Autor Thema: Aufspringen bei Rosse?  (Gelesen 21459 mal)

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Offline Lucie

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Re: Aufspringen bei Rosse?
« Antwort #15 am: 08.02.08, 16:16 »
Beziehst Du das "Verhaltensproblem" jetzt auf Deine Stute oder einen Wallach?
Eine Stute die regelmässig in normalen Abständen rossig wird, ist für mich völlig verhaltensnormal. Wallache die richtig kastriert sind und somit kein hengstiges Verhalten zeigen, haben kein Bedürfnis Aufzuspringen ::) ... somit entsteht eigentlich gar kein "Verhaltensproblem"
Meine Stute "vergewaltigt" die Wallache. Sie macht sie nicht nur an, sondern drängt sie so lange in die Ecke, bis sie nicht anders können als aufzusteigen. Das Verhalten ist nicht ganz normal (behaupte ich mal). Aber ich kann halt nix gegen machen, weil es keine organischen Ursachen dafür gibt.
Interessanterweise war sie beim geplanten Decken beim Hengst, eher schüchtern und hat ihn erst mal nicht gelassen. Sie steht anscheinend nur auf schüchterne Wallache ;)


Zitat
Eigentlich ist der Wallach kastriert, d.h. dann müssten doch alle Hoden entfernt worden sein, auch wenn sie in der Bauchhöhle oder im Leistenkanal gelegen haben, oder? Falls dem nicht so ist, müsste die Besitzerin wissen, dass nicht alles entfernt wurde und es sich um einen Klopphengst handelt oder wie ist das zu verstehen? Sie meint, er wäre ordentlich kastriert, aber warum macht er dann das mit dem Aufspringen?
Na ja wenn die Besitzerin ihn nicht hat selber kastrieren lassen, kann sie nicht 100% sicher sein. Sie kann ihn ja als Wallach gekauft haben. Äußerlich sieht man da ja keinen Unterschied. Aber eigentlich müsste der Wallach dieses Verhalten dann schon immer gezeigt haben (es sei denn er stand nicht mit rossigen Stuten zusammen.

Der Wallach meiner Freundin wurde auch urplötzlich hengstig. Damals war er ca. 1 Jahr am Stall, hatte sich eingelebt und gemerkt, dass ihm die anderen Pferde nichts zu sagen haben (Anfangs war er total schüchtern). Dann kamen unsere Stuten nach dem Absetzen ihrer Fohlen wieder in die Herde und wurden gleich rossig. Da fing er dann an die Stuten für sich zu beanspruchen und regelmässig auszuschachten. Gedeckt hat er sie nie - dazu war er zu doof (ist von der Seite oder von vorne aufgestiegen...), aber im Umgang wurde er extrem schwierig. Nach Wechsel in eine neue Herde (auch mit Stuten, aber sehr dominanten, die ihn auch in der Rosse nicht ran lassen) ist er wieder total normal.

Zitat
Wenn die Herde stabil und gesund ist, weiß ich nicht, wo Infektionen herkommen sollen? Allenfalls kann man den Wallachbesitzer verdonnern, regelmäßig den Schlauch zu waschen.
Bei jeder Bedeckung (wenn er wirklich eindringt) kommen Schmutz und Bakterien in die Stute (Bakterien sind halt überall). Meistens führt dies nicht zu Problemen, kann aber (Gebärmutterentzündung z.B.) Ausserdem ist es unschön, wenn man mit der Stute doch mal züchten möchte, denn die Chance das die Tupferprobe dann positiv ist (sprich Keime da sind) erhöht sich, was Kosten für Behandlung und Zeitverlust bei der Bedeckung bedeutet.
Wenn der Wallach / Hengst mehrere Stuten deckt, kann er das wunderbar von Stute zu Stute verteilen.

