Autor Thema: Soll ich mein Hobby aufgeben?  (Gelesen 4396 mal)

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Offline Reka1200Topic starter

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Soll ich mein Hobby aufgeben?
« am: 28.05.22, 10:17 »
Hallo zusammen,
meine Frage steht ja schon oben.
Zwei Dinge spielen in meine Überlegung rein: Zum einen hätten wir mehr Familienzeit, da unsere Auftritte (Musik) meistens am Wochenende bzw. Sonntag sind und zum anderen kann ich meinem Hobby im Moment nicht so gerecht werden, wie ich das gerne möchte.
Ich spiele Musik in meiner Heimatkapelle (ich möchte den Kontakt nicht verlieren, hier gibt es keine Alternative). Mein Heimatort liegt ca. 40km entfernt und ich nehme die Fahrt in die wöchentliche Probe gerne auf mich. Einfach wegen der Kontakte, meiner Freunde und der Geselligkeit während der knapp 2-stündigen Probe. Ich kann mal abschalten und einfach an was anderes denken. Mein Papa und meine Schwester spielen auch bei der Kapelle und wenn wir Auftritte zu spielen haben, kann meine Mutter die Kinder nehmen und mit ihnen zuhören (hier wäre das nicht gegeben, da mein Mann o. SE keine Zeit haben).
Bei unserem ersten Kind habe ich im Home Office gearbeitet und immer von meinen Eltern aus gearbeitet, da ich keinen Krippenplatz beantragt habe. So konnte ich immer in die Proben gehen, weil meine Mutter die Große ins Bett gebracht hat. Inzwischen haben wir zwei Kinder. Während der Coronazeit fanden so gut wie keine Proben statt. Letztes Jahr im Sommer ein paar Mal. Da konnte ich aber auch immer hin, weil ich noch in Elternzeit war.
Nun arbeite ich wieder und seit nach Ostern finden die Proben nun wieder wöchentlich statt. Aktuell ist mir der Sprit zu teuer, um jede Woche zu fahren, also gehe ich nur alle 14 Tage rein. Leider schaffe ich das nun auch nicht mehr, weil mein Mann es nicht mehr schafft, sich diese zwei Tage im Monat so einzuteilen, dass ich in meine Proben gehen kann (er muss die Kinder ins Bett bringen und aufpassen). Es ist seit 4 Wochen eigentlich immer etwas wichtiges. Am Feiertag hatten wir einen Auftritt zu spielen, aber da ich nicht geübt habe, keinen Ansatz habe, habe ich mich abgemeldet. Das war kein Problem, da meine Stimme sowieso doppelt besetzt ist. Aber es hat ja auch seinen Sinn, warