Autor Thema: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht  (Gelesen 16857 mal)

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Offline Lucie

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #45 am: 07.01.08, 14:53 »
Terrier, da gibts einfach die verschiedenen Herangehensweisen. Wenn es vordergründig darum geht, dass das Pferd relativ rasch weiterkommt, dann ist es besser, den RL draufzusetzen, und ihm das Beibringen neuer Übungen zu überlassen. Der Reiter kann es dann in der Regel tatsächlich ebenfalls schneller nachlernen, weil er schon fühlen kann, wo es hingehen soll und das Pferd schon ungefähr weiß, was es soll.

Aber mit einem halbwegs geschickten Reiter kann man tatsächlich auch Übungen zusammen mit dem Pferd erarbeiten. Es dauert länger, ist im Endeffekt aber nicth unbedingt schlechter. Allerdings muss der RL ertragen können, dass es erstmal nicht perfekt wird und länger dauert. Ich glaube, da haperts bei deinem ein bisschen, oder?  8)

Bei der einen Methode gehts einem ums Ziel, bei der anderen um den Weg.

Es gibt halt aber auch eher ungeschickte Reiter (so wie mich) und da ist es doch echt hilfreich, wenn sich die RL aufs Pferd setzt. Für den Reiter, weil er sieht das es geht (mein Pony weiß anscheinend wie Travers geht), fürs Pferd, weil ihm klar wird, was es eigentlich soll und nicht zu letzt auch für den RL, der merkt wo die Probleme beim Pferd sind und wie es reagiert. Ich bin mir ja immer unsicher ob mein Pferd nicht will oder nicht kann oder mich nicht versteht. Und es ist wohl so, dass mein Pony mich nicht verstehen will, was durch meine nicht sehr sichere Hilfengebung begünstigt wird (weil ich selber zuviel nachdenken muss wie das nun geht). Aber so langsam hab ich Hoffnung das wir es auch noch zusammen kapieren können. Sorry für das Abschweifen....

Ich hatte in meiner Schulpferdezeit jahrelang relativ schlechten Untericht. Damals kannte ich aber nichts anderes. Heute würde ich so etwas nicht mehr mitmachen.

Bei meiner jetzigen RL bin ich vor einigen Jahren schon eine ganze Zeit lang geritten, so dass ich weiß wie ihr Untericht auch mit anderen Pferden ist. Ich habe auch gesehen wie sie mit jungen Pferden arbeitet. Von daher wird mein Nachwuchspferd zu gegebener Zeit dort in Beritt gehen, ohne das ich deswegen schlaflose Nächte haben werde. Dass ich da regelmässig vorbei gucke, wird aber auch so sein. Generell ist es üblich den Besitzer mit in die Ausbildung einzubeziehen, also relativ früh Reitstunden auf dem eigenen Pferd. Das finde ich auch gut so, denn ich muss das Pferd ja später reiten können.

Da ich zwischenzeitlich mal ein ganzes Stück weiter weg gewohnt hab, war ich dort mal auf RL Suche. Das gestaltete sich etwas schwierig - man hat halt so seine Ansprüche.
Bei einem RL wusste ich schon vom zugucken nie im Leben. Bei einem anderen wusste ich, dass es nicht meine Art zu reiten ist, aber ich hätte es wohl (wenn wir nicht doch noch was passendes gefunden hätten) zumindest mal ausprobiert, aber eben kritisch. Ein weiterer RL war eigentlich zu inkonsequent, aber immerhin bekam man dort input und es wurde nichts kaputt gemacht - da bin ich auch ne ganze Weile geritten, weil es besser war als gar kein Untericht. Die danach folgende RL hat uns in der ersten Probestunde überzeugt. Die Inhalte des Unterichts und auch ihre Nervenstärke, weil irgendwie an dem Tag alles chaotisch war (u.a. musste ich spontan mein Pferd reiten, das noch ein Fohlen bei Fuss hatte, was lustig in der Halle rum tobte während der Stunde, anstatt mein RB Pferd) haben gleich für sie gesprochen.

