Autor Thema: "Astronomische" Preise (klassischer) Reitunterricht  (Gelesen 21425 mal)

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Offline esge

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Re: "Astronomische" Preise (klassischer) Reitunterricht
« Antwort #60 am: 19.04.06, 17:42 »
Was sind PDDs?

Ja, Vielseitigkeit und "sich nicht zu schade sein" für verschiedenste Rassen und auch verschiedenste Reiter finde ich auch ein wichtiges Merkmal. Wobei ich verstehen kann, wenn ein Reitlehrer deutlich artikuliert "Ich nehme nur Schüler, die selbst wenigstens L  Niveau ( M, S Niveau) haben. Sofern sie es wirklich vorab sagen und nicht das Geld von jedem nehmen, aber nur den Fortgeschrittenen gescheiten Unterricht erteilen. DAS ist etwas, was mich sauer macht. Wir hatten das ja schon: Die wenigsten RLs können Basis UND hohes Niveau gleichermaßen gut unterrichten. Das sind dann sehr seltene Perlen. Und ich rede hier von Reiterbasis. Junge Pferde sollte ein RL der gehobenen Klasse meiner Meinung unbedingt bedienen können, sprich einem relativ sicheren Reiter auch zeigen können, wie er nicht nur reitet, sondern auch ausbildet.

charona, dieses Argument habe ich noch nicht gehört.
"Übliche" Preise rangieren bei mir zwischen 20 und 50 euro pro Einheit. Wobei in meinen Augen die ideale Einheiten-Länge 45 min beträgt.  Gute Reiter, die viel Programm "drauf" haben, können ihr PFerd selbständig lösen und man hat in der Arbeitseinheit dann genug Zeit, Dinge wirklich zu vertiefen. Junge Pferde können unter Aufsicht sorgfältig gelöst und angewärmt werden - vielen Reitern fehlt gerade hier ein gutes Konzept - und müssen aber nicht zu lange arbeiten.
Und weniger erfahrene/trainierte  Reiter sind meistens nach dieser Zeit mit Konzentration und Kondition sowieso am Ende.

Wenn ich selbst reite, sind mir 30 min meist zu kurz, 60 zu lang. Als der Bub noch jünger war, reichten ihm 30 min natürlich. Heute kann er schon mal eine Stunde am Stück was schaffen. Aber in der Regel bleibt es bei uns kürzer.

Gruß
Sandra
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Offline MerlijnCH

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Re: "Astronomische" Preise (klassischer) Reitunterricht
« Antwort #61 am: 19.04.06, 20:17 »
Was sind PDDs?
Pas-de-Deux!
In der Schweiz haben wir sogar einen Pas-de-deux-cup!

Er ist da mit seinem Freund schon ziemlich ausgefallene Nummern geritten, z.b "Sister Act"
Musst Du Dir vorstellen, 2 schwungvolle Dressurfuzzi-Pferde mit 2 männlichen Nonnen drauf, fetziger sound und oh weh, eine Nonne mit Schnauzer. Die Manege tobte....
Arroganz ist die Kunst, auf seine eigene Dummheit stolz zu sein.

Offline esge

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Re: "Astronomische" Preise (klassischer) Reitunterricht
« Antwort #62 am: 20.04.06, 08:13 »
Nun ja, die Herren sind doch immerhin in klassischem Schwarz-Weiß geritten... ::)
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winston

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Re: "Astronomische" Preise (klassischer) Reitunterricht
« Antwort #63 am: 25.04.06, 08:39 »
Hallo, nach 14 Tagen Arbeitsurlaub ;D komme ich mit dem Lesen nicht mehr mit...
Natürlich macht der Stundenpreis alleine nicht einen guten RL aus. Aber ich denke schon, daß ein ausgebildeter RL, der dies beruflich macht, teurer ist als so ein Freizeit-Trainer. Wobei letztgenannter nicht unbedingt schlechter sein muß...  Meine Schwester und ich bezahlen jede 20 € für eine 60minütige Reitstunde. Zu zweit Unterricht zu bekommen, hat sich für uns als ideal herausgestellt. So hat jeder von uns, auch die Ponys, Zeit zum Entspannen zwischendurch. Der Unterricht ist hervorragend aufgebaut, wir profitieren auch hinterher sehr davon. Dies ist für mich wichtiger als alles andere.
Ich denke, für eine Einzelstunde zwischen 40 und 50 € zu zahlen, ist okay, wenn der Unterricht stimmt.
Leider wird nur allzuoft Billigunterricht für 10 € die Stunde angeboten, von irgendwelchen Möchtegern-Lehrern. Ein guter RL, egal für welches reiterliche Niveau, steckt ja auch Geld in seine eigene Ausbildung, zumindest erwarte ich das. Dies schlägt sich natürlich auf den Stundenpreis nieder.

