Autor Thema: Barhufpferd auf Wanderritt: wie beschlagen, Kunststoff, Eisen ?  (Gelesen 12202 mal)

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Offline Calvados

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Muss noch was erzählen, fiel mir gerade ein.

Und zwar bin ich mal mit vier fremden Mitreitern vier Stunden in fremdem Gelände geritten, fast nur Waldwege mit Kiesel/Schotter (allerdings teils durch Nässe aufgeweicht) und am Rand nur Gestrüpp und Unterholz, also ein echter Härtetest für Barfußpferde. Wir hatten 4 Schuhe an, Nr. 1 der Fremdreiter (Pony) ebenfalls vier Schuhe, Nr. 2 + 3 (Appaloosa, Warmblut) Schuhe nur vorne, Nr. 4 (Kleinpferd) Eisen. Reiter wie Pferde mochten den Boden alle nicht, aber alle liefen anstandslos an allen Positionen. Die Gruppe hat teilweise aufeinander gewartet, teilweise sind die langsameren (ruhig) nachgetrabt. Der mit den Eisen ging immer vorneweg, weil das Pferd sehr dominant ist. Von den anderen jeder mal neben dem her. Der mit den Eisen (!) sagte mehrmals, er würde niemals auf solchen Wegen traben, weil er keine Lust hat, die Beine seines Pferdes zu ruinieren. Auf den (wenigen) Feldwegen und Wiesenrändern sind wir ganz normal getrabt und galoppiert. Mit solchen Mitreitern könnte man wahrscheinlich mit jedem Pferd und jeder Ausstattung auf jeden Wanderritt gehen.
« Letzte Änderung: 28.08.07, 10:19 von Calvados »

Offline Hexle

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Zitat
und dem "normalen" Engerwerden der Trachten, das durch das Eisen entsteht und noch keinen Krankheitswert hat. Bei beschlagenen Pferden ist die mittlere Strahlfurche ein paar Millimeter breit, bei unbeschlagenen kannst Du hier locker den kleinen Finger reinlegen.
DAS passiert NUR wenn man einen schlechten Hufbearbeiter hat .. und normal ist das auf garkeinen Fall - auch wenn du das so hinstellst

Zitat
aber im Schritt oder Stand ohne Reiter sollte eigentlich jedes richtig umgestellte und ausgeschnittene Pferd jeden Boden tolerieren.
und die die ihre Pferde und nicht nur zum Herumstehen haben, haben dann eben Pech gehabt ?

Mit deinem "sollte" muss ich dir sogar recht geben - ich kenne nämlich auch 2 Pferde bei denen nichtmal 3 Tage ohne Eisen in dick eingestreuter Strohbox möglich war  :-[ o.k. das sind extreme - gibt es aber nunmal auch .. und die waren weit davon entfernt "eisenbedingte Trachtenzwanghufe" zu haben - im Gegenteil

Ich bin übrigens Barhhufverfechter (mit Hufschuheinsatz) solange es unaufwändig geht - ABER mein Pferd hat auch einen Job so wie ich einen Job habe - ich habe es nicht um es auf der Koppel herumdümpeln zu lassen sondern zum Reiten und wenn es den Job nur noch unter Schmerzen ausüben kann bin ich in der Pflicht etwas dagegen zu tun - also wird sie dann beschlagen. UND die Eisen bleiben immer 6 Wochen drauf .. schon damit wieder gut Material nachwachsen kann, wenn sie schon beschlagen ist  .. die Hufe werden durch Beschlag nicht schlechter, nicht weicher, nicht empfindlicher .. allserdings habe ich bisher auch einen hervorragenden Hufbearbeiter gehabt (durch umzug leider nicht mehr  :-[)

Apropos Eisen auf harten Wegen - das ist KLAR dass er auf solchen wegen NICHT traben würde - mache ich auch nicht !! der Klirrfaktor ist zu heftig - es geht dabei wirklich nicht um den Huf sondern hier um die Gelenke .. mit Hufschuhen trabe ich auf solchen Wegen - barhuf auch wieder nicht

ich bin übrigens vorletztes WE einen Wanderritt (2 x 35 km sehr hügeliges Gelände ) gegangen mit meinem Barhufpferd (vorne Hufschuhe - hinten leider keine weil mir bei den neu bestellten die falsche grösse geliefert worden war)  und ich habe mehrfach Abbitte meinem Tier gegenüber geleistet dass ich sie nicht vorher habe beschlagen lassen .. sie hätte sich viel viel leichter getan - klar hat sie es überlebt und es wurde auch nichts heiss, pulsierte o.ä und trotzdem fährt es MIR in den Magen wenn sie hinten zuckt weil sie auf einen stein getreten ist .. da waren reichlich steine und nicht immer die Möglichkeit auf Wiesenrand auszuweichen

