Autor Thema: Sporen im Reiteralltag  (Gelesen 73850 mal)

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #15 am: 27.11.06, 11:09 »
edit, da offenbar nicht gewünscht
« Letzte Änderung: 27.11.06, 15:09 von Nattrun »
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Offline ABM

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #16 am: 27.11.06, 11:21 »
Och - ich glaub diese Veranstaltung wäre meine Offenbarung gewesen  :)
Hat das zufälligerweise mal jemand mitgefilmt?
Hankenbiegung und Kadenz - also das, was man in den großen internaionalen Dressurprüfungen leider nur noch selten sieht - erforden viel Kraft des Pferdes (nicht des Reiters...), Durchlässigkeit und lange gereiftes Training. Mit Hand und rückwärts kann man nie erreichen. Und manchmal braucht man auch das richtige Pferd dazu, richtig im Sinne von Freude am Zeigen, am Imponieren, oder ganz verklärt  :) mit Freude am Tanzen.

In dem Moment, wo ich das Gefühl habe, IM nicht auf dem Pferd zu sitzen, es mit jeder Anspannung meiner Muskeln und mit meinen Gedanken zu reiten, ist es "an den Hilfen", und damit auch am Bein. Ergo muss ich nicht mehr im übtragenen Sinne treiben, sondern aktivieren, zur jeweiligen Lektion.

Das geht z.B. nicht, oder selten wenn ich die Absätze hochziehe und mit den Sporen bohre. Oder nächste Übung, um meinen Sitz im Sinne des Vorwärtstreibens und Richtung haltens zu korrigieren: Hufschlagfiguren am hingegebenen Zügel. Nehmt den Leuten dann mal die Sporen weg, und dann wird man sehen, was von so einem Reiter übrigbleibt...  ;)
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Offline McFlower

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #17 am: 27.11.06, 11:22 »
Für mich kommt der Dauersporn dem Schreien gleich.

Und die Gerte?

Nattrun, ich glaube, das ist zu einfach gesehen. Es wird immer gerne behauptet, die Pferde würden gerne alle unsere Wünsche erfüllen, wenn wir sie denn verständlich ausdrücken würden. Ich glaube das nur bedingt. Auch Pferde haben einen inneren Schweinehund und strengen sich nicht gern mehr an, als es sein muss. Und das Arbeiten an der Versammlung ist SEHR anstrengend. Ich kenne kein Pferd, dass nicht am Anfang versucht hat, sich um diese Anstrengung drumherum zu mogeln. Dein Voltenbeispiel ist gut, aber es gibt genügend Möglichkeiten für´s Pferd, sich dieser setzenden Wirkung zu entziehen: mit der HH nach innen wegdriften, nach außen wegdriften, die Handbremse anziehen, auf die äußere Schulter fallen....mit Sporen habe ich die Möglichkeit, die HH relativ gut in der Spur zu halten und dort zu fixieren, wo sie denn sein soll - indem ich sie zum Einsatz bringe, wenn das Pferd gegen den Schenkel drückt. Ich glaube nicht, dass es die Pferde ihrem Reiter immer möglichst Recht machen wollen, manchmal muss man als Reiter auch ganz energisch kommunizieren können : "Du musst!"

Zitat
Natürlich braucht auch mein Pferd mal eine Verstärkung. Da ich auch ohne Gerte reite, boxe ich mit den Absätzen wenn nötig mal in die Rippen.

Ja, das mache ich bei dem Youngster auch. Diese Vorgehensweise hat aber einen Nachteil. Ich muss mehr oder weniger mit dem ganzen Bein Schwung holen und bringe damit meinen eigenen Körper in ungewollte Seitwärts-Bewegungen.
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Beni

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #18 am: 27.11.06, 11:24 »
Das Übel fängt ja schon mit der Anfängerausbildung an.

Als ich jung war ( :-[), mußte man sich die Sporen im wahrsten Sinne des Wortes verdienen.
Das gab es einfach gar nicht, daß ein (Jugendlicher) Reiter in Eigenregie entscheidet, ob er Sporen nimmt.
1. Das Pferd hat immer recht.
2. Wenn du nicht klar kommst, reitest du eben zu schlecht.
So einfach war das. Auch wenn diese zugegebenermaßen nicht gerade differenzierte Einstellung der Ausbilder so manchen bemühten Reiter auf einem Schlitzohr-Schulpferd zur Aufgabe zwang....

