Autor Thema: richtig satteln  (Gelesen 5204 mal)

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NightandDay

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richtig satteln
« am: 07.05.06, 17:08 »
Hallo möchte dieses Jahr das erst mal mit meinem Pferd ( Vollblut 1,65, Westernsattel) einen 4 Tageswanderritt machen. Wir haben schon mehrere Tagesritte von bis zu sechs Stunden hinter uns. Hierbei hab ich festgestellt das mein Sensibelchen dort wo die Lederriemen vom Sattel zum Gurt gehen, Druckstellen bekommt. Man kann nach dem langen Reiten sehen das dort die Haut geschwollen ist, sieht so aus als würden die Riemen irgendwie quetschen oder so. Hat jeman ne idee wie man diese Riemen polstern kann? Vielleicht Filz von der Satteldecke runter nähen oder Fell oder so?? Keine Ahnung. Hat jemand vielleicht ein ähnliches Problem? Oder ist es sinnvoll einen Sattel zu leihen, der anders ist?? Warte gespannt auf eure Ideen Grüße Sonja *Wanderreitlaie*

Offline Walle

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Re: richtig satteln
« Antwort #1 am: 07.05.06, 21:25 »
Hallo,
bin mir jetzt nicht 100% Sicher was genau du meinst, aber egal was es ist- Antidekubitusfell!!  ;) Hat mein Pferd überall da dran wo er meint das es scheuert  ::)

Evt. gurtest du auch einfach nur zu fest an... ? War bei meier Freundin einmal der Fall. Weil es viel bergauf und bergab an dem Tag gehen sollte, zog sie den Gurt fester an als sonst. promt bekam das Pferd Megabeulen. In das alte Loch gegurtet gign alles schnell wieder fort.
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Offline woody

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Re: richtig satteln
« Antwort #2 am: 07.05.06, 21:57 »
Die Schwellungen können auch kommen wenn man nach langen ritten den Sattel zu schnell runternimmt... Besser ist es den Sattelgurt erst langsam zu lockern...

HAbe ich von verschiedenen Seiten gehört, muss also was wares dran sein...


LG Andreas
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Offline carola

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Re: richtig satteln
« Antwort #3 am: 07.05.06, 22:08 »
Ich habe aus anderen Gründen schon meinen Gurt mit Antidekubitus-Fell gepolstert. Und weil der eine Gurt länger, der andere kürzer war, habe ich für den kürzeren ein entsprechendes Loch reingeschnitten, wo dann die Schnalle war. Gurtstrupfen von oben in den Dekubitus-Schlauch, aus dem Loch gefuddelt, durch die Schnalle, angegurtet. So waren auch die Gurtstrupfen unterlegt (obwohl das bei uns nicht nötig war). Das hilft wirklich gegen alles mögliche, was drückt und scheuert.
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Muriel

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Re: richtig satteln
« Antwort #4 am: 07.05.06, 22:24 »
Hi,
das sind echt blöde Stellen. Wir hatten das bei einem Pony, der ewig mit dem Packsattel trainiert wurde und trotzdem an der Seite Druck entwickelte. Unterpolstern hilft, wobei das bei der Westerngurtung ja durchaus schwierig ist.

Wie lange hast Du denn vor den 6-Stunden-Ritten trainiert, bis Du auf die Zeit gekommen bist? Ab welcher Dauer gab es Probleme?

Reitest du denn mit Vorderzeug? Dann könntest Du evtl weniger fest gurten.

Es gibt so lammfellüberzüge für Gurte, vielleicht könntest Du dir was anfertigen lassen, was eben so hoch geht.

Auf gar keinen Fall würde ich für einen Wanderritt einen Sattel leihen  :o :o Dann holst Du Dir an anderer STelle Probleme.

Zur Direktbehandlung:
Gurt wie erwähnt (auch den Sattel) nur ganz langsam lockern, man rechnet pro Stunde Reitzeit fünf Minuten Dauer, die der Satttel nach Ankunft noch auf dem Rücken bleibt. Bei sechs Stunden Reitzeit kommt Ihr also auf eine halbe Stunde, die der Sattel noch auf dem Rücken liegt.
Dabei so alle 10 Minuten den Gurt etwas lockern.
In der Zeit kann man das Gepäck abfriemeln, etwas trinken, sachen sortieren, Quartier sichten und und und.
Und immer wieder leicht lockern.
Dann endlich Sattel abnehmen, Pad noch liegen lassen, ruhig noch mal zwanzig minuten.

Klingt aufwendig, wenn Dein Pferd aber schon anzeigt, daß es Probleme gibt, ist das keine übertriebene Maßnahme.

Sollte eine Schwellung aufgetreten sein, mit Benadryl (rosa Lotion) für Tiere einschmieren. Oder einen Schwamm mit Essigwasser tränken und über Nacht mit einem Deckengurt über der Stelle fixieren.
Wie das aussieht kannst Du hier sehen : Ich hatte einen vorher nicht getesteten Sattelgurt verwendet, der prompt eine Druckstelle verursachte.

Jedenfalls gehört ein Deckengurt und ein Schwamm sowie ein kleines Fläschchen Essigessenz (davon reicht ganz wenig) ins Gepäck.
« Letzte Änderung: 08.05.06, 03:57 von Muriel »

Offline AndreaT.

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Re: richtig satteln
« Antwort #5 am: 08.05.06, 09:51 »
Die Tips sind alle gut !
Für mich klingt es, als würdest Du zu fest gurten.
Ich hatte die Probleme mit einem Vollelastikgurt (da war ich auch blutiger Anfänger), da hat mein armes Pferd auch ordentliche Beulen bekommen weil ich viel zu fest gegurtet habe - aber anders gibng es mit diesem Gurt nicht weil sonst Sattel mit Gepäck abgeschmiert wäre.....
Darfs ein Sprickel mehr sein ?