Ich denke man muss einfach ausprobieren und im Zweifelsfall mal nein sagen können. Beim Untericht ist das ja noch relativ einfach - da fährt man einfach nicht mehr hin bzw. reitet nicht mehr mit. Bei Beritt sicherlich nicht so einfach, das Pferd einfach weg zu holen (schon wegen Vertrag und so), aber ich denke bevor man sein Pferd in Beritt gibt, sollte man sich mehrmals den Stall und die Arbeit mit den Pferden angeguckt haben.

Offline Frau Peh

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #46 am: 07.01.08, 15:13 »
Mit Beritterfahrung kann ich leider nicht dienen (schon allein weil ich mir das nicht leisten konnte), mir wäre damals aber auch eher unwohl gewesen, das junge Pferd aus der Hand zu geben. Bei meinem jetzigen RL hätte ich damit allerdings überhaupt kein Problem. Einfach weil ich weiß, wie er (auch mit schwierigen) Pferden umgeht. Da paßt einfach die ganze Einstellung.

Unterrichtsmäßig hatten wir (mit der Vorgänger-RL) auch mal eine Zeit, wo der Pony immer schlechter lief und dann plötzlich fast gar nix mehr ging  :-X  (ja klar, sicherlich auch deutlich mitbedingt durch meine eigene Unfähigkeit). Und das einzige, was von der RL dann noch kam waren Sprüche wie "da muss er jetzt aber durch" "jetzt sei doch mal energischer, dass muss doch jetzt klappen" "Laß dich nicht veralbern von dem Pony!!"  (Sätze, die ich heute ohne Wut nicht mehr hören kann)  :P  Im Nachhinein gesehen hätt ich viel früher die Reißleine ziehen sollen (und ich bin mir auch sehr sicher, dass ich heute so lange nicht mehr zu warten würde damit), der Pony hat mich nicht veralbert, er KONNTE einfach nicht und weder ich noch die RL waren in der Lage, ihm zu erklären, was wir von ihm wollen. Heute könnte ich mich dafür ohrfeigen. Irgendwann war es dann so schlimm, dass wir linksrum nicht mal mehr angaloppieren konnten *reiterliche Bankrotterklärung abgeb*  Gottseidank - sonst hätt ich vermutlich nie nach einer Alternative zu vorne schön gegenhalten und hinten ordentlich Dampf machen gesucht.
Ich hab dann versuchsweise einen dreitägigen Kurs beim RL einer Freundin mitgeritten *wink zu Wanderlusier*, der mir dann plötzlich erklären konnte WARUM der Pony so reagiert, wie er eben reagiert hat (weil er nämlich gar nicht anders kann). Und vor allem WAS ich dann machen kann. Und dass das eben nicht mit noch mehr Druck und "durchsetzen" gehen muss, sondern dass man das dem Pony einfach so erklären muss, dass er es kapieren kann. Und der Pony hat in den 3 Tagen Kurs so deutlich JA! gebrüllt, dass ich gar nicht anders konnte, als mich näher mit der Sache zu befassen, auch wenn vieles doch recht ungewohnt und eben genau anderschter war, wie bei dem Unterricht, den ich in all den Jahren vorher hatte. Ich bin die erste Zeit nach diesem Kurs dann trotzdem noch bei der alten RL weitergeritten, hab das dann aber recht schnell beendet, nachdem der Pony im Unterricht und am Tag danach immer wesentlich schlechter lief, als wenn ich allein ohne Unterricht versucht hab, das was wir aufm Kurs gelernt haben, weiterzuüben.  :-X
Mittlerweile höre ich sehr viel mehr auf den Pony, im Normalfall hat er eigentlich immer Recht, wenn er meint, da paßt was nicht. Und er hat sich seither sehr zum Guten gewandelt.  :D

Offline Terrier

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #47 am: 07.01.08, 17:41 »
Heutzutage bin ich auch vorsichtig beim Unterricht mit fremden RL. Erstmal versuche ich einer STunde beizuwohnen, ohne das ich auf dem Pferd sitze. Wenn es nicht möglich ist, nehme ich bei einem Kurs erst ein anderes Pferd. Danach entscheide ich dann, ob ich ein Kurs mit meinm Pferd da mache.
Oder ich nehme erst nur 1 Std. Naja ;D Ausnahmen bestättigen die Regel ::) Demnächst fahre ich zu einemKurs und die RL kenne ich noch nicht. Aber es sind nur zweimal eine halbe Stunde. nDAS werde ich sicher auch mit meinem Pferd schaffe ohne uns zu sehr zu ärgern ;D wenn es nicht passen würde.
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Offline esgeTopic starter

