Autor Thema: Familienkrisen und Reiten  (Gelesen 2823 mal)

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Offline andelinoTopic starter

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Familienkrisen und Reiten
« am: 05.09.07, 21:01 »
Hallo!
Ich bin Studentin der Sozialen Arbeit und fange ab Oktober mit meiner Diplomarbeit an. In einer anderen Box habe ich ja bereits nach Literaturempfehlungen befragt. Habe jetzt aber mein Thema wohl ziemlich verändert, bzw. damals wusste ich auch noch nichts konkretes.
Ich möchte mich mit dem Pferd als Medium für die Lösung bestimmter Probleme beschäftigen. In einem Fernsehbericht habe ich etwas gesehen, was mich neugierig gemacht hat. Leider habe ich nur das Ende gesehen, deshalb kann ich nur vage den Inhalt wiedergeben, aber vielleicht versteht mich ja jemand. Es ging um eine Maßnahme für Kinder (ich glaube mich ADHS) und deren Mütter. Die sind gemeinsam auf einem Hof gewesen, wo sie mit Pferden gearbeitet haben. Das war, glaube ich, im Rahmen einer Ferienfreizeit oder Mutter-Kind-Kur. Jedenfalls war wohl das Ziel, dass Mutter und Kind wieder eine positive Beziehung zueinander entwickeln.
Wie gesagt, ich habe leider nur das Ende gesehen, den Rest haben mir Kommilitonen erzählt. Ist aber auch schon mindestens einen Monat her, wenn nicht länger. Aber vielleicht kann mir ja jemand helfen, der weiß, was ich meine und mir sagen, auf welchem Sender das war und/oder welchen Titel der Bericht trug.
Außerdem würde es mich interessieren, ob es noch mehr Anbieter für solche Maßnahmen gibt, also wo das Pferd eingesetzt wird zur Behebung/Bearbeitung familiärer Krisen/Probleme. Wenn möglich mit Angaben, wo das geschieht und wie ich Kontakt mit den entsprechenden Personen aufnehmen kann. Oder auch, ob es evtl. theoretische Konzepte, Berichte, Bücher, Ausarbeitungen, Dissertationen, etc. zu dem Thema gibt. Perfekt wäre, wenn es auch ein Zusammenhang zu ADHS bei den Kindern gäbe, da das wahrscheinlich die Klientel werden soll, über das ich schreiben möchte. Ist aber nicht zwingend notwendig.
Es wäre super, wenn ich Informationen bekommen könnte, da ich das Thema für sehr spannend halte und mich gerne damit beschäftigen würde.
Liebe Grüße, Andrea

Offline christi281

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Re: Familienkrisen und Reiten
« Antwort #1 am: 06.09.07, 10:42 »
Ich weiß nicht aus welcher Ecke du kommst.
Bei uns in der Nähe gibt es eine Einrichtung die sich mit schwierigen Jugendlichen und Behinderten beschäftigt.
Auf diesem Hof leben alle möglichen Tiere und die Bewohner betreuen mit dem Betreuungspersonal die Tiere.
Soweit ich weiß wird auch Therapeutisches Reiten angeboten.

Auf solchen Höfen würde ich an deiner Stelle mal anfragen. In der Praxis lernt man mehr als durch einen Fernsehbericht.

Wenn ich den Umgang mit tieren und Kindern sehe dann merke ich das es viel bringt. Mein Sohn (fast 5) ist ein sehr aktives Kind das kaum still sitzen kann (kein ADHS) Durch die Arbeit mit den Pferden und den Hunden auf dem Hof ist unser Verhältnis enger geworden. Ich bin erst seit kurzem in dem Stall. Nun beziehe ich ihn in die Arbeit mit ein und gebe ihm Aufgaben. Er mistet alleine und hilft gerne und freiwillig.
Nicht das wir uns vorher nicht verstanden haben aber es ist irgendwie anders zur Zeit. Er reagiert aufmersamer auf das was ich sage und nimmt Kritik besser an.
Nur wer seine Schwächen kennt kann seine Stärken zeigen!

Offline FYLGJA

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Re: Familienkrisen und Reiten
« Antwort #2 am: 07.09.07, 11:56 »
Hallo Andrea,

habe diesen besagten Fernsehbericht nicht gesehen. Mit Müttern und Kindern arbeitete aber zumindest früher lange Zeit Monika Mehlem in Bad Honnef. Vielleicht wendest Du Dich mal an sie ? Das war im Rahmen von Mutter-Kind-Kuren, wenn ich richtig informiert bin ?

Wir arbeiten auch viel mit Kindern mit AD(H)S und oft auch indirekt mit den Eltern (in der Elternarbeit), aber halten das direkte 'zusammen hier bei uns reiten' für nicht soo gut. Denn gerade diese Kinder haben oft zuhause mit ihrer Familie ein fest eingefahrenes Verhaltensmuster und es fällt allen sehr schwer, daraus zu kommen um neue Erfahrungen zu sammeln. Deshalb kommen sie zu uns getrennt und das ist für alle Beteiligten sinnvoller und effektiver, weil jede/r dann die Chance hat für sich selbst neue Erfahrungen zu sammeln. Und sie profitieren trotz alledem sehr viel daraus für ihr gemeinsames Miteinander, ... wenn sie sich drauf einlassen ! Mitunter sind die Familienstrukturen jedoch durch diese neuen Einzelerfahrungen so 'bedroht', dass sie das HPA für ihre Kinder oder sich oder die ganze Familie abbrechen... das hatten wir auch schon einige Male in den vergangenen Jahren !

Soweit meine Erfahrungen dazu.

Gruß, Anne von Hof FYLGJA
Highlandponies - the versatile breed !