Offline skyhopper

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Re: Aufspringen bei Rosse?
« Antwort #16 am: 08.02.08, 16:43 »
Aleike,
unnatürlich ist garnichts, Pferde handeln immer natürlich  ;) ... nicht normal, also von der Regel abweichend, finde ich es schon, wenn es einzelne Wallache gibt die das Bedürfnis haben Aufzuspringen, gerade wenn doch die Mehrheit der Wallache das nicht tun  :-\

Wenn die Herde stabil und gesund ist, weiß ich nicht, wo Infektionen herkommen sollen? Allenfalls kann man den Wallachbesitzer verdonnern, regelmäßig den Schlauch zu waschen. ;)
Weiss ich ob alle wirklich gesund sind? Bespringt der Hengst eine Stute nach der anderen, können somit auch Infektionen von einer zur anderen getragen werden  :-[

Meine Stute "vergewaltigt" die Wallache. Sie macht sie nicht nur an, sondern drängt sie so lange in die Ecke, bis sie nicht anders können als aufzusteigen. Das Verhalten ist nicht ganz normal (behaupte ich mal). Aber ich kann halt nix gegen machen, weil es keine organischen Ursachen dafür gibt.
Unschön, aber wenn's so ist, kann man schwer was machen, ausser wirklich geschlechtsspezifisch trennen. So wie ich es verstanden habe, hast Du das ja auch gemacht, ein Lob an Dich  ;D

Na ja wenn die Besitzerin ihn nicht hat selber kastrieren lassen, kann sie nicht 100% sicher sein. Sie kann ihn ja als Wallach gekauft haben. Äußerlich sieht man da ja keinen Unterschied. Aber eigentlich müsste der Wallach dieses Verhalten dann schon immer gezeigt haben (es sei denn er stand nicht mit rossigen Stuten zusammen.
Dann wäre est rein theoretisch doch eine Verpflichtung des operierenden TA's oder des Vorbesitzers die jetzige Besitzerin zu informieren, richtig?
Angeblich stand er vor der Kastration in einer reinen Junghengstherde, wurde dann kastriert und kam dann erst in Kontakt mit Stuten.

Jetzt für mich nochmals zum Verständnis, sorry, aber ich möchte es verstehen: muss ein aufspringender Wallach zwangsläufig ein Klopphengst sein oder gibt noch andere Gründe?
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Offline Lucie

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Re: Aufspringen bei Rosse?
« Antwort #17 am: 08.02.08, 17:01 »
Also der Wallach meiner Freundin ist defintiv Wallach und ist trotzdem aufgesprungen (na ja halt immer falsch, aber er hats probiert). Muss also kein Klopphengst sein, aber kann. Da könnte ein Hormontest im Zweifelsfall Klarheit schaffen. Beim Klophengst kommt eben das Risiko der ungewollten Trächtigkeit dazu.

Zitat
Unschön, aber wenn's so ist, kann man schwer was machen, ausser wirklich geschlechtsspezifisch trennen. So wie ich es verstanden habe, hast Du das ja auch gemacht, ein Lob an Dich  Grinsend
Ehrlich gesagt war das eher Zufall. Gibt halt nur Weiber bei uns am Stall ;D Im vorherigen Stall hatte ich keine andere Wahl als die gemischte Herde. Da mir auch keine Möglichkeiten von seiten der anderen Einsteller oder des SB gegeben wurden (ausser mein Pferd zum Schlägerwallach zu stellen), blieb es halt so (wenn das auch den Wallachbesitzern nicht so gefallen hat). Ich muss aber sagen, dass es mir jetzt schon besser gefällt. Da ich zwei Stuten (im Moment sogar 3) habe, werde ich in Zukunft im Zweifelsfall halt immer versuchen zur Not einen Zweiertrupp draus zu machen. Gleichgeschelchtlich läuft bei meiner Stute interessanterweise gar nix (ausser Gezicke).

Offline Kimble03

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Re: Aufspringen bei Rosse?
« Antwort #18 am: 08.02.08, 17:07 »
aber ich will damit nur sagen, dass nicht nur der Wallach Schuld sein muss und das das heisst das er gestört ist. Evtl. hat eine Stute ihm das beigebracht.

Wenn ein Hengst erst mit zwei, drei Jahren kastriert wird, hatte eben schon Gelegenheit, Hengstverhalten zu entwickeln.

Nein, ein aufspringender Wallach muss nicht zwingend ein Klopphengst sein.

Meine Wallach hat in einer Herde in einem Frühjahr auch eine Stute gedeckt (zumindest hat er es versucht, er ist dabei "leider" seitlich aufgesprungen), die ihn auch massiv angemacht hat.
Im nächsten Frühjahr war sie ihm egel und die Stute hat sich einen anderen Wallach geschnappt, der sie decken durfte/ musste.

