Autor Thema: Mastschweinestall pachten????  (Gelesen 9248 mal)

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Mastschweinestall pachten????
« am: 30.10.05, 19:55 »
Hallo,
mir wurde  in idelaler lage zu meinen betrieb ein neuwertiger mastschweinestall mit 800 plätzen angeboten .pachtdauer vorerst mal  6 jahre ,(von beiden partnern so gewünscht ) strom zahl ich ,wasser ist über brunnen , getreidelager ist dabei,.zusätzlich kommen noch 32 ha fläche arrondiert dazu,das ha zu je 250 euro .der stall im monat  1000 euro .
folgendes problem  hab ich nun ,der stall wäre da er aussenklima ,kistenstall mit teilspalten ist sofort biotauglich ,absatz wäre zur zeit auch kein problem ,preis im schnitt so um die 2,3 euro tot pro kilo.riesenproblem sind die ferkel ,es gibt einfach keine,ich hab zwar schon kontakte geknüpft aber  bis jetzt keine defenitive zusage.
andere überlegung wäre den stall und die dazugehörigen flächen konvi zu machen auf dem namen der frau .
was meint ihr zur ganzen sache,wie  seht ihr die wirtschaftlichkeit .arbeitszeit wäre  frei .wie berechnet man den benötigten ha bedarf,hier in bayern darf man wenn man kulap machen möchte nur 2 gv haben pro ha.
servus Herbert
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Offline Ditz

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Re: Mastschweinestall pachten????
« Antwort #1 am: 01.11.05, 10:50 »
Hallo Biobauer
also wenn du bei euch für 250euro den ha pachten kannst dann würd ich nicht lange überlegen. hier sind wir jetzt bei ca. 700 euro den ha angekommen also könntest du den stall leer lassen dann hättest immer noch günstiger gepachtet wie bei uns. aber das ist ja nicht der sinn der sache, also auf den namen der frau würd ich mir erst mal vom steuerberater ausrechnen lassen was da für kosten auf euch zukommen, wie doppelte buchführung, berufsgenossenschaft, alterskasse, krankenkasse usw.
also wenn die kosten nicht zu hoch sind würde ich das gerade wenn du noch arbeitszeit frei hast auf jeden fall machen, lass dir das doch mal von der kammer ausrechnen.
mal ne frage an dich wie kommt das das ihr so geringe pachten habt? ist bei euch keine nachfrage nach pachtland?
viele grüße aus dem teueren pachtenland westfalen

Offline Mirjam

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Re: Mastschweinestall pachten????
« Antwort #2 am: 01.11.05, 11:17 »
Hallo Herbert,

es gibt ja ein wissentschaftlichen Bericht zum Öko-Schweinmarkt - und er sieht nicht rosig aus:

http://www.agrar.de/landfrauen/forum/index.php?topic=1989.msg121078#msg121078

Vielleicht gibt das dir einen Einblick in den Schweinemarkt?

Ich weiß leider nicht, wie der Stall aufgebaut ist, aber eine große/größere Gruppe Schweine zu managen mit "nur" Bio-zugelassenen Maßnahmen ist tw. schwer/ ihn nach der gültigen Schweinehaltung-VO zu führen ebenso.

Die zweite Sache ist, ob dir/euch als Ackerbauern Schweine überhaupt liegen (Hochdruckreinigung nach Stallwechsel, früh/nachts verladen zur Schlachtung...) - oder ob du den Stall nicht "untervermieten" könntest als Rest/Ausweichstall?

Zu Kistenställen sag ich besser nicht mehr, als dass ich noch niemanden kenne, der einen solchen hat und sofort wieder bauen würde (lasse mich gerne berichtigen).