« Letzte Änderung: 28.08.07, 10:30 von Hexle »
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Offline Calvados

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Hallo Hexle,

was ist nicht normal? Dass der Barhuf hinten aufgeht? Eine mittlere Strahlfurche, bei denen die Ränder fast aneinanderstoßen, ist nicht normal. So war es bei meinem Pferd, bevor ich es auf barfuß umgestellt habe. Und  damit meine ich nicht, dass die strahlfurche nach innen zu enger wird (dreieckig), sondern die Strahlfurchenseiten sind bis obenhin aneinandergestoßen. Es gab einfach kein richtiges Dreieck. Dieses Dreieck kannst Du auf jedem Foto von einem gesunden Huf erkennen. Ichh abe übrigens einen guten Huftechniker von der Ebeta, und der fand die Barhufe von meinem völlig okay.

Wir können ja mal auf das Wort Zwanghuf verzichten, wenn das hier zu viele Emotionen auslöst, ich habe ja gesagt, dass es nmir um einen Zwanghuf als Krankheit (den jedes falsch bearbeitete Pferd entwickeln kann) nicht geht.

Wenn ein Pferd barhuf nicht auf Stroh stehen kann, dann gibt es da irgendwo ein anderes Problem. Man bräuchte hier  weitere Informationen, um das beurteilen zu können. Klar haben die Pferde während der Umstellungsphase erst mal Probleme (zu dem "nicht mal drei Tage"), hier muss man halt die erste Zeit Geduld haben. Vielleicht lag es hier auch einfach daran, dass bei den besagten Pferden die Hufe stark ausgebrochen sind. Klar können die dann erst mal auf gar nichts laufen. Oder sie wurden nach Strasser ausgeschnitten. Oder -?

Wenn es wirklcih keinen andere Grund dafür gäbe, würde ich das als gravierenden Zuchtfehler oder Schaden  am Erbgut betrachten. Die Hufe haben sich über Jahrmillionen so entwickelt, dass das Pferd imstande ist, darauf zu laufen. Was sollte wohl ein frei lebendes Pferd in der Wildnis machen, wenn seine Hufe von Geburt an nun mal so wären, dass es nicht mal auf Stroh stehen könnte? Das wäre kein Extrem, sondern eine angeborene Missbildung (im Sinne von Funktionsuntüchtigkeit).

Wenn meiner mal auf einen Stein tritt und zuckt, stört mich das ehrlich gesagt nicht so sehr, solange es dabei bleibt und es nicht alle paar Schritte passiert. Wie ich schon sagte, ein unbeschlagenes Pferd wird immer mal irgendwas spüren und darauf reagieren. Hufe sind Tastorgane, es wäre unnatürlich, wenn es anders wäre.

Übrigens steige ich auch schon mal ab und führe ein Stück, wenn die Wege so hart oder steinig sind, dass man sowieso nur Schritt gehen kann, und es keine Möglichkeit zum Ausweichen gibt. Das ist in mehrerlei Hinsicht gesund für Pferd und Reiter und freut das Pferd auch dann, wenn es auf dem Weg gut laufen kann  ;D

Dass man auf harten Wegen nicht trabt, ist leider nicht generell klar - auch wenn es das sein sollte. Als meiner zum Beispiel noch beschlagen war und ich neu in meinem Stall war, sind wir in der Gruppe auf Schotter-Wirtschaftswegen (gibts bei uns viel) immer getrabt. Damals wusste ich es noch nicht bessser und fand nichts dabei. Auch heute noch passiert es mir immer wieder, dass ich Einspruch erhebe, wenn ich mit beschlagenen Pferden zusammen reite und die Leute auf solchen Wegen traben wollen, und die denken dann, das liegt nur daran, dass wir barfuß gehen (obwohl wir ja Hufschuhe anhaben, mit denen meiner auf ebenen Schotterwegen - nicht Kiesel - schon traben würde). Oder ich trabe auf diesen Wegen auf dem Mittelstreifen oder am Wiesenrand und die mit Eisen traben dazwischen auf dem harten Teil, obwohl es dafür gar keine Notwendigkeit gibt.