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #48 am: 07.01.08, 18:18 »
Orion, ein RL, der sich mit Haflingern nicht abgeben möchte, stellt sich selbst nicht eben ein gutes Zeugniss aus! Haflinger können eigentlich alles, wenn man sie dazu bringen kann, mit dem Reiter zu arbeiten anstatt gegen ihn. Dafür braucht man Grips, Witz, ein gewisses Durchsetzungsvermögen, Geduld und ein paar Pfund Leckerli...
Haflinger haben zwar gelegentlich etwas zu kurze Beine aber dafür ein riesiges Herz, mit dem sie alles wettmachen.

Wenn ein RL das nicht kapiert, ist er euch intellektuell sowieso unterlegen  ;D
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Offline Orion

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #49 am: 08.01.08, 09:00 »
Esge, wem sagt du das  ;)

Es ist nur so, da meine Stute und ich uns so auf A - L Niveau bewegen. Travers ist die Lieblingslektion meiner Stute. Aber die meisten RL glauben einfach nicht, das ein Haffi mehr kann als E - Dressur und das ein Haffi Reiter auch mehr will.
Und da wir (nicht) mehr auf Turniere gehen (die Richter wollen auch keine 46 jährige Frau mit Haffi in der A - Dressur, da kann Pony so gut laufen wie es will), ist damit eben auch keine Werbung zu machen. Du mußt dir mal die Blicke der RL anschauen, wenn ich auf das Thema Unterricht komme.
Und wenn dann mal ein Fremder auf meiner Stute sitzt, höre ich nur mit Erstaunen in der Stimme: "Das ist aber ein fein gerittenes Pferd". Was mir eben jedesmal bestätigt, das ich das ganze doch wohl irgendwo richtig mache.  :)
Aber das macht die Suche nach einem passenden RL eben nicht einfacher.

Gruß

Orion

Offline Nattrun

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #50 am: 08.01.08, 10:10 »
Orion, das passiert Dir mit nem Gangpferd auch :P
Meine Freundin wollte Dressurunterricht mit ihrem Isländer nehmen und musste sich richtig krummmachen, damit die RL (FN, aktive S-Dressurreiterin) sich überhaupt interessiert und zu einem Termin herablässt.
Nach der ersten Stunde war letztere doch bass erstaunt, was für ein fein gerittenes, aufmerksames Pferdchen da gekommen war.
"Gehen Sie mit Ihrem Isländer doch lieber ausreiten" hab ich auch schon mal gehört.  ???

Vielleicht liegt es daran, daß man Ponyrassen nicht so "knechten" kann wie handelsübliche Warmblüter,daß sie sich schneller verweigern oder sich was einfallen lassen und man als Ausbilder entsprechend quick im Kopf sein muss, um ihnen gerecht zu werden.
(mal abgesehen von anderen Schwierigkeiten wie isländischem Gangsalat und Gebäudeproblemen)
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Mönchen

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #51 am: 08.01.08, 10:42 »
Ich bin echt überrascht das sich so viele RL ein gutes Geschäft durch die Lappen gehen lassen, kann das aber nur damit erklären das sie nicht gut genug sind ;D.
Bei uns im Dorf gibt´s einen Ponyhof!!! Mit vielen Isländern und einer Mega angagierten RL, sie bildet sich und ihren Tinker regelmäßig bei Bent Branderup aus,ein Piaffierender Tinker ist auch selten, reitet erfolgreich Distanzen mit, organisiert Kurse auf ihrem Hof z.B Bent Branderup(mit sämtlichen Rassen), Bogenschießen e.t.c. ist sich aber auch nicht zu schade hauptsächlich Kinder zu unterrichten, auf super ausgebildeten Pony´s die in den Ferien von ihr regelmäßig nachgeritten werden.
Wenn wundern da  jahrelange Wartelisten die ihr Einkommen auf Jahre im vorraus sichern. Monatsgehalt durch Monatspreise gesichert!
Hoffentlich lesen hier auch ein paar RL mit die sich davon inspirieren lassen. Ansonsten kann ich nur Mut machen sich nicht mit was zufrieden zu geben das einem nicht zusagt sondern lang genug das passende zu suchen.
Auch wenn ich hier öfter schon gelesen habe, zu lange gewartet, nicht getraut zu wiedersprechen........
Vielleicht sollten wir RL User auch deutlichere Forderungen stellen und wirklich den Mund auf machen, nachfragen und erklären lassen wiso und warum.
Simone
« Letzte Änderung: 08.01.08, 10:54 von Mönchen »

