Autor Thema: Ina Cygon  (Gelesen 37259 mal)

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Ina Cygon
« am: 14.08.07, 12:53 »
Fragen über Fragen...

Ina Cygon

Wer reitet von euch danach?
Wenn ja - wie haben sich eure Pferde verändert?

Was haltet ihr überhaupt davon? Bis auf den etwas gewöhnungsbedürftigen Anblick ::)

Konntet ihr es nur anhand des Buches "nachreiten"
Hat schon jemand einen Kurs besucht?
LG Manu

Offline McFlower

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Re: Ina Cygon
« Antwort #1 am: 14.08.07, 13:34 »
Was es nicht alles gibt auf der Welt...

Ich muss zugeben: Ich lese viel, ich surfe viel, aber dieser Namen war mir noch nie untergekommen.

Allerdings bin ich mittlerweile soweit, dass mir der Begriff "reiten nach <beliebiger Name>" die Zehennägel zum aufrollen bringt. Genauso wie
- Bodenarbeit nach täterätätä
und
- Hufbearbeitung nach biterätätä

Sicherlich gab es in der Geschichte der Reiterei einige wenige herausragende Persönlichkeiten, die wirklich neue Erkenntnisse und Methoden in die Reiterei gebracht haben (z.B. Caprilli). Schätzungsweise hat es alle 100 Jahre eine solche Person gegeben. Okay, jetzt muss man natürlich zugeben, dass die Forschung immer schneller immer mehr Wissen produziert.

Aber das alles ist keine Begründung dafür, dass gegenwärtig etwa 50 Personen gleichzeitig rumlaufen und eine neue, andere, bessere Reitweise entwickelt haben. Diese Leute lassen sich für mich in zwei Schubladen stecken:
(1) Alter Wein in neuen Schläuchen (z.B. Roberts)
(2) Gequirlter Bockmist (z.B. Rai)

Andere Schubladen konnte ich bisher noch nicht entdecken. Das, was ich bei Fr. Cygon auf der Homepage sehe, sieht auf den ersten Blick nach einem auf die Spitze getriebenen Remonte-Sitz aus. Einen Vorteil gegenüber dem "normalen FN Remonte Sitz" kann ich nicht erkennen. Als nachteilhaft erscheint mir, dass der Sitz recht instabil aussieht. Bei braven Pferden mag das gehen, aber sobald der Youngster den Popo lüftet, sitzt man in Abschussrampen-Position.
Treulos ist, wer Lebewohl sagt, wenn die Straße dunkel wird. (Gimli - Die Gefährten)

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Re: Ina Cygon
« Antwort #2 am: 14.08.07, 13:39 »
Naja sie schreibt ja das das nix neues ist bzw eher vergessen wurde... http://www.ina-cygon.de/allsites/inahaupt.html

Hab selbst ein gelegentlich übersensibles Pferd ::) das mal einen Satz macht. Komischer Weise hatte ich trotz des Sitzes einen guten Halt.
Mein Pferd geht jedenfalls deutlich lockerer und schöner als im normalen Sitz.
« Letzte Änderung: 14.08.07, 13:48 von Medanos »
LG Manu

Offline McFlower

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Re: Ina Cygon
« Antwort #3 am: 14.08.07, 13:50 »
Hmm, ich habe nochmal genauer gelesen und unter Philosophie diese Bildunterschrift gefunden.

Zitat:Korrektes Schulterherein mit 4 Hufspuren - nicht nur ein Schultervor, wie es leider meistens geritten wird. Der Reiter sitzt mit dem Gewicht außen, wie es alleine richtig ist.

Dabei kommt mir schon die Galle hoch.

Es kommt nur auf die Definition der Begrifflichkeiten an:
(a) inneres Vorderbein und inneres Hinterbein spuren in einer Linie, also Schulter von der Bande lösen = FN-artiges Schultervor
(b) Schulterherein auf 3 Hufschlägen =  FN-artiges Schulterherein und klassisches Schultervor
(c) Schulterherein auf 4 Hufschlägen = klassisches Schulterherein, bei der FN nicht vorgesehen
Jede Variante davon hat ihren Sinn, ihren Zweck und ihre Berechtigung.

