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50 Rinder verhungert und verwest

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Worthülse:
Der Schock sitzt immer noch tief und ich kann es einfach nicht fassen, wie man unbemerkt
50 Rinder halten und verhungern lassen kann.
Die Auflagen für die Nutzviehhaltung sind so streng. Jedes Rind muß Ohrmarken tragen. Mit der Ohrmarke ist die Identität und der Werdegang des Tieres nachvollziehbar.
Selbst bei Verlust nur einer Ohrmarke gibt es einen Papierkrieg zu bewältigen, weil die Behörden generell Mißbrauch unterstellen.

Hält jemand Milchkühe, gehen die Behörden davon aus, daß pro Milchkuh ein Kälbchen pro Jahr geboren wird. Dies wird kontrolliert und dementsprechend werden die Ohrmarken ausgegeben. Ohne Milchkuh/Mutterkuh keine Ohrmarke für ein Kälbchen. Mit Herausgabe der Ohrmarken wird die Maschinerie der Kontrolle in Gang gesetzt.

Entweder hat man Rinder mit Ohrmarken, dann wird man auch dementsprechend kontrolliert.
Oder man wird nicht kontrolliert, dann dürften die Rinder auch keine Ohrmarken haben.
Daß man mal ein/zwei Kälbchen an den Behörden vorbei schummeln kann, kann ich noch nachvollziehen (Angabe von Todgeburt -selbst das ist schwierig, weil die Todgeburten meistens besichtigt werden, allein schon von der Versicherung- oder Verschweigen von Zwillingsgeburten).
Aber wie ist das bei 50 Rindern möglich?

Nun wurde der Hof ja kontrollliert (Pferdehaltung), allerdings nicht der besagte Stalltrakt mit den Rindern.
Wieso verlassen sich die Beamten auf die Aussagen des Bauern? Wenn schon Kontrolle, wieso dann nicht der gesamte Hof?

Wie ist es möglich, daß 50 Rinder einfach so verhungern können?
Hat niemand der direkten Anlieger etwas gehört?

Wie ist es möglich, daß 50 Rinder einfach so verwesen können?
Es muß doch wie die Pest gestunken haben! Hat niemand der direkten Anlieger etwas gerochen?

Wie kann ein Mensch länger als ein Jahr neben den mumifizierten Kadavern ganz normal weiter leben, als wäre nichts geschehen? Für mich ist diese Vorstellung so schlimm wie ein Albtraum, wie kann jemand diesen Albtraum leben?

Ich bin fassungslos.
Nach dem Verhalten meines Pferdes müssen die Rinder ungefähr in 4/05 - 5/05 gestorben sein. Anfang 5/05 passierte mein schlimmer Unfall, als ich in die Richtung dieses besagten Stalles wollte.
Nach meinem Unfall war es für mich unmöglich, auch nur die Richtung zu diesem besagten Stall einzuschlagen.

Es gibt Pferdehaltung in unmittelbarer Nähe zu diesem Hof. Anscheinend gab es aber dort keine so gravierenden Probleme mit den Pferden (habe keinen Kontakt zu den Pferdebesitzern und weiß es nicht).
Mein Pferd allerdings kannte kein Gelände. Als es sich gerade so mal eben in den neuen Stall eingelebt hatte und so peu a peu Vertrauen zu mir als neuen Besitzer gefaßt hatte, habe ich es mit Tod und Verwesung konfrontiert - klasse.

Als ich das erste Mal von dem Vorfall gehört hatte, dachte ich: "Nunja, nun ist die Situation ja aufgeklärt."
Aber je mehr Zeit vergeht, desto schlechter wird mir.
Ich kann es einfach nicht begreifen.

Anja:
Gerlinde, ich habe mal einen ähnlichen vielleicht nicht so krassen Fall in unserer Nähe erlebt. Ein Bekannter von mir ist Notschlachter und hat die Schweine aus dem Stall geholt sie mussten allerdings alle sofort wegen BSE Gefahr geschossen werden (Bolzenschuss) da sie die toten Kühe angefressen hatten. Ihm (dem Notschlachter) ist danach eine Woche schlecht gewesen, und das soll was heißen, die bekommen so einiges zu sehen. Es muss furchtbar gewesen sein. Der Hof liegt abseits und der Besitzer war Alkoholiker, der zusammen mit seiner alten Mutter, selber völlig verwahrlost war.

Das Problem bei diesen Fällen ist, dass die Besitzer auch Hilfe bräuchten und es nicht erkennen wollen. Meistens verweigern sie allen den Zutritt zu ihrem Hof, auch unter Androhung von Gewalt. Bis dann der Amtsarzt informiert ist und alle rechtlichen Schritte durchgeführt sind dauert es auch länger. Aber 50 tote Rinder kann man sich kaum vorstellen, das muss wirklich wie die Pest gestunken haben. Und der Besitzer gehört wahrscheinlich eher in die geschlossene Psychatrie als in ein Gefängnis.

Terrier:
Natürlich ist es schrecklich was da passiert ist. Aber was sind 50 Rinder gegen abertausende Menschen, die vergast und verbrannt worden sind?
Ich will das nichtn hochkochen aber:

Da hat auch keiner was gewusst!

Oder wenn ein Kind nicht mehr auftaucht zum Spielen,

Kinderweinen und Stönen aus der NAchbarwohnung

Das bekommt ja auc kein Mensch mit. Aber hinterher:
Wie kann man bloss!
Das da keiner was gesagt hat!
ICH hätte es sofort gemeldet!

Aber wieviel ICH es gibt, sei aber dahingestellt.

Carlotta67:

Oh Gott, Gerlinde, das ist ja schrecklich!   :'( In welcher Gegend war das? Die Viecher müssen Ewigkeiten gebrüllt haben wie am Spieß!! Das kann gar niemand überhören!

Wie elendig, was für Kreaturen es gibt, die sich "Mensch" nennen wollen...



Worthülse:
Terrier,
es ist so einfach, aufzustehen und zum Telefon zu gehen, der Polizei die Situation zu schildern und drum zu bitten, einen Streifenwagen vorbei zu schicken.
Ich habe es mir jedenfalls angewöhnt, in Situationen, die ich nicht einschätzen kann, die mir aber suspekt erscheinen, die Polizei anzurufen.
Man wird zwar aufgefordert, seine eigene Identität anzugeben, aber man bleibt im weiteren Verlauf, wenn es dann zur Anzeige kommt, anonym.

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