Autor Thema: Takt bei Barockpferden  (Gelesen 14347 mal)

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Offline Sugar-for-Rick

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Re: Takt bei Barockpferden
« Antwort #30 am: 12.04.07, 09:00 »
Zum Thema Takt (frequenz)beeinflussung folgendes:

Wenn mir ein Pferd zu schnell werden will, dann bleibe ICH in der Frequenz, die ich haben will. Dadurch komm ich zwangsläufig hinter die Bewegung. Das ist auch für mich nicht gerade bequem,  aber für das Pferd ist es erst recht unbequem. Und dann wird es sich doch sehr bald bemühen, zu mir zurück zu kommen. Ich lasse mir von dem Pferd unter meinem Hintern den Takt nicht vorschreiben. DAS MACHE ICH!  Umgekehrt geht es genau so. Will ich die Frequenz erhöhen, sitze ich schneller und auch da wird das Pferd sehr bald mit mir mitkommen. Da braucht es keine Einwirkung durch die Hand. Das Aushalten auch durch ein größer werden / strecken nach oben im Körper verstärken in Verbindung mit oben beschriebenem langsamer sitzen.

*HMLModusaus*

Ich bin Westernreiterin und deshalb ist es bei mir wichtig, mit wenig Zügeleinwirkung zu reiten. Mein Pferd stürmt gern vorwärts, was die Sache ziemlich kompliziert.  :-\

In den letzten Wochen hat sich mein Pferd schleichend angewöhnt, im Gelände bergauf immer mehr zu eilen, je steiler es wird. Es entzog sich ganz klar, um mit der Hinterhand so wenig wie möglich Gewicht aufnehmen zu müssen. Wenn ich den Zügel annahm, rollte es sich auf und die Tritte wurden kürzer, der Takt jedoch wurde kein bisschen langsamer.  ::)

Gestern habe ich den obigen Beitrag von Kevin gelesen und dies umzusetzen versucht. Und es war erstaunlich, wie mühelos ich den Takt beeinflussen konnte.  :D Ich liess dem Pferd einen flüssigen Schritt bergauf, aber sobald es eilig wurde, blockierte ich meine Hüfte um sofort wieder locker mit der (langsameren) Bewegung mitzugehen, wenn das Pferd wie gewünscht reagierte. An einem steilen Wegstück war Trab zur hektischen Rennerei und Pullerei geworden.  ::) Gestern ging es am losen Zügel im gemütlichen Trab.  :D

Danke für den Tip, Kevin!

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Liebe Grüsse von Simone

Offline Kevin

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Re: Takt bei Barockpferden
« Antwort #31 am: 12.04.07, 17:02 »
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Danke für den Tip, Kevin!

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Gern geschehen. Die Barocken und die Westernreiter sind gar nicht sooo weit entfernt von einander!

Offline Sugar-for-Rick

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Re: Takt bei Barockpferden
« Antwort #32 am: 13.04.07, 08:50 »
Die Barocken und die Westernreiter sind gar nicht sooo weit entfernt von einander!

Genau. Ich bin dafür, immer mal wieder über den Tellerrand zu schauen und von anderen Ausbildungsmethoden zu profitieren.
Mein Pferd geht erfolgreich Western-Turniere (ohne schwunglos auf der Vorhand zu schlurfen  ;)). Es kann aber z.B. auch sämtliche Seitengänge in allen Gangarten, weil ich diese als enorm gymnastizierend betrachte.
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Liebe Grüsse von Simone

Offline ahpe

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Re: Takt bei Barockpferden
« Antwort #33 am: 13.04.07, 15:22 »
Hab den Thread gerade erst gefunden. Sagt mal ist Euch auch aufgefallen, dass an manchen Stellen das Video schön profimässig verlangsamt wurde ?! Ganz besonders deutlich merkt man das z.B bei 3:01.... Gerade wenn man Takt und Frequenz beurteilen will, natürlich eine schöne Schummelei....

Offline Figonero

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Re: Takt bei Barockpferden
« Antwort #34 am: 13.04.07, 16:23 »
Ich gehoehre jetzt auch zu denen, die beim angucken dachten...eh, boah, toll. Gerade das absolut ehrliche Untertreten mit angewikelter HH, der langsame aber kraftvolle Takt...tolles Pferd. Die bekrittelte Sequenz im Mittel/Starken Trab. Schauts euch noch mal an, ich meine, das haette ein starker Trab werden sollen, aber der Reiter bemerkt richtig, dass das Pferd auf den ersten fuenf Metern im Begriff ist, Hinterhandlos loszustochern und holt ihn zurueck. Ist doch ideal geloest und spricht fuer Intelligenz seinerseits. Die Piaffe ist sicher noch verbessungsbeduerftig, aber so wie das Pferd wirkt, sicher nur eine Frage der Zeit und der Kraft. Mein Gott, ich waer froh, wenn ich nur ein halb-so-goettergleiches Pferd haette und nur ein Drittel-so-Goettergleich reiten koennte. Leuts, bleibt auf dem Teppich!
Kerstin

Offline Kevin

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Re: Takt bei Barockpferden
« Antwort #35 am: 13.04.07, 18:41 »
Leuts, bleibt auf dem Teppich!
Kerstin

Seeeeehr richtig! Sind immer so unheimlich viele Superschlaue unterwegs. Man darf aber manche nicht reiten sehen.