Meiner wollte früher auch immer auf dem harten Teil traben, weil er es einfach weniger anstrengend fand.

DAs mit dem Job ist Einstellungssache, ich würde nicht sagen, dass mein Pferd einen Job hat so wie ich eben auch, sondern dass wir zusammen unsere Freizeit verbringen und deshalb beide Kompromisse machen können. Gerade weil er es sich nicht aussuchen kann, was er mit mir machen muss. Ich sehe das mehr als einen Gefallen seinerseits mir gegenüber. Dafür, dass wir Ihnen ein "bequemes" (oder überhaupt ein) Leben ermöglichen, haben wir noch kein Anrecht, eine Gegenleistung von ihnen zu fordern.

Wir sind da ja auch nicht so weit auseinander, würde ich sagen, Dein Kompromiss hieße vielleicht beschlagen, meiner vielleicht, weniger als 35 km oder andere Wege zu gehen. Oder wie auch immer. Nur würde ich nicht sagen, alles, was ich will, muss um jeden Preis irgendwie gehen, als wäre das Pferd eine Maschine, die man mit technischen Hilfsmitteln beliebig "tunen" kann.
« Letzte Änderung: 28.08.07, 12:09 von Calvados »

Offline carola

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Calvados, Hexle stört vermutlich ebenso wie mich die Aussage, dass ein Eisen den Huf negativ verändern muss. Wenn es ordentlich gemacht ist, muss es das nämlich überhaupt nicht. Nur, weil es - ebenso wie bei anderen Hufbearbeitern auch - bei den Schmieden (viele) schwarze Schafe gibt, muss man sie nicht über einen Kamm scheren. Und solche Aussagen verursachen leider auch oft das andere Extrem, das ich bei uns schon oft gesehen habe: die Pferde liefen barhuf bis sie kaum noch laufen konnten. Hufschuhe beim Reiten, barhuf auf der harten, steinigen Koppel/Paddock. Es geht leider nicht überall alles und auch nicht mit jedem Pferd. Wer sein Pferd in einer geeigneten Gegend barhuf laufen lassen kann, hat Glück und sollte es nutzen. Wer das nicht hat, sollte meines Erachtens aber auch nicht durch Ammenmärchen, verursacht durch schlechte Handwerker, verunsichert werden.
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Offline Calvados

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Hallo Carola,

ich glaube schon, dass Eisen den Huf immer negativ beeinflusst, in dem Sinne, dass er enger und die Hufhornqualität schlechter wird. Das muss aber noch nicht krankhaft sein und kann - je nach Nutzung - unumgänglich sein (es sei denn, ich umgehe statt dessen diese Art der Nutzung). Ich denke, es hat etwas mit der Flexibilität des Pferdekörpers zu tun, sich an verschiedene Bedingungen anzupassen, in jeder Richtung.

Schlechte Schmiede gibt es ebenso wie schlechte Hufbearbeiter, aber ich denke, es gibt so viele davon, dass es im Normalfall möglich sein sollte, einen guten zu wählen. Mein Ebeta-Huftechniker ist zugleich Schmied und darf auch beschlagen. Trotzdem kann er auch super Barhufpferde ausschneiden, Plastikeisen aufnageln und seine Kunden zum Barfußgehen und zu Hufschuhen beraten. Leider gibt es davon nicht so viele.

ich hatte füher maleinen schlechten Schmied und dann einen sehr guten, der mich aber komischerweise in Bezug auf das Barhufbeschneiden dann völlig falsch beraten hat, so dass wir kurzzeitig Stellungsfehler provoziert haben, die mein Pferd eigentlich garnicht hatte. Der hatte einfach keine Erfahrung mit Barhufpferden. Umgekehrt hatte ich bei der Umstellung einen eigentlich äußerst renommierten Hufpfleger, der sagte, ich sollte die Hufe nach dem Eisenruntermachen zunächst gar nicht aussschneiden, damit man erst mal sehen kann, wie er sich die Hufe natürlicherweise abläuft. Nur war das Horn damals noch so schlecht und der Tragrand so viel zu lang, dass ind en ersten Tagen an allen vier Hufen der halbe Huf ausgebrochen ist und er stocklahm ging. Nach ein paar Tagen habe ich ihn dann normal ausschneiden lassen, und von da an hatten wir nur noch die normalen Umstellungserscheinungen.

