Autor Thema: "Belastung " vom Fohlen  (Gelesen 4627 mal)

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wuggi

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"Belastung " vom Fohlen
« am: 06.12.05, 20:11 »
hallo!
für die dies noch nicht wissen, mein ungeplanter nachwuchs ist jetzt ein bischen über 3 wochen alt. ich war schon ein paar mal kurze strecken ausreiten und er ist neben her gelaufen (frei, da keine strassen).
 in erster linie reite ich schritt mit kurzen trabstrecken. wenn der kleine galoppiert, na gut dann wir halt auch und  ich bleib stehen, sobald er trinken will.

gibts sowas wie richtwerte (in etwa) wie lang, zeit-und wegmäßig, man einem fohlen das mitlaufen zumuten kann ohne das es körperlich einen schaden davontragen könnte? und wie schauts mit den hufen aus?

danke!

Offline zaino

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Re: "Belastung " vom Fohlen
« Antwort #1 am: 07.12.05, 10:21 »
Naja, wenn Du so schön piano machst und nicht zu lange gehst ist jede Form von freier extra-Bewegung fürs Fohli gut. Pferde sind nun mal Lauftiere, die meisten Koppeln sind eh zu klein.
Früher sind die Fohlen ja auch mitgekommen wenn Mama Feldarbeit tun musste.
Nur später, wenn das Kleine selbständiger wird, müsste es aus Sicherheitsgründen vermutlich ans Halfter - sonst *grusel* - und das wirft wieder andere Probs auf - dass das Kleine dann sein Tempo nicht mehr selber bestimmen können (also bremsen u. plärren wenns ihm zu viel wird u. Mama wirft dann erstmal Anker u. wartet = Verschnaufpause) und/oder mal am STrick Aufstand proben (Gefahr Halswirbeltrauma u. so Zeuch wenns blöd läuft...  :-\)

Kenne nur eine fiese Story wo ein Fohlen auf einem Distanz- od. Wanderritt mit musste, sich die Hüfchen ablief und total erschöpft war!

roja

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Re: "Belastung " vom Fohlen
« Antwort #2 am: 07.12.05, 10:34 »
Hallo Wugi

ich habe meine beiden Fohlen dieses Jahr auch von Anfang an mit zum reiten genommen. Mit 3 Tagen sind wir die erste Runde im Schritt gegangen. Am Anfang nur so ca. 15 - 20 minuten. Mit der Zeit wurden unsere Ausritte etwas länger und wir haben kurze Trab oder Galopp Strecken eingebaut. Da unsere Fohlen im Offenstall zur Welt gekommen sind und sie sowieso immer auf der Wiese getoben haben hatten sie von Anfang an eine ganz gute Grundkondition. Wenn du auf dein Fohlen beim reiten achtest bekommst du ziemlich schnell mit wie fitt es noch ist. Ich habe die Fohlen auch die erste Zeit Frei laufen lassen aber immer mit Halfter um sich schon daran zu gewöhnen. Als sie aber die Felder Interessanter fanden als neben Mutti zu laufen haben wir sie die erste Zeit immer angebunden ca. 5 min. und beim zurückreiten auch wieder so sind sie sehr Halfterführig geworden, seit sie ca. 3 - 4 Monate alt sind bleiben sie immer angebunden. Wir gehen mit unseren Fohlen immer noch regelmäßig ausreiten und es klappt prima sogar mit dem fast 8 Monate alten Hengstchen.

Mit den Hufen kann ich dir nicht viel sagen, bei meinem Stutfohlen hatten wir nie bedenken da sie die Hufe ihrer Mutter geerbt hat. Beim Hengst mussten wir etwas reduzieren. Er darf nur 2 mal in der Woche mit.
Laut meinem Hufschmied kannst du deinem Fohlen nichts besseres tun als es auf unterschiedlichen Böden mit zum reiten nehmen. Es ist gut für die Entwicklung der Beine und der Hufe.

@zaino: bei Distanzritten darf kein Fohlen mit, auch die Stute darf solange sie ein Saugfohlen hat micht teilnehmen. Aber auf Wanderritten habe ich sowas auch schon gesehen, da hat eine Frau ihr 3 Monate altes Araberfohlen mitgezerrt auf einen 25 KM ritt.  :-\

« Letzte Änderung: 07.12.05, 10:37 von roja »

Offline zaino

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Re: "Belastung " vom Fohlen
« Antwort #3 am: 07.12.05, 11:16 »
mitgezerrt auf einen 25 KM ritt.  :-\
Wahrscheinlich sinds nichtmal die 25 km - Stichwort ist "mitgezerrt" - so lange ich mir die Päuschen von Stute u. Fohlen diktieren lasse und die Strecke gemütlich übern ganzen Tag verteile mit langen Pausen, ist das MAL kein Problem. Nur "mitzerren" ist übelst...

