Autor Thema: Unser Pony starb an einer Vergiftungskolik  (Gelesen 19411 mal)

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Offline ChopinTopic starter

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Unser Pony starb an einer Vergiftungskolik
« am: 12.12.06, 19:44 »
Hallo Leute,

ja die traurige Nachricht, nach 27 Stunden hat unser Minipony den Kampf aufgegeben und der TA hat sie erlöst. Es war schrecklich sie sterben zu sehen.

Angefangen hat alles mit Durchfall. 3 große Fladen hat sie in der Nacht gemacht. Am nächsten Tag war sie müde. SB hat sie in den Stall gebracht und eingedeckt. Er dachte sich nichts bei wegen dem Durchfall, gibts ja mal (so dachte ich auch). Als wir um 16:00 Uhr in den Stall kamen schaute ich sie an und entschied mich für den TA. Der stellte keine positive Prognose. Vergiftungserscheinung in den Augen, Kolik, permanentes trinken und Mund ausspühlen. Nichts passte zusammen, aufgrund der 4 fach höheren Herzfrequenz konnten wir nicht mal in die Klinik fahren, sie hätte trotz Kreislaufstärkendem Medikament die Fahrt nicht überlebt. Also hat TA eine Braunüle gelegt und alles was nur geht verabreicht, ws für die Nieren, was zum entgiften, was wegen der Kolik, Infusion für Infusion hat er reinlaufen lassen. In der Nacht ging es ihr wieder besser, es waren auch wieder Darmgeräusche vorne und hinten da, ich war voller Hoffnung. Er hat ja am Vortag als erste Maßnahme nen Schlauch in die Nase gelegt und ne Ölmischung verabreicht. Am nächsten Morgen machte er eine Darmspühlung, anschließend sollte ich mit ihr laufen. Um 14:00 kam er noch mal und sagte das es wieder schlechter aussieht. Um 19:00 kam er und schläferte sie ein, sie konnte nicht mehr, klapperte mit den Zähnen (trotz noch einer Decke), scharrte mit dem Vorderhuf und das Blut wurde dick. Direkt nach dem Einschläfern holte ich meine Tochter dazu, damit sie sich von ihrem Pony verabschieden kann, es war eine schreckliche Szene die mich bis heute verfolgt. Wir wollten doch am Vortag zusammen ausreiten gehen und so endete das ganze. Zum Glück hat mein soziales Netzwerk gegriffen und mir meine Tochter so lange abgenommen. Es war so viel was passierte innerhalb kürzester Zeit, ich kann das alles noch gar nicht begreifen, obwohl es schon 11 Tage her ist. Wie kann aus einem Duchfall den so etwas werden. Trotz ihrer Schmerzen wieherte mir unser Pony mit freundlich gespitzen Ohren zu als ich mal kurz aufs Klo musste und meine RB sie solange hielt. Meine Tochter hasst mich und ich frage mich ständig ob wir es nicht doch hätten versuchen sollen in die Klinik zu fahren. Nichts ist mehr wie früher. Unser Pony war alles für meine Tochter. Auch mir fehlt sie unendlich. Sie gehörte zur Familie, sie war Seelentröster, beste Freundin und einfach alles für meine Tochter. Meine Tochter konnte alles mit ihr machen, Pony hat ihr alles verziehen. Und jetzt ist der Schmerz so groß das meine Tochter alle Bilder von ihrem Pony umgedreht hat und es einfach nicht erträgt an sie zu denken. Sie weint im Schlaf (sie ist erst 5), hat die ersten 3 Nächte ins Bett gemacht, ist agressiv gegen jeden und alle. Und ich, ich begreife noch immer nicht wie soetwas passieren konnte.

Chopin

Offline Nattrun

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Re: Unser Pony starb an einer Vergiftungskolik
« Antwort #1 am: 12.12.06, 19:48 »
 :o

Das tut mir sehr sehr leid. Schrecklich zu lesen.

zur Trauer von Kindern kann ich nichts sagen (ich würde sie wohl machen lassen und ihr einfach nur Nähe geben) - aber bei dem Pony fällt mir Herbstzeitlose ein. Habt ihr euer Heu untersucht?
Wen kein Bangen mehr beschwert,
frei von hinnen reitet.
Heil führt ihn auf seinem Pferd,
Glück die Zügel leitet.
(Bischof Jón Arason, 1550)
 

Offline Bantu

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Re: Unser Pony starb an einer Vergiftungskolik
« Antwort #2 am: 12.12.06, 19:51 »
Sowas ist immer ganz furchtbar. Für alle, egal ob Kind oder Erwachsener.  :'(

Der Wallach einer Freundin ist vorige Woche an Botulismus gestorben. Nur auch mal so als Idee.