Die Frage, wohin beim SH das Gewicht gehört (innen, außen, mittig) gibt es schon so lange wie das SH und jede Ansicht hat ihre nachvollziehbaren Begründungen. Deshalb halte ich die Aussage "wie es alleine richtig ist" für vermessen.

Aber wie gesagt, ich bin nicht neutral und deshalb auch nicht für eine fundierte Einschätzung geeignet. Ist nur meine persönliche Meinung. Mir gefällt´s nicht.
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Offline Lacona

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Re: Ina Cygon
« Antwort #4 am: 14.08.07, 21:45 »
Ich habe Ina Cygon als starke Persönlichkeit kennengelernt. Mit rauher Schale und weichem Kern.
Sie lebt und lehrt pro-Pferd. An Problemen hat der Reiter/Besitzer schuld und der bekommt direkt gesagt, woran es hakt.
Meine RB hat mit meinem Pony an einem Kurs teilgenommen (vorher hat sie Schulpferde auf den Kursen geritten), dem Unterricht habe ich leider nicht zusehen können.
Fr. Cygon hat, als ich die beiden abholte, ein langes Gespräch mit mir geführt und mir dringend ans Herz gelegt, das Pony wegen seiner Klemmerei behandeln zu lassen.

Alles in allem:
Wenn man etwas lernen will und mit direkter, unbequemer Kritik umgehen kann und möchte, daß dem Pferd ganz sicher kein Unrecht geschieht, dann kann man gut zu ihr gehen.

Und am Ende der Straße steht ein Haus am See.
Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg.
(Peter Fox)

Offline Carlotta67

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Re: Ina Cygon
« Antwort #5 am: 14.08.07, 22:29 »
*lesezeichen mach*

Ich habe Ina Cygon als starke Persönlichkeit kennengelernt. Mit rauher Schale und weichem Kern.

 Wenn man etwas lernen will und mit direkter, unbequemer Kritik umgehen kann und möchte, daß dem Pferd ganz sicher kein Unrecht geschieht, dann kann man gut zu ihr gehen.

Genau das habe ich in fast denselben Worten auch von einer Kursteilnehmerin gehört.

Offline Orie

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Re: Ina Cygon
« Antwort #6 am: 15.08.07, 09:41 »
Auch ich kenne Frau Cygon und Ihre Kurse persönlich (ind diesem Sinne einen Wink an Laconas RB und den süßen Braunen!)

Wer mit (ja, manchmal starker) Kritik umgehen kann, kann wirklich viel von der Frau lernen! Sie kann verletzend sein, allerdings meint sie es nciht persönlich, sondern es entspringt eher ihrer Fürsorge ums Pfed. EGAL, welches Pferd. Aber es muß ihm gut gehen und gerecht behandelt werden. Rasse, Alter, Exterieur sind ihr dabei egal. Man kann jedes soweit gesunde Pferd gut und pferdeschonen und korrekt Reiten, wenn man denn auch mal konventionelles abstößt.

Ich habe unsere Stute nach den Kursen bei ihr gut ein Jahr lang so (auch in diesem Sitz) geritten. Am Anfag war das Buch.... allerdings bin  ich nicht der beste Autodiktat. Und ohne die Kurse hätte ich es wohl so nicht hinbekommen.
Das Buch kostet seinen Preis, ist es aber absolut Wert, wenn man tatsächlich dazu bereit ist, auch mal anderes anzunehmen und anzuwenden, sich drauf einzulassen. Sonst ist es hinausgeschmissens Geld.

Zum Thema, daß der Sitz instabil sei: Möge er falsch oder was auch immer sein, aber instabil ist er als allerletzets, wenn man ihn korrekt beherrscht, was etwas Übung und Training der eigenen Rückenmuskulatur verlangt.
Übrigens habe ich die Erfahrung gemacht, daß Pferde, die gerade in dem Sitz geritten werden, in de Regel gar nicht zum Buckeln neigen.... wieder ein Part, an dem einfach die Reiter ein solches Verursachen?

Übrigens kann ich, auch im mittlerweile normalen Sitz, s`Stütle jederzeit ohne Probelme mit einer leichten Hilfe sofort in die Tiefe schicken.... Mit aktiver HH.

