Autor Thema: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht  (Gelesen 16771 mal)

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Offline esgeTopic starter

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Habt ihr euer Pferd schon einmal in Beritt gegeben und hattet nach kurzer Zeit ein ungutes Gefühl, ob das auch alles so läuft, wie ihr euch das vorgestellt habt? habt ihr schon mal euer Pferd vielleicht sogar vor der vereinbarten zeit abgeholt, weil ihr fandet: So nicht! oder habt ihr es vielleicht gerade nicht getan und euch hinterher tierisch darüber geärgert, weil euer Pferd veilleicht krank, verunsichert oder verdorben war?

Und wie ist das beim Reitunterricht? Ein bisschen muss man sich ja immer erstmal auf einen neuen Lehrer einlassen, sonst bringt es nichts - aber woran merkt ihr, dass es "nicht passt"? Haben euch schon mal Lehrer total in die Irre geführt und ihr habt später bedauert, nicht früher ausgestiegen zu sein?

Oder vielleicht war es auch umgekehrt: Ihr wart mit dem, was der RL/Bereiter sagte überhaupt nicht einverstanden, habt aber später erkannt, dass er vielleicht doch recht hatte?

Ich möchte KEINE Namensnennungen hier hören. Es geht auch nicht um Anklagen. Es geht mir um die Symptome, anhand derer ihr festgemacht habt, dass etwas schief läuft. Und was würdet ihr anderen Reitern raten?

Ich habe mich zweimal auf Reitunterricht eingelassen, für den ich mich hinterher hätte ohrfeigen können. Einmal war mein Pferd anschließend fast ein jahr lahm/rekonvaleszent. Einmal war es so sauer geritten, dass es für ein Vierteljahr völlig den Dienst quittierte. Beide Male meinte ich, doch mal durchhalten zu müssen, obwohl mein Bauch Nein sagte. Beide Male musste mein Pferd dafür büßen. ich könnte mich heute noch in den Hintern beißen dafür. Beim ersten Mal war ich grundsätzlich zu grün (reiterlich) um die Anzeichen richtig deuten zu können. Beim zweiten Mal verschloss ich die Augen vor der Verspannung und Unzufriedenheit meines Pferdes, weil ich zu ehrgeizig war. Allerdigns war es immerhin das letzte Mal, dass sowas passierte...

Heute sehe ich immer wieder, dass Pferde anderer Leute krank, lahm, zornig aus Beritt wiederkommen und frage mich, ob ihren Reitern denn nichts auffällt. Sie sind aber genauso verblendet wie ich es damals war. Manche schicken ihre Pferde gar mehrfach an dieselbe Adresse und bekommen es mehrfach krank zurück.

Wo ist für euch die Grenze zwischen "man muss dem Ausbilder vertrauen" und "ich habe die Verantwortung für mein Pferd" ?
« Letzte Änderung: 04.01.08, 17:31 von esge »
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Offline Olli

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #1 am: 04.01.08, 17:31 »
heißes thema @esge

aber gutes thema  ;D

es ist soo soo soo schwer jemanden zu finden der das pferd verbessert,für mich als laien es so "einstellt" das es leichter
geht und so weiter.....

ich haben einen RL erlebt,der unterricht  war nicht schlimm aber nicht meins!
das was hier immer so als FN verpönt wird, aber ok, für ab uns zu wäre es ok gewesen.bis ich den mann aufm pferd gesehen habe...
feinste niederländische reitweise.....dankeeeee,da war auch der unterricht vorbei!

ich hab zum glück 2 RL die am gleichen Strang ziehen ( an mir talentfreiem etwas)  aber andere worte nutzen, gold wert  die beiden!!
auch der beritt wunderbar, uuppss ,ic komme vom thema ab!
also zu RL von oben, die pferde maschierten,toll, toll! wahnsinn einen ausdruck,die augen ....
werd mag......
schade das reiterlein nix nachreiten konnte...

das zu meinen "erfahrungen"
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Offline sasthi

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #2 am: 04.01.08, 17:35 »
Ich denke, der Grat ist sehr, sehr schmal.

Es gibt sicher Ausbilder, wo man sich denkt, das passt. Manchmal passt es auch länger, vielleicht merkt man aber auch erst später, dass der Weg, den man einschlägt, nicht der ist, der Reiter und Pferd in die richtige Richtung lenkt. Manchmal kann es auch sein, dass man selbst andere Ziele setzt.

