Autor Thema: Shettyhengst und Jugendliche (Vorsicht lang)  (Gelesen 2239 mal)

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Offline SammieTopic starter

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Was meint IHR????

Wir leben hier auf einem ehemaligen Bauernhof. Der Hofbesitzer hat hier acht Ferienwohnung dauervermietet. Eine Mietpartei sind wir. Unmittelbar an unsere Wohnung grenzt unser eigener Stalltrakt, unsere beiden Stuten halten wir in kompletter Eigenregie. Wir wohnen seit über fünf Jahren hier.
Eine weitere Mieterin - die seit sieben Jahren hier wohnt - hält eine Haflingerstute und einen Reitpony-Wallach - ebenfalls in Eigenregie in ihrem eigenen (gemieteten) Stalltrakt.
Eine dritte Mieterin, die zur gleichen Zeit wie wir auf diesen Hof gezogen ist,betrieb bis einschl. April dieses Jahres einen kleinen Pensionsstall auf einem Nachbarhof. Dann wurde dieser Nachbarhof verkauft, und die Dame musste die Pferdehaltung auf diesem Nachbarhof aufgeben.
Sie mietete - da sie ja auch hier auf dem Hof wohnt - einen dritten, bis dahin leerstehenden Stalltrakt an.
Soweit, so gut.... Mit brachte die Dame neben ihrem eigenen Grosspferd einen sehr hengstigen Shettyhengst plus vier Einstellerpferde. Eine Stute, der Rest Wallache....
Für besagten Shettyhengst wurde eine Paddockbox ausgebaut - und das Paddock wie eine "Alcatraz für Pferde" abgesichert - eben weil Hengsti so hengstig wäre und wenn der ein "Rüchlein Stütchen in die Nase kriegt..."....
Auch kein Problem - DA kommt Hengsti nicht raus.... ausserdem ist das an der anderen Seite des Hofes...