Die anderen Stuten hat er komplett ignoriert.


Wenn man sein Pferd in eine gemischte Herde stellt, muss man sich diese Problematik und den eigenen Umgang damit vorher klar machen.
Das Risiko, dass aufgesprungen wird besteht immer, so wie auch das Risiko besteht, dass es stärkere Reibereien um die Mädels gibt.

Im obigen Fall habe ich, als ich das Verhalten meines Wallachs mit staunenden Augen (er ist TOTAL unghengstig) betrachtet habe, die Stutenbesitzerin angesprochen, sie hat gemeint, dass sie das Risiko eingeht, ich habe das Risiko auch "gekauft" und fertig.
Wenn einer der beiden ein schlechtes Gefühl dabei hat, dann muss man die Herde nach Geschlechtern trennen.

Schuld oder abnormal (im allgemein üblichen Sprachkontext der "Abartigkeit") ist aber keine Seite.
Entgegen allen anders lautenden Meinungen und Darstellungen ist es wirklich überraschend, dass so ein Junggemüse-Keks das allgemeine Gedöns, das mit dem Werden und Sein eines Reitpferdes zusammen hängt, so unglaublich einfach, willig und großartig umsetzt und dabei auch noch wahnsinnig gut aussieht.

Offline Anja

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Re: Aufspringen bei Rosse?
« Antwort #19 am: 10.02.08, 13:12 »
Mir sind Infektions- und Verletzungsrisiko bei deckenden Wallachen zu hoch. Unser Stallbetreiber hat es inzwischen auch eingesehen, dass ein deckender Wallach in einer gemischten Herde leider nichts zu suchen hat. Es musste allerdings erst zu einer Scheidenverletzung einer Stute (natürlich meiner  ::)) kommen. Die testoterongesteuerten Jungs (keine Klopphengste) haben jetzt ihre dreier WG und kommen ganz gut miteinander aus.

In einer Wildpferdeherde wird die Stute übrigens meistens nur während einer rosse gedeckt, danach ist sie höchstwahrscheinlich tragend. Meistens wird der glückliche auch der dominante Hengst der Herde sein oder die Stute ist eine Jungstute und wurde von einem neuen Hengst entführt.

Da ein deckender Wallach äußerst selten Vater wird, hat die Stute eben nicht den Rest des Jahres ihre Ruhe.

Aber ich finde es ist ein Unterschied, ob ein Wallach sich mal an alte Junghengstzeiten erinnert und aufspringt, die meisten springen dann mit dem "Momentmalwaswollte ich eigentlich ?" Gesicht wieder ab, oder ob sie permanent aufspringen. Und diese Fälle sollte man sich als Stutenbesitzer nicht antun. Wenn man Pech hat, kann die Stute dabei draufgehen und wenn die Knochen nicht mehr so fitt sind, ist das auch nicht gesund.
Herr, wirf Hirn vom Himmel oder Steine, was ist egal Hauptsache Du triffst.

Offline skyhopper

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Re: Aufspringen bei Rosse?
« Antwort #20 am: 12.05.08, 08:45 »
In der Zwischenzeit hat sich bei mir nichts getan. Der aufspringende Wallach war zwar ab und an ein paar Tage nicht in der Herde, doch das Risiko dass er immer wieder aufspringt ist weiter gegeben  >:(

SB und auch die Wallachbesitzerin sind nicht gewillt nach einer dauerhaften Lösung, die einzig nur eine Trennung von der Herde sein kann, zu suchen. So bleibt nichts leider anderes übrig, als meine beiden von der Herde zu trennen. Ich habe lang hin und her überlegt und es tut mir in der Seele weh meine beiden aus der Herde zu nehmen, aber wenn ich jetzt nichts tue, erlebt meine ältere Stute, die nicht mehr so fit auf den Beinen ist, vorzeitig ihr Lebensende und meine junge kann ich irgendwann mit dauerhaften Rückenprobleme gar nicht mehr bewegen  :'(

Über den Sommer hinweg wird sich mein SB etwas überlegen müssen, denn im Winter werden alle wieder in einer Gruppe zusammen stehen und das will ich in keinem Fall. Es muss weiterhin eine Trennung möglich sein, jedoch in die Boxen einsperren tue ich meine nicht  ::)
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