Autor Thema: Stuten mit komischen Hormonspiegel - schwankende Arbeitsmoral  (Gelesen 27407 mal)

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Offline Tüpfel

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Die Hormone können schon ein Hindernis bei der Bahnarbeit sein : Hier muß sich das Pferd ganz anders konzentrieren, präzise auf Hilfen reagieren, im Gelände ist die Einwirkung reduzierter, die Konzentration auch auf andere Dinge (den Weg, die Umgebung) verteilt und meist "reitet" man auch draußen viel weniger. In der Bahn muß man für eine fruchtbare Zusammenarbeit ein Pferd haben, das sich fallen läßt. Im Gelände ist der Anspruch an die Haltung ein ganz anderer und das Pferd geht eigenverantwortlicher......

Grüßle Tüpfel

Offline Corali SeifertTopic starter

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Hallo
und erst einmal vielen Dank für die vielen Antworten.  :) :) :)
Die Eierstöcke und alles was damit zusammenhängt wurden auf Tumore, Zysthen oder andere Veränderungen untersucht und nichts wurde gefunden.
Also daher kommt es nicht.
Bei der Bodenarbeit erweißt sich scho als ziemlich zäh und dominat... sie ist härter als ne Kokosnuss.  ???
Durch ihre Größe ( 1,75m) ist sie nicht einfach zu händeln... ich werde weiter mit ihr am Boden arbeiten und mal schaun was sich entwickelt....
Sicherlich gibt es leichtere Pferde... sie ist verunsichert und dominant zugleich... blöde Mischung.

Die Besitzer erzählten, dass sie schon als Fohlen sehr zurückhaltend war und wenig dem Menschen zugewandt war. Ihr Bruder, aus der gleichen Mutter ist total anders.

Also mal schaun was sie noch so allers im Programm hat.

Viele Grüße


Offline AndreaT.

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Ihr Bruder ist ja auch keine Stute  8)
Sie kann trotzdem Hormonstörungen haben, auch wenn keine Zysten und sonstigen Veränderungen schulmedizinisch zu finden sind. Ich würde wirklich einmal einen THP zu Rate ziehen.
Und die Grösse hat meines Erachtens mit einer guten Händelbarkeit nur wenig zu tun - entweder ist ein Pferd kooperativ oder nicht, 10 cm mehr oder weniger machen da den Kohl nicht fett.

Trotzdem viel Vergnügen, wenn Du es schaffst ist es umso schöner  :D je schwieriger es einmal war.
Darfs ein Sprickel mehr sein ?

Offline Corali SeifertTopic starter

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 :)Moin,
mehrerer Tierärzte wurden zu Rate gezogen. Das Einzigste was gesagt wurde ist, der Dame die Pille in flüssiger Form zu verabreichen... dabei sollten die jüngeren Frauen im Umgang mit dem Zeug sehr vorsichtig sein... kann nämlich zur Unfruchtbarkeit führen.
Für viele ist die Dame ein großes Rätsel... Ich habe sie unter der Reiterin gesehen und es war gerade mal möglich eine Runde im Schritt zu gehen und dann blieb sie stehen... Schenkelhilfe veranlassten sie rückwärts zu gehen oder in der nächsten Ecke einzuparken.
Mit Hilfe einer Person die neben herlief konnnte sie wieder zum vorwärtsgehen bewogen werden...
 ??? Aus Erzählungen hat man schon vieles Versucht... mit Gerte antreiben, longieren, ... Reaktionen waren totale Verweigerung, gezieltes Ausschlagen mit der Hinterhand nach dem Schenkel oder der Person am Boden...... wobei... longieren ohne Reiter geht gut... ;D
Die Besitzer sind wirklich keine unerfahrenen und dummen Reiter. Sie verhalten sich konsequente und pferdegerecht... haben viele Pferde zugeritten und sind keine Anfänger...
das Verhalten würde schon auf unkonsequentes und falsches Verhalten dem Pferd gegenüber hinweisen... ???... ist aber nicht so!

Vielleicht versuche ich es einfach mit dem Mittel was hier im Vorum vorgeschlagen wurde.... wenn es homoöpathisch ist kann es ja nicht ganz verkehrt sein...