Offline McFlower

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Re: "Astronomische" Preise (klassischer) Reitunterricht
« Antwort #64 am: 25.04.06, 11:22 »
Ich denke, für eine Einzelstunde zwischen 40 und 50 € zu zahlen, ist okay, wenn der Unterricht stimmt.
Aber wirklich nur dann, wenn der RL eine entsprechende Berufsausbildung hat und den Unterricht hauptberuflich gibt, also davon brav Steuern und Sozialabgaben bezahlt. Wenn es jemand nebenberuflich macht und sich 50,- EUR für brutto = netto in die Tasche schiebt, finde ich das schon übertrieben bis unverschämt.

Dann hinkt auch der Vergleich mit dem selbstständigen Handwerker. Ich würde das eher mit Nachhilfe-Unterricht vergleichen wollen. Meine Tochter bekommt Englisch-Nachhilfe von einem Lehrer (der auch in seinem Beruf arbeitet) und dafür bezahlen wir 15,- EUR für 60 Minuten. Der Mann hat für seinen Beruf studiert! Dann finde ich doch, dass 15,- bis 20,- EUR für guten, qualifizierten Reitunterricht ausreichen sollten. Mehr würde ich nur für einen wirklichen Ausnahmekönner bezahlen. (Wobei sich "Könner" auf Unterricht-geben bezieht, nicht auf selbst reiten)

Ich bezahle 12,- EUR bei einer Trainerin A, die St. Georg hoch platziert ist und guten Unterricht  gibt. Das finde ich SEHR günstig.
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Offline Presto

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Re: "Astronomische" Preise (klassischer) Reitunterricht
« Antwort #65 am: 25.04.06, 12:22 »
15,- Euronen für einen der studiert hat *ohneWorte* *mirganzübelist* *hiernichtmehrmitlesenwird* *wink*

Offline Jeanette

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Re: "Astronomische" Preise (klassischer) Reitunterricht
« Antwort #66 am: 25.04.06, 12:23 »
Aber wirklich nur dann, wenn der RL eine entsprechende Berufsausbildung hat und den Unterricht hauptberuflich gibt, also davon brav Steuern und Sozialabgaben bezahlt. Wenn es jemand nebenberuflich macht und sich 50,- EUR für brutto = netto in die Tasche schiebt, finde ich das schon übertrieben bis unverschämt.


Grins, träum mal weiter.... der "gelernte" Ausbilder hat es auch selbst in der Hand, was er bei der Steuererklärung angibt.

Und wenn man ungelernt seine Tätigkeit ausübt, sollte man auch ein Nebengewerbe angemeldet haben (schon aus Versicherungsgründen) und muß genauso Abgaben bezahlen. Bei den üblichen Neidereien in Reiterkreisen ist es ja oft die erste Maßnahme, den nicht gelernten Reitlehrer beim Finanzamt anzuschwärzen.
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Offline felis

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Re: "Astronomische" Preise (klassischer) Reitunterricht
« Antwort #67 am: 25.04.06, 12:40 »
Auch viele gelernte Handwerker kommen trotz der derzeit üblichen "offiziellen" Stundenlöhne überhaupt nur über die Runden WEIL sie am WE schwarz was dazuverdienen, oder mit ungelernten Billigarbeitskräften aus dem Osten operieren. Jedenfalls ist das die harte Realität in der darniederliegenden Baubranche.
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Offline McFlower

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Re: "Astronomische" Preise (klassischer) Reitunterricht
« Antwort #68 am: 25.04.06, 13:07 »
15,- Euronen für einen der studiert hat *ohneWorte*

Presto, die 15,- EUR verschwinden sicherlich direkt ins seiner Tasche, als Zubrot zum normalen Gehalt, das er als öffentlicher Vollzeit-Angestellter bezieht. Das empfinde ich als angemessen und er offensichtlich auch.