Ich denke, es sind Kleinigkeiten, die einem das Gefühl geben, ob es nicht mehr passt, zumindest war es bei mir so. Stunden waren 1a, Pferd war rittig, entspannt, so gut lief es wahrscheinlich noch nie. Allerdings bin ich ein Mensch, der "Hausaufgaben" braucht, sprich, ich konnte das, was in den Stunden war nicht nachreiten. Das ergibt irgendwann Frust. Ich hab es angesprochen, es änderte sich nichts, also geht man irgendwann getrennte Wege.

Raten kann ich nichts, außer, dass man mehr auf sein Gefühl vertrauen sollte.
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Offline Terrier

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #3 am: 04.01.08, 17:43 »
Ich reite ja schon sehr, sehr lange. Ich hatte bis jetzt 2 RL bei denen einmal mein Pferd und bei der Anderen, ich die Panik geschoben hatte. ALs ich merkte, dass mein Pferd  AMore, nur noch Panik hatte, bin ich 10 Jahre mit ihr da nicht mehr geritten, aber mit anderen Pferden, womit es auch klappte.
Die RL, die ich nicht abkonnte, war es schon virl schwieriger ;D. Ich MUSSTE da reiten. Zum Glück nicht allzuoft. Auch versuchte ich dann, mein Pferd "krank" zu melden, damit ich auf einem anderem Pferd reiten konnte. Am Liebsten ein Schulpferd, was nicht gleich die Krise bekam, wenn die RL stuss korrigierte.
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Offline Olli

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #4 am: 04.01.08, 17:48 »
Allerdings bin ich ein Mensch, der "Hausaufgaben" braucht, sprich, ich konnte das, was in den Stunden war nicht nachreiten.

gaaanz wichtig!!!!
das ist ein ziel was oft unterbunden wird um eine gewissen abhänigkeit einzuleiten....
der unterricht muß schon so sein,das ich sachen verstehe und nachreiten kann!
ohne worte!!
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Offline zaino

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #5 am: 04.01.08, 18:24 »
Klar, Pferd sagt einem meist "Ja" nach dem ersten Gemaule von wg. Neuer Konsequenz, Anstrengend, pfui bäh... aber wenn dann die ersten Sachen klappen, u. man sich freut u. das Pferd noch kräftig gelobt wird, werden die meist richtig feurig wenns passt.

Genau, UND der Rote Faden zum Alleine-Weitermachen - wer einem den nicht mitgeben kann, den würde ich schonmal kritisch sehen.


Offline Safira

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #6 am: 04.01.08, 18:53 »
Werde den Fall (Reitlehrer-Suche für Unterricht) wohl auch im Frühjahr haben....
Aber allgemein würde ich sagen: Nach einiger Zeit mal`ne gute (ehrliche!!) Freundin oder Bekannte, die das Pferd von "vorher" kennt mal zum zugucken einladen. Wenn man selber ein wenig "blind" geworden ist, wird derjenige schon eher Kommentare abgeben wie "Hey, der läuft ja viel besser!" oder etwa "hmm irgendwie wirkt er ziemlich verspannt/unzufrieden/...)
Lieber auf neuen Wegen stolpern,
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Offline piramessu

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #7 am: 04.01.08, 19:31 »
Ich habe feststellen müssen, dass der Dritte im Bunde, das Pferd, ebenfalls schnell über geeignet oder ungeeignet entscheidet.

Ich hatte eine geniale Reitlehrerin, die mein Pferd und mich in vergleichsweise kurzer Zeit spielerisch und ohne Zwang sehr, sehr weit gebracht hatte (war aber auch ein geniales Pferd  ;D). Das Reiten wurde wunderbar leicht und tänzerisch, das Pferd war zufrieden und wurde ein gelassenes, zuverlässiges Muskelpaket, das sich für den Reiter ein Bein ausgerissen hätte und ungeahnte Talente zeigte.
Nachdem ich das Pferd leider schon nach anderthalb Jahren krankheitsbedingt einschläfern lassen mußte, habe ich mit dem Nachfolger ebenfalls bei dieser RL Unterricht genommen. Und was soll ich sagen - das ging gar nicht.
Das vorher ruhige und unter dem Sattel gelassene Pferd wurde unruhig, verspannt und teilweise unkontrollierbar, das gegenseitige Vertrauensverhältnis, das diese RL vorher beim Vorgänger so wunderbar fördern konnte, wurde gestört. Man könnte fast sagen, dass das Pferd mit ihrem Unterrichtsstil nichts anfangen konnte.
Ich habe schon nach zwei oder drei Unterrichtsstunden gemerkt, dass da was nicht paßt, aber aufgrund der sehr guten Erfahrung mit dem Vorgängerpferd erst mal weitergemacht. "Zum Glück" ::) war bei mir in der Zeit (Examen) das Geld knapp (okay, wann ist es das nicht  ;D) und ich habe den RU auf Eis gelegt - und bei ihr nie wieder angefangen. Später bin ich bei einem anderen RL weitergeritten, der zu meinem Pferd "besser paßte". Trotzdem kann ich diese RL immer noch empfehlen - wenn die Chemie zwischen allen dreien paßt.