Offline Aleike

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Re: Takt bei Barockpferden
« Antwort #36 am: 13.04.07, 23:06 »
Hab den Thread gerade erst gefunden. Sagt mal ist Euch auch aufgefallen, dass an manchen Stellen das Video schön profimässig verlangsamt wurde ?! Ganz besonders deutlich merkt man das z.B bei 3:01.... Gerade wenn man Takt und Frequenz beurteilen will, natürlich eine schöne Schummelei....
Im Ernst?! Auf solche Ideen wäre ich gar nicht gekommen, bin wohl zu blauäugig.  ::)
Man darf nicht sagen: "Was, du Mistvieh, du willst nicht?" Sondern: "Entschuldige, mein Tier, ich werde schon noch dahinterkommen, wie ich es lerne, dich peu à peu auf den rechten Weg zu führen." (Udo Bürger)

Offline ahpe

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Re: Takt bei Barockpferden
« Antwort #37 am: 14.04.07, 13:20 »
Nochmal zur Klarstellung : Ich finde Reiter und Pferd auch sehr ansehnlich ...wobei ich zugegebnermaßen am neidischten werde, wenn ich diese geile vollverspiegelte Hallenwand sehe.

Trotzdem ist mit dem Video leicht getrickst worden. Habe einen Blick dafür, nachdem mir mal der Gatte einer Miteinstellerin das am Computer gezeigt hat. Der hat auch ein bissel Pferdeverstand und hat folgendes gemacht: Er hat einen schönen versammelten Trab genommen und einfach in dem Moment wo die kurze Schwebephase war, das Video um einen Tick verlangsamt... das Ergebnis war bombastisch -> man hätte es glatt beim ersten ungenauen Ansehen für etwas in Richtung Passage deuten können. Ssoweit sind sie nicht gegangen, aber  hier wurde an einigen Stellen halt das Video insgesamt um einen "Mü" verlangsamt.... bin mir zu 95% sicher.

Man kann ja zu deren Gunsten sagen, dass sie den Takt der Musik angleichen wollten  8).


Offline Tüpfel

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Re: Takt bei Barockpferden
« Antwort #38 am: 14.04.07, 15:23 »
aphe: es ist klar zu sehen, daß bei beiden Verstärkungen eine leichte Slow-motion drin ist, aber das ist ja auch ein bearbeiteter Cliß um Impressionen von diesem Pferd-Reiter-Gespann schön zu präsentieren. Dazu gehört ja auch das Unterlegen mit Musik.Es soll den Charm der Vorführung unterstreichen.Es verdeutlicht die Bewegungsabläufe. Was tut das der Qualität Abbruch ? So sieht man noch deutlicher, wenn ein Fehler passiert und so sieht man eben auch noch deutlicher, daß HIER kein Fehler passiert.....
Natürlich soll das ganze "passend" sein :
die Musik zum Bild und das Bild zur Musik.
Das macht man so, wenn man professionell etwas veröffentlicht.
Ich finde es ist ein sehr berührendes "Gesamtkunstwerk"
Grüßle vom Tüpfel

Offline ahpe

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Re: Takt bei Barockpferden
« Antwort #39 am: 14.04.07, 18:03 »
Ist ja ok Tüpfel...wundert mich bloss, wie man dann an so einem bearbeitetem Kunstwerk Takt/Frequenz beurteilen will  ::)

Offline Tüpfel

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Re: Takt bei Barockpferden
« Antwort #40 am: 14.04.07, 20:58 »
ahpe :Die Frequenz ist schwer zu beurteilen, das ist richtig. Der Takt ist aber schon zu beurteilen, denn auch wenn es gleichmäßig verlangsamt ist, ist es noch taktmäßig, oder eben nicht. Den sieht man ja auch an dem "Gleichmaß" der Bewegungen. Absolut taktmäßig faiken kann man einen Bewegungsablauf nicht. Nur einzelne Sequenzen, dann geht aber auch die taktmäßige Optik verloren bzw. der runde Bewegungsablauf. Hier ist nur die gesamte Passage (ich meine den Abschnitt, nicht die Lektion) verlangsamt worden. So, jetzt habe ich aber genug auf Kleinigkeiten herumgeritten  :-X  - sorry dafür. Ich finde es halt immer schade, wenn sowas Schönes zerredet wird :-\.
Wünsche allerseits einen schönen Sonntag -  der Tüpfel

Offline Maltez

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  • Maltez - aus Erfahrung gut!
Re: Takt bei Barockpferden
« Antwort #41 am: 17.05.07, 18:29 »
Für mich ist das Video zu heulen schön! Der Lusitano und diie Musik dazu - ein Augen- und Ohrenschmaus.
Danke für den LinK!