Offline Hexle

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genau das was carola sagte meinte ich - bei einem GUTEN Hufbeschlagsmenschen und einem einigermassen guten Hornmaterial merkst du am Huf garnichts wenn er beschlagen wird - die werden weder enger noch steiler noch sonstwas - es sei denn die Reiter lassen sich dazu hinreissen durch den geschützten Huf vermehrt auf hartem Boden zu reiten

reitet man auch mit Beschlag "intelligent" also gelenkschonend passiert den hufen auch nichts "trotz" Beschlag - sie verändern sich einfach nicht !!

Wenn sie durch Beschlag steiler / enger werden, ist das IMMER entweder ein Problem des Reiters oder des Hufbearbeiters .. aber es liegt nicht daran, DASS das Pferd beschlagen wurde sondern dass es SCHLECHT beschlagen wurde

meine beiden Pferde wurden regelmässig beschlagen und haben auch zwischendrin barhufphasen gehabt da hat sich weder am Strahl noch an den Trachten noch sonstwie etwas verändert .. und dgrosse jetzt seit 16 Jahren - die "kleine" seit 6 Jahren .. es verändert sich einfach nichts - weil ich einen guten hufbearbeiter hatte der eben beides im Griff hatte - Barhuf UND beschlag
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Offline Calvados

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Hallo Hexle, vielleicht liegt es auch daran, dass Dein Pferd immer mal wieder beschlagen war und dann wieder barfuß ging. Bei meinem hat sich nämlich definitiv was verändert (trotz gutem Schmied, nach einigen frustrierenden Erfahrungen), und die enge Strahlfurche bei beschlagenen und die weite bei unbeschlagenen sehe ich bei uns im Stall bei jedem Pferd, und die haben nicht alle denselben Schmied oder Hufbearbeiter. Allerdings gehen die alle entweder schon ewig barfuß oder schon ewig beschlagen, Saisonwechsler gibt es bei uns nicht.

Das Interessante ist, dass bei meinem die Trachten/Strahlfurche bei der Umstellung hinten weiter geworden sind wie beschrieben, und man hat den Zeitpunkt der Umstellung auch ganz deutlich am Horn gesehen (so wie ein Futterring, nur nach außen und eben kein Ring, sondern das blieb dann so), aber der Umfang von unten ist praktisch gleich geblieben. Ich habe damals alle paar Wochen die Hufumfänge auf Papier abgemalt und verglichen, da war so gut wie kein Unterschied zu bemerken. Nur eben wenn man von unten auf den Strahl geschaut hat. Und der Ring oben war wohl eher eine Veränderung der Struktur des Horns statt der Form des Hufes, das Horn ist irgendwie massiver geworden. Hab sogar Fotos davon...

Wir haben aber auch Pferde im Stall, bei denen sind die Vordereisen nicht rund, sondern eiförmig, und die Schenkel stoßen am Ende fast zusammen. Ob das Veranlagung ist oder am schlechten Schmied liegt, weiß ich nicht, würde aber zu Letzterem tendieren. Bei einem Barfußpferd habe ich diese Hufform vorne noch nie gesehen.

Irgendwie sind wir jetzt sehr OT gelandet... mich würde mal interessieren, wie sich die Boxeninhaberin entschieden hat und wie ihre Erfahrungen auf dem Ritt waren und wie sie jetzt weitermachen will.
« Letzte Änderung: 29.08.07, 09:58 von Calvados »