Mönchen

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #8 am: 04.01.08, 20:55 »
Ich finde die Verantwortung fängt schon damit an das das ich das Pferd nicht in Beritt gebe (sorry) ich möchte gern mit meinem Pferd selbst Fortschritte erarbeiten, außerdem hab ich dann alles selbst im Gefühl.
Leider muß man auch vielen den Vorwurf machen  zu vertrauensvoll sein Pferd aus der HAnd zu geben, ohne Kontrolle, mit hohen Erwartungen in kürzester Zeit, das setzt Ausbilder unter hohen Druck macht es Stümpern leicht.Manchmal würde richtiges hinschauen schon Augen öffnen.
Meine RL setzt sich  nicht auf die Pferde ihrer Schüler, reitet wohl bei Intressierten ihren klassisch/iberisch ausgebildeten Spanier vor, das reicht um zu überzeugen.
Ich nehme jetzt seid einem Jahr im 14 tägigen Rhytmus Unterricht bei ihr, es war ein tolles Jahr, von einem hektischen Pony welches keinen Schritt konnte nur rumzackelte und rennen rennnen rennen wollte haben wir ein locker im Schritt schreitendes Pony gemacht, welches jetzt auch vesammelt traben kann, an Seitengängen arbeiten wir an der Hand und unterm Sattel.
Mein Sitz hat sich total verbessert und meine innere  Einstellung auch. Ich der Angst bei meinem Jungpferd zu grob zu sein, ritt ich viel zuviel im leichten Sitz mit weggestreckten Beinen und kaum Führung, dadurch hab ich mein Pony zu sehr allein gelassen, ihr zuwenig Sicherheit gegeben und mit der FÜhrungslosigkeit überfordert.
Das habe ich erst durch meine RL erkannt und mit ihr daran gearbeitet, nach fast jeder Reitstunde hatte ich das Gefühl wir sind enorm viel weitergekommen, sie war immer an meiner Seite und konnte mir auch bei schwierigen Situationen vom Boden aus die richtigen Tip´s geben um selbst damit fertig zu werden, das nenn ich guten Unterricht.
Ich bin froh das ich sie gefunden habe, denn ich wußte lange was ich wollte aber den passenden RL dafür zu finden war echt schwer.Dafür nehm ich den höheren Preis gern in Kauf und auch andere Umständlichkeiten wie z.B zum Unterricht zu fahren.
Die billige RL gegenüber im Verein wäre für mich nie in Frage gekommen, ich wollte dem blöden Gaul nicht mal eben zeigen wer der Chef ist, sie riegelt übelst, reitet mit Kraft und hau ruck, hat genug Reitschüler, meist Kinder deren Eltern keine Ahnung haben und auch immer mal wieder Berittpferde, sehen die Leute das echt nicht oder wollen das nicht sehen? 
Simone 

Offline Terrier

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #9 am: 04.01.08, 21:02 »
Ich werde sicher mein Pferd mal in Beritt geben, wenn es nötig ist. Ich mache es ja auch mehr oder weniger, wenn ich in den Urlaub fahre. Ich kenne die RL, die reiten oder die Bereiter, die es dann machen. Das einizige was mich stört ist, dass er beim " fertig machen" nicht soviele Streicheleinheiten bekommt ;D
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Offline sasthi

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #10 am: 04.01.08, 21:08 »
Mönchen, es gibt aber leider auch Situationen, wo ein weiteres Zusammenarbeiten mit dem Pferd auch mal heißen kann, (kurzfristig) getrennte Wege gehen zu müssen. Aus welchen Gründen auch immer.