ABER - auf UNSERER Seite - und 10 mtr. von unserem Paddocktor weg - liegt der Eingang zum Reitplatz....und der Reitplatz ist nun mal für alle da....Der Reitplatz ist - ausser Eingang - rundherum von einem drei Meter hohen Erdwall umgeben. Prima Sichtschutz.
Nun, der Reitbetrieb ging los... die ersten Male wurde Hengsti von einem Kind (Mädchen, ca. 10 Jahre) geführt und zusätzlich von einem Erwachsenen an einer Longe gesichert. Hengsti sah unsere Stuten am Paddocktor stehen, kreischte, baute sich auf, zeigte einfach, was er für ein toller Hecht sei....landete aber auf dem Reitplatz, schrie da noch rum, ging dann aber brav. Also auch das ist nicht das Problem.
Das Problem kam mit der Nachlässigkeit der Erwachsenen. Die nächsten Male kam das besagte Mädchen alleine mit dem kleinen Hengst an....ging recht gut....dann wurde eine unserer Stuten rossig und das Mädchen hatte alle Hände voll zu tun, um den Hengst noch im Griff zu behalten. Dazu muss gesagt werden, dass dieses Mädchen die Reiterin der neu eingestellten Stute ist, und auch gut reitet.
Leider ist der Hengst offensichtlich aufgrund seiner geringen Grösse das Kinderführpony für die gesamten Einstellerkinder plus Schulfreunde etc. Auch andere Kinder kamen mit dem kleinen Hengst am Zügel und einem Kind auf dem Rücken an, um auf dem Reitplatz ihre Runden zu drehen. Und diese Kinder hatten nicht so viel Erfahrung wie das erste Mädchen. Hengst ging mit am Zügel hängendem Mädchen bis zu unserem Paddocktor....kein Erwachsener weit und breit. Das Tor ist hoch und stabil .... und WIR waren da....
Ich anschliessend wutentbrannt rüber zu der Stallbetreiberin - ist ja deren Pony - wie sie dazu käme, Kinder ohne Aufsicht....neenee.,...das ginge schon.... und sei ja auch nix passiert.....und unter dem Sattel sei der ja auch gaaanz brav.... Ich habe sie noch darauf hingewiesen, dass man Stuten reiten kann - auch rossige Stuten....und was da denn so passieren könne, wenn eine rossige Stute auf dem Platz geritten wird und eines der Kinder kommt mit Hengsti an....ja...muss man halt aufpassen...
HALLO ?????.... ich krieg die Krise. Stellt Euch mal Folgendes vor: Stute, die in die Rosse kommt, wird auf dem Platz geritten....Ein nicht erfahrenes Kind kommt mit Shettyhengst an....ob dieses Kind den Hengst dran hindern kann, mal kurz zur Stute zu marschieren??? Was, wenn die noch nicht hochrossige Stute den Hengst abschlägt - und womöglich noch ein Kind im Sattel des Shettyhengstes sitzt??? ...
Wie sieht es da mit der Haftung aus??? Ich krieg graue Haare.... Ganz klar, dass ich nicht mit einer Stute auf den Platz gehe, wenn der kleine Hengst da geritten wird....nur, wenn ICH reite, sollten sich die anderen auch dran halten. Einmal haben wir es in Absprache mit einer nicht rossigen Stute und dem erfahrenen Mädchen auf dem Hengst - im Beisein der Besitzerin - gemeinsam auf dem Platz probiert. Oh Mann, DER WEISS, dass er Hengst ist...
Das Mädel hat Mut.....Hengsti schielt nur nach Stute und konzentriert sich nicht auf die Reiterin. Und wenn er näher als so sieben oder acht Meter kommt....dann will er nur noch Eines....
Also Absprache Hengsti oder Stuten auf dem Platz wird von der anderen Seite abgelehnt....obwohl die dort eingestellte Stute NIEMALS zusammen mit dem Hengst auf dem Platz zu sehen ist...bei unseren Stuten macht das aber wohl nichts aus....UND....es sind jetzt immer Kinder oder Jugendliche die mit dem Hengst umgehen...Erwachsene sind nicht mehr dabei...
Der Hofbesitzer ist auch nicht grade hilfreich. WIR Reiter müssten das unter uns regeln....

Bin ich jetzt hysterisch, oder wie seht Ihr das???

Sammie




« Letzte Änderung: 06.06.06, 15:33 von Sammie »

Offline diana m.

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Re: Shettyhengst und Jugendliche (Vorsicht lang)
« Antwort #1 am: 06.06.06, 23:43 »
Nein, hysterisch würde ich das nicht nennen, mit diesen Leuten hätte ich auch größte Probleme deswegen.
Aber gibt es vielleicht die Option aus "Hengsti" ein "Wallachi" zu machen?

Offline Viki

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Re: Shettyhengst und Jugendliche (Vorsicht lang)
« Antwort #2 am: 07.06.06, 10:26 »
Es gibt doch auch ohne Hengst für Reitplätze Regeln, wer wann darf etc. Das würde ich auf jeden Fall verlangen (gerade Tage Hengst, ungerade Tage Stute oder so - für alle). Was ist mit der Haflingerstutenbesitzerin? Könnte ihr euch nicht verbünden?
Ob der Kleine Hengst bleibt oder nicht, kann man nicht vorschreiben, wenn der SB sich nicht einmischen will - der kommt vielleicht in die Gänge, wenn was passiert. Aber ihr könnt verlangen, dass nur kompetente Leute mit dem Pferd unterwegs sind.

Und euren Bereich so absichern, dass der Hengst keinesfalls zu euren Pferden reinkommt (bzw. Madames raus).

Ich würde (möglichst zusammen mit der Haflingerfrau oder anderem Zeugen) stetig und ruhig in sachlichem Ton, aber penetrant deine Forderungen ansprechen (und Kurzprotokoll mit Datum + Inhalt machen, falls du rechtliche Folgen befürchtest).