Das Tragen von Sporen war eine Auszeichnung. Sie signalisierte, daß der Träger die Grundbegriffe von korrekter Hilfengebung/unabhängigem Sitz nach Einschätzung des RL`s (und nicht der eigenen) verinnerlicht hatte. Demzufolge konnte dem Schüler das Tragen auch wieder untersagt werden. Die Pferde gehörten eh dem Verein und man durfte dankbar sein, überhaupt aufsteigen zu dürfen. Demzufolge gab es auch keine "sturen Böcke", sondern eher zumeist hochgeschätze Sportpartner, da sie ja Mangelware waren.

Heute kann sich jeder auf seinem Pferd bewaffnen, wie er möchte. Immun gegen Kritik.

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #19 am: 27.11.06, 11:28 »
..
« Letzte Änderung: 27.11.06, 18:57 von Nattrun »
Wen kein Bangen mehr beschwert,
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Offline ABM

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #20 am: 27.11.06, 11:36 »
Und die Gerte?

Nattrun, ich glaube, das ist zu einfach gesehen. Es wird immer gerne behauptet, die Pferde würden gerne alle unsere Wünsche erfüllen, wenn wir sie denn verständlich ausdrücken würden. Ich glaube das nur bedingt. Auch Pferde haben einen inneren Schweinehund und strengen sich nicht gern mehr an, als es sein muss. Und das Arbeiten an der Versammlung ist SEHR anstrengend. Ich kenne kein Pferd, dass nicht am Anfang versucht hat, sich um diese Anstrengung drumherum zu mogeln. Dein Voltenbeispiel ist gut, aber es gibt genügend Möglichkeiten für´s Pferd, sich dieser setzenden Wirkung zu entziehen: mit der HH nach innen wegdriften, nach außen wegdriften, die Handbremse anziehen, auf die äußere Schulter fallen....mit Sporen habe ich die Möglichkeit, die HH relativ gut in der Spur zu halten und dort zu fixieren, wo sie denn sein soll - indem ich sie zum Einsatz bringe, wenn das Pferd gegen den Schenkel drückt. Ich glaube nicht, dass es die Pferde ihrem Reiter immer möglichst Recht machen wollen, manchmal muss man als Reiter auch ganz energisch kommunizieren können : "Du musst!"

Dann liegt es aber auch an der disziplin des Reiters, zu erkennen, was das Pferd kann. Wenn ich mit der Grundeinstellung aufsteige, ich habe eine faule Socke, der keine Lust hast, dann interpretiere ich das vielleicht kräftemässig nicht mehr können vielleicht falsch.

Außerdem: die Bereitschaft eines Pferdes zu lernen und mitzumachen, wenn der Reiter sich richtig mitteilt, und ehrgeizig-freudig-willig mitzumachen, nennt man dann "Rittigkeit". In manchen verbänden ist sowas immerhin Zuchtziel, und eines, was leider häufig genug zugunsten spektakulärrer Gänge hintangestellt wird.
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Offline zaino

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #21 am: 27.11.06, 11:44 »
Dann liegt es aber auch an der disziplin des Reiters, zu erkennen, was das Pferd kann. Wenn ich mit der Grundeinstellung aufsteige, ich habe eine faule Socke, der keine Lust hast, dann interpretiere ich das vielleicht kräftemässig nicht mehr können vielleicht falsch.

YEP - sehr richtig, u. passiert ja auch oft genug! wie oft kriegte ich zu hören, als mein pferd nicht gut beisammen war: Jetzt hau dem doch mal endlich eins! U. das kam von Reitlehrern! Von Profis!


Außerdem: die Bereitschaft eines Pferdes zu lernen und mitzumachen, wenn der Reiter sich richtig mitteilt, und ehrgeizig-freudig-willig mitzumachen, nennt man dann "Rittigkeit".

Und das kann man nicht nur hinzüchten, sondern über Vertrauen u. Motivation auch an-erziehen.
Dazu gehören Konsequenz u. Durchsetzen des eigenen willens aber genauso wie eben das "positive Verstärken" des Pferdes.
- kurze Arbeitsreprisen
- dolle loben für vollen Einsatz u. jede artige Reaktion auf neue Anforderungen, auch wenns anfangs vielleicht noch nicht gleich perfekt ist.
Das kann viel Zeit u. Disziplin in Anspruch nehmen bis man ein älteres vielleicht schon durch Erfahrungen etwas, hm, ökonomisch gewordenes Pferd wieder hinbringt.
Und - klar, es gibt geborene Gewerkschaftler, die alles hinterfragen, u. es gibt eifrige Streberbatzen!  ;D

Offline friesi02

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #22 am: 27.11.06, 11:45 »
@Mc Flower  ;)
Ja, vielleicht seh ich das zu einfach. Bin trotzdem der Meinung, daß die Pferde alles können, von Natur aus. Wenn sie es für uns nicht machen oder nicht machen wollen, dann haben wir uns nicht gut oder verständlich genug augedrückt.

