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wie Longieren bei Taktfehlern?

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federica:
Das hört sich jetzt vielleicht doof an aber was mache ich, damit ich effizient Longiere um Taktfehler beim Pferd zu beheben und ihn zu lösen?
Bis jetzt mache ich viel Schritt/Trab Trab/Galopp Schritt/Galopp Übergänge. Letzteres werde ich wohl sein lassen weil er da gerne mal losschiesst und letztes Mal böse gestürzt ist. Lasse ich ihn nur traben fängt er an zu pennen und wird tüdelig. Ich würd ihn auch gerne mal an den offenen Zirkelseiten Tempo zulegen lassen aber irgendwie funktioniert das nicht, er galoppiert dann gleich an. Ich würde gerne mal einen Kurs belegen, leider habe ich bis jetzt in unserer Umgebung nichts gefunden. Habt ihr Tipps für mich?

zur Info: ist ein 10jähriger Wallach, macht auch Lektionen wie Schulterherein oder Aussengalopp nur an der Basis (Schiefe/Takt) hapert es einfach. Ich selbst habe ihn seit knapp einem halben Jahr.

Schattenfeuer:
Hi,

ohne dich frustrieren zu wollen ;-): wenn es an der Basis hakt dann ist das viel schlimmer wie wenn der Aussengalopp noch nicht ginge........ Solche Dinge sind nichts wert wenn die Basis nicht da ist. Sie sind nur "nett" weil man halt weiß dass das Pferd ein einigermaßen gutes Grundgleichgewicht hat und beim Aussengalopp nicht auf die Nase fällt. Aber letztendlich kannst du sagen: wenn diese Basis nicht da ist dann kannst du ganz von vorne anfangen - bei der Basis. Und wirst vielleicht relativ viel Zeit dafür brauchen, gerade wenn auch noch Taktfehler dazukommen.

Seit zwei Jahren habe ich mit so einem Pferd zu tun, es ist das Pferd einer Freundin der ich etwas helfe.
Ich finds wichtig sich an die Ausbildungsskala zu halten, wobei bei mir als Westernreiter noch viel davor steht, wie Bodenarbeit und Hilfen verständlich machen. Aber danach ist die FN- Ausbildungsskala sicher wichtig und richtig.

Deshalb finde ich deine Übergänge an der Longe verfrüht, insb. die Schritt-Galopp Übergänge.

Ideen hätte ich ein paar: eher gleichmäßiges Tempo, Takt finden lassen. Das alleine wird wohl nicht reichen bzw. es wird auch zu schnell zu langweilig, deshalb versuchen das Pferd schon vorher anders zumindest ein bißchen warmmachen, zB. durch führen von der hinteren Führposition aus. Da kannst du dann viel draus machen, kannst große Figuren gehen, Anhalten, Rückwärts, über eine Stange. Du kannst im Stehen stellen oder Hals biegen üben (seitliche Nachgiebigkeit).
Musik laufen lassen.
Beim Longieren jetzt unbedingt ohne Hilfszügel arbeiten. Ich arbeite so dass ich nach innen stelle und gleichzeitig mit der Gerte / Peitsche die Schulter draussenhalte. Sobald die Pferde mit der Nase leicht nach innen kommen gebe ich nach. Sehr bald fangen sie an den Hals fallen zu lassen (erste Schritte zur Losgelassenheit). Takt und Losgelassenheit im Anfangsstadium spielen sicher leicht ineinander da Taktfehler normalerweise von Verspannungen kommen.
Zirkuslektionen um das Körpergefühl zu schulen.
Auch beim Reiten erstmal an Takt und Losgelassenheit arbeiten.
Sattel und eigenen Sitz checken lassen. Unter Umständen Osteopathen kommen lassen - allerdings kann der einem gutes Arbeiten nicht abnehmen. Und manchmal spielen auch die Hufe eine Rolle.

Man muss schon schauen dass die Pferde nicht zu sehr auf die Vorhand kommen und vielleicht bin ich da ein bißchen zu nachsichtig. Trotzdem: bevor die Pferde nicht den Hals fallen lassen können braucht man meiner Meinung nach nichts machen mit an den Zügel stellen ect.. Das besagt ja nicht dass das Pferd dann monatelang mit der Nase auf dem Boden rumlaufen muss. Aber diese "Fähigkeit" muss da sein, muss soweit da sein dass das Pferd das anbietet. Dann kann ich anfangen nachzutreiben und reite auf diese Weise von hinten nach vorne und nicht andersrum.


Liebe Grüsse

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