Offline woody

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Re: richtig satteln
« Antwort #6 am: 08.05.06, 20:35 »
So einen Elastikgurt hatten wir auch mal, damit haben wir den Sattel gar nicht festbekommen... (allerdings war er auch gerade neu aufgepolstert worden) ohne das Pferd einzuschnüren...

Mit rutschendem Sattel haben wir die besten Erfahrungen mit dem Technical Pad von Anky gemacht. mit einem ganz normalen Schnurrengurt mit Lammfellschoner, die Beulen können aber auch bei empfindler Haut kommen wenn der Sattel zu schnell runtergenommen wird, nach langen Ritten. Wir machen den Gurt schon während des trockenreitens immer 1-2 Loch weiter.

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NightandDay

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Re: richtig satteln
« Antwort #7 am: 08.05.06, 21:08 »
Hallo danke schon mal für die Antworten. Zu fest gurten glaub ich eigentlich nicht, habe bei diesen Ritten wie immer gegurtet. Aber den Sattel habe ich danach einfach runter genommen, vielleicht war das der Fehler werde das mal testen. Warum ist das so, das es Schwellungen gibt wenn der Sattel zu schnell runter kommt?? Weiß das jemand? Würde mich interessieren. Reite ansonsten schon mal zwei bis drei Stunden, da hat er solche Druckstellen nicht bekommen. Scheint also um die Zeit danach zu gehen. Das Blüterchen wird jeden Tag geritten Halle und Gelände abwechselnd. Er ht eine sehr gute Grundkondition und Ausdauer. Schafft es auch nach sechs Stunden bergauf zu buckeln und loszuflitzen. Kann dann so ko nicht sein.Ich versuch nochmal die Stelle zu erklären. Dort wo die Rigging ist beim Westernsattel gehen die Riemen (ca. 10cm breit) runter zum Gurt ( ca.20cm auf Pferdis Pelz)  ich habe eine Zweiwege inskirt Rigging, das heißt einmal geht der riemen auf normalem Weg zum Sattel und dann nochmal schräg versetzt etwas weiter nach hinten. Dazwischen ist eine lücke und ich glaube dort quetscht es die Haut zusammen. Schwierig zu erklären.... Hoffe das hat weiter geholfen und danke nochmal für die Tips werde mal nach Fellen etc Ausschau halten. Und wenn mir jemand mal sagen könnte was Antidekubitusfell ist und wo man es bekommt?! Grüße von Wandereitlaie Sonja

Offline Walle

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Re: richtig satteln
« Antwort #8 am: 08.05.06, 21:23 »
Hallo,
nun habe ich verstanden wo du meinst  ;)

Antidekubitusfelle gibts in Ebay und im Sanitätshaus. Würde mir das Fell in Dreieckform zurechtschneiden und schließen mit aufgenähtem Klett. Dann kannste Gurten ohne rumzufriemeln.

Diese Beulen vom zu schnellen absatteln entstehen in der Regel dadurch das die ganze Zeit Druck auf den Gefäßen ist und deren Fluss dadurch zum Teil verlangsamt wird. Hat sich das Pferd angestrengt, füllen sich die Gefäße oft zusätzlich (siehe raustehen der Adern bei Blütern nach einem Galopp). Nimmt man nun schlagartig den Sattel ab, werden die Gefäße schwallartig gefüllt - kann aber nicht in der Menge weiterfließen. So enstehen dann Beulen.
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Offline Aleike

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Re: richtig satteln
« Antwort #9 am: 09.05.06, 07:58 »
NightandDay, was Du beschreibst mit der "Schwellung in der Lücke" nennt man beim Menschen ein "Fensterödem". Wenn Du Dir also den eigenen Unterschenkel fest bandagieren würdest und dabei einen Streifen Haut freiließest, würde bei Dir in dieser Lücke nach einiger Zeit vermutlich auch eine Schwellung entstehen. Das kommt, weil die Gewebeflüssigkeit dort leicht hinströmen kann, aber durch den Druck drumherum nur schlecht wieder abfließen kann.
Eine Unterlage wie das Dekubitusfell würde wahrscheinlich den Druckunterschied von Gurt zu Lücke etwas verringern.
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Offline AndreaT.

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Re: richtig satteln
« Antwort #10 am: 09.05.06, 09:32 »
Hm - oder Du schaust nach einem etwas längeren Gurt, der hält dann die Riemen vom Pferdebauch weg. Also langes (tiefes) Pad und ein Gurt der bis dran reicht ? Dann müsste das Problem u.U. auch schon weg sein.
Darfs ein Sprickel mehr sein ?

Offline woody

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Re: richtig satteln
« Antwort #11 am: 09.05.06, 18:29 »
Zum testen kann man auch ein Stück Schaumstoff nehmen....
LG Andreas

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NightandDay

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Re: richtig satteln
« Antwort #12 am: 09.05.06, 21:30 »
Hallo danke an Alle für die Antworten, ihr habt mir sehr weiter geholfen. Werde das jetzt mal testen und probieren, was am besten geht. Wenn sich etwas brauchbares ergibt werde ich es hier reinschreiben.  :) Bestimmt gibt es im Laufe der Planung noch mehr Probleme die ich dann hier versuchen werde zu lösen oder einen Lösungsansatz zu fnden. Super vielen vielen Dank nochmal Grüße Sonja *Wanderreitlaie*