Das kranke Pferd > Stoffwechselprobleme

Colitis X

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julia1510:
Colitis X wird oft mit einer starken Vermehrung von Clostridien (anaeroben Bakterien), v.a. C. perfringens und C. difficile im Darm in Verbindung gebracht. Dies geschieht sehr häufig antibiotika-assoziiert, d.h. Antibiotika-Gaben (v.a. oral) fördern deren Wachstum  (u.a. durch das Absterben anderer Darmbakterien)

siehe hier:
http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/jobstd_2001.pdf

oder hier:
 "Die Typhlokolitis (auch Colitis X) ist eine perakut [Stunden bis Tage] bis
akut [Tage bis Wochen] verlaufende Faktorenerkrankung. Durch Stressoren
(Kolik, Transport...), Infektionen (Clostridium perfringens, Salmonellen,
E. coli...), Diätfehler (Futterwechsel, Energieüberschuß...) oder
Medikamente (Antibiotika v.a. Tetracycline, NSAID´s) kommt es zu einer
Dysbakteriose [Bakterienfehlbesiedlung] im Darm. Es kann zu sekundären
Infektionen u.a. mit Clostridien kommen. Dadurch kommt es zur Bildung von
Endotoxinen [Keime werden zerstört-> Gift tritt aus] und Exotoxinen [Keime
vermehren sich -> es wird mehr Gift abgegeben], die ihrerseits
Schleimhautläsionen [-schäden] und Darmentzündungen hervorrufen. Die Gefäße
werden geschädigt, es kommt zu einer Freisetzung von Entzündungsmediatoren
[Stoffe die bestimmte Reaktionen des Immunsystems auslösen, die in weiterer
Folge zu Entzündungen führen]. Dies bedingt schließlich einen
Endotoxinschock. Durch vermehrte Exsudation und Sekretion [Übertritt von
Flüssigkeit aus den Zellen und Blutgefäßen] entsteht eine Diarrhoe
[Durchfall]. Letztlich kommt es zur Hypoproteinämie [zu wenig Eiweiß im
Blut] und zur Hypovolämie[zu wenig Flüssigkeit im Blut], die häufig tödlich
enden. Die klinischen Symptome lassen sich in eine Phase des plötzlichen
Auftretens von Symptomen vor Durchfallbeginn und eine Phase ab
Durchfallbeginn einteilen. Vor Durchfallbeginn zeigen sich Apathie,
Inappetenz [Futterverweigerung], eine zunächst vermehrte Darmperistaltik
[Darmbewegung], erhöhte Puls- und Atemfrequenz, gerötete bis zyanotische
[bläuliche] Schleimhäute und leichte Koliksymptome. Die Körpertemperatur
ist meist nur gering oder gar nicht erhöht. Stellt sich Durchfall ein, so
ist dieser dünnbreiig, bräunlich bis blutig und oft mit einem süßlichen
Geruch. Außerdem kann es in dieser Phase zu leichten Tympanien [Aufgasung]
kommen, die Darmperistaltik nimmt ab und es kommt zum hypovolämischen
[Volumenmangel-] Schock. Der Verdacht einer Typhlokolitis läßt sich über
eine rektale Untersuchung unterstreichen, zur sicheren Diagnose ist jedoch
ein Erregernachweis durch eine bakterielle Kotuntersuchung notwendig. "


Montassil:
Danke für eure Antworten.

Im Nachhinein hab ich erfahren, dass die Klinik wohl nicht sonderlich auf Sauberkeit und Desinfektion geachtet hat. Die Desinfektionswannen wurden gar nicht benutzt und die Fieberthermometer von einem Pferd zum anderen gereicht - ohne sie vorher zu reinigen.

Flash Over:
Ist ja echt tragisch, daß sowas in der Klinik passiert  >:(, mir ist vor ca. 15 Jahre auch ein Pferd wegen Colitis X eingegangen, war nach einer Antibotikabehandlung. Und TA hat leider auf Kolik behandelt  :o, Pferd wurde dann noch in die Klinik gefahren, aber starb am nächsten Tag.
Der KlinikTA meinte, daß wenn es sofort erkannt wird und Infusionen gegeben werden, besteht eine minimale Chance, wir waren leider zu spät dran.... :-\

Socke:
Ich muss dieses Thema nochmal rauskramen, da mein Pferd Freitag nacht an einer Colitis X erkrankt ist. Samstag abend, nachdem wir ihn in die Klinik gefahren hatten, war der Durchfall blutig, am Sonntag eher schwarz wegen okkultem Blut. Seit gestern abend geht es ihm zunehmend besser, gefressen hat er gestern schon, heute morgen war er richtig hungrig.
Fieber hat er keines, die Werte sind heute auch wieder besser, bis auf niedrige Leukozyten. Er bekommt noch ca. 40l Infusion am Tag. Auch der Kot wird wieder dicker und heller. Die Schleimhäute sehen wieder fast normal aus. Es scheint also, als würde der Darm wieder Flüssigkeit resorbieren.

Nun schöpfe ich wieder etwas Hoffnung, aber die Tierärzte sagen, ich solle mich nicht zu früh freuen. Kennt Ihr Fälle, in denen es nach stetiger Besserung plötzlich wieder rapide abwärts ging? Die Sterblichkeitsrate scheint ja ziemlich hoch zu sein.

Mit Folgeschäden muss ich nicht rechnen, sagen die Tierärzte.

Kann mir jemand helfen? Ich habe echt Angst, dass meine Hoffungen enttäuscht werden, er war heute morgen bis auf eine gewissen Schlappheit fast normal und hat sich völliug unerzogen benommen.

Nattrun:
Ach Gott - Socke - das tut mir ja leid  :o
Ich kann da gar nichts zu sagen - aber Deinem Pferd ganz ganz feste die Daumen drücken!!!!!!

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