Grüßles, Heike
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Re: Ina Cygon
« Antwort #7 am: 15.08.07, 09:52 »
Dachte nicht das es hier doch einige Reiter gibt die sie kennen da man kaum etwas darüber liest.

Der Sitz sieht echt sehr gewöhnungsbedürftig aus und kostet anfangs Überwindung auch mit Zusehern (zb Mitreiter oder Feriengäste) wie ein "Affe" am Pferd zu hängen.

ABER das Pferd geht locker, schwungvoll und guckt weniger als sonst nach "Geistern" bzw sind diese weniger gefährlich als sonst.
Im Moment klappt es nach Buch echt schon gut und ich werde auf jedenfall mal so weiter machen. Ev. schaffe ich es mit eigenem Pferd einen Kurs zu besuchen.
Übrigens ist es das erste Buch nach dem man reiten kann!! Ist echt sein Geld wert auch wenns teuer ist.


LG Manu

Offline Carlotta67

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Re: Ina Cygon
« Antwort #8 am: 15.08.07, 09:55 »

*gg* Ah ja, wollt dich eben gerade fragen, wie du das Buch denn nu findest. Jetzt weiß ich es ja schon.

Ich bereue die Ausgabe auch keinesfalls.

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Re: Ina Cygon
« Antwort #9 am: 15.08.07, 10:00 »
Aja hab es von den Sätteln her mit meinem Western und baumlosen probiert.
Beim Baumlosen hatte ich anfangs Bedenken wegen der Steigbügelaufhängung bzw allgemein wegen dem Druck. Was sich aber in keinster Weise bestätigt hat.

An den Anblick muss man sich erst gewöhnen... Arab mit Westernsattel, Traberbrustblatt, Gogue und ich mit Gerte und dem ungewöhnlichen Sitz ;D zum krönenden Abschluss ein Biothanezaumzeug entweder in Neongrün oder Neonorange ::)
LG Manu

Offline Orie

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Re: Ina Cygon
« Antwort #10 am: 15.08.07, 11:28 »
An den Anblick muss man sich erst gewöhnen... Arab mit Westernsattel, Traberbrustblatt, Gogue und ich mit Gerte und dem ungewöhnlichen Sitz ;D zum krönenden Abschluss ein Biothanezaumzeug entweder in Neongrün oder Neonorange ::)

*BRÜLL* Ja, wie wenn der Sitz alleine nicht schon ausreicht, um umliegende Reiter verständnislos Grinsen zu lassen.... Kommst du vor lauter Fragerei, was Du da eigentlich treibst, überhaupt noch zum Reiten?  ;D  ;)

Der Sitz wa anfangs recht schwer für mich... mehr als 3 Minuten und ich dachte, mir bricht das Kreuz. aber es hat sich sehr schnell trainiert, ich konnte später locker einen ganzen Ausritt ind en Trabphasen so verbringen. Im Schritt bin ich aber überwiegend "in" den Sattel gesessen.

Das Buch ist klasse... wie gesagt, wenn man sich drauf einläßt.... Dann ist es jeden Cent wert!
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Re: Ina Cygon
« Antwort #11 am: 15.08.07, 11:31 »
Doch doch - die sind meist wie erstarrt und kommen bzw traun sich nicht zu fragen ;D was ich da tu oder haben einfach mitleid mit mir warum ich nicht ordentlich am Pferd sitzen kann...

Obwohl die mich kennen wundern sich schon nimma.. bin in fast jeder Hinsicht etwas exotisch... ;D
« Letzte Änderung: 15.08.07, 11:34 von Medanos »
LG Manu

Offline annie

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Re: Ina Cygon
« Antwort #12 am: 17.08.07, 21:02 »
ich hab auch das buch und bilde danach mein jungpferd aus.
leider habe ich bei dem sitz eher probleme mit meinen fußgelenken. musste daher die bügel doch wieder länger schnallen.

für mich steckt durchaus eine logik hinter dieser art zu reiten!

würde zu gern einen kurs bei der frau mitmachen. leider habe ich gehört, dass sie nicht mehr in den norden kommt :(

mir wurde übrigens, nach einem kurzen blick auf dem reitplatz schon bedauernd auf die schultern geklpft mit der bemerkung: "jaja, jungpferde reiten versaut den sitz schon arg!" ;D
gib mir die gelassenheit, dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann...
gib mir den mut, die dinge zu ändern, die ich ändern kann...
und gib mir die weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden!

