Autor Thema: Heustauballergie- vererbbar?  (Gelesen 24604 mal)

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Offline terra

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Re: Heustauballergie- vererbbar?
« Antwort #15 am: 21.01.08, 20:14 »
Da wird aber doch nur die Disposition festgestellt - zum Ausbruch brauchts noch einen konkreten Auslöser, oder?

Offline Banjo

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Re: Heustauballergie- vererbbar?
« Antwort #16 am: 12.02.08, 08:50 »
Was ist denn in diesem Zusammenhang mit Impfungen? Gerüchteweise sorgt(e) doch die Resequinimpfung zu vermehrten COB Pferden (und Headshakern usw). Wenn das so wäre, könnte das der Auslöser sein. Wobei man hier ja den Herpesanteil im Verdacht hat.. ???
Oder eben die anderen schon genannten Dinge, wie nicht auskurierter Erkältung/Husten, Stress usw.

Offline Sabino

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Re: Heustauballergie- vererbbar?
« Antwort #17 am: 09.04.08, 10:29 »

auf Pilzsporen im Heu (thermophile Aktinomyzeten).
Pferde reagieren mit Husten, Nasenausfluss bis hin zur Leistungsabnahme. Die Umstellung des Haltungssystems (Offenstall) wie auch staubfreie Fütterung und Einstreu ist für betroffene Pferde sehrempfehlenswert.
(...)

[ Da nicht alle Pferde unter den gleichen Haltungsbedingungen
Symptome einer chronischen Bronchitis zeigen, ist anzunehmen, dass eine
genetische Disposition für die Hyperreagibilität der Atemwege besteht.



1. ist das eine Dissertation, keine wissenschaftliche Untersuchung.
2. handelt es sich hier um die Äußerung einer (ungesicherten!) Vermutung!
3. ist der Schluß: "nicht alle Pferde kriegen Bronchitis bei schlechter Stallhaltung, daher ist es wohl erblich"  ausgesprochen gewagt bezw. schlicht falsch!

Das beweist lediglich, dass es Pferde gibt, die lungentechnisch über der Norm extrem stabil sind.

Korrekterweise läßt diese Diss nur eine Interpretation zu: Die derzeitig vorherrschende Stallhaltung und das Futter sind falsch und erzeugen tonnenweise "Allergiker" , die es nicht geben müßte, wenn man die Pferde nur vernünftig halten (und mit entsprechendem Heu füttern) würde.

Umgekehrt wäre es logisch und wissenschaftlich korrekt, von einer erblichen Komponente zu sprechen, wenn Pferde (unter einer überwiegenden Anzahl von gesunden Pferden!) trotz optimaler Haltung Lungenprobleme entwickeln und deren Nachzucht ebenfalls!

Wird klar, wo der Denkfehler liegt?
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Offline felis

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Re: Heustauballergie- vererbbar?
« Antwort #18 am: 11.04.08, 16:56 »
@Sabino: in einem Punkt irrst Du. Eine Dissertation IST eine wissenschaftliche Untersuchung. Genau genommen, der Nachweis, dass der Ersteller in der Lage ist, eigenständig wissenschaftlich zu arbeiten.
Dein Problem mit der Schlussfolgerung ist mir auch nicht ganz klar. Der beanstandete Satz ist zwar - nun ja - eher mäßiges Deutsch  ;) Aber aussagen tut er nichts anderes, als das, was du auch aufdröselst.
Zitat
Da nicht alle Pferde unter den gleichen Haltungsbedingungen
Symptome einer chronischen Bronchitis zeigen, ist anzunehmen, dass eine
genetische Disposition für die Hyperreagibilität der Atemwege besteht.
Nämlich:
1. Nicht alle Pferde kriegen unter den gleichen Haltungsbedingungen COB
2. Daraus ist zu schließen, dass individuelle Empfindlichkeit des einzelnen Pferdes einen Einfluss darauf hat, ob das Pferd erkrankt.
3. Der Autor nimmt an das die individuelle Empfindlichkeit genetisch festgelegt ist. (Das ist eine Annahme - keine Schlussfolgerung.

Also nix Denkfehler!  ;)
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Offline Sabino

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Re: Heustauballergie- vererbbar?
« Antwort #19 am: 11.04.08, 19:07 »
Felis, naja, die Aussage war schon seeeehr schwammig formuliert. Bei mir kam das jedenfalls so an. Abgesehen davon  ähem... also die Dissen, die in meinem Studiengang so gemacht worden sind, ähem... also noja... ich sag da jetzt mal lieber nix zu deren "Wissenschaftlichkeit".

 :) :-X ;)

Jedenfalls bin ich nicht unbedingt der Meinung, dass man mit einem COPB-Pferd nicht züchten kann. Was natürlich nicht heißen muß, dass man damit bedenkenlos züchten sollte. ;)
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Offline Eva

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Re: Heustauballergie- vererbbar?
« Antwort #20 am: 11.04.08, 19:37 »
Felis, naja, die Aussage war schon seeeehr schwammig formuliert. Bei mir kam das jedenfalls so an. Abgesehen davon  ähem... also die Dissen, die in meinem Studiengang so gemacht worden sind, ähem... also noja... ich sag da jetzt mal lieber nix zu deren "Wissenschaftlichkeit".


Nun ja, also mir fallen da jede Menge "wissenschaftlicher Veröffentlichungen" ein, die den Namen nicht verdienen, das gilt natürlich für Studien jeglicher Art. Abgesehen davon, dass felis Recht damit hat, dass eine Dissertation eine wissenschaftliche Arbeit ist.
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Offline RonjasSchimmel

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Re: Heustauballergie- vererbbar?
« Antwort #21 am: 16.06.08, 17:27 »
[...]eine Dissertation eine wissenschaftliche Arbeit ist.
Wie man sie nun bezeichnet ist wohl egal, es geht darum, dass sie absolut nicht aussagekräftig ist, da keine ordentliche Studie mit genormten Rahmenbedingungen und Kontrollgruppen durchgeführt wurde.