auf ein Neues... ;D
Ciao

Offline Manu

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Diese "flüssige Pille" ist ein Medikament names Regumate, das den weiblichen Zyklus auf Null zurückfährt. Ja, als Frau sollte man damit vorsichtig sein und nur mit Handschuhen damit umgehen. Ich würde das wirklich mal zwei Wochen geben, allein um zu sehen, ob die Stute ohne die Hormonprobleme anders ist. Je nachdem was der Grund für ihre Hormonstörung ist, können die Probleme nach Absetzen des Medikaments eventuell wiederkommen (aber vielleicht ja auch nicht). Wenn dann weder Homöopathie, noch andere alternativen Dinge helfen, kann man die Eierstöcke auch entfernen.
Noch eine Möglichkeit, wenn auch sehr sehr selten: Mein Tierarzt hat vor kurzem eine Stute wegen ähnlicher Probleme (ließ sich aber praktisch garnicht anfassen) operiert. Die hatte einen Tumor an einem der Eierstöcke. Daher sollte dieser Eierstock entfernt werden. Nachdem er die Stute aufgemacht hatte (zum Glück in diesem Fall nicht laparoskopisch, sondern konventionell), fand er allerdings noch eine ganz andere Erklärung für ihr Verhalten. Sie war ein Zwitter und hatte im Bauchraum einen völlig mit dem umgebenden Gewebe verwachsenen Hoden. Daher der hohe Testosteronspiegel. Da das, aufgrund der Verwachsungen, leider nicht operabel war, ließ man sie danach nicht mehr aufwachen. Sehr schade, war ein nettes Pferdchen.
Ich hoffe natürlich, daß das auf "Deine" Stute nicht zutrifft.
Grüßle, Manu

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Offline Corali SeifertTopic starter

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Hai,
wir haben sie einfach als Autistisch eingestuft ::) und haben an die Variante mit dem Zwitter auch gedacht... könnte man so etwas auch mit Ultraschall entdecken?

Vielleicht wäre es für das Pferd besser wenn sie wirklich in den Pfedehimmel kommt...
Die Besitzer möchten sie verkaufen... aber so natürlich nicht... null Chance :(
Sie aber in "Profihände" zu geben haben sie auch überlegt aber befürchten das dann nur daruf rumgedroschen wird...und damit kommt man bekanntlich nicht sehr weit...

Offline Manu

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Hai,
wir haben sie einfach als Autistisch eingestuft ::) und haben an die Variante mit dem Zwitter auch gedacht... könnte man so etwas auch mit Ultraschall entdecken?
Ich vermute ja eher nicht. Zumindest nicht rektal, wie solche Ultraschalls normalerweise gemacht werden. Aber ich frag gern mal meinen Tierarzt, ob er mit dem jetzigen Wissen, daß diese Stute einen Hoden hatte, diesen mit Ultraschall gefunden hätte (wenn er denn nach sowas gesucht hätte). Ich seh ihn am Freitag und Samstag. Ich hoffe, ich denk dran zu fragen. Dann werde ich berichten.
Grüßle, Manu

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Offline Manu

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Er hat geantwortet, daß er jetzt, mit dem Wissen, wo er suchen muß, so einen Hoden beim Schallen finden und erkennen würde. Rektal.
Grüßle, Manu

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Offline Tipsy

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Im früheren Stall hatten wir eine Stute, die sich immer mehr als seltsam verhalten hat. Die Besitzerin - eigentlich keine Anfängerin im Umgang und beim Reiten - ist echt am Verzweifeln gewesen. Dominant, hengstisch, fast unverträglich mit anderen Pferden, so gut wie unreitbar - dann wieder mal ein-zwei Wochen super zu reiten (die Stute konnte eigentlich was, hatte sicher so M-Niveau) - dann wieder genau das gleiche, sie gebärdete sich beim Reiten, hat sich mitsamt dem Reiter auf den Boden gelegt usw. Ärztliche Untersuchungen brachten nicht wirklich viel, ein wenig gestörter Hormonhaushalt, was auch versucht wurde zu behandeln. Verschiedenste Untersuchungen in versch. Kliniken - null Ergebnis.
Irgendwann hat sie dann innerhalb des Stalles den Besitzer gewechselt - der neue Beitzer war Tierarzt und hat dann auch einiges - auch homöopathisch usw. probiert. Außerdem auch verhaltenstechnisch (Natural Horsemanship) viel mit ihr gearbeitet. Kurze Besserungen, dann wieder massive Rückschläge.
Irgendwann hat er dann beschlossen ihr die Eierstöcke (auf denen man beim Schall nix gesehen hat) zu entfernen. Und siehe da, er hat dabei einige Zysten und Tumore gefunden. Stuti hat die Op gut überstanden und wurde vom Verhalten her um einiges besser. Konnte wieder relativ normal geritten werden, wenn sie auch irgendwie einen leichten "Knall" beibehalten hat.
Leider lag sie einige Jahre später einfach tot auf der Weide - wobei nie genau geklärt wurde warum, obwohl glaub ich sogar eine Obduktion gemacht wurde.