Meine Stute ist derzeit in Beritt, bei ihr ist in der Vorausbildung einiges schief gelaufen, und ich habe nicht das Können und die Erfahrung, ihr die Konsequenzen ihres Verhaltens klar zu machen. Es bringt auch nichts, wenn man immer den Weg des geringsten Widerstandes geht.

Allerdings habe ich sehr wohl ein Auge darauf, was gemacht wird, weshalb ich mich auch dagegen entschieden habe, sie kilometerweit weg zu stellen.
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Muriel

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #11 am: 04.01.08, 21:14 »
hm, ich hatte mein Pony in Beritt und hab da schon einiges  vorbereitet, damit das Pferd es auf meine Art kennenlernt.
der Trainer wollte dann doch noch was erarbeiten, da hatte ich Bauchweh - und habe dem zugestimmt, und zugeschaut - und es war in Ordnung.
Ich hätte das nie so gemacht, aber das war sicher eins der dinge, wo dem Laien der Durchblick fehlt, für was das letztenendes gut ist.

andrerseits vertraut man genau aus dem Grund oft mehr demjenigen "der wird schon wissen was er tut".

ein anderes Mal war ich auf einem Kurs, bin aber schon (da ich den Kursleiter nicht kannte) mit dem Vorsatz hingegangen, wenn es nicht ok ist oder nix bringt, bleibt das Pferd im Stall.
es blieb dann am zweiten Tag im Stall.  ::) Wir hatten ein gespräch, aber ich stiess auf Unverständnis - war mir aber auch egal.

aber ob ich das ohne den vorher fest gefassten Vorsatz durchgehalten hätte, weiss ich nicht. jeder Teilnehmer kam an und fragte "warum" und "Wieso" und das ist schon nervig und braucht etwas Selbstbehauptung, etwas was ich mir nur sehr mühsam habe angeignen müssen.

Ich finde es schon sehr schwer, sich gegen jemanden zu entscheiden, dem man ja im Grunde eine höhere Kompetenz zugesteht, indem man ihm sein Pferd anvertraut.

Offline baura

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #12 am: 04.01.08, 22:11 »
hmmh, interessantes Thema.
Meine ersten beiden Pferde hatte ich ein paarmal im Beritt - meistens Kurzberitt 1 Woche mit abschließenen Unterricht für mich -  bei der Trainerin, bei der ich sie auch gekauft hatte, und bei der ich auch regelmäßig an Kursen teilgenommen hatte. Meine Bára hatte ich damals auch 4 Wochen zum "geländefertig machen" weggeben (Vorarbeit selbst gemacht), weil ich da zugegenermaßen etwas Schiß hatte.  Da war ein sehr großes Vertrauensverhältnis da und ich habe die Pferde dort bedenkenlos dortgelassen und bin immer gut damit gefahren. Heute bin ich reiterlich etwas weiter, würde den Beritt in dieser Art nicht mehr benötigen, aber damals war das eine gute Entscheidung und auf jeden Fall pro Pferd.
Diese Trainerin würde ich auch jederzeit empfehlen.
Habe schon einige Reitkurse besucht und auch den ein oder anderen Reitlehrer gehabt, neben meiner "festen" (FN-)RL, bin jedoch niemals in einer Situation gewesen, dass ich gesagt hätte, das ist jetzt ganz schrecklich und geht voll und ganz gegen das Pferd, Quälerei, Vergewaltigung oder was weiß ich.

Einzig mein Einstieg ins Springen gestaltete sich - rückblickend gesehen - als suboptimal. Ich war damals froh, dass ich mit meinem Isländer überhaupt in einem Springreiter-Stall in Nachbarschaft für Stunden angenommen wurde. Springen klappte danach zwar ganz gut, aber aufgrund von ständigen Auffordern zum "treiben treiben treiben", kein Anpassen der Kombinationen und Reihen auf Ponymaß (Pony sprang Kombinationen oft mit der gleichen Anzahl Galoppsprünge wie die Großen!) hatte ich am Ende ein Pony, dass den 1. Sprung sah, losraste, zuverlässig auch alles sprang, aber erst wieder zu regulieren war, wenn der Parcours beendet war. Pony war sowieso von sich aus schon ein Raser-Pony und ich fühlte mich der Sache hilflos ausgeliefert.
Mit meinem Nullwissen über das Springen konnte ich damals überhaupt nicht abschätzen was da passiert, dachte halt, ich bin ein Feigling, und kann nicht anständig drauf zu reiten.
Ist dumm gelaufen, muss man halt unter "Erfahrung" abhaken und weiter machen.