Offline Kaijsa

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Re: Heustauballergie- vererbbar?
« Antwort #22 am: 21.06.10, 14:02 »
Doch, genau das ist eine Diss- je nach Fachbereich...Stichproben, Kontrollgruppen, genormte Rahmenbedingungen... darum ist so eine (naturwissenschaftliche) Diss ja auch immer so lang, weil man meistens 4/5 der gesamten Arbeit  nur über die Bedingungen, die Festlegung und Abgrenzung einzelner Gruppen schreibt, welche Normen dabei beachtet wurde, was diese Normen vorschreiben , bei Labor-Diss auch welche Gerä#te, welche Funktionsweisen usw angewendet wurden....
Dann immer eine statistische Auswertung inkl. Bias, Standardabweichung, Stichprobenumfang...daraus kann man dann seine Schlüsse ziehen, wie genau das Ergebnis ist und wie verlässlich.

Im geisteswissenschaftlichem Bereich mag das anders sein, abre zu behaupten, bei einer Diss gebe es keine aussagekräftigen Ergebnisse ist falsch. Es komtm raus a) die vermutete, vorgestellte These ist richtig /falsch oder nut teilweise belegbar bzw. es kommt heraus dass dieser oder jener Faktor zusätzlich beschrieben oder beachtet werden muss.
Man lernt nie aus....

Offline Walle

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Re: Heustauballergie- vererbbar?
« Antwort #23 am: 22.10.10, 12:16 »
Das Gen welches für Asthma bei Menschen "zuständig" ist konnte bei Pferden entschlüsselt/gefunden werden. Und dabei wohl der Nachweis der Erblichkeit!


Somit ist es doch "egal" ob die Arbeit von anno dazumal mit der Annahem der Erblichkeit korrekt ist oder nicht, weil wir schreiben nun schon das Jahr 2010 und das Gen das dafür zuständig ist wurde 2008 entdeckt.  ;)
Ich denke wenn man ein wenig googelt wird man mit ein wenig Glück sogar den Erbgang inzwischen dazu finden können...
Lasst mich gewinnen! Doch wenn ich nicht gewinnen kann, lasst mich mutig mein Bestes geben!
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Offline Walle

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Re: Heustauballergie- vererbbar?
« Antwort #24 am: 23.10.10, 23:03 »
Hat mich ja nun doch interressiert was inzwischen genauer bekannt ist. Habe unter anderem dieses  hier gefunden
http://www.ffp-ev.de/live/pdf/22_Immunkrankheiten_Infos_Marti-1.pdf


http://www.aerozoo.de/artikel/asthma-beim-pferd
Zitat
Untersuchungen ergaben: Asthma ist genetisch bedingt. Der Nachwuchs eines erkrankten Tieres hat ein ungefähr fünffach erhöhtes Risiko, auch an Pferde-Asthma zu erkranken, als andere Pferde. Die gute Seite: Gleichzeitig scheinen asthmaanfällige Tiere besser gegen Darmparasiten geschützt zu sein. Die Forscher der Berner Pferdeklinik entdeckten ein sogenanntes Kandidaten-Gen in einer Chromosomenregion, die mit dem Asthma in Verbindung gebracht wird. Dieses Gen spielt auch eine wichtige Rolle bei der Abwehr gegen parasitäre Würmer. Die Nachkommen eines Hengstes mit Pferdeasthma scheinen also resistenter gegen Darmparasiten zu sein. Das Risiko dafür war bei ihnen etwa 25 Mal kleiner als bei anderen unter denselben Bedingungen gehaltenen Pferden. Quellen: Asthma beim Pferd – Krankheitsgene und parasitäre Würmer, UniPress 138/2008 Neuer Lungenfunktionstest für Pferde. Wenn dem Pferd die Luft ausgeht..., UniPress 119/2003

http://www.agroscope.admin.ch/data/publikationen/Mele_et_al_2_SAT_2008.pdf

http://www.vetline.de/facharchiv/pferde/journal-club/erbkrankheiten-beim-pferd.htm
Zitat
Bei den Erkrankungen des Respirationsapparartes wird der Idiopathischen Hemiplegia laryngis (IHL) und der Rezidivierenden Obstruktion der unteren Atemwege (RAO) ein polygener Vererbungsmodus zugesprochen. Die IHL tritt bei allen Rassen und bevorzugt bei großen Pferden auf. Der Kehlkopf zeigt eine Atrophie des linken Muskulus cricoarytenoideus dorsalis, als Folge einer vollständigen oder teilweisen Lähmung des linken Nervus laryngeus recurrens. Neben der Größe scheint ein langer, leichter Hals, eine schmale Brust und ein enger Zwischenmandibularspalt das Auftreten von IHL zu begünstigen. Die RAO, auch bekannt als Dämpfigkeit oder chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), ist eine Hypersensitivitätsreaktion auf Pilzsporen von Heu- und Strohstaub und anderen Allergenen. Der genetische Hintergrund ist inzwischen belegt, wobei das Auftreten von RAO durch Umweltfaktoren wie Heufütterung, Stroheinstreu, Aufstallungsart und Auslaufzeit beeinflusst wird.

http://vetline.de/facharchiv/veterinary_public_health/dtw/pferd-rezidivierende-atemwegsobstruktion-husten-genetik.htm


http://www.agroscope.admin.ch/recherche-equine/04063/04066/index.html?lang=fr&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1ae2IZn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCEeoJ4e2ym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--
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