Offline Nattrun

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #52 am: 08.01.08, 11:04 »

Vielleicht sollten wir RL User auch deutlichere Forderungen stellen und wirklich den Mund auf machen, nachfragen und erklären lassen wiso und warum.
auf jeden Fall!
Für die meisten ist Reiten ein Hobby, was Spaß machen soll (sach ich ma so :P )
Aber je nachdem, wo man herkommt, muss das das erst mal lernen ... Für mich nagte der Druck, den ich im Unterricht bekam, so am Spaß, daß nur Druck übrig blieb.
Ergebnis heute: Nervös, Herzklopfen, fast zu blockiert, um den Mund aufzumachen. Klassische Prüfungssituation. Ganz toll auch fürs Pferd  ;D :P

Dein Hof klingt toll!
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Offline Orion

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #53 am: 08.01.08, 11:49 »
Ich kann da nur zustimmen.

Vor allem, da ich selbst Reitunterricht gebe (die Reitbeteiligungen, die meine Pferde reiten, werden von mir unterrichtet).

Ich habe vor Jahren die Reitwart - Prüfung gemacht, das entspricht dem heutigen Trainer C. Und wenn das heute noch so läuft wie damals. haben in der FN außer Warmblütern und Reitponies die anderen Pferde keinen qualifizierten Reitunterricht nötig. Und die Nichtturnierreiter sowieso nicht. Sowas ist schade, und da ist es kein Wunder, das die Freizeitreiter mit anderen Rassen den diversen Gurus hinterherrennen. 

Gruß

Orion

(die immer noch einen guten RL sucht)

Offline Olli

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #54 am: 08.01.08, 12:01 »
(die immer noch einen guten RL sucht)
sagt dir rick classen was?
ist der aus deiner ecke?
ich such mal die anschrift raus
Wir dürfen das Pferd nicht vermenschlichen,
wir müssen uns verpferdlichen.“

Offline FNB

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #55 am: 08.01.08, 13:30 »
Gute Frage!

Richtigen "Beritt" hatte ich nicht, wohl aber "müssen" meine RL / Trainer auch mal auf mein Pferd... schließlich sollen sie das Pferd auch kennenlernen. Folgende Erfahrungen habe ich während der Ausbildung von mir und meinem Pferdchen gemacht:

- Anreiten bei Profi (aus der sog. Alternativen Szene, mit Tendenz zum klassischen Reiten): Eine Woche, im Beisein von mir, 2 mal täglich 30 Minuten, keine Probleme, alles easy, am 5. Tag bin ich selber geritten. Pony fand es super.

- Nach ca. 1 Jahr Ausreiten mit mir dann "Teilberitt". Sprich: einmal wöchentlich 3/4 Stunde Dressur bzw. Springausbildung bei Trainerin C mit Erfahrung in der Vielseitigkeit. Leichte Probleme zwischen Pony und RL, jedoch alles noch im Rahmen (beim Springen waren sie füreinander geschaffen, die Dressur lag den beiden nicht). Dann Umstellung: Unterricht bei eben dieser Trainerin mit Pony. Erfolg: na ja, die Grundlagen wurden geschaffen, aber viel weiter kamen wir nicht. Irgendwie passte es nicht, obwohl ich von den Reitleistungen der Trainerin begeistert bin und sie mit wirklich viel Gefühl reitet. Aber sie hat uns nicht richtig "gefordert", wollte erst Grundlagen schaffen, im Prinzip richtig, aber wohl nicht, wenn Pony sich dabei zu Tode langweilt und nicht besser wird.