Offline terra

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Re: "Belastung " vom Fohlen
« Antwort #4 am: 07.12.05, 12:33 »
na Gottseidank gibts so Blöde nicht nur bei uns. 25 km sind schon heftig. Meine Mitreiterin und ich haben deswegen auf einem Orientierungsritt auch schon mal Krach geschlagen: 2 Mädels auf Ponies, kleines Fohlen dabei (keine 2 Monate) - an den Rast-/Aufgabenlösstellen hat sich das Tierchen nach dem Saufen gleich hingelegt und war fast nicht mehr zu Aufstehen zu kriegen - und die Gören sind weitergeritten Schritt und Peesgalopp.
Anmerkung: wir waren mit wohltrainierten WB unterwegs und haben das ganze auch vom Tempo her wettkampfmässig angehen lassen, Tempo war frei, wir sind ca. T5 geritten - und die haben im endeffekt voll mitgehalten.
Den Hammer hat dann aber die Stutenbesitzerin (laut eigener Angabe renommiertes Ponygestüt ::) :-X :-\) geliefert: den hatten wir auch auf unserem Wochenwanderritt dabei.

Ich hab dann doch mal mit meiner AmtTA geplaudert, die hats zu einer schon längeren Liste dazugenommen.
Dem Veranstalter hab ich (erfolgreich) mit der LPO gewinkt und mit der LK gedroht.

Ansonsten, nimm das Fohlen langsam steigernd (immer auf die Hufe achten) mit. Hab ich mit meinen auch gemacht, das xx-Hengstfohlen hat sogar Wettrennen mit seiner Mutter veranstaltet. Wann man zum "an den Strick nehmen übergeht", ist von Fohlen zu Fohlen unterschiedlich, der Hengst lief bis zum Absetzen frei, die Mutter vom Tier hab ich mit 4 Wochen schon angeleint, weil die sich regelmässig ausser Ruf- und Sichtweise begeben hat, das Tier war nur an der Leine, weil sich die Alte aufgeführt hat, wenn auch nur der Ansatz zum Weggehen gezeigt wurde .....
Und lieber kürzer und - je nach Temperament und Alter - etwas knackig ausreiten als lang. Immer beachten, dass Fohlen gerne im Liegen ruhen, eine Schrittphase ist für sie keine echte Erholung
lg
ed

wuggi

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Re: "Belastung " vom Fohlen
« Antwort #5 am: 07.12.05, 19:34 »
danke  für die ausführlichen antworten!
einstweilen ist er noch, was das ausreiten betrifft, eher brav. er macht sich nicht selbständig, was abe auch am schnee liegen kann. ist halt doch ein bischen anstrengend. ;)

ihm gefällt weicheruntergrund=wiese besser als harter=strasse. auf der strasse (ist so eine längere zufahrt ohne verkehr) geht er immer gaaaaanz langsam, auf der wiese und im wald wetzt er dann wieder los. halfter hat er IMMER oben, sobald er den stall verläßt. leider passen die stabilen noch nicht und am selbstgebastelten kann ich ihn nicht anhängen, da es eben zu wenig aushält und fürs trainieren der halfterführigkeit eher kontraproduktiv ist

die mutter hat sehr gutes, hartes hufmaterial; sie hatte auch noch nie eisen oben und der abrieb ist immer noch geringer als der nachwuchs. mein kleiner hat (is mir gestern erst so richtig aufgefallen) va hinten sehr lange fesseln. manchmal schauts so aus, als würde er gleich am boden damit ankommen (hoffentlich wächst sich das aus!)

@roja:
wie haben die hufe vom hengst ausgesehen, als du ihn dann nicht mehr sooft mitnehmen konntest? (nicht dass es dann bei mir zu spät ist )

roja

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Re: "Belastung " vom Fohlen
« Antwort #6 am: 08.12.05, 09:32 »
Meine Fohlen sind auch lieber auf weichem Untergrund gelaufen und da wir immer mit 2 Fohlen reiten waren sind die dann natürlich auch weiter weg gegangen. Wir haben aber darauf geachtet das sie auch Schotterwege,wenig Teerwege und natürlich unsere Wiesenwege kennengelernt haben. Aber am meisten haben ihnen die weichen Waldwege gefallen, dort haben sie auch immer was zum spielen gefunden.

Wir haben uns die Hufe immer sehr gut angeschaut und natürlich nach dem reiten auch ausgekratzt denn es waren ab und zu kleine Steinchen drinn. Dabei ist uns nach einiger Zeit auch aufgefallen das die Hufe von Sid immer kürzer geworden sind. Er hat halt die Hufe seiner Mutter  :'(
Seid ich ihn weniger mitnehme kann der Hufschmied alle 8 Wochen ausschneiden. Das ist mir sehr wichtig denn so ist er die Hufpflege von klein an gewöhnt.
Ausgerissen sind sie  nie.