Rund ums Reiten > vom Boden aus...

Wie habt ihr angefangen?

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JulietSunny:
Hallo ihr "Zirkusleute"!

Mich würde mal interessieren, wie ihr mit Bodenarbeit angefangen habt!

Ich habe meine Ponystute nun seit knapp 3 Monaten und wollte eigentlich immer schon mit dem eigenen Pferd Bodenarbeit machen. Ich habe auch einiges darüber gelesen. Mein Pony kennt angeblich auch schon Bodenarbeit (Plane) von der Vorbesitzerin (Pony ist 8 Jahre alt).

Im Stall macht sonst niemand sowas. Meine Stute ist eigentlich sehr aufgeweckt und gelehrig, durchaus ein wenig schreckhaft (VB-Anteil), aber klar im Kopf.

Ich habe Führübungen mit ihr gemacht, kann sie "abstellen" und "heranrufen", Stangen-L rückwärts haben wir heute zum ersten Mal gemacht, schien mir aber, dass sie das schon kennt, sie passt absolut auf, keine Stange zu berühren. Schulter herein habe ich probiert, ja, ich glaube, das war es schon fast.

Mein Problem ist, dass ich sehr unsicher bin (erstes Pferd) und bei manchen Dingen nicht weiß, wie ich mich meinem Pferd verständlich machen soll.  Ich wollte mich eigentlich an das Buch "Pferdeschule" von N. Penquitt halten. Also wollte ich ihr beibringen, auf Kommando/touchieren die Beine anzuheben. Aber sie versteht nicht, was ich von ihr will. Ich merke, dass sie lernen möchte, aber so wie im Buch beschrieben, klappt es nicht (wenn sie ein Bein kurz anhebt, dann zum rückwärts gehen und das kann ich doch nicht belohnen).
Nun würde ich von euch gerne wissen, wie ihr angefangen habt, was ihr für Probleme hattet und wie ihr sie gelöst habt. Hattet ihr fachkundige Hilfe? Ich weiß nicht, ob ich mit der Übung weitermachen sollte, weil ich nicht weiß, ob ich nur etwas Gedult bracuhe, oder ob ich einfach was falsch mache.

Meine Stute kann sich auch nicht so lange konzentrieren. Sie weiß auch, dass es bei Bodenarbeit Leckerchen gibt und konzentriert sich schnell nur noch auf die Leckerchen in meiner Tasche und nicht auf ihre Aufgabe.

Also, ich würde mich über Anregungen udn Erfahrungsberichte freuen! Ihr müsst doch alle mal angefangen haben, oder?

Ich bin gespannt auf eure Berichte!

Viele liebe Grüße,
Juliet

Julchen:
Hi!

Also bei uns war das so, dass Gentlegladur Unterricht nach Wiemers in einem Reitstall gegeben hat. Dort bin ich dann hingefahren und hab mir das ganze mal angeschaut. Wichtig ist, dass du dein Pferd "parken" kannst etc. Dann Biegeübungen (Leckerlie an der Kruppe geben z. B.), Streckübungen der Beine und dann mittels Beinlonge das erste "Schaukeln" bis hin zum Kompliment. Tja, und so hab ich dann auch angefangen... Mit dem Beine touchieren hatte ich anfangs auch arge Schwierigkeiten, mein Pferd stand und stand und stand... Irgendwann hab ich dann einfach mal ein bißchen kräftiger zugelangt (Wiemers schreibt auch in ihrem Buch, dass das Pferd durchaus lernen sollte, dass die Gerte auch mal "beißen" kann) und siehe da, dank Brutalo-Frauchens Attacke kann der Hafi jetzt schön die Beinchen heben, selbst bei leichterem Touchieren  ::)

Kruemmelmonster:
Hallo zusammen,

auch ich habe mich ohne Hilfe etwas in Dodenarbeit (erste Schritte) versucht... Nur ist das bei einem standfesten Kaltblut gar nicht so einfach... Hat höchstens blöd ausgeschaut, wenn ich dastand wie der Esel am Berg!
Jetzt habe ich eine tolle Pferdetrainerin gefunden und siehe da, schon nach der ersten Lektion haben mein Pferd und ich schon viel weniger Mühe einander zu verstehen!
Wir stehen zwar auch noch am Anfang aber ich bin jetzt schon viel zuversichtlicher als am Anfang!
Ich habe die Trainerin auch gefragt, wies mit Apfel oder so für zwischendurch aussieht. Aber sie hat mir davon abgeraten und gemeint: "Dann bist Du mit der Zeit für Dein Pferd nur der Apfelbaum oder Leckerlispender" Also belohne ich mein Pferd erst zum Schluss mit Leckereien.

