Autor Thema: Jakobskreuzkraut  (Gelesen 120606 mal)

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Offline ainesseTopic starter

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Jakobskreuzkraut
« am: 23.07.04, 23:24 »
weiss jemand näheres über diese, wie ich gehört habe, sehr giftige pflanze? sie ist auf unserer zukünftigen heuwiese gesichtet worden. ausreissen, chemie, etc? bin für jeden tip dankbar! grüsse, ainesse

Offline Waddington

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Re: Jakobskreuzkraut
« Antwort #1 am: 23.07.04, 23:47 »
Schau mal hier, da gibt es ein Informationsblatt aus der Schweiz.

http://www.agff.ch/pdf/Jakobskreuzkraut%20LBL-AGFF%202002-18.10..pdf

Gruß
Annette

Offline ainesseTopic starter

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Re: Jakobskreuzkraut
« Antwort #2 am: 24.07.04, 06:45 »
habs mir grade ausgedruckt. danke, sehr informativ! grüsse, a.

Offline SilverRoper

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Re: Jakobskreuzkraut
« Antwort #3 am: 07.08.04, 09:02 »
Hi,
ich hab gerade mit Schrecken diese Pflanze erkannt.

Wir haben die auf unseren Weiden stehen.
Da ich sie als Unkraut angesehen habe, hab ich sie rausgerupft.
War wohl gut so.

Wir haben aber eine Weide wo das Zeugs wuchert, die ist zur Pflege abgemäht worden.
Super, nun kann sie wieder anschlagen.

Danke für die Info.

Silver

Offline Bantu

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Re: Jakobskreuzkraut
« Antwort #4 am: 07.08.04, 10:22 »
Hallo,
der Link funktioniert leider nicht. Werd aber selbst mal ein bisschen googlen, was man dagegen tun kann.
Wir haben das Zeug auch massenweise auf unseren Koppeln. Eine ist durch ausreißen inzwischen nahezu frei davon. Unsere Pferde lassen es zum Glück stehen.
Gruß, Bantu

Offline wiassi

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Re: Jakobskreuzkraut
« Antwort #5 am: 13.08.04, 09:50 »
Die Schweizer Giftpflanzendatenbank ist sehr umfangreich und informativ:
http://www.vetpharm.unizh.ch/perldocs/index_x.htm

Zum Jakobskreuzkraut:

Bei uns hatte damit eine Schimmelstute einer anderen Weidegruppe akut Probleme. Mit einmal waren sämtliche rosafarbene Hautpartien stark geschwollen. TA vermutet als Ursache eben jenes Jakobskreuzkraut. Die Schwellung kommt durch die erhöhte Lichtrempfindlichkeit, die ausgelöst wird.
Eine andere hat akut Leberprobleme.
Auf der anderen Weide (auf der mein Pferd) steht nehme ich seit Jahren schon -auch wenn ich von den anderen belächelt werde- eine kleine Gartenhacke zum Abäppeln mit und wenn ich so ein Teil auch nur als Rosette sehe- weg damit auf die Karre. Da hat es seitdem keine solche Pflanze  bis zu Blüte geschafft. Genau so verfahre ich mit dem Rotstock. Während das Zeug auf den anderen Wiesen großflächig wuchert sieht man bei uns vielleicht mal ein kleines übersehenes Pflänzchen. Wir haben so auch keinen Hahnenfuß (auch giftig), keine Distelflächen, keinen schwarzen Nachtschatten (auch keine nette Pflanze auf Pferdeweiden) etc. Es macht zwar Mühe, aber die ist wenigstens ungiftig. Wenn man von Anfang des Weidewuchses dabei bleibt ist der Mehraufwand zum normalen Abäppeln sehr gering. Ich bin einmal die Woche mit Absammeln dran, das reicht, um das Zeug im Griff zu haben.
Und den Blick dafür hat man recht schnell.
Normalerweise gehen Pferde wohl nicht an solche Pflanzen dran, aber wenn die Weide kahl ist, wird halt doch mal probiert.
Umwege erhöhen die Ortskenntnis!

Offline ainesseTopic starter

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Re: Jakobskreuzkraut
« Antwort #6 am: 11.09.04, 06:50 »
hallo,
sind ja doch noch ein paar erfahrungen zusammengekommen. also: das wirkliche problem beim jakobskreuzkrau ist nicht, es auf der weide stehen zu haben. weil pferde da tatsächlich nicht rangehen, selbst wenn die weide schon recht abgefressen ist. das problem ist, dass dieses kraut als einzige giftpflanze seine giftigkeit im getrockneten zustand NICHT verliert. die alkaloide bleiben erhalten. sprich, dass, wenn es sich ausbreitet,im grunde niemand mehr sicher sein kann, das zeugs nicht im heu zu haben. es ist ein gift, das sich im körper anreichert und tödliche leberschäden verursacht. akute vergiftungen sind relativ selten. ich habe den amtsvet informiert, der das allerdings nicht weiter als problem sieht. in der schweiz ist mittlerweile die armee damit beschäftigt, das kreuzkraut auszureissen.
grüsse, ainesse

Falada

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Re: Jakobskreuzkraut
« Antwort #7 am: 11.09.04, 09:02 »
wo in der Schweiz???? Also bei uns im Vet-Amt ging da noch nie eine Meldung ein, dass unsere Armee die beseitigt... aber es wäre eine sinnvollere Beschäftigung als Munition zu verbraten :-)