Evtl. wäre ja Mast für die Bäuerliche Erzeuger-Gemeinschaft-Schwäbbisch-Hall was für dich? Die haben ähnliche Auflagen wie Bio (Auslauf..), aber ohne Bio-Siegel.

http://www.besh.de/html/startseite.html

viele Grüsse

Mirjam
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Offline BiobauerTopic starter

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Re: Mastschweinestall pachten????
« Antwort #3 am: 01.11.05, 11:41 »
Hallo,also da smit den schweinenachfrage bio ist  zuminmdest zur zeit nicht so ,es herscht eklatanter mangel an bioschweinen.grosse vermarkter wollen auch ihre schlachtungen verdoppeln in den nächsten jahren .leider  wurde bei der ferkelerzeugung verpasst genügend kapazität aufzubauen .der preis ist zwar nich berauschend,aber  da getreide  und eiweiss auch bei bio relativ günstig ist wären anständige margen  noch drin . es ist  zumindest bei mir viel freie zeit vorhanden ,mein betrieb ist wirklich sehr einfach organisiert.ausserdem hatten wir schon jahrelang ca 400 mastschweine gehalten ,erfahrung wäre also vorhanden .Ich hab eauch mittlerweile mit dem zuständigen ringwart telefoniert ,der den stall seit jahren betreut ,er hat mir durchaus anständige zunahmen  bestätigt,auch die sonstige technik soll ok sein .
normal ist das pachtniveau hier auch höher,es liegt zum teil deutlich über 400 euro .klimamässig und bodenmässig ist der acker keine 100 euro wert,leider gibts immer noch genug landwirte,die eine eigene rechenweise haben.ich weiss es ja nichjt wie es euch geht aber  die agrarfreform ,der dieselpreis  udn vor allem der preisverfall der getreides sind bei mir im jahr ca 40000 bis 50000 euro weniger.das schlägt sich direkt af meinen gewinn durch .will ich also weiterhin meinen lebensstandard halten muss ich schaun da swo kohle reinkommt.
servus Herbert
« Letzte Änderung: 01.11.05, 12:26 von Biobauer »
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SHierling

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Re: Mastschweinestall pachten????
« Antwort #4 am: 01.11.05, 14:06 »
Hallo,
also wenn Du mit einem Kilopreis von "2,3 Euro" um 1/3 rauf und runterklappern kannst ohne daß Dein Deckungsbeitrag dabei zusammenbricht, dann muß es den Biobetrieben ja reichlich gut gehen ;) - hast Du das mal wirklich auf den cent genau angeguckt mit aktuellen Preisen?

Konventionell kann ich mir nicht vorstellen, daß sich das so locker rechnet - aber wenn Du Dein Bio-Getreide als Bio-Schwein veredeln kannst - warum nicht.

Von so Kistenställen hab ich auch noch nicht viele in Betrieb gesehen, da war irgendwas mit Luftfeuchte im Winter ... und es gibt Betriebe, die das ganze im Winter dann einfach mit Stroh zustellen außen - da kannst Du ja Innen dann noch Bio-Pilze dran wachsen lassen *wegduck*  ;)

Warum hat der Verpächter das ganze denn aufgegeben?
Grüße
Brigitta

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Re: Mastschweinestall pachten????
« Antwort #5 am: 01.11.05, 15:12 »
aufegeben wird esd wegen schwerer krankheit.das mit dem ein drittel rauf und runetr versteh ich nich ganz .aussenklimaställe haben im winter eigentlich kein problem ,der knackpunkt ist immer der sommer.
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SHierling

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Re: Mastschweinestall pachten????
« Antwort #6 am: 01.11.05, 18:42 »
Hallo,
na, wenn Du statt 3.- Euro je Kilo nur 2 Euro bekommst fehlt halt ein Drittel - so war das gemeint.
Vielleicht guckst Du hier mal
http://www.lwk-hannover.de/index.cfm/addin/archiv/startid/124/doc/1264/cfid/4512106/cftoken/43842810.html
Auf dem Betrieb im Beispiel ist bei einem Preis von 2,40 ziemlich Ende mit Verdienst, mußt mal umrechnen, wie sich Pacht vs Gebäudekosten (das ist ein Stallneubau da) auswirkt. Und 700g Zunahmen im Schnitt ist mit Biofutter und im Winter auch nicht wirklich einfach hinzubekommen - finde ich.

