Autor Thema: Entlastungssitz  (Gelesen 9867 mal)

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Offline traber79Topic starter

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Entlastungssitz
« am: 14.08.04, 17:48 »
Hallo!
Ich bin zwar kein Distanzreiter (naja, was ja nicht ist kann ja noch werden,gelle;-)...), gehöre eher in die Kategorie "Freizeit-Gelände-Gymnastik-Reiter", hab aber trotzden mal eine Frage!

Mein Pferd ist ein Traberwallach, 9 Jahre alt und seit 2 Jahren in meinem Besitz.Kam direkt von der Bahn.
Mittlerweile haben wir uns (bis auf manche kleinere Diskussionen;-)) gut zusammengerauft.
Ich geh mit ihm ins Gelände, reite ab und an am Platz und wir fahren Kutsche.
Er ist im Gegensatz zum Anfang mittlerweile schon wesentlich lockerer beim reiten, aber mit einem "normalen" Reitpferd eben nicht zu vergleichen.
Biegung bereitet ihm halt oftmals noch Schwierigkeiten (was natürlich auch mit meinem Sitz zu tun haben wird, davon will ich mich nicht freisprechen).
Abgesehen davon ist es halt schwierig ihn "über den Rücken" zu reiten, er hält sich sehr fest, da er dort auch recht empfindlich ist (auch wenn er sonst sehr wenig kränkelt...toitoitoi).

Naja, das zur Vorgeschichte, nun zur eigentlichen Frage:-):

Ich habe im Gelände festgestellt, dass er ruhiger trabt und weniger versucht schneller zu werden wenn ich den Rücken entlaste, ähnlich wie beim leichten Sitz im Galopp, aber etwas "gerader".
Es gibt doch den sogenannten Entlastungssitz.Ist der damit gleichzusetzen oder ähnlich?
Wie genau soll der ausschauen?
Und kann es meinem Pferd schaden wenn ich ihm im Gelände den Rücken so zeitweise entlaste??
Hab halt das Gefühl es tut seinem Rücken gut, er ist wie gesagt recht empfindlich, gerade wenns mal wieder kühler/regnerischer ist merk ich das nach dem Reiten.

Würd mich über Tipps freuen!!

LG
Daniela

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Renan

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Re: Entlastungssitz
« Antwort #1 am: 15.08.04, 00:44 »
Durch den Entlastungssitz störst du dein Pferd nicht mehr in seinen Bewegungen im Trab. Deshalb kann er schon hilfreich sein.

Für weitergehende Informationen schau mal auf die Seite www.distanzreiten-online.de

Renan

Offline traber79Topic starter

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Re: Entlastungssitz
« Antwort #2 am: 16.08.04, 13:41 »
@Zaino

Danke für die KM!
Ich hoffe meine Antwort ist angekommen, bin nicht ganz sicher!?

LG
Daniela
Es ist wie es ist.

Offline samuraij

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Re: Entlastungssitz
« Antwort #3 am: 16.08.04, 14:44 »
Hallo traber79,
auf www.russlands-pferde.de hab ich einen Artikel übers Distanzreiten geschrieben - darin ist auch der Sitz beschrieben und ein paar Fotos zum Angucken.

Einen Nachteil hat der Entlastungssitz allerdings: Wenn der Sattel vorn zu eng ist, merkt man das kolossal. Denn wenn du mit dem Hintern im Sattel sitzt, verteilt sich dein Gewicht über die gesamte Polsterfläche des Sattels (oder zumindest in dem Bereich, den dein Hintern ausfüllt auf jeden Fall). Stehst du aber in den Bügeln, heben sich die meisten Sättel (bei denen die Steigbügelaufhängung relativ weit vorne am Vorderzwiesel angebracht ist) hinten hoch und drücken vermehrt nur vorne über dem Widerrist - wo dein Gewicht halt ausschließlich in den Steigbügeln hängt.
Spezielle Distanzsättel haben die Steigbügelaufhängung deswegen in der Mitte des Sattels um dieses Kippen zu vermeiden, aber gerade englische Sättel klemmen dann nur noch das Kopfeisen über den Widerrist und das gibt ganz fiese Druckstellen.
Also vorsicht!!
Wenn dein Pferd sich durch den Entlastungssitz jedoch besser locker macht, wird es ihm schon nicht schaden (zumindest kurzfristig nicht). Aber behalte sein Gangwerk und die Sattellage immer im Auge, nicht dass ihm das vorne dann doch irgendwann zu eng wird, wenn du immer im Entlastungssitz reitest. (Spätestens wenn er um die Schulter mehr Muskeln aufgebaut hat, wird es ihn dort drücken).

Grüßle!

Ines.
Wer glaubt, gut zu sein, hat aufgehört, besser zu werden.

Offline Eberesche

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Re: Entlastungssitz
« Antwort #4 am: 10.10.04, 20:02 »
Also ich fand den Distanz-Entlastungssitz lange ganz schwierig, hatte am Anfang auf meinem Pferd einen normalen Trachtensattel von Sommer. Immer wieder verlor ich das Gleichgewicht. Den leichten Sitz vom Springreiten, das Leichttraben, fand ich alles viel leichter.
Dann habe ich mir den Marathippo gekauft (nicht deswegen) und da ist die Steigbügelaufhängung etwas weiter hinten. Und auf einmal klappte es.
Ich würde es so beschreiben: Du hast mit langem Bein einen großen Teil des Gewichtes auf die Beine verteilt, die Knie udn Fußgelenke federn im Rhytmus, die Hosennaht berührt gerade den Sattel - du stehst also nicht sehr weit auf. Je schneller mein Pferd im Trab wird, desto mehr muss ich den Oberkörper aus der Hüfte raus beugen (Hintern geht dann nach hinten) um das Gefühl zu haben, im Schwerpunkt zu sein.
Ich finde, der gravierendste Unterschied zw. Spring- und Entlastungs-Distanzsitz ist die Länge und Winkelung des Beins und der Knieschluss: beim Springen ist er das A und O, beim Distanzsitz liegt das ganze Bein wie der Schenkel beim Dressurreiten: hat Fühlung, gleitet aber.
All das ohne Gewähr, bin kein Distanzler, aber die Ausbilderin meines Pferdes, die seit Jahr udn Tag TREC und Distanzen reitet, grunzte letzthin zustimmend, als sie mich traben sah und es fühlt sich gut an, auch über lange Strecken.
Ich habe auch irgendwo schonmal Bilder gesehen...weiß nimmer, wo *zuvieleBücherichhab*  ::) ...

