Autor Thema: Kleinigkeit zum Lachen - oder was ein gutes Pferd ausmacht  (Gelesen 5064 mal)

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Offline MaronaTopic starter

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Huhuu,

Kleine Geschichte zum Schmunzeln...
Vor ein paar Tagen bin ich mit meiner Stute Petra zum Reitplatz geritten (etwa 3 km), als Handpferd im Schlepptau die zweijährige Inka. Da ich mit beiden Pferden nacheinander arbeiten wollte, habe ich Petras Stallhalfter angelassen (um sie vor dem Reitplatz anbinden zu können) und die trense mit Wassergebiss drübergemacht.
Am Reitplatz angekommen, habe ich Petra erstmal angebunden: Zügel von der Trense weg und ins Stallhalfter eingehakt zum Anbinden, und dann habe ich Inka ein wenig longiert. Danach habe ich Inka angebunden und mit Petra ein paar kleine Übungen gemacht: Tempiwechsel in allen Gangarten, Gangartenübergänge, Stopps (einfache, keine Slides) aus dem Trab möglichst nur mit Gewichtshilfen, bisschen Seitengänge und am Schluss noch Spins. Die Spins hatten wir seit Wochen nicht geübt, dafür klappten sie echt verhältnismäßig gut.
Wieder zu Hause angekommen, wollte ich Petra abtrensen und stellte fest, dass ich vergessen hatte, die Zügel vom Stallhalfter wieder in die Trense einzuhaken! Ist das nicht zum Totlachen? Ich habe mit Petra Dressurübungen und Spins geübt ohne zu merken, dass ich alles auf Stallhalfter (ziemlich locker geschnallt) geritten bin!!!!!!!
Und da soll nochmal einer sagen, mit Stallhalfter könnte man nicht Dressurreiten! Ich meine - man braucht nur das richtige pferd dazu...

Grinsegrüße von
Marona

Offline Kiki

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Was macht ein gutes Pferd aus  ???

Für mich ist meine RB das beste, andere würden wengen ihm die Hände überm Kopf zusammenschlagen, so wie der läuft (nein, ich bin kein Dressurpferd und will keins werden).
Aber er hat Eindeutig Stärken: bei kleinen Kindern ist er grottenbrav! Wackelt das Kind, hält er an oder wird langsamer, der passt richtig auf. Sobald die kleinen drauf sitzen, spielt er immer Babysitter-Pony, hehe, ist ja bloß 1,67 groß.

Wie ihm meine Cousine (war grad mal nen Meter hoch) das eine Mal zur Weide gebracht hat, vergesse ich nie: Till hat den Kopf fast am Boden, sie führt ihn am Halfter, kein Zappeln oder drängeln, imer hat er den Kopf schief gelegt und geschaut, was sie denn da macht! Und als sie zur falschen Wiese abbiegen wollte (hey, mein Kumpel steht aber da hinten!) ist er stehen geblieben und hat sie mit der Nase in die "Richtige" Richtung gestubst, zum Schreien!!!
Bewundern könnt ihr in in der Niedersachsenfotobox, da sieht man so in etwa, was ich meine....
 
Reiten ist die Kunst, ein Pferd zwischen sich un dem Boden zu halten....

Offline Eureka23

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Schmunzelt auch über mich:

Ich brauchte unbedingt ein Martingal, damit das Pferd den Kopf nicht hochreißt. Ich habe das Martingal an den Bauchgurt gehakt und bin losgeritten. Oh, das Pferd lief sooo schön, das Martingal hilft wirklich! Aber warum klimpert es so komisch? Weil ich die Zügel gar nicht durchgezogen habe.... Der Glaube an Hilfszügel versetzt Berge!