Der Fehler liegt immer beim Reiter - wenn er sich bewaffnet, ist das ein Eingeständnis seiner Schwäche.


 :-X :-X   ..krasse Aussage... ein wenig heftig was? Wievielen hochkarätigen Reitern müsste man da Schwäche unterstellen.... Schließe mit McFlower in Ihrer Ausführung an, sehr gut formuliert!
...womit wir fast schon wieder in der anit-lescherte Box angekommen wären ;D

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #23 am: 27.11.06, 11:48 »
@ABM:
Da hast du m.E. das Wichtigste in einem Nebensatz verschwinden lassen...
...mitzumachen, wenn der Reiter sich richtig mitteilt

Schon komisch, das manche Pferde dem einen Reiter "in die Trense fallen", weil sie garnicht schnell genug an die Arbeit kommen können - und bei einem anderen zur Giraffe mutieren, damit dieses Metallding nur nicht zwischen ihre Laden gerät...

Ich habe nichts gegen den maßvollen Einsatz von Sporen und Gerte. Manchmal muß ein Klaps sein, um ein nachschleppendes Hinterbein zu aktivieren - und ein effektives Korrigieren mittels bloßem Schenkel führt oft wie von McFlower beschrieben zum Schungholen mit ganzem Bein oder - noch schlimmer - mit ganzem Körper...  :(

Sporen gehören an Füße, die parallel am Pferd an ruhigen Beinen hängen.  :-[  Manchmal glaube ich allerdings auch, dass manche Reiter die Sporen als "Rettungshaken" verwenden - um sich wirklich am Pferd festhalten zu können...  :-X

Offline ABM

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #24 am: 27.11.06, 11:55 »
Ja, man kann Rittigkeit erziehen. Indem man eben Pferde motiviert! Die Gewerkschaftler mit Aufhören oder einer weniger anstrengenden lektion, die ehrgezizigen mit etwas, was sie gerne machen etc. Oder einfach mal einer Pause.
Ich bilde gerade einen jungen Friesen aus, d.h. ich helfe der Besitzerin. Der Friese ist nun sicher nicht das hyperaktivste, nachvorwärts strebenden Pferd, aber unglaublich wissbegierig, lernt ganz schnell, ist aber auch schnell mal müde (vierjährig). Was dieses junge Pferd inzwischen von sich aus anbietet und entwickelt, auch wenn man anpacken muss. Es macht ihm Spaß, und wenn mal eine Lektion nicht so klappt, dann hinterfragen wir das "richtige Mitteilen".
Es ist so unglaublich schade, daß die Qualität des Unterrichtens so nachgelassen hat. Viele Reiter glaube ich würden gerne anders reiten, aber wenn ihnen Kaderreiter xyz nur sagt: Schnü dem Bock das Maul zu und hau die Zinken rein, wie sollen gerade junge Reiter dem widersprechen? Reden, erklären, fragen, warum man dies macht oder nicht macht, warum es nicht klapp, das ist sowas von verpönt!
Ich werde nächstes Jahr meinen trainerschein machen und bin jetzt schon auf Fortbildungsveranstaltungen - ich weiß genau, daß ich bei diesen lehrgängen irgendwann vor der Frage stehen werde, die Klappe halten, schlucken oder den lehrgang abbrechen.

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #25 am: 27.11.06, 11:59 »
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« Letzte Änderung: 27.11.06, 18:57 von Nattrun »
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Offline Katla

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #26 am: 27.11.06, 12:08 »
Das widerum würde ich nicht so formuliert wissen - aber denken darf man das wohl.
Nach allem, was ich zu sehen bekam - ja.

Ich würde das genau so unterschreiben.

Der Fehler liegt IMMER beim Reiter.

Aber wer sagt, dass der Reiter keinen Fehler machen darf? Man ist ja schließlich nicht jeden Tag gleich gut drauf. Und jeder Mensch und jedes Pferd hat ein Recht auf Fehler.

Richtig krass ist aber, wenn man den Fehler zum Standard macht. Warum auch immer.

"Hochkarätigkeit" ist keine Garantie für Unfehlbarkeit. Und schon gar nicht, wenn es um die internationale Dressur-Liga geht.