Rechnet doch mal bitte euren Netto-Stundenlohn aus, wenn ihr angestellt seid.
Hier der umgekehrte Weg: 15,- EUR * 40 h/Woche * 4,2 Wochen/Monat = 2520,- EUR

Mit anderen Worten: Ihr müsst Zweieinhalb Tausend Tacken im Monat ausgezahlt bekommen, um einen Netto-Stundensatz von 15,- EUR zu erreichen.

Jeanette, Gewerbe + Versicherung haben nix miteinander zu tun. Wer nebenerwerbsmäßig Reitunterricht gibt und es trotzdem sauber versteuern möchte, tut dies in der Regel freiberuflich. Das ist vollkommen legal und braucht keine Gewerbeanmeldung. Eine Reitlehrerhaftpflichtversicherung kann wiederum jeder abschließen, egal ob mit oder ohne Trainerschein / Ausbildung und egal ob Gewerbe / freiberuflich / schwarz. Ohne Trainerschein ist es in der Regel etwa 10,- EUR/Jahr teurer.

Und zu dem "träum weiter": Der Kernpunkt der Aussage war: HAUPTBERUFLICH. Ein hauptberuflicher Reitlehrer kann prinzipiell Steuern hinterziehen wie er lustig ist, aber aus eigenem Interesse muss er sich sozial absichern: Krankenversicherung + Rentenversicherung = sehr teuer. Ein NEBENBERUFLICHER Reitlehrer ist über seinen Hauptberuf kranken- und rentenversichert. Ich muss aber zugeben, dass ich nicht einen einzigen selbstständigen, hauptberuflichen Reitlehrer ohne eigenen Hof kenne. Vermutlich, weil man davon in der Regel nicht gescheit leben kann.
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winston

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Re: "Astronomische" Preise (klassischer) Reitunterricht
« Antwort #69 am: 25.04.06, 13:40 »
Da wir finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet sind, naja, wer ist das schon, muß ich mir wirklich überlegen, wofür und wieviel ich ausgebe.
Bei uns ist die Situation halt wie folgt: RL gibt es wie Sand am Meer. Auch zu einem dumping Preis, keine Frage. Für 10 € kriege ich hier in diversen Ställen Unterricht. Nur a. taugt der nicht viel, b. weigern sich diverse der sogenannten RL, uns Erwachsene zusammen mit unseren Ponys zu unterrichten. Und das auch noch auf einer Weide.
So hingegen erhalten wir maßgeschneiderten, motivierenden Unterricht, der uns alle weiterbringt: die Ponys und uns. Da können dann auch mal längere Pausen dazwischenliegen, so wie jetzt ca. 5 Monate, aber dank des guten Unterrichtes kommen wir auch alleine weiter! Und dafür bin ich bereit, tief in die Tasche zu greifen. Letztendlich ist es allemal billiger als die übliche Wochenstunde, die mir aber nichts bringt.
Wir haben nun das Glück, immer zu zweit eine Stunde zu absolvieren. Wäre das denn eventuell auch eine Möglichkeit?
Christina

Offline Thesi

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Re: "Astronomische" Preise (klassischer) Reitunterricht
« Antwort #70 am: 26.04.06, 11:46 »
Aber wirklich nur dann, wenn der RL eine entsprechende Berufsausbildung hat und den Unterricht hauptberuflich gibt, also davon brav Steuern und Sozialabgaben bezahlt. Wenn es jemand nebenberuflich macht und sich 50,- EUR für brutto = netto in die Tasche schiebt, finde ich das schon übertrieben bis unverschämt.