Offline Nattrun

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Re: Jakobskreuzkraut
« Antwort #8 am: 11.09.04, 09:32 »
Hier in D ist es so, daß offenbar die Gefahr überhaupt nicht bekannt ist. Stillegungsflächen und Ausgleichsflächen wuchern fleissig in gelb, und weder Kreis noch Gemeinde sehen die Notwendigkeit, diese Flächen zu mähen - die Bauern laufen amok (denn einigen ist schon klar, welche Gefahr das Kraut für ihre Heuwiesen birgt) - ich weiß nicht, was erst passieren muss, damit reagiert wird.
Für so manchem Heubauern ist es leider auch ein Novum, daß das Kraut im Heu giftig ist. Nachdem ich in meinem Heu in zwei Ballen die charakteristischen Stengel gefunden habe :o (Ballen sofort weggeworfen) und den Bauern angerufen habe, war das große Staunen am anderen Ende der Leitung zu hören. Ein Riesenproblem, denn viele mähen diese Flächen, wo sie ab 15. Juli Geld vom Staat bekommen, und diese Flächen sind ja nicht wirklich gepflegt. Zwar gutes Pferdeheu, weil strukturreich und kräuterreich - aber unter Umständen eben auch schwer vergiftet. Und sie realisieren es nicht mal. Ich krieg die Krise ...
Nattrun :o
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Offline ainesseTopic starter

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Re: Jakobskreuzkraut
« Antwort #9 am: 11.09.04, 23:04 »
@fallada: irgendwo im kanton bern. mein onkel wohnt bei bern und hat davon berichtet (natürlcih nicht die gesamte Schweizer Armee hihi).

der amtsvet hier im nordosten kannte die pflanze gar nicht. er war interessiert und versprach, sich zu informieren. am nächsten tag, tat er sehr wichtig und meinte, das sei doch alles gar nicht so schlimm und überhaupt, gäbe es das kreuzkraut sowieso nur in den bergen... wir haben auf unserer neuen heuwiese einen tag lang zu dritt kreuzkraut ausgerissen. ist dann etwas frustrierend, wenn auf dem gemeindeland nebenan, das gelb fröhlich wuchert und sich versamt. versteh ich nicht; dass man nicht wenigstens die bauern informiert ??? ist ja auch für kühe nicht wirklich gesund...
grüsse

Offline Bueffelchen

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Re: Jakobskreuzkraut
« Antwort #10 am: 15.09.04, 08:52 »
@ainesse
Es gibt doch noch mind. ein Giftkraut, was auch im Heu noch toxisch ist: die Herbstzeitlose...

Offline TheBeast

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Re: Jakobskreuzkraut
« Antwort #11 am: 24.09.04, 12:18 »
@Nattrun:
Kann man die Stengel gut erkennen, wenn sie im Heu sind ?

Muß man den ganzen Ballen wegwerfen, oder reicht es, die Stengel auszusortiern ?

Ich bin auch etwas nervös geworden, als ich rausgefunden habe, daß diese Pflanze auf den Koppeln des Reitbetriebes wachsen, wo meine Pferde stehen. Und da man nie weiß wo das Heu herkommt ......

Die Pflanzen auf der Koppel werden in gemeinsamen Arbeitseinsätzen ausgebuddelt, allerdings weiß keiner, wie weit sie sich schon verbreitet hat, da die Anlage bis Ende Juni 04 verpachtet war und nun einen neuen Besitzer hat.

Hat vielleicht jemand ein Foto von trockenem Kreuzkraut im Heu ?
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Offline Nattrun

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Re: Jakobskreuzkraut
« Antwort #12 am: 24.09.04, 12:57 »
Bei mir waren viele Stengel drin, weswegen ich kurzen Prozeß gemacht habe. Habe nämlich gesehen, wie mein Pony auf so nem Stengel rumkaute - scheint also getrocknet nicht bitter zu schmecken.
Die Stengel sind ziemlich charakteristisch lila, manchmal hängen noch so klitzkleine Blattreste dran. (die Blätter des JKK sind ja nciht groß)
Ampferstengel sehen anders aus, dicker, grüner und meist platter.
Ich bin mit so nem lila Stengel zu einer Planze auf der Gemeindewiese gegangen und hab verglichen, da gabs dann keinen Zweifel mehr.
Verräterisch sind auch immer Samenhütchen, so Minipusteblumen. Das kann auch Ferkelkraut sein, ich würde dann aber anfangen den Heuballen zu durchsuchen. Lila Stengel - JKK.
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Offline TheBeast

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Re: Jakobskreuzkraut
« Antwort #13 am: 29.09.04, 11:55 »
@Nattrun: Danke für den Tipp, ich werde jeden Ballen gründlich durchsuchen !
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Re: Jakobskreuzkraut
« Antwort #14 am: 07.11.04, 21:34 »
hi,

darf man hier auch bilder posten? wenn ja, dann würde ich gerne die gezeigten bilder aus der gift-datenbank reinkopieren, dann kann sich jeder schnell ein bild machen, ob er eine solche pflanze bei sich vorfindet.

das gleich würde ich gerne bei der herbstzeitlosen tun.. vielleicht kann mir jemand bescheid geben...

tschööö
jochen

ps: ich bin erst zwei tage hier angemeldet, leider kenne ich die regeln nicht so genau, sorry.