Dasselbe Martingal: wir üben Ribbon-Race. 2 Reiter reiten möglichst schnell durch einen Hütchenkurs in einer Acht,müssen dabei ein Geschirrtuch zwischen sich halten ohne loszulassen. Klappt wunderbar, eine Acht im Galopp nach der anderen. Pause gemacht, war so heiß... Zügel fühlt sich komisch an.... Tja, der war mit Snaps am Gebiss festgemacht, die können schon mal aufgehen, wenn der Martingalring sich drüberschiebt...
Ich bin wer-weiß-wie-lang ohne einen Zügel geritten...

Liebe Grüße

Eureka23

DeCember

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ich denke auch mal, dass unsere gedanken viel ausmachen, bei mir war es nämlich andersrum wie bei euch. also meine ehemaliege RB bin ich immer mit martingal geritten, lief auch supper, doch eiestages hatte die besitzerin das martingal nach hause genommen um was dran zu ändern und schwups klappte garnichts mehr, weil ich zu sehr mit den gedanken um das Fehlende martingal beschäftigt habe.

ich find es fastzinierend, was euch da passiert ist.

LG DeCember

Offline esge

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Marona, du reitest aber western, oder? D.h. eher ohne Zügelverbindung?
Beim "normalen" Dressurreiten kann das, behaupte ich, absolut nicht passieren oder der Reiter hat null gefühl. Ich fühle doch, ob ich mit einem kommunizierenden Maul zu tun habe oder mit einem Halfter!

Selbstverständlich kann man aber ohne Gebiss alle lektionen reiten.
Freundschaft fließt aus vielen Quellen - am reinsten aber aus dem Respekt. (Daniel Defoe)

Offline tara

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da kann ich auch eine Geschichte beisteuern: Dressur auf einem Reitplatz. Gebiß: Snaffle with shanks (Billy Allan, das mit der Mittelhülse). Alles lief prima. sogar Galopptraversalen. Und auf einmal hatte ich nichts mehr in der Hand und mein Pferd nichts mehr im Maul!
War doch tatsächlich das Gebiß in zwei Teile zerfallen! Ich hatte mich so erschrocken; hab mich reingesetzt, Whoa gesagt und das Pferd stand. War wohl ganau so erschrocken wie ich... Stop nur auf Sitz und Stimme geht also... ;D
stell dir vor, du hast ein Pferd und es kann nicht t ö l t e nin diesem Sinne...
Gruß tara

"Ausbildung heißt, das zu lernen, von dem du nicht einmal wußtest, dass du es nicht wußtest."
(Ralph Waldo Emerson, (1803 ‐ 1882)

firstapril

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Hallo zusammen,

etwas ähnliches ist uns mal auf einem Ausritt passiert.
In einer Fünfergruppe, war ich Schlusslicht. Als das Pferd vor mir (12 jähriges Mädl mit ihrem Bayernwallach) plötzlich stehn blieb und die anderen, ruhigen Schrittes von dannen zogen, fragte ich was denn los sei.
Sie meinte dann, keine Ahnungs, er will einfach nicht.
Bin dann an ihre Seite geritten, da merkte ich das sich ihre nickelnagelneue Hackamore in Wohlgefallen aufgelöst hatte.
Sie hatte nix mehr in der Hand, dies nicht einmal bemerkt und Pferdi stand da, wie ein Reiterstandbild.

Da kann ich nur sagen Glück im Unglück, keine Ahnung wie das in einer anderen Gangart, geendet wäre.

@ Zaino

mensch, da hast Du aber Schwein gehabt. ;)