Offline ChopinTopic starter

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Re: Unser Pony starb an einer Vergiftungskolik
« Antwort #3 am: 12.12.06, 19:52 »
Sie hat an diesem Morgen gar kein Heu bekommen. Sie wollte gleich zu den anderen auf die Koppel.


Offline Peggy1

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Re: Unser Pony starb an einer Vergiftungskolik
« Antwort #4 am: 12.12.06, 20:02 »
@ chopin ... lass dich ganz lieb in den Arm nehmen *tröst*
sowas ist echt immer sehr sehr traurig  :'( und ein Alptraum den man nicht so schnell vergisst .

wie liegt denn eure Koppel ... können da Fremde ran und den Pferde was zufressen geben ?
moinmoin

Offline kari

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Re: Unser Pony starb an einer Vergiftungskolik
« Antwort #5 am: 12.12.06, 20:13 »
 :'( :'( :'(

Genau vor 2 Jahren ist bei uns ein Pony so gestorben. Es muß sich um die atypische Myoglobinurie gehandelt haben.
Die tritt nach kalten Nächten auf bei Weidegang.
Könnte schon wieder heulen, wenn ich daran denke.
Ich drück dich mal.

Krümel 99

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Re: Unser Pony starb an einer Vergiftungskolik
« Antwort #6 am: 12.12.06, 20:26 »
*schock* könnte glatt heulen wenn ich sowas lese.. ich wüsste auch nicht was mein Sohn machen würde wenn etwas mit seinem Pony wäre..

Das ist ganz schön hart.. ich hoffe, das du wieder Nähe zu deinem Kind findest und sie sich wieder beruhigt..

Muriel

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Re: Unser Pony starb an einer Vergiftungskolik
« Antwort #7 am: 12.12.06, 20:27 »
Oh nein......  :'( :'( :'( das kann ich mir vorstellen daß es für Euch und für das Kind furchtbar ist.
Laß sie ruhig aggressiv sein und sag ihr daß sie sauer sein darf.

Es ist mit Sicherheit die richtige Entscheidung gewesen, wenn es ihr schon so schlecht ging, nicht in die Klinik zu fahren. Es hört sich ja danach an als ob Euer TA alles nur mögliche gemacht hat.

Wir waren im Frühjahr in einer ähnlichen Situation, es fing auch mit Durchfall (massivem ) an, es waren drei Pferde betroffen, sie waren alle wahnsinnig aufgeregt.
Wir haben zwei sofort in die Klinik gefahren, weil sich eine Colitis anbahnte - wenn es dazu kommt kann man fast nichts mehr machen.
So was kann durch Stress passieren, auch durch Vergiftung - wir haben alles untersuchen lassen und nix gefunden.
 Unsere pferde haben überlebt - andere von denen ich einige Wochen später hörte mit der selben situation nicht.

Das ist so tückisch und man denkt "es ist ja nur Durchfall", wenn aber das Pferd sonst überhaupt nicht dazu neigt und ein völlig verändertes Verhalten zeigt läuten bei mir alle Alarmglocken.

*chopinfestindenarmnimmt*  :'( :'( :'(

geolina

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Re: Unser Pony starb an einer Vergiftungskolik
« Antwort #8 am: 12.12.06, 21:01 »
hallo chopin,

lass dich mal in den arm nehmen. ich kann dir gerade gut nachfühlen was du durchmachst, denn wir mussten am letzten dienstag mein shetty einschläfern. war anscheinend gar keine gute woche...

die gute hat mich 27,5 meiner 30 lebensjahre begleitet.

sie hatte 3 wochen einen unerklärlichen durchfall, der immer wieder mal besser wurde, aber dann wiederkam und der immer wieder von fressunlust begleitet wurde (und das bei einem shetty). (übrigens, dabei ging es ihr eigentlich bis auf den letzten tag immer gut, strahlende augen, glänzendes fell, immer ein meckern auf den lippen, wenn man kam, ... am samstag war ne freundin mit bei ihr - da war aber auch mal für 6 tage alles ok und wir haben schon gehofft....- die hätte nie gedacht vor einem kranken pony zu stehen  :'()

am montag hatte sie nochmal einen richtig guten tag aber am dienstag kam dann der anruf aus der tierklinik, dass es ihr trotz infusionen, spritzen, aufbaumittelchen und ständiger überwachung schlechter ging.