- Trainerin Richtung klassische Reitweise, hohes Niveau, ca. 6 Monate, Unterricht alle 14 Tage ca. Super. Chemie stimmt, Pony macht begeistert mit, schnelle Erreichung von diversen Lektionen (nicht in Perfektion, aber viel rittiger und besser).

- Aus persönlichen Gründen musste ich Trainer wegen Erreichbarkeit wechseln. Ausgebildeter Bereiter, Erfolgreich bis Dressur Klasse S und schwere Vielseitigkeit. Super. Machte dort weiter, wo ich aufgehört hatte. Brachte uns schnell auf für mich bis dato traumhaftes Niveau (durfte zum ersten Mal Kandare benutzen  :o), gute Ideen, aufschlußreich, von der Dualaktivierung über Kandare bis hin Gymnastikspringen umfassender Unterricht. Viel Lob, viel Fördern, wenig Strafen (Lob ihn , wenn er bockt. Immerhin zeigt er eine Reaktion Zitat Ende). Leider zog Pony wieder um aus persönlichen Gründen.

- Jetzt wieder Möglichkeit, bei o.g. klassischen Trainerin Unterricht zu nehmen. EIN TRAUM!!!!! Ich habe das Gefühl, doch endlich mal reiten zu lernen... und vielleicht mein Pferd nicht zu verhunzen. Toller Unterricht, hohes Niveau mit viel Spaß. Viele Herausforderungen, viel Lob für das Pony, viel Lachen und neue Dinge. Auch welche, die einen auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Hoffe, ich kann diesen Unterricht jetzt lange, lange Zeit genießen (wenn auch Aufgrund der leider hohen Entfernung nur ca. einmal im Monat). Bei dieser Trainerin hab ich "Fühlen mit dem Hintern" gelernt, und dafür werde ich immer dankbar sein!!!!

LG
Nur echt mit den Fellnasen!

Offline Peron

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #56 am: 09.01.08, 22:10 »
Gell, Lucie, wir sind halt ein wenig verwöhnt  ;).

Mönchen, klar, es ist immer wichtig einen RL zu haben, der dir alles von unten erklären kann, der ein gutes Auge hat und dessen Anweisungen sinnvoll und punktgenau kommen. Und der dich und dein Pferd zusammen weiterbringt. Aber wenn das alles stimmt, dann habe ich kein Problem damit, wenn sich die RL auf mein Pferd setzt. Und mir dadurch den Aha-Effekt bietet, der mich halt ein wenig schneller voran bringt  ;). Auch wenn ich gar keine Eile habe  ;).

Ich habe lange bei meiner RL "nur" Unterricht gehabt, ich, eher mittelmässig begabt, aber kein absolut hoffnungsloser Fall, mit meinem exterieurmässig und motivationstechnisch nicht für die Dressur begabten Araber. Mit einigem Abstand musste ich mir eingestehen, dass ich dieses Pferd heute nicht mehr kaufen würde, für das, was mir noch so vorschwebt. Aber jetzt ist er da, mein Herzenspferd, und das beste Geländepferd, das ich mir vorstellen kann. Durch seine Spat-Erkrankung ist die "Dressurkarriere" eh beendet  :(. DAS macht ihm an diesem Punkt wohl eher weniger zu schaffen..Und mir, ehrlich gesagt, auch nicht  ;).
Es gab immer Fortschritte, aber die grössten, als ich ihn dann bei ihr in Beritt hatte. Immer in enger Zusammenarbeit mit mir, ich habe mich dann anfangs gegen Ende der Reiteinheit drauf gesetzt und durfte im Schritt einige Dinge nachfühlen (später dann natürlich auch ganze Reiteinheiten).
Und das war ganz oft einfach unbeschreiblich erleuchtend für mich und hat mir persönlich ganz viel gebracht. Ganz eng im Zusammenhang muss man sehen, wie mein Pferd ausgebildet wurde, bevor ich ihn gekauft habe, und vor allen Dingen, was mir so in meiner reiterlichen "Laufbahn" eingebläut wurde. Das ist alles meilenweit von dem entfernt gewesen, was meine jetzige RL von Pferd und Reiter möchte. Verlorene Jahre, schade drum, aber nicht mehr zu ändern.