Liebe Grüße
firstapril

Tina68

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Ich ritt vor ein paar Jahren mit meinem 1. Pferd, einem sehr geländesicheren Freiberger, wie schon x-Mal gemacht, einen Kiesweg entlang, der entlang eines extrem steilen Abhanges ca. 50 Höhenmeter über der Tunneleinfahrt einer Autobahn verläuft. Auf einmal sprang aus dem Dickicht genau vor uns von oben ein Reh auf den Weg. Mein Pferd erschrak und machte eine Vierteldrehung - genau in den Abhang hinein. Es stand also mit den Hinterfüssen noch auf dem Weg und mit den Vorderfüssen sicher 40cm tiefer, und vor uns der ungesicherte Abhang. Ich sah uns schon beide auf der Autobahn unten, geriet in Panik und schrie den Namen meines Pferdes. Eldorado aber bewegte sich keinen Millimeter und wartete seelenruhig, bis die da oben sich wieder etwas beruhigt hatte. Er liess sich dann mühelos wieder zurück auf den Weg lenken und trottete zufrieden weiter. 
So schwierig Eldorado im Umgang manchmal war, und wie schwer er mir das Leben teilweise machte - bei diesem Erlebnis bewies er mir, dass man sich in der Not auf ihn verlassen kann und er ein wirklich gutes Pferd ist!!  :-* :-*

firstapril

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Hallo ihr´s,

hab auch noch was.

Zu dritt bei herrlichsten Wetter los geritten. Nach 1h überraschte uns ein irres Unwetter, mit stärkstem Wind, und argem Hagel.
Die Pferdis waren einfach nur der Hit, grottenbrav, auch als durch den Wind ein Baum umgeknickt ist. Keinerlei Reaktion, es war schon fast gespenstisch, wie ruhig die Zossen waren.
Mein damaliges RB Pferd sprang ansonsten, bei fallenden Blättern, schonmal wie angestochen los, nur da, nix ???

Dann einmal im Winter mit einer Freundin einen laaangen Ausritt gemacht.
Schon auf dem Rückweg, kamen wir aus einem Hohlweg auf freies Land.

Plötzlich tänzelt das Pferd meiner Freundin, (wir ritten nebeneinander auf dem Feldweg) ich wollte schon vorschlagen ein etwas flotteres Tempo vorzulegen, da es ziemlich angefangen hatte zu schneien.
Da plötzlich spürte ich förmlich den Aufprall von hinten, meine Ponydame wurde richtig gehend nach vorne geschoben.
Sie schoss ab, meine Mütze hatte es mir nach dem Aufprall über die Augen geschoben und blind saß ich auf einem durchgehenden Pferd.
Als ich es nach einer für mich unendlich langen Zeit endlich geschafft hatte, die Mütze vom Kopf zu reissen und Hoppel unter Kontrolle zu bringen, stand ich mitten auf einem riesen Acker und wusste gar nicht was da eigendlich passiert war.

Lange Rede kurzer Sinn. Eine Reiterin, an der wir vorbeigekommen waren, war aus Unsicherheit von ihrem unruhigen Pferd, abgestiegen, er riss sich los und kam in vollem Galopp den Hohlweg auf uns zu. Wir hatten durch den starken Wind das angaloppierende Pferd nicht gehört und er rannte ungebremst mitten in uns rein.

Das Pferd meiner Freundin schoss ebenfalls ab. Überschlug sich mit ihr im verschneiten Acker und rannte mit dem anderen zurück zum Stall.
Über mehrere Strassen :o

Mein Stütchen verhielt sich danach mustergültig, ansonsten eher ein wilder Feger, aber da, nix.

Niemand wurde verletzt, der heimatliche Stall, der mit dem Handy informiert wurde, fing dann die reiterlosen Pferde oben am RP ein.

Da kann ich nur sagen, in solch Notsituationen, konnte ich mich immer, auf meine wilde Hummel verlassen :D