Ist halt immer schwer es zu probieren, weil man hat ja das Gauli irgendwann so gern, dass man es auch dann nicht "gehen lassen kann", wenn es eigentlich für beide nix mehr bringt und vielleicht sogar schon gefährlich ist.
Andererseits kann ich gut verstehen, wenn Du es probieren willst, wenn da eine Verbindung zwischen Euch ist.

Offline terra

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Eine meiner Koppelpartnerinnen verhielt sich ähnlich, wobei sie nur dem Menschen gegenüber dominat war  ;D. Nach diversen erfolglosen homöopathischen Behandlungsversuchen bekommt das Mädel nun seit über einem Jahr Regumate - und ist ein netter Freizeitkumpel geworden. DER Menschenfreund ist sie nicht geworden, aber im Umgang problemlos und vor allem : durchgängig reitbar :D.

@diana.m.: ausreiten ging seltsamerweise immer - auf Koppel führen/Bahnreiten eine Quälerei ::)

Offline carola

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Habt ihr den Bericht in der aktuellen Cavallo gelesen? Glasmurmeln einsetzen?
Ein gewisses Maß an Unordnung ist der Preis für Freiheit!

Offline LisaE

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Hallo,
tja, zuerst dachte ich, jemand schreibt über mein Pferd ;-)
Seit dem Kauf meiner Stute vor 3 Jahren stand ich vor ähnlichen Problemen.
Kurzfassung :
Insgesamt extrem hengstiges Verhalten (mal mehr, mal weniger schlimm), insbesondere gegenüber meinem Wallach. Bis hin zum beriechen, begrunzen, auseinanderscharren seiner Haufen. Selber einen Haufen draufsetzen. Prüfen, ob es gut ist usw. Führen dieser Stute zusammen mit dem Wallach unmöglich. Extrem agressiv gegen ihn, aber in 3 Jahren keine einzige Verletzung. Maskuliner Körperbau. Zeitweise Schreckattacken (man merkt gerade noch, wie alle vier Hufe des gerade bene noch gelassen neben einem hertrottenden Pferdes wieder auf dem Boden landen. Super lieb und verschmust gegenüber dem Menschen, eher der Typ "Zeig mir, was ich für Dich tun soll", nur ein paar Tage lang vor der Rosse "Heute kanst Du mich aber mal". Dominant aber nett gegenüber anderen Stuten. Freundin und Ersatzmama des Waisenfohlens (Hengstchen) vom letzten Jahr. Deutschliche Rossen. Dauerdurchfall bis hin zum Zustand "eigentlich nur braune faserhaltige Brühe". 4 TA ratlos. Kein Befund.

Eine Bekannte (kein TA, sondern Pferdewirtschaftsmeisterin ;-)) gab mir den Ratschlag einer erneuten Ultraschalluntersuchung zu einem "schlimmen" Zeitpunkt mit der gezielten Suche nach Zysten oder Tumoren, Gesagt, getan. Zyste gefunden. Auf der anderen Seite voll funktionsfähiger Eierstock. Hormonbehandlung durchgeführt. Danach keine Zyste mehr, aber immer noch hengstiges Verhalten. Hormonbestimmung mittels Blutprobe. Ergebnis : Testosteron-Spiegel eines ausgewachsenen WB-Hengstes bei meiner QH-Stute (2,97 ng/ml). Eine Weile abgewartet, da die Hormone sich wohl erst abbauen müssen.

Langsam wurde das Benehmen der Stute besser. Merkwürdigerweise wurde auch der Durchfall besser. Aber mnchmal gibt es Tage, da denke ich "Es geht doch nicht wieder los ?"

Mein persönliches Fazit :
Eine echte Hormonstörung ist eine ernste Krankheit. Das Pferd leidet sowohl physisch als auch psychisch.
Es sollte möglichst bald (nicht wie bei mir nach 2,5 Jahren) eine vernünftige Untersuchung stattfinden.
Meiner Ansicht nach ist die Devise "Meine Stute ist so hengstig, wie kann ich sie trotzdem reiten und mit ihr umgehen" völlig falsch, wenn eine tatsächliche Störung vorliegt, muß diese gesucht und behoben werden !
Allerdings muß man auch aufpassen; oft meint nämlich die Umwelt (evtl. auch der Tierarzt ;-)), daß man bzw. frau ein etwas schwierigeres Pferd hat und einfach zu "blöd" ist, damit umzugehen. In diesem Fall muß man einfach am Ball bleiben.
 
Alternativ zu den Zysten können übrigens auch noch Tumore und Störungen der Hirnanhangdrüse Auslöser für erhöhte Testesteronwerte sein.

CU
Lisa

P.S.
Die Gabe von Regumate funktionierte bei meinem Pferd übrigens garnicht, es wurde nur viiiiiel schlimmer ;-))
« Letzte Änderung: 24.08.07, 16:24 von LisaE »