Jetzt erlerne ich gerade eine etwas andere Art des Reitens und habe auch noch keine ganz genaue Ahnung, wo es hingeht und muss mich erstmal auf das verlassen, was andere mir sagen. Da hilft es auch nicht, 10 Bücher zu lesen, das ist nicht das gleiche, wie selbst erfühlen, und manchmal muss man auch sich auch auf etwas einlassen und warten, wo es einen hinbringt.
Leonard: 'Herrgott noch eins, Sheldon, muss ich jedesmal mein Sarkasmusschild hochhalten, wenn ich mal den Mund aufmache?'
Sheldon: 'Du hast ein Sarkasmusschild?'

Offline Peron

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #13 am: 05.01.08, 01:23 »
Ich finde die Verantwortung fängt schon damit an das das ich das Pferd nicht in Beritt gebe (sorry) ich möchte gern mit meinem Pferd selbst Fortschritte erarbeiten, außerdem hab ich dann alles selbst im Gefühl.

Mönchen, da möchte ich dir einfach mal widersprechen - denn, es kommt ganz und gar darauf an, wo man sein Pferd in Beritt gibt. Im Idealfall dort, wo der/die Bereiter/in dir und dem Pferd die gemeinsamen Fortschritte leichter macht. Wo der Beritt durch den Profi dir das nachfühlen vereinfacht, und dich dadurch auch weiter bringt. Und natürlich, die Begleitung im Unterricht ist wichtig, aber ich habe ja auch den besten Fall, eine SB/RL die auch Beritt anbietet, d.h. mein Pferd muss ich dafür nicht weg geben  ;).

Zugegeben, so jemanden zu finden ist sicher nicht leicht. Aber Beritt pauschal abzulehnen, finde ich auch nicht richtig. Warum setzt sich deine RL nie auf die Pferde ihrer Schüler?
Meine RL könnte durchaus auch jeden durch das Vorreiten ihres, selbst ausgebildeten PRE´s beeindrucken, gibt auch tollen Unterricht, aber noch mehr beeindruckt sie dadurch, dass ihre Schüler, wenn sie deren Pferde reitet, einen deutlichen Unterschied spüren, wenn sie sich selbst wieder drauf setzen. Es kann durchaus sein, dass während des Unterrichts der RS mit seinem Pferd an einen Punkt kommt, wo es so nicht weiter geht. Und wo es eindeutig am RS liegt. Dann setzt sie sich drauf, erklärt von oben, und wenn der Schüler wieder reitet, gibt es meist ganz schnell diesen Aha-Effekt, auf dem der RS dann auch aufbauen kann. Ich finde, das bringt unheimlich viel. Und ich bin halt immer wieder fasziniert, dass sie halt nicht nur ihre Pferde toll reiten kann, sondern andere ganz genau so, egal welche Rasse und welcher Ausbildungsstand.

esge, sorry, ein wenig vom Thema abgekommen  ;).
« Letzte Änderung: 05.01.08, 01:26 von Peron »

geolina

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Re: Verantwortung fürs Pferd in Beritt und Unterricht
« Antwort #14 am: 05.01.08, 13:12 »
hallo,

ich habe mein pferd schon mal aus einem beritt herausgenommen, da es einfach nicht passte. pferd (4jährig) von der sommerkoppel gekommen, im jahr vorher schonmal 3 mon bissl grundprogramm unter dem sattel, davon auch 1 mon bei dieser rl, die ich da einfach genial fand. die rl kam da zu uns in den stall. in diesem jahr sollte pferd dann zu ihr. passte mir auch gerade gut, da ein examen anstand, ich also nicht viel zuhause war und ich mich sicher fühlte. (und da die rb dort wohnte und fast täglich dort war)

pferd, das vorher mit spass das trensengebiss nahm, ruhig gelassen beim aufsteigen stand, nie sattelprobleme hatte, nahm plötzlich das gebiss nicht mehr, stand nicht mehr ruhig und legte die ohren beim satteln an. ich konnte mir das nicht erklären, rb und rl sagten, das macht das pferd nur bei mir, sonst wäre immer alles total toll. ich sollte ja nur ausreiten gehen, um den spassfaktor zu bieten, bin dann aber nach den examen mal in die halle, um einfach zu sehen, was ist denn los und war ziemlich schockiert. im vergleich zum jahr vorher, wo ich ein kooperatives pferd hatte, hatte ich ein pferd, das total unmotiviert und unkooperativ war.