als ich abends kam begann sie zu krampfen und leerzukauen, ich hab dann gleich den ta geholt, damit er sie einschläfert.

ich war dann noch einen halbe stunde neben ihr gesessen und hab geheult, aber sie hat zum glück ganz friedlich ausgesehen, wirklich wie im schlaf. jetzt heul ich wieder ein wenig, wenn ich daran denke.

und v.a. auch, wenn ich an deine tochter denke...mach dir ne zeitlang nichts aus ihrem verhalten (ja, ich weiss, das sagt sich so leicht), wenn ich meine kleine so früh verloren hätte, dann würde ich auch die welt hassen (nur damit man nicht in so ein loch fällt). ich bin froh, dass ich meine komplette kindheit und jugendzeit meine kleine hatte und dass ich nun bei ihr sein konnte als sie eingeschläfert wurde und ICH die entscheidung getroffen habe, sie einzuschläfern.

kopf hoch, gestalte mit deiner tochter evtl. eine collage mit bildern deines minishettys und nimm dazu evtl. noch das halfter oder die hufeischen dazu, wenn ihr die aufgehoben habt. (lacht mich nicht aus, aber das haben meine mutter und ich heulend auch gemacht, mit 60 und 30 - ganz schön bescheuert was? aber ich kann sagen, es hat uns geholfen...)

ich drück euch die daumen, gerade als mutter ist es natürlich für dich extrem schwer nun stark sein zu müssen.

 :-* alex

Muriel

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Re: Unser Pony starb an einer Vergiftungskolik
« Antwort #9 am: 12.12.06, 21:08 »
oh alex.....  :'( :'( :'(

Offline Viki

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Re: Unser Pony starb an einer Vergiftungskolik
« Antwort #10 am: 13.12.06, 00:18 »
kopf hoch, gestalte mit deiner tochter evtl. eine collage mit bildern deines minishettys und nimm dazu evtl. noch das halfter oder die hufeischen dazu, wenn ihr die aufgehoben habt. (lacht mich nicht aus, aber das haben meine mutter und ich heulend auch gemacht, mit 60 und 30 - ganz schön bescheuert was? aber ich kann sagen, es hat uns geholfen...)

Ich habe von unserem Max eine Strähne von der Mähne aufgehoben und meiner Tochter irgendwo im Zimmer versteckt - ich weiß nicht mehr wo. Max war 10 (Beinbruch über Nacht), die Tochter auch 10. Sie hat alles reingefressen und nach außen wie versteinert reagiert - das Thema war lange gar nicht besprechbar (und es ist für beide auch heute noch heikel). Sie hat danach die Begeisterung für die Pferde verloren bzw. deutlich mehr Abstand zu den Pferden entwickelt.

Dass deine Tochter nach außen geht und aggressiv ist, finde ich besser als das Reinfressen. Für dich anstrengend, aber eigentlich eine gesunde und normale Reaktion für eine Fünfjährige. Es dauert und die Welt ist nachher nicht mehr so, wie sie vorher war.
Aber sie ist noch klein und sie kann ihr Herz irgendwann wieder einem anderen Pony zuwenden. Das tote Pony behält seinen eigenen Platz, egal, was passiert. Man kann ihr von einem Pferdehimmel erzählen, aber das tust du wahrscheinlich sowieso.

Und deine Schuldgefühle sind unsinnig und auch normal - ich hatte monatelang Gedanken, was wäre gewesen, wenn etc., obwohl niemand Schuld hatte und keine klare Ursache findbar war und so ist es bei euch auch. Versuch einfach, nicht nachzugrübeln, waswärewenn - ich hätte das Pferd auch nicht um jeden Preis in die Klinik gefahren.
Wir sind nicht Herr über Tod oder Leben.

Offline Herzi

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Re: Unser Pony starb an einer Vergiftungskolik
« Antwort #11 am: 13.12.06, 00:28 »
Oh ich Drücke euch beide ganz fest und Wünsche euch viel Kraft.