Offline zaino

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... vielleicht liegt es auch daran, dass Dein Pferd immer mal wieder beschlagen war und dann wieder barfuß ging.
Hmpf.... meinen Youngster damals wollte ich nicht beschlagen lassen, voller guter Vorsätze ... allerdings viele schotterwege. Doch, er hat gute Hufe, die nicht leicht brechen u. bröseln, der Abrieb ist normal, mancher Schmied u. Hufpfleger hat über sein hart-elastisches Horn geflucht beim Bearbeiten - ABERRRR!!! ich habs 1,5 Jahre lang redlich versucht u. mich gewundert, warum ein junges Pferd, das an der Hand im Schritt schneller als der Schall war, lang u. ausgreifend u. gehwillig, dann unterm Reiter auf einmal nimmer mitkam, u. zwar grundsätzlich auf Waldwegen, mit Kies u. Schotter, auch kleinem feinem Zeugs... kaum liess ich den vorn beschlagen, ging er wieder freudig ab wie Schmitts Katze. Nun, in den 1,5 Jahren hätte sich seine bis dazu jungfräulichen Hufe doch der Belastung anpassen müssen?
Mitnichten, er wurde zögerlich, zäh u. stolpert bis heute, wenns an der Sohle piekt. Klar lass ich ihn seinen Weg suchen. U. klar wähle ICH - ob mit Eisen oder ohne - die Rasenstreifen u. auch sonst immer den pferdefreundlichsten Boden.
Für Hufschuh waren wir zu doof, mich hats genervt, er wollte vor dem eigenen Vorderbein flüchten - uaaah was hängt denn DA??? - u. nu haben wir halt im Sommer Eisen vorn. So what? Ob er deswegen länger oder kürzer "hält" - wer will das sagen?
Manche gehen barfuss JEDEN Wanderritt u. nix ist, nix stört, Pferd läuft top.
Andere leiden halt u. wollen irgendwann nimmer vom Fleck. Letzteres muss doch nicht sein, oder?
Unsere Koppeln sind zu klein - also muss Reiten schon sein, auch im Sinne des Pferdes! Und das Laufen darf nicht weh tun. Punktum.

Offline donau

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calvados, wenn von jedem beschlagen die hufe enger würden.. wie erklär ich mir dann, dass bei meiner die hufe WEITER geworden sind, durch beschlagen?
zusätzlich hatte sie einen bockhuf, der auch trachtenzwanghuf war, so ganz ohne beschlag, wurde dann beschlagen weil sie ohne definitiv nicht laufen konnte (sohlenlederhaut entzündung nach ein paar stunden im kalten, weichen erdboden/ gatsch auf der koppel). genau diesen zwanghuf zu verbreitern, und damit den bockhuf nicht nur zu mildern, sondern wirklich zu entfernen, hat mein schmied geschafft. mit eisen... sogar soweit, dass wir jetzt probieren werden, ob sie nicht nach der korrektur doch barfuss über den winter gehen kann. wegen der gelenke, und weil der mechanismus ohne nägel drin einfach besser funktioniert, weil ja so eigentlich "gedacht".

ich denke wie carola und hexle, dass man nicht pauschal aburteilen sollte, ich hab enorm zwanghufige tiere gesehen, die barfuss liefen, und erst durch beschlag halbwegs normal dagestanden sind. und andersrum welche, die schlecht beschlagen waren, und barfuss super liefen. für´s pferd und den nutzungszweck muss es passen, und ja, ich will mein pferd nutzen, dafür bekommts sein futter und seine box.
dass man die umstellung am horn sieht, ist auch klar, allerdings sehe ich ich jede entzündung, jede behandlung, jede futterumstellung am huf, weil das meiner meinung nach so eine art "gedächtnisfunktion" des körper ist, da das horn sich ja nur alle paar monate (bei uns sinds vorn und hinten 6 an der zehe) komplett erneuert. in menschlichen haaren kann man auch noch nach monaten nachweisen, dass da was war...

so gesehen find ich, dass eisenbeschlag nicht negative folgen haben muss, aber meine erfahrungen waren auch anders als deine. auch bei anderen pferden, hängt immer vom jeweiligen schmied ab ;)
Wer auf seinem Standpunkt beharrt, darf sich nicht wundern, dass er nicht weiterkommt...

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Offline zaino

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... anzufügen wäre noch, es gibt leider SEHR steinige Gegenden, u. neuerdings werden auch Waldwege nimmer so schön gebaut wie mein Dad das zu seiner Zeit gemacht hat, am Schluß noch mit Sand "abfüttern" u. kräftig walzen, u. später einen netten Grünstreifen in der Mitte wachsen lassen - nein, es wird gröbster Schotter aufgebracht u. NICHT mehr gewalzt. Mit der Zeit sind dann nichtmal mehr die bewachsenen Wegraine gescheit zu bereiten, weils den eckigen garstigen Schotter da aussidrückt u. das Pferd den immer auch MIT Eisen direkt unter die Sohle kriegt, wenns blöd draufkommt. Autsch!
Bei meiner Bekannten im Pfälzer Wald/Hunsrück-Gebiet ist es streckenweise so steinig, dass Eisen mit den MInistifteln hinten einfach ein Muss sind, will man diese herrliche Landschaft reiterlich nutzen! Ihr ArthrosePferd ist trotzdem 28 Jahre alt geworden (die A... hatte er schon bevor sie ihn bekam, u. weiss Gott nicht vom Ausreiten im Wald bekommen!) u. fast bis zum Schluß war er ein schnelles trittsicheres gut bemuskeltes Supergeländepferd! Trotz der böööhsen Eisen!