rl war nicht gesprächsbereit, mir wurde gesagt, dass so wie ich reite mein pferd zum verbrecher wird und 100% unreitbar für mich. ich solle das pferd besser an die rb verkaufen, damit wäre dem pferd und mir gedient.

ende vom lied pferd wurde (leider erst muss ich heute sagen) nach 1,5 mon geholt - ausgemacht waren eigentlich 3, mit immer mehr reitunterricht für mich (nach den examenswochen). alles endete vor gericht, wo sich die rl eine erfüllung/ bezahlung des vertrags einklagte.

 8) tja, die dame konnte anscheinend unzufriedenheit mit ihrer art des reitens so nicht nachvollziehen.

seitdem ist meine dame bei meiner jetzigen rl in beritt, die erstmal ziemlich schockiert war, dass ein junges pferd so in die aufrichtung geknallt wurde, da stellten sich dann auch rückenprobleme heraus und da ich da über nicht genug erfahrung besaß wurde auch hier erstmal halbberitt erforderlich. die rl brachte mich solange gutes longieren bei und immer mehr übernahm ich das reiten. erst noch nach anfänglichem longieren, dann ohne. anni ist 1x die woche bei der rl in beritt. die rl damals hat mir mein selbstvertrauen so gründlich genommen, dass es mir so lieber ist. obwohl ich durch schwangerschaft meiner jetzigen rl und somit eine lange zeit total selbstständigen reitens, ohne unterricht und beritt, eigentlich weiss, dass ich es wohl auch ohne beritt durchziehen könnte.

mein pferd wurde - obwohl seitdem immer mehr und mehr von mir geritten nicht zum verbrecher und das, obwohl ich echt über jahre so schrecklich geritten bin, dass man das wohl nur ihrem guten charakter zuschreiben kann - pferd wird jetzt 10 ... aber egal, pferd wird nächstes jahr bestimmt (wenn es gesund bleibt) noch ganz ganz toll werden und ich bin total begeistert (wenn auch gerade wieder so ein paar tage dabei sind, aber ich glaube kleine abs sind ok).

unterricht habe ich noch nicht abgebrochen, habe aber gerade einen kurs hinter mir, bei dem ich daran gedacht habe.

rl ist eigentlich sehr gut, mit meinem rb pferd hatte ich dort auch schon unterricht und war total begeistert, aber mit meiner anni hat es nicht geklappt. ich sollte komplett anders aufwärmen (mach ich normal im schritt, mit vielen seitengängen) und schritt wurde fast total gestrichen. das passt irgendwie nicht zu uns. bei gesprächen fühlte ich mich nicht ernst genommen, mir wurde erklärt, dass mein pferd bestimmt ganz anders ist, das würde er sehen, obwohl meine normale rl sagte, doch, sie würde das pferd auch so beschreiben .... naja, der unterricht hat mir theoretisch viel gebracht, da hab ich echt so einiges aufsaugen können, praktisch dachte ich immer - hm, geht scho, aber wenn ich da so und so rangegangen wäre, dann wäre das viel schneller so gewesen. rl fand mich dann auch ziemlich zickig, als ich bei nachfragen immer sagte, ja fühlt sich gut an, wie immer halt. hab davon videoaufnahmen, genervtes gesicht bei rl und rs, pferd läuft aber recht ok und damit hab ich den kurs dann auch durchgezogen.

hm, weiss heute noch nicht ganz genau, was ich von dem wochenende zu halten habe ... *grübel*

habe zum glück meine (fast) traum rl gefunden, wenn die nun noch etwas konsequenter wäre und noch mehr am sitz feilen würde und bissl besser auf meine rechte hand aufpassen würde ... hach ja, aber pferd hat endlich trabtakt gefunden (schlechteste gangart bei ihr), läuft zufrieden und ich glaube im nächsten jahr können wir den trab noch richtig verbessern und gut machen, ist im galopp ein traum geworden. ich finde, wir sind auf einem tollen weg. evtl. können wir so die wünsch und träume 2008 erreichen, auch die versammlung im galopp. ;D

alex