Auch wenn mich alle steinigen, ich finde immer noch, dass es dem Schüler egal sein kann, ob der Reitlehrer es haupt- oder nebenberuflich macht... für seine Sozialabgaben, Steuern, Pensionsversicherungen etc. bin ich als Schüler nicht verantwortlich.
Es geht nach Angebot und Nachfrage... wenn ich 2 Reitlehrer zur Auswahl hab, die qualitativ gleich gut sind und mit mir und meinem Pferd gleich gut harmonieren, und der eine macht es hauptberuflich und verlangt mehr als der andere, der es nebenberuflich macht, werd ich den wählen, der weniger kostet (gleich Qualität vorausgesetzt).
Als SChüler hab ich ncts davon, dass der Reitlehrer es hauptberuflich macht. Entweder es geht sich bei ihm als einziger Beruf finanziell aus oder eben nicht... seine Entscheidung, nicht meine.

Wenn ein hauptbruflicher Reitlehrer die richtige Qualität bietet, bin ich natürlich auch bereit, mehr zu zahlen... aber für den Unterrricht und nicht für seinen beruflichen Status!

winston

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Re: "Astronomische" Preise (klassischer) Reitunterricht
« Antwort #71 am: 26.04.06, 14:28 »
Für mich ist auch die Qualität des Unterrichts maßgeblich. Aber meiner  Meinung nach ist diese nunmal nicht zum Nulltarif zu haben.

Offline Thesi

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Re: "Astronomische" Preise (klassischer) Reitunterricht
« Antwort #72 am: 26.04.06, 16:00 »
Das ist schon klar... und dass ein Reilehrer mit dem Unterricht Geld verdienen will/muss auch.

Offline Jeanette

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Re: "Astronomische" Preise (klassischer) Reitunterricht
« Antwort #73 am: 27.04.06, 07:38 »
... tut dies in der Regel freiberuflich. Das ist vollkommen legal und braucht keine Gewerbeanmeldung.

 Ein NEBENBERUFLICHER Reitlehrer ist über seinen Hauptberuf kranken- und rentenversichert.

Wie sich die Anmeldung jetzt nennt, ob Gewerbeanmeldung oder was weiß der Kuckuck, hab ich jetzt grad keine Ahnung, ist ja auch egal, auf jeden Fall muß/sollte er beim Finanzamt angemeldet sein und muß dann seine Einnahmen darlegen und entsprechend versteuern.

Wenn der nebenberufliche Reitlehrer schon seine Sozialabgaben über den Hauptberuf abgeführt hat, ist das doch in Ordnung, schließlich hat er ja dort auch seine Zeit- und Arbeitskraft eingesetzt. Soll er jetzt, weil er über seine normale Arbeitszeit hinaus sich noch engagiert, nochmal das gleiche zahlen?

Welche Versicherung verlangt übrigens nur 10,-€ Aufschlag, wenn kein Trainerschein vorhanden ist? Würde mich interessieren, das Thema hatten wir nämlich letztens gerade, bei der betreffenden Versicherung ging nämlich gar nichts ohne Trainerschein. Gerne per PN, wir wollen hier ja keine Schleichwerbung machen  ;)
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Offline McFlower

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Re: "Astronomische" Preise (klassischer) Reitunterricht
« Antwort #74 am: 27.04.06, 08:59 »
Bei welcher Versicherung geht nichts ohne Trainerschein? Selbst die klassische Versicherung rund um den Pferdesport - die Uelzener - hat im Internet eine Preisliste mit Preisen  mit/ohne Trainerschein:
http://www.hoeper-uelzener.de/

Unmengen an weiteren Angeboten findest du, wenn du bei "Google" nach "Reitlehrerhaftpflichtversicherung" oder "Reitlehrerhaftpflicht" suchst.

http://www.pferde-sicher.de/reitlehrerhaft-angebot.html
http://www.tierversicherung.biz/versicherung_fuer_vereine/haftpflicht_fuer_reitlehrer.php
http://www.reitversicherungen.de/GHV%20Reitlehrer.pdf
...

Allerdings muss ich dir Recht geben, die Preisunterschiede liegen bei 40,- bis 70,- EUR/Jahr ohne Trainerschein, mit 10,- kommt man nicht hin.
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