Die Probleme mit der Feuchte im Winter hab ich auch wiedergefunden in einem Skript - aaalso: wenn die Tiere im Winter aus dem warmen Bereich kommen (warm>>feucht) und dann nach "draußen" gehen (kalt>>trocken), dann hast Du an der Haut ja ein erhebliches Maß Verdunstungskühle allein aufgrund der unterschiedlichen Feuchte in Warmer und kalter Luft. Das entzieht dem Körper auf kurze Zeit viel Energie an der Oberfläche, und das ist unschön, vor allem bei Rassen die kaum Schwarte haben. Ist bei Hütten ähnlich. (mal ehrlich - die normalen Mastherkünfte sind ja auch nicht wirklich an Außenklimaställe angepaßt, das ist schon auch Belastung, ich seh da eigentlicvh nix an "natürlicher Umgebung". Die Natur hatte den Viechern die dicke Schwarte ja extra mitgegeben für solche Gelegenheiten...)   Aber das wäre eine andere Box.

Grüße
Brigitta

Offline Mirjam

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Re: Mastschweinestall pachten????
« Antwort #7 am: 01.11.05, 18:53 »

Herbert

Frage bzw. Tipp

wasch mal im Winter bei Minusgraden einen Aussenklima-Kistenstall bevor du ihn pachtest?

Generell kann man nicht sagen, ob Aussenklimaställe (ob Sommers oder Winters) funktionieren, wie gesagt hängt ne Menge am Bio-Ferkel-Preis und ob ich gesunde/stabile Ferkel aus wieviel? Herkünften aufziehe kann, denn Circo & Pia scheren sich nicht um bio oder konvi.

viele Grüsse

Mirjam
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Re: Mastschweinestall pachten????
« Antwort #8 am: 01.11.05, 20:12 »
Hallo,also  um mal bei den preis zu bleiben ,es is ja wohl egal ob ich konvi oder bio ,eigener oder gepachteter stall ,es wird immer nen preis geben wo ich was verdien udn wo ich was draufzahl.wenn mir da das risiko zu hoch ist muss ich  in die arbeit gehn udn jeden monat meinen gehaltscheck abholen
laut aussage vom ringebrater funzte der stall auch im winter recht gut ,man kann ihn ja ziemlich dicht machen .ob man dann allerdings bei minus 20 grad aufstallt oder mal die woche abwartet bis es wieder wärmer wird,das wird zu sehen sein .
bloss wie meint ihr den das,ich glaube zb  das es in zukunft  noch mehr in richtung aussenklima gehen wird.es kann sich doch bei den baukosten udn den energiepreisen bald kein mensch mehr leisten den supergedämmten vollklimastall zu bauen mit stromverbrauchern ohne ende.sollten die wirklich nen paar gramm futter mehr brauchen ,das is doch scho fast egal bei den getreidepreisen.das ich meine ferkel aus nur einen stal lbeziehe is ja wohl von vorherein klar,udn gegen pia udn andere sdachen kann man impfen ,das is sogar bei bio erlaubt .
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SHierling

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Re: Mastschweinestall pachten????
« Antwort #9 am: 01.11.05, 21:01 »
Hallo Herbert,
Ob man in Zukunft mehr in Richtung Außenklima, (und Freiland etc) wirtschaftet, kommt - denke ich - auch auf die Entwicklung in der möglichen Hygiene an - guck mal rüber zum Geflügel..... aber ansonsten hast Du recht, der Verbraucher will so etwas gerne sehen und so ein Stall läßt sich auch bestens Vermarkten (kennst Du "Bauer-Korte(.de)" ?)

Aber Du hast hier doch vermutlich nicht gefragt, weil Du lauter "ja" hören wolltest?
Bedenken in der ein oder anderen Richtung, sei es nun Hygiene, Tiergesundheit oder Deckungsbeitrag gehören doch zu so einer Entscheidung dazu? Und mehr als Bedenken aufzeigen kann so ein Forum - finde ich - doch sowieso nicht leisten, entscheiden mußt Du ja letzten Endes immer selber.
 
Wenn sich das ganze in Deinem Fall rechnet, ist doch gut - dann tu's! Hast Du denn vor, auch Eiweiß selber zu bauen?