Am besten wäre es, wenn ihr es friedlich und offen regeln könntet - schon wegen der Athmosphäre.

Offline ahpe

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Re: Shettyhengst und Jugendliche (Vorsicht lang)
« Antwort #3 am: 07.06.06, 10:52 »
Also da Du im rechtsforum gefragt hast...

wenn mit Reden und guten Worten nix passiert, würde ICH um mich haftungstechnisch wenigstens ein wenig abzusichern ein Schreiben verfassen und das "gerichtsfest" zustellen (unter Zeugen oder mit Rückschein).

Darin würde ich auf die bereits geführten Gespräche hinweisen (mit Datumsangabe) und sie auffordern, dafür Sorge zu tragen, dass ihr Hengst nur mit geeignetem Führungs"Personal" geführt wird, wenn er bei der Nutzung des Gemeinschaftsgrundstücks (oder die Formulierung unter welcher der Reitplatz bei Euch läuft) auf Eure Stuten trifft. Weise sie auf die Gefahr aus Deiner Sicht hin. Biete ihr einen Zeitplan zur Nutzung des Platzes an.
Sage dann aber deutlich dass Du das Führen des Hengstes von Kindern als grob fahrlässig ansiehst und weise sie auf einen Haftungsausschluss hin, der aus Deiner Sicht besteht.

Wenn Du es bombensicher machen willst lass es von einem Anwalt schreiben... bedenke hier aber wie sich die Schreiben aufs nachbarschaftliche Klima auswirken werden, da hat Viki natürlich ganz recht.

Offline SammieTopic starter

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Re: Shettyhengst und Jugendliche (Vorsicht lang)
« Antwort #4 am: 07.06.06, 14:32 »
@Diane

die Option, aus "Hengsti" ein "Wallachi" zu machen, sehen die lieben Leute nicht ein....das kostet, das Paddock ist ja ausbruchsicher und es ist ja sooo ein lieber Kerl.... Ha.... der "liebe Kerl" ging im vorherigen Stall durch zwei Elektrozäune, um auf einer Weide einen jungen Ponyhengst im Endmass - der wirklich nicht hengstig war - platt zu machen. Das ist durchaus wörtlich gemeint. Nach Aussages des LG der Stallbetreiberin prügelte der "liebe Kerl" den Endmass-Hengst, bis der am Boden lag, kniete dann förmlich drauf und hörte immer noch nicht auf.