Ich war auch auf diesem Seminar. Und für mich war es erschreckend festzustellen, wie wenig die Reiter zuhören.
Dem Reitlehrer hören sie nicht zu - und dem Pferd erst recht nicht.

Der ständig klopfende Schenkel, der ständig stechende Sporn, das ständige Riegeln, das ständige Schieben mit der Hüfte - das scheint ein unauslöschlich eingebranntes Bewegungsmuster zu sein.

Wie gut, dass ich so groß bin (179cm) und mein Pferd so klein (130cm) - aufgezogene Hacken mit einem ständig stechenden Sporn kann es bei mir gar nicht geben.

Offline zaino

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #27 am: 27.11.06, 12:17 »
Stimmt leider gnadenlos - wenn der Arbeitswillen beim Pferd weg ist, hat der Mensch irgendwann mal was verbockt.
Das geht halt beim einen Pferd schneller, beim anderen weniger - einige haben einen unkaputtbaren "Go" u. man muss schon sehr genau hingucken um ungenügendes Überdenrückengehen, mangelnde Losgelassenheit, Festmachen u.s.w. festzustellen, allenfalls in fortgeschrittenen Lektionen sähe mans... wenn mans denn sehen könnte, das sind dann die "guten Pferde".
(und die, die sich selber eher totmachen bevor sie mal stehenbleiben oder sich wehren, bevor ihre Gelenke rauchen!)

OK, das war jetzt fast off-topic.

Andere Sache - wenn ich aber mal so einen Gewerkschaftler habe der zum eigenen schaden so dahinschlappt u. nur schwer unter positive Grundspannung zu bringen ist - und WENN ich nicht meinen Sitz völlig verhunzen u. mir kräftiges Mitschieben u. Gewürge u. Beingeklopfe u. sonstige schöne Sachen weiter angewöhnen will - DANN muss ich versuchen den Teufelskreis zu durchbrechen u. dazu auch mal etwas deutlicher u. präziser werden dürfen?
Z. B. ist mal eben mit dem Sporen dran erinnern dass da noch eine Reiterwade irgendwo rumhängt auf die Herr Pferd bitte reagieren möge, ist 100x besser als o. g. Gewürge zu automatisieren! Das behindert das Pferd nämlich auch beim gleichgewichtigen losgelassenen Marschieren.
Und ist super kontraproduktiv!
(so, das war jetzt pro Sporen. Haut mich!  ;D)

Offline ABM

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #28 am: 27.11.06, 12:22 »
Gerte her  ;D

Nö, keiner sagt doch was, das man nicht mit dem Sporen kommen dürfe. Ich sage meinen Reiterinnen immer: erst mit allem anderen "anfragen", dann mit dem Sporen. Und lieber mal drei-viermal "zack-zack" mit der Gerte aufwecken und ärgern - und das funktioniert!!! - als das Sporengestochere. Wichtig ist allerdings dabei, daß sich sonst am Sitz nix verändert - eine Hand, die erst ausholen muss im weitesten Sinne und Rückwärts wirkt und vielleicht noch das Becken nicht hinten abkippt - dann haben wir wieder das problem des "Richtig Mitteilens".
Nicht evrraten *flüster*: ich empfehle meinen Schülern nstelle der nullachtfuzehn-steife-Hand-mach-Gerte ein langes dünnes Haselnuss-Stöckchen...
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Offline Katla

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Re: Sporen im Reiteralltag
« Antwort #29 am: 27.11.06, 12:26 »
Gegen Sporen in richtigem Einsatz gibt es meiner persönlichen Meinung nach überhaupt nichts zu sagen.

Aber das, was ich da gesehen habe, ist für mich nicht "richtiger Einsatz".

Sporen scheinen (wie das doppelte Nasenband auf Anschlag) mittlerweile zum Ausrüstungsstandard zu gehören.
Was bitte macht ein 12jähriges Mädchen mit Sporen?
Antwort: genau die gleiche Scheiße wie ihre Reitlehrerin und fast alle anderen Teilnehmer des besagten Kurses.

Sie mißbrauchen die Sporen und damit das Pferd.

Ich habe die Sporen damals feierlich von meinem Reitlehrer überreicht bekommen (NACH dem 1. Sieg M-Dressur). Vorher durfte ich die im Unterricht gar nicht tragen. Der gute Willi Meyer (Gott hab' ihn seelig) war noch so ein militanter Lehrer vom alten Schlage.

Man sagt ja nicht ohne Grund: "sich die ersten Sporen verdienen".