Grüße
Brigitta


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Re: Mastschweinestall pachten????
« Antwort #10 am: 02.11.05, 07:27 »
Hallo,
ich bin ja selber voller zweifel,trotz das es sich rechnen würde.und zwar deswegen weil ich zur zeit den stall definitiv konvi führen müsste ,es gibt einfach keine ferkel bio. die aussenwirkung auf meine kollegen und auch verbraucher wäre fatal,noch dazu weil ich hier im kreis bekannt bin wie en bunter hund.auch die rechtliche seite ,bzw das landwirtschafstamt wird wieder ein riesen heckmeck ,ich ahtte da sscho mal alles vor jahren mit betriebsteilung durchgemacht .krankenkasse  udn buchführung kommen natprlich auch noch dazu. es wäre halt zumindest für die nächsten jahre eine möglichkeit einkommenslücken zu schliessen ohne  selbst viel geld in die hand nehmen zu müssen .ich würde im traum nicht daran denken in der derzeitigen situation der landwirtschaft einen stal zu bauen .
einweiss würde ich in form von erbsen udn lupinen selbst anbauen als bio,aber  ich darf ja auch kartoffeliwess dazumischen ,da sich auch brauche für ne gute ration wen ich bio mache.
servus Herbert
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Offline Mirjam

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Re: Mastschweinestall pachten????
« Antwort #11 am: 02.11.05, 13:41 »
Es wäre halt zumindest für die nächsten jahre eine möglichkeit einkommenslücken zu schliessen ohne  selbst viel geld in die hand nehmen zu müssen

Hallo Herbert,

das Umlaufkapital vorzustrecken für 800 Mastschweine + Futter nennst du "nicht viel Geld"  8)? (ich weiß schon, du meinst den Stallbau).

Mirjam

*hastemanfoto-vomstallinnen*
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Re: Mastschweinestall pachten????
« Antwort #12 am: 04.08.06, 16:05 »
Hallo,mal nen kurzen zwischenbericht ,vieleicht interesseirt es jemanden,ich schreib zur zeit auch viel mist,weil mir stinklangweilig ist.  ::)

also wir haben den stall udn die flächen zu den obengenannten konditionen übernommen,mittlerweile sidn die ersten schweine verkauft.der stall wird bio geführt,haben doch noch ferkelerzeuger gefunden,zwei stück,obwohl mir einer wesentlich lieber wäre.im letzten halben jahr war der tierarzt einmal am betrieb,um wurmmittel zu bringen,verluste haten wir bis jetz 5 stück,davon drei witterungsbedingt letzte woche.transporte werden alle selbst erledigt,nie mehr speditionen.Absatz ist sehr  gut,nachfrage steigt ständig,wir liefern exklusiv an schwäbisch hall.
im nachhinein war es die richtige entscheidung ,es zu machen ,obwohl es für nen viehlosen betrieb schon ne umstellung ist.man ist einfach angehängt,obwohl es bei uns egal ist wann wir in stall gehen,fütterung läuft normal automatisch an .wobei da schon der knackpunkt ist,dieses genie,das die fütterung verkauft hat möcht ich gerne mal sehn ,soviel unnötiges zeugs,es wird ständig gewogen gemessen ,gezählt,macht in nen maststall ned so gross sinn.aber mitterlweile haben wir das auch im griff,wobei anfangs meine gattin schon des öfterern damit probs hatte mit den vielen blinkenden lichtern und schaltern . und noch nen tip,mischt nie zuviel grascobs und hafer in ne ration ein ,der mist rutscht nicht .  ;D
wen wer zahlen haben möchte zu biomast,gerne möglich aber nicht hier öffentlich .

servus Herbert
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Offline KlausS

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Re: Mastschweinestall pachten????
« Antwort #13 am: 05.08.06, 00:48 »
Hallo Herbert,


mit 800 Plätzen bist du ja gleich einer der ganz großen Bioschweinemäster. Dass es ein Problem Ferkel zu bekommen kann ich nachvollziehen. Aber das ist das traurige an Bio, wenn man dzurchstarten will , kann man die Richtlinien schon nicht mehr einhalten.
Kannst du dich an den Zahlen im Oekolandportal orientieren?
Gibt es denn keine ausnahmegenehmigung, wenn es nich möglich ist ökologische Tiere zu kaufen?
Hast du unter solche Voraussetzungen Möglichkeiten mit Ferkelerzeuger zu sammen zu arbeíten?

Viel Grüße aus dem Norden
Klaus