dass sie von vollem Training auf Führen reduziert wurde ist sie stinkebrav :-(.
Nächste Woche gibts das erste Kontrollbild, bin schon total gespannt.

Haltung: Nachts Paddockbox, tagsüber mit 3 anderen Stuten Paddock, mit Unterstand.
Fütterung: Heu zur freien Verfügung, im Moment früh und Abend 100gr. Müsli, vorher ca. 750gr. halb Müsli halb Hafer am Tag. Dazu Mineralfutter (im Moment Marstall Force) und E-Selen.

Laut meinem TA hätt ich am Freitag schon wieder anfangen können mehr zu machen, ich warte aber auf jeden Fall das 2. BB ab und will ihr eigentlich im Januar noch Pause geben, bzw. halt im Schritt bewegen.

So, das wars erst mal, bei noch Fragen: her damit :-).

Über einen regen Erfahrungsaustausch würde ich mich echt total freuen!

LG Manjana

Offline Trailcrack

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  • Turnierzicke!!
Hallo ihr,

habe bei derat schlechten Leberwerten schon super Erfahrungen gemacht mit MetaDiät von St. Hippolyth.
Nach schon 2-3 Monaten alleiniger fütterung war das Blutbild super :)

Wende dich doch mal mit deinen Blutwerten an christine.bauer@muehle-ebert.de
Die von St. Hippolyth sind sehr freundlich und kompetent.

Viel Glück trailcrack

Offline Dana

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Bei derart hohen Leberwerten ist dringendst angeraten, die Fütterung zu überprüfen und ob die Rationen nicht zuviel Eiweiß enthalten, das die Leber dann nicht mehr richtig verstoffwechseln kann. Gerade Silage mit ihrem hohen Eiweißgehalt ist oft die Ursache für Leber- und Nierenprobleme. Ich stelle hier mal einen Link dazu ein: http://www.st-hippolyt.de/futterjournal/200202/histamin.htm
Gruß, Dana

Offline Mörtel

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Hi trailcrack+Dana,
welche erkrankungen oder abweichenden Werte hatten denn eure Pferde?

lg