Den richtigen Kick nach vorn für mich gibt es allerdings jetzt. Jetzt darf ich Pferde reiten, die zum grössten Teil durch sie oder mit ihrer Hilfe (Beritt und Unterricht) ausgebildet wurden, die talentiert sind, und teilweise in ihrer Ausbildung schon sehr weit. Was ich da jetzt erfühlen darf und auf einmal reiten kann, ist schon der Hammer. Das Risiko war, sich auf diese Pferd zu setzen und kläglich zu scheitern  ;) ;D. Ist aber ok, und beschert mir schon den einen oder anderen Gänsehautmoment  ;). Und einen ganz enormen Lerneffekt.

Wenn ich natürlich hier lese, was für Erfahrungen teilweise gemacht werden, dann kann ich die Skepsis ganz und gar verstehen. Ich habe mein Pferd aus einem Stall, dem Ausbilder würde ich mein Pferd auch nie und nimmer anvertrauen  ::). Ich glaube, ich habe diesmal einfach nur Glück gehabt, und bin dafür echt dankbar.

Und jemand, der meint, alles andere als ein WB oder wahlweise Iberer oder was auch immer, bringt kein Renomme, ohne Worte, da wär ich dann auch nicht traurig drüber, mein Pferd nicht hinzugeben.

Gerade was Haffis angeht, da habe ich schon einige gesehen, die bei uns zur Ausbildung waren, die haben uns alle mit offenem Mund dastehen lassen  :D.

Offline Olli

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #57 am: 10.01.08, 07:48 »
himmel,
was habt ihr alles erlebt??
is ja echt krass,ich fühle mich immer mehr wie im paradis!!!
Wir dürfen das Pferd nicht vermenschlichen,
wir müssen uns verpferdlichen.“

Offline Nattrun

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #58 am: 10.01.08, 09:29 »
 ;D stehst Du auf Horrorstories? :P 
Mein Pony ist nach dem Longeren mit mir als Reiter mal zusammengebrochen - nachdem der RL uns 45 Minuten lang in Trab und Galopp geschleudert hatte, "damit du's lernst". Als ich das Pferd trockenführen wollte ("brauchste nich"), sank es nach wenigen Schrtten neben mir zu Boden, mit Sattel drauf, völlig weggetreten.

RL sah das, zuckte mit den Schultern, "der erholt sich schon wieder" und verließ die Halle ohne mir zu helfen.
Ich glaube, ich habe niemals mehr Angst um mein Pferd gehabt.

Es ist offenbar ein himmelweiter Unterschied, ob einer so im Leben, im Alltag, ein netter Typ ist, mit dem man gut auskommt, oder ob er das auch auf die Arbeit mit Pferden ausweiten kann.
Den Unterschied lernt man nur durch ausprobieren kennen - und das hat für mich inzwischen den Charme von zum Gynäkologen gehen.  ::)
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Offline Aleike

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #59 am: 10.01.08, 09:38 »
is ja echt krass,ich fühle mich immer mehr wie im paradis!!!
Sach' ich doch! ;)

Mein Pony ist nach dem Longeren mit mir als Reiter mal zusammengebrochen
...
RL sah das, zuckte mit den Schultern, "der erholt sich schon wieder" und verließ die Halle ohne mir zu helfen.
Ich glaube, ich habe niemals mehr Angst um mein Pferd gehabt.
:o :o :o :o :o

Den Unterschied lernt man nur durch ausprobieren kennen - und das hat für mich inzwischen den Charme von zum Gynäkologen gehen.  ::)
*gröhl*

So Schlimmes habe ich zum Glück noch nie erlebt, aber es gibt halt (wenige) RL, die wirklich Pferd und Reiter auf dem angestrebten Weg weiterbringen, und viele, die so làlà bis hinderlich sind.
Man darf nicht sagen: "Was, du Mistvieh, du willst nicht?" Sondern: "Entschuldige, mein Tier, ich werde schon noch dahinterkommen, wie ich es lerne, dich peu à peu auf den rechten Weg zu führen." (Udo Bürger)