Offline Festus

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Re: Entlastungssitz
« Antwort #5 am: 10.10.04, 20:42 »
Die Gefahr dabei ist ja, dass zu viel Last (Reitergewicht) auf die Vorhand kommt.
Deshalb leuchtet mir das mit den Bügelriemen weiter hinten ein.
Ich beobachte allgemein - ob leichter oder Dressursitz - , dass Sättel in der Sitzgröße zu klein gekauft werden und die Reiter deshalb "auf der Vorhand sitzen". 17 Zoll ist aus meiner Beobachtung "Kindergröße" und obwohl ich nicht überdimensioniert gebaut bin, ist 18 Zoll für mich richtig (gibt es nur selten, da scheinbar alle model-Figuren haben).
Mein Name ist Hase. Ich weiß von nichts!

Offline Eberesche

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Re: Entlastungssitz
« Antwort #6 am: 10.10.04, 23:02 »
Oh, Festus, ich habe ordentlich Schinken  ;D, aber mein 171/2er Sattel ist o.k. für mich. Der ist aber so gebaut, dass er nciht zu weit vorne liegt. Wegen der Vorhand wars mir ja so wichtig, dass ich beim Langstrecken-Entlastungssitz vom Vornüberbeugen wegkomme. Wenn man erstmal das Gefühl dafür drin hat, ist es sehr angenehm.

Offline chily

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Re: Entlastungssitz
« Antwort #7 am: 22.02.05, 23:24 »
und, eberesche, wie findest du den marathippo sonst so? Hast du nur den? Wie muss ich mir denn den vorstellen, hab ja schon viel gehört, aber noch nicht gesehen, kannst du mit dem auch n bisschen springen und ist er alltagstauglich? Oder sind Wandersättel zu unpraktisch z.B. für Gymnastik, kannst du gut Dressur reiten mit ihm?

Offline Eberesche

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Re: Entlastungssitz
« Antwort #8 am: 23.02.05, 19:07 »
Die Antworten in der Reihenfolge der Fragen, Schötchen:  ;)
Ich finde ihn superklasse.
Nein, ich habe noch eine alte Springsattel-Gurke (für meinen etw. weiter gemacht) für reine Springstunden.
Gehst du auf die Equitana? Da könntest du ihn dir am Reiser-Stand angucken. (Reiser, nicht Rieser!)
Ja, mit dem kann man bisschen springen, muss ich in TREC auch (eine Ausrüstung für alle Teilprüfungen), d.h. Auf- und Absprünge bis zu nem Meter, Geländehindernisse u. Gräben. Bin früher auch die Springstunde damit geritten, aber bei Kombinationen, insbesondere In-Outs, fühlt man sich natürlich in einem Sattel mit mehr Pauschen besser. Daher die Gurke.
Total alltagstauglich - man sitzt ordentlich, nah am Pferd, bequem...
Da der Hippo ein langes Blatt hat und einen nah ans Pferd setzt, kann man prima Dressur damit reiten. Erst wenn ich fliegende Serienwechsel reiten will, werde ich über einen Dressursattel nachdenken.  ;D Meine RL mag ihn auch.

Wohlgemerkt: der Gelände-Entlastungssitz, wie ihn Distanz- und viele Trecreiter haben, geht mit dem Hippo sehr gut. Der Chiron-Sitz nach Becher verlangt einen Sattel mit mehr Pausche, weil da die Bügel extrem kurz sind.

Offline chily

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Re: Entlastungssitz
« Antwort #9 am: 23.02.05, 23:03 »
 :D hört sich gut an! nur leider ist mein nicht billiger Sattel erst ein Jahr alt...wird wohl so schnell nix mit einem neuen! (v.a. da ich ja auch noch nen uralt-springsattel hab, und 3 wärn wohl ein bisschen viel...)
Aber spätestens wenn ich jeden Sommer auf zig Wanderritte geh *träum* muss ich mir wohl was überlegen...
hach, sättel könnt man auch sammeln, irgendwie.  ::)
equitana geh ich leider nicht, is zu weit weg! (man, bin ich froh, wenn ich erst nen Führerschein hab. dann kommt hoffentlich bald das Auto mit Hängerkupplung und dann der Hänger und dann bin ich zufrieden! 8))

Offline Sherry

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Re: Entlastungssitz
« Antwort #10 am: 15.06.05, 08:06 »
Ich und meine Traber kommen mit dem Entlastungssitz wie er im Rekener Reitzenttum (unterrichten nach Bruhns/Behr) gelehrt wird sehr gut zurecht. Ich glaube er ist dem Entlastungssitz beim Distanzreiten nicht ganz unähnlich.
Ich reite doch ein Pferd und keine Reitweise (J.C. Dysli)

Offline knarf

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Re: Entlastungssitz
« Antwort #11 am: 23.06.05, 14:04 »
Hallo Sherry,

beschreib doch bitte mal den dort gelehrten Entlastungssitz.

Gruß

Frank