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Ausbildungsplan für Therapiepferde

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Corali Seifert:
Hallo,

hat jemand Erfahrungwerte wie ein Ausbildungsplan für Therapiepferde aussehen könnte? Ich versuche gerade eine Struktur schriftlich zu erarbeiten und hänge noch ziemlich in der Luft ???
Ich habe seit einem Jahr die Teilverantwortung für 7 Therapiepferde, wovon 2 erst 5 Jahre sind und ihre Ausbild zum TH Pferd erst beginnen... aber ohne Struktur geht da nix voran...die zwei Neuen sind ein süd. Kaltblut und ein Norweger... beide sehr lernfreudig...

würde mich freuen wenn ich Hilfe und Tipps bekommen könnte....
auch wie ich es zeitlich unterbingen kann in einem vollen Therapiebetrieb....

also dann warte ich mal geduldig... danke schon mal ;)

FYLGJA:
Hallo Corali,

weiß nicht, was Du Dir unter 'Plan' vorstellst. Die zeitlichen Einteilungen mußt Du Dir ja in Deinem Alltag schaffen. Kenne ich gut, auch bei uns ist immer wenig Zeit frei zwischendrin und da muß man einfach immer gut planen...

Wir bilden unsere Youngsters erst am Boden nach LTJ aus, machen Dominanztraining mit ihnen und arbeiten sie von Beginn an auch frei im RoundPen. Dies alles erfordert kaum Vorbereitungszeit (Halfter und andere Utensilien holen, Pferd holen, Hufe auskratzen), das kann man immer dazwischenschieben. Wichtig nur, dass man selbst (noch) wach und konzentriert sein kann und möglichst keinen Zeitdruck im Nacken hat ! Dann kommt das erste Draufsitzen dazu und schliesslich das gesamte Einreiten in Etappen, je nach Zeit und Bedarf. Wir setzen unsere Ponies (allerdings überwiegend selbstgezogen, daher gegenseitiges Respektieren und Kennen von Pferdegeburt an) schon relativ früh auch geführt in einigen HPA-Std. ein bei etwas fitteren, mutigeren Kindern. Ist bei unseren HPA-Kindern sogar so ein 'Kick' für bestimmte Kinder, die gerne die 'jungen Wilden' haben wollen...  ;) Voraussetzung dafür ist selbstverständlich, dass die Youngsters uns (ReitpädagogIn) am Boden als 'Chef' und 'Chefin' hundertprozentig akzeptiert haben und sich weder losreissen noch irgendeinen größeren Blödsinn veranstalten. Dass sie noch öfter mal vor neuen Dingen vielleicht einen Satz zur Seite machen können, wissen die Kinder und finden es spannend und fühlen sich ganz stolz, bei der 'Pferdeausbildung' mitmachen zu dürfen...  ;) Unsere PraktikantInnen dürfen in dieser Phase noch nicht mit unseren Youngsters arbeiten, das machen dann nur mein Mann und ich, je nachdem wer von uns am meisten mit dem Pferd gearbeitet hat in der letzten Zeit. Maximal arbeiten die Youngsters anfangs eine Stunde pro Woche mit, später zwei, usw. Wichtig, sie nicht zu früh zu stark zu fordern. Sie müssen, genau wie die 'alten Hasen' immer ihren Spaß an der Sache behalten !!! Deshalb kurze Einheiten und erst nur wenige HPA-Einsätze. Selbständig geritten werden unsere Ponies übrigens erst lange Zeit nur von uns oder von fitten PraktikantInnen unter unserer Anleitung. Erst nach mindestens einem Jahr dürfen sie dann im HPA auch mal bei den Stunden mitgehen, wo die ReiterInnen mit dem selbständigen Reiten anfangen.
'fertig' ausgebildet ist ein Therapiepferd nie, aber routiniert und sicher in jedem Fall erst nach Jahren ! Das muß man wissen und es muß immer in die Stundenplanung einfliessen.

Soweit. Hoffe, Dir ein bisschen weitergeholfen zu haben ? ;)

Gruß, Anne von Hof FYLGJA

Corali Seifert:
Hallo Anne,

vielen Dank für deine super nette Antwort. Gut das es das Forum gibt... auch wenn ich ein Team von 9 Therapeuten um mich rum habe... stehe ich doch relativ alleine da. Zumal ich die einzigste Therapeutin mit Festanstellung bin.... und ich schließlich das junge Gemüse eingekauft habe...
Das mit den Prakikanten kenne ich auch... ich habe erst lernen müssen, das besonders die jungen Hüpfer eine konstante Person brauchen....
Ich habe am Anfang garnicht nachvollziehen können warum das Kaltblut Simmerl sich so anders benimmt.... der weiß genau wo er was machen kann und wo nicht. :)
...aber viele "Pferdekenner" haben sich noch keine Gedanken über Bodenarbeit und Dominaztraining gemacht...  da bin ich schon mal auf dem richtigen Weg, denn ich arbeite viel am Boden und die Erziehung fängt schon beim Putzen an...

Meine Jungen setzte ich auch schon beim HPR ein. Den Norweger 1-3x... das reicht ihm auch. Beim Kaltblut habe ich den Fehler gemacht ihn in andere hände zu geben... die Konsequenz ist, dass ich nur noch mit ihm arbeite bzw. mein Kollege....  ::)man / frau lernt nie aus.

Kennst du im Süden ... also Münchner / Ingolstädter Raum jemand der gute Bodenarbeitskurse anbietet? Es ist nie schlecht mal wieder was aufzufrischen und dann kann ich gleich mit dem Therapiepferd teilnehmen.

Viele Grüße
Ute

FYLGJA:
Hallo Ute,

Münchner Raum kenne ich niemand. Kann Dir aber wärmstens die Bodenarbeitskurse bei Barbara Heilmeyer empfehlen. Sie lebt inzwischen in der Nähe von Karlsruhe. Kann aber sein, dass sie ab und an auf ihrem früheren Hof im Allgäu nochmal einen Kurs gibt ??? Goggle einfach mal mit ihrem Namen und frag' sie einfach nach einem Kurs mit ihr in Deiner Nähe. Ist eine tolle Frau mit viiiieeeel Erfahrung und Können !!! :) :) :) Kenne sie persönlich schon viele, viele Jahre und hatte schon etliche Kurse (Reiten, Bodenarbeit) bei ihr. Grüß' sie bitte ganz herzlich von mir, wenn Du sie sprichst ! ;)

Herzliche Grüße, Anne von Hof FYLGJA

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