Kann dir vielleicht ein wenig wieterhelfen was deine Tochter betrifft. Ihr Agressives Verhalten ist ein gutes Zeichen (so Komisch dies auch klingt) sie lebt ihre Gefühle nach aussen und richtet sie nich nach innen (wie Mädchen oft machen). Mit 5 ist es schwierig beinahe unmöglich Gefühle zu differenzieren oder zu unterdrücken,und Trauer macht auch Wütend von daher würde ich die Menschen (Kindergarten) die mit deiner Tochter zu tun haben über den Tod informieren.
Weinen ist auch ein gutes Zeichen in der Trauerarbeit, weine doch mit ihr, ein Verlust Schmerzt und bei Schmerzen weint man, bei Kinder hilft (wie Geolina schon geschreiben hat) ein Ritual des Abschiedes zu gestalten vielleîcht mag sie ja  etwas Basteln oder malen und ihr vergräbt dies mit anderen Gegenständen. Eine Kerze nur für euer Pony könnte auch eine Idee sein.

Lass dir und deiner Tochter Zeit über den Verlust hinweg zu kommen, Sprecht zusammen und versucht euch vorzustellen wie die grosse Wiede auf der euer Pony nun herumrennt aussieht.

Drücke euch ganz fest :-*
Reiten ist erst dann eine wahre Freude, wenn du durch eine lange Schule der Geduld, der Feinfühligkeit und der Energie gegangen bist die dir das Pferd erteilt.

Offline Herzi

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Re: Unser Pony starb an einer Vergiftungskolik
« Antwort #12 am: 13.12.06, 00:33 »
Uhi da war viki schneller

Auch das Betnässen darfst du nicht überbewerten, würde es in dieser Situation als Reaktion sehen die wieder Verschwindet. Ist eine schwere Zeit für dich, der Verlust und die nicht gerade einfache Reaktion deiner Tochter. Vielleicht hilft es euch beiden den Weg gemeinsam auf eurer Art zu gehen. Ihr könntet ja auch aus Wut gemeinsam was Kaputt hauen.
Reiten ist erst dann eine wahre Freude, wenn du durch eine lange Schule der Geduld, der Feinfühligkeit und der Energie gegangen bist die dir das Pferd erteilt.

Offline MaryV

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Re: Unser Pony starb an einer Vergiftungskolik
« Antwort #13 am: 13.12.06, 06:19 »
Unser Opi, Isi 32, ist Samstag auf Sonntag gestorben. Wahrscheinlich Darmverschlingung. Ich habe ihn um 1:30 Uhr einschläfern lassen, nach stundenlangem Kampf. Er war das Pferd meiner 8 jährigen Tochter, für sie das 2. Pferd, dass sie innerhalb von 2 Jahren verlor. Beim ersten war sie knapp 6. Bachblüten Notfalltropfen und ein schönes Ritual helfen ein wenig. Sie hat eine Kiste mit Schweifhaaren und Fotos in ihrem Zimmer, auch von ihrer verstorbenen Stute. Eine 2. Kiste mit Haaren, einem Foto und einem Abschiedsbrief, gemaltes Bild werden beerdigt. So hat sie immer eine Stelle an der sie ihre Pferde besuchen kann. Jedes Kind reagiert anders, unsere weint ununterbrochen und ich mit, aber auch Agressivität ist in Ordnung. Erwachsene haben doch schon Probleme mit Trauer umzugehen, was sollen Kinder erst fühlen. Lass sie, sei einfach da!Die Idee zusammen etwas kaputt zu machen finde ich sehr gut

Offline Knirps

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Re: Unser Pony starb an einer Vergiftungskolik
« Antwort #14 am: 13.12.06, 07:22 »
mein tiefempfundenes Beileid, an alle, die sich von ihren lieblingen trennen mussten... mir steigen schon tränen in die augen, wenn ich nur ansatzweise daran denke, was wäre, wenn eines meiner süßen nicht mehr wäre... Pferde und ponies sind halt die besseren menschen und da tut sowas umso mehr weh...

noch eine vermutung wegen den vergiftungskoliken... hab in der septemberausgabe der cavallo gelesen, dass es im moment einige ungeklärte vergiftungskoliken gibt mit todesfolge und dass es wohl damit zusammenhängen kann, dass sich das kakobskreuzkraut im moment stark verbreitet... in der schweiz muss jedes erscheinen dieser pflanze gemeldet werden, anderso jeder daraus resultierende todesfall... in dtl. scheint es wohl weniger untersucht zu werden, und wird deshalb wahrscheinlich (meine vermutung) seltener diagnostiziert... jedoch ist der verlauf typisch und eigentlich immer mit dem tod zu rechnen... vllt. schaut ihr einfach mal, ob ihr solche pflanzen bei euch auf der weide findet...

Liebe grüße und einen festen drücker an alle...
:-) keep smiling