Grüßle
firstapril

Tina68

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A propos "wilde Hummel" fällt mir auch noch was ein, ist halt schon über 14 Jahre her.  ;) Mein damaliges Pflegepony war ein 135cm grosses Ex-Rennpony. Das war vielleicht ein wildes Kerlchen, buckelte jeweils wild, stieg ständig, ging immer mal wieder durch - als Grosspferd wäre diese Stute vermutlich fast nicht reitbar gewesen!
Es fegte gerade ein Orkan über die Schweiz. Und da ich weder einen Reitplatz noch eine Halle zur Verfügung hatte, ging ich eben trotzdem ausreiten, und erst noch in den Wald. Im Wald stürzten reihenweise Bäume um, immer wieder schlug ein Blitz ein - es war die Hölle. Und die kleine Rennsemmel? Sie war die Ruhe selbst, hat keinen einzigen falschen Schritt gemacht mit mir als bibbernde Reiterin obendrauf!! Da gab's zurück im Stall natürlich eine Extraportion Karotten für die kleine Sute!
Als vor ein paar Jahren der Orkan Lothar übers Land fegte, hätten mich aber keine 10 Pferde ins Gelände gebracht!! (Jaja, man wird nicht nur älter sondern auch etwas gescheiter...  ;) ;D ;D)

Offline tara

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Toll, was für zum Teil recht abenteuerliche Geschichten hier auftauchen. Da sieht man es mal wieder: die besten Stories schreibt das Leben Selber!!
stell dir vor, du hast ein Pferd und es kann nicht t ö l t e nin diesem Sinne...
Gruß tara

"Ausbildung heißt, das zu lernen, von dem du nicht einmal wußtest, dass du es nicht wußtest."
(Ralph Waldo Emerson, (1803 ‐ 1882)

Offline Eureka23

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Hallo,

wir sollten mal eine "Pleiten, Pech und Pannen-Box eröffnen  ;).

Mein Pferd ist Spezialistin für "Verwicklungen", da war ich ein paar Male dem Herzinfarkt nahe:

Kopf unter den Anbindestrick gesteckt :o
Beim Satteln am Hänger nach Bremsen getreten und mit Hinterbein in V-Deichsel geraten  :o :o
Während rasender Galoppade bei Wind kommt ein Netz vom Rundballen angeflogen und wickelt sich um die Beine  :o :o :o

Was macht die Gute jedesmal: hält sofort inne, bewegt sich keinen Millimeter und wartet geduldig auf Befreiung!

Für mich ist sie ein schlaues Pferd, für meine Mitreiter ein durchgeknallter Arabär...

Liebe Grüße

Eureka23



Offline Sandra SA

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Mensch, Eure Geschichten sind ja echt abenteuerlich!

Da wirdwohl ncoh so einiges auf uns zukommen...

Bisher gab es nur eines:

habe mein Pferd zum Putzen angebunden, gerade lang genug dass sie mit der Nase an den Boden mit Heu kommen kann.
Eine Miteinstellerin kam und wir quatschten ein bisschen. Dann sahen wir uns noch das neugeborene Fohlen an, ...nun, ich vergaß mein Pferd.
Wir kamen wieder raus um mein Pferd mit erhobenem Kopf und erhobenem Vorderbein zu sehen. Sie hatte ihr Bein in dem Strick verwickelt und wartete geduldig darauf das ich sie befreie.

Die Miteinstellerin schaute ungläubig: "Aber das ist ein Jährling, ein ARABER!"

Ja, eben! ;D
Women and cats will do as they please,
and men and dogs should relax and get used to the idea

firstapril

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Hallo zusammen

@ Sandra,

hi hi, hatt ich auch mal so ähnlich. Miste gerade die große Laufbox im alten Stall aus. Den Schubkarren hatte ich in der Mitte abgestellt, als ich vom zusammenkehren, vom Putzplatz in die Laufbox zurück kam, hatte es der liebe Monty doch glatt geschafft mit den Vorderbeinen in die Schubkarre zu steigen :o ???

Ja nun wie rausbringen, nach längerem hin und her hatte ichs dann doch geschafft. Er muss die ganze Zeit geduldig gewartet haben, bis ich komm und ihn da raushole.
Oder aber es hat ihm gefallen ;D
Wenn ich´s mir recht überlege, dies Pferd hatte immer solche Sachen in der Hinterhand ::)

Grüßle
firstapril