Offline Presto

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Re: Ina Cygon
« Antwort #13 am: 20.08.07, 13:31 »
Frau Cygon's Unterricht geht absolut konform mit 'Finger in der Wunde' und 'der Reiter formt das Pferd'.
Der einzige Unterschied ist die noch reduziertere 'Anlehnung' und der Sitz - ui würde sie jetzt aufschreien  ;D (zwinker zum Orie und Lacönchen  ;) )
Es ist auch nicht 'ihre Reitweise'. Der Sitz wurde von Caprilli entwickelt, kommt also nicht irgendwoher. Sie hatte nur die Idee ihn in der Dressur zu nutzen weil er eben das Pferd so gut entlastet und das Gewicht gut verteilt - wenn man den Sitz denn beherrscht  ;D. Er ist m.E. wirklich eine extremere Variante des Remonte-Sitzes. Sehr stabil und sicher.
Sie selbst hat auch lange bei Rolf Becher (Chiron) gelernt.
Ich persönlich bin noch überlegen inwieweit ich das erworbene Wissen (KursE und Buch  ;) ) auf mein Pferd anwenden werde. Den Sitz wohl reduziert - und die Anlehnung  ??? darüber bin ich mir noch nicht im klaren...
Ist die Aufbauphase von Muskulatur etc. beendet (nach Heuschmann 1,5 bis 2 Jahre), reitet sie im Dressursitz und gibt hierzu auch einen hervorragenden Lehrgang!!! Ich zehre heute noch davon *seufz* Geht auch gut mit Lehrpferd  ;)

Es ist m.E. sehr zu empfehlen, sich damit zu beschäftigen - vor allem wenn man 'klassisch' und pro Pferd reiten möchte - dazu sollte man nur gleich den Heuschmann und den Bürger/Zietzschmann lesen *heftignickt*
DANN kann man sich ein Urteil über Frau Cygon erlauben  ;)

Übrigens kann man sie auch einfach anschreiben, sie ist sehr Diskussions-willig  ;D (wer den Gegenwind verträgt *kicher*)
Sie fährt glaub ich schon, wenn du einen Kurs 'oben' zusammen bekommst! Muss halt Fahrt und Übernachtung übernommen werden uws..
Ich finde es sehr schade das dieses ernorme Wissen dieser Frau im Erdboden verschwindet nur weil sich soviele am Sitz stören  :-[

@ Medanos: echt du nutzt den Sitz mit Baumlos-Sattel?! Welchen hast du? Ich überleg ob ich mir den Spring-Trekker anschaffen soll  ??? Denk das ging mit der Steigbügelaufhängung??

EDIT: achja, der Vorteil vom Chiron Sitz zum Remonte Sitz ist u.a. das man leichter vom Oberschenkel weg kommt und sich bei korrekter Ausführung das Gewicht im Sattel noch besser verteilt. Klemmen muss man auch nicht, also alles schön losgelassen wenn die eigene Muskulatur sich mal dran gewöhnt hat  :-X

EDIT I: zarte Seelen und Menschen die zu sorgfältiger Selbstkritik nicht fähig sind, sollten auf Unterricht bei ihr verzichten

« Letzte Änderung: 20.08.07, 13:38 von Presto »

Offline MedanosTopic starter

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Re: Ina Cygon
« Antwort #14 am: 20.08.07, 13:47 »
Ich hab ihr schon einige Male geschrieben ;)

Warte noch auf Infos wieviele Leute ich für den Kurs brauchen würde,...

Ich reite entweder mit Westernsattel (Deuber & Partner 1300) oder mit dem Silverado Endurance. Klappt echt gut und mittlerweile hab ich mich an den Sitz gewöhnt - leider aber nicht an die Gerte ::)

Fühle mich echt sicher. Auch wenn unser liebeskranker Fasan neben dem Reitplatz wieder versucht zu den Hennen zu gelangen... und ich auf einen Satz meines Pferdes warte.

Presto: wann hast du den Kurs gemacht? Schau doch mal in die Baumlos-Box!"!
LG Manu