Schön, wenns ohne geht, spart 'ne Menge Zeit u. Geld, aber wenns eben so gar NICHT ohne geht... wo ist dann das Problem, Eisen draufzumachen?

Offline AndreaT.

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Rinchen - wie war denn der 2-Tagesritt ? Wie hast Du Dich denn entschieden ? Ich würde mich über eine kurze Nachricht sehr freuen !  :D
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Offline donau

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nachdem rinchen sich nicht meldet, hab ich einen bericht. war insgesamt 3,5 tage unterwegs auf wanderritt auf wirklich grausamem boden: wege und forststrassen gesandet mit 5mm rollsplit, teilweise grosse steine dazwischen. hat gewirkt wie schmiergelpapier, die pferde, die öfter in der gegend laufen sind rundrum beschlagen, aussage der leute dort: "alles, was unbeschlagen kommt, ist normal am 2. tag (nach 1,5 reittagen) platt"

nun ist meine ja nur vorne beschlagen, hat aber enormes wachstum und gute hornqualität, ich hab´s also probiert. die vorderen eisen hats ordentlich mitgenommen, normal halten die ca 10 wochen (2 beschlagsperioden) problemlos durch, diesmal waren sie abgelaufen. die hinterhufe haben´s aber fast besser überstanden als die eisen, sie war zwar kurz, aber weder fühlig noch sonst was, lief völlig gleichmässig über die schotterwege. war aber auch schlau genug, auf asphalt bzw. in die wiese/waldboden auszuweichen, wenns ging.

die gegend dort ist definitiv nicht für barfuss geeignet, eisen und hufschuhe nützen sich dort auch enorm ab, wie stark sieht man aber erst, wenn man davor steht, da die 90% der wege mit dem scharfen sand präpariert sind, und es kaum feld- oder waldwege gibt.

so, und jetzt darf rinchen ;)
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Offline RinchenTopic starter

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Huhu,

der 2-Tagesritt hatte sich zunächst zeitlich nach hinten geschoben und dann leider zerschlagen. Hatte aber, da es dann besser vom zeitlichen Abstand zu dem 5-Tagesritt Ende Sept. gepasst hätte, das Pony letzte Woche mit Kunststoff (Hippoflex) auf allen 4 Hufen beschlagen lassen.  Dafür war ich gestern als kleine Entschädigung und Generalprobe 1 Tag auf/um den Donnersberg reiten mit einer der Freundinnen, die auch bei den 5 Tagen mitkommt.
Es war sehr schön und recht anstrengend, aber das Pony hat es sehr gut gemeistert, ich denke, er ist schon ganz gut fit mittlerweile. Ich war aber doch echt froh über den Hufschutz, barhuf wäre teilweise nicht schön gewesen. Wir hatten einen Weg, der war total mit groben Steinen geschottert und auch die Waldwege waren teilweise recht steinig.

Offline RinchenTopic starter

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Und dabei fällt mir noch zu dem 5-Tagesritt ein: wir wollen in den Pfälzer Wald, am Rande des Waldes, Übergang auch nach Frankreich/Elsass, sag mal grob ab Bad Bergzabern und dann südlich, hat jemand Tips für schöne Touren, nette Übernachtungsmöglichkeiten ?

Offline AndreaT.

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Fein dass der Tagesritt schön war und die Beschläge sich bewähren  :D

Auf der Pfälzer Seite war ich noch nicht, nur im Elsass. Das war Klasse.
Ich hatte mal einen link mit auch Pfälzer Adressen, ich geh mal wühlen.

Hier zum Beispiel: http://www.wanderreiten.net/

und hier, falls ihr ins Elsass wollt: http://www.chevalsace.com/Carte_basrhin.htm
« Letzte Änderung: 12.09.07, 15:28 von AndreaK. »
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