Liebe Grüsse und viel Erfolg

Christa

semiramis:
Juliet, ich würde sagen, beharrlich bleiben. Gerade bei Dingen wie Beine heben auf Touchieren reagieren viele Pferde erst mal mit grossen Fragezeichen über dem Kopf. Wenn du merkst, dass sie dich partout nicht versteht, einfach dran bleiben. Sie wird dir dann vermutlich alles mögliche anbieten (z.b. rückwärtsgehen). Diese "falschen" Reaktionen sollst du ignorieren. Nicht schimpfen, nicht gegenziehen, einfach abwarten, bis sie wieder steht und noch einmal touchieren. Sobald sie eine Reaktion zeigt, die auch nur ein bisschen in die richtige Richtung geht, sofort belohnen. Ob du dabei Leckerlie einsetzen willst oder nicht, hängt vom Pferd ab. Es gibt Pferde, die auf Leckerlie nur mehr hektisch reagieren, dann ist es eventuell einfacher, erst mal bei der Stimme zu bleiben. Im richtigen Moment würde ich aber anfangs überschwänglich loben, so dass sie merkt, dass du dich gerade unbändig freust, dass sie richtig reagiert hat. Das mag lächerlich klingen für Aussenstehende, du wirst aber merken, dass sich solche Begeisterung aufs Pferd und dich übertragen wird. Das steigert die Freude an der Arbeit ungemein. Wenn die Übung besser sitzt, ist es dann auch nicht mehr nötig, solchen Überschwang an den Tag zu legen.

Wichtig ist, nicht zu lange üben. An manchen Tagen besteht der Erfolg vielleicht nur darin, dass sie eine Bewegung in die richtige Richtung gemacht hat. Macht nichts. Loben, sich freuen und aufhören. Am nächsten Tag neu beginnen. Vielleicht wird sie beim zweiten Mal üben nur noch fünf Minuten brauchen, bis sie die richtige Reaktion zeigt, beim dritten Mal noch drei Minuten etc., etc. Am Anfang der Bodenarbeit steht viel Geduld. Mit der Zeit schnallen die Pferde dann, das "Prinzip" des Lernens, will heissen, sie merken, dass du eine bestimmte Reaktion wünschst und dass sie dafür belohnt werden. Dadurch werden sie immer erpichter darauf, die gewünschte Bewegung auszuführen und man hat plötzlich mit einem übermotivierten Pony zu kämpfen. Aber dazu später  ;).

Leckerlies kannst du im Moment z.B. als besondere Zugabe bereithalten, wenn etwas ganz besonders gut beklappt hat. Also vorläufig eher zurückhaltend füttern, vermehrt mit Stimme loben und dann mit viel Freude ein Leckerlie reichen, wenn etwas lange geübtes endlich geklappt hat (auch die kleinen Schritte nicht vergessen!). Du darfst dabei wirklich ruhig übertriebene Freude zeigen, strahlen, dem Pony um den Hals fallen, egal  ;). Einfach richtig Begeisterung aussenden. Das motiviert ungemein. Wenn sie danach bettelt: konsequent verbieten. Futtersitten können alle lernen.

Aller Anfang ist schwer, aber ich kann dir versprechen, mit der Zeit wird alles einfacher und die Pferde entwickeln unglaublichen Spass an dieser Art der Arbeit. Ausserdem hilft es ihnen, ein besseres Körpergefühl zu entwickeln und sie lernen, auf dich zu achten. Daher empfehle ich dir, am Ball zu bleiben und dich in Geduld zu üben, dann wirst du bald schon die ersten Lorbeeren einsammeln können. Wir warten schon gespannt auf positive Berichte  ;)

Anniepu:
Hallö!
Ich mache mit meinem Pony auch schon länger Bodenarbeit und unterscheide dabei (gerade wegen der Leckerliegabe) konsequent zwischen Gehorsamsübungen (ground tying, Stehenbleiben etc...) und Übungen wie Zirkuslektionen oder anderen gerade am Anfang besonders schwierigen Übungen. Bei den Gehorsamssachen, weiß das Pferd ziemlich bald, was Du von ihm willst, weil es Deine Bewegungen anhand der Körpersprache verstehen kann. Bei Zirkuslektionen allerdings weiß es das am Anfang nicht, denn woher solle es auch wissen, dass die touchierende Gerte am Bein bedeutet, dass das Hüh die Beine heben soll. Deswegen mache ich es so, dass wirklich nur bei besonders schwierigen Lektionen oder bei Zirkuslektionen das Pferd unmittelbar danach ein Leckerlie bekommt, dann lernt es einfach besser, was es machen soll. Und wenn ich Gehorsamsübungen mache, dann gibt es nach der Arbeit, also wenn alles geschafft ist ein bisschen Futter aus dem Eimer. Dann weiß er auch, dass alles prima war.

Liebe Grüße,
Annie***

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