@alle
etwas habe ich schon erreicht. Ich habe mal MEINE Haftpflicht befragt: So im Sinne... wenn dieser Shettyhengst bei Ihnen versichert wäre, und mit jugendlichem Führer/Reiter ohne erwachsene Begleitperson gibt es einen Schaden bei fremder Stute bzw. deren Reiter bzw. Shettyhengst-Führer/Reiter kriegt auch was ab.... Klare Aussage....Hengste - egal welcher Grösse -  dürfen durch Kinder und Jugendliche nur mit "Zusicht durch Erwachsene, die jederzeit eingreifen können..." gehändelt werden. Passiert was ohne erwachsene Aufsichtsperson, sähe die Versicherung dies als grob fahrlässig an und wäre aus der Haftung raus. Es bliebe nur der private Klageweg....und das gäbe dann mit Sicherheit ein "besonders freundliches" Betriebsklima hier auf dem Hof.
Als ich dies alles unserem Hofbesitzer erzählte, hat der sich noch bei seiner Versicherung schlau gemacht. Was die ihm erzählt haben, weiss ich nicht, aber der Hofbesitzer wurde flott wie noch nie....er ist noch gestern Abend hier auf dem Hof rumgeflitzt...und....hat angeordnet - aber auch in harschem Ton - er wolle von jedem Pferd, das hier auf dem Hofgelände rumgeführt oder geritten werden soll, vorher eine Kopie einer gültigen Haftpflichtversicherung sehen - andernfalls bliebe das Pferd im Stall/Weide bis er diese Kopie hätte. Und die Pferde von den Nachbarhöfen, die bei der Dame zum Reitunterricht kämen, für die gelte das Gleiche...  Ei schau da....
Ich habe diese Kopie sofort über mein Fax gezogen, die Haflingerreiterin kam auch sofort an, auch von deren Versicherung Kopien gezogen - nur im Stalltrakt Nr. 3 blieb es verdächtig ruhig....kein Pferd auf dem Platz...obwohl die SB weiss, dass bei mir kopiert werden kann....
Mit der Reiterin der Haflingerstute habe ich gesprochen. Die hatte schon ein Schockerlebnis, als sie noch am vorherigen Stall beim Ausritt mit ihrer Stute auf den am Halfter angepflockten Shettyhengst traf. Ratzfatz war der aus dem Halfter raus und sagte der Stute guten Tag. Als er die Stute an der Hinterhand zart anknabbern wollte, zog die mit Krawumm durch... Der Hengst bezog einige kräftige Schläge, allerdings konnte sich die Reiterin nur mit viel Glück auf der wild keilenden Stute halten. Gottseidank sei die Besitzerin dazugekommen und hätte den "lieben Kerl" weggeschafft. Die Reiterin geht seit dem 1. Mai nur noch ins Gelände und meidet den Platz wie die Pest.
Sie sagt das Gleiche: Die Stallbetreiberin hatte nun mal ihren eigenen Stall, der kleine Hengst gehört ihr, und wer immer bei ihr ein Pferd einstellte, kannte die Gegebenheiten und musste die akzeptieren.
Diejenigen Einsteller, die jetzt mit ihr hierher auf diesen Hof zogen, machen, was sie wollen. Sie sind es nicht gewohnt, dass hier noch andere Parteien Pferde halten und reiten, die nicht in den "Hausclan" eingebunden sind, und dies auch nicht wollen. Über Absprachen wer und wann reitet, denken die nicht nach. Beim "Hausclan" reiten die Frauen und Töchter, die dazugehörigen Freunde und Ehemänner üben sich im ..tja...hm...wie soll ichs ausdrücken - Alkohol vernichten, bevor der schlecht wird. Natürlich hat der "Clan" einige weitere Anhänger unter den männlichen Teichpächtern ( hier gibt es 19 verpachtete Fischteiche - eigentlich eine super Idylle hier) gefunden. So geht es in dieser Hofecke jeden Abend bis in die Puppen hoch her. Dass die ganze "Clanmitglieder" nicht wirklich ansprechbar sind, könnt ihr Euch vorstellen.
Die Haflingerreiterin und ihr Freund sind mit uns einer Meinung. Nur - wir beiden Parteien bringen es auf insgesamt 4 Pferde - neu kamen 5 Pferde plus Shettyhengst. Bisher hatte unser Hofbesitzer  - ob des lange leer gestandenen und nun gut vermieteten und auch noch ohne Kosten für ihn sanierten Stalltraktes - nur ein glückliches Grinsen im Gesicht und die "Dollarzeichen in den Augen". Also auch nicht wirklich ansprechbar. Der sah all das schöne Geld - über die Folgen hat sich der Hofbesitzer - typisch Bauer - keine oder wenig (die werden sich schon einigen) Gedanken gemacht. Erst die Versicherung hat ihm Beine gemacht.
Erstmal werden die Haflinger-Partei und wir folgenden Weg versuchen: Die Aussage meiner Versicherung bekomme ich schriftlich. Dieses Schreiben und ein Schreiben von uns - mit dem wir um Absprache bitten und für den Fall der Nichteinhaltung und daraus resultierender Unfälle etc. uns weitere Schritte - auch rechtlicher Art - vorbehalten, werden wir kopieren und an alle "Clanmitglieder" plus unseren Hofbesitzer verteilen.
Mal sehen.... gut für die Stimmung ist das bestimmt nicht. 

Sammie
« Letzte Änderung: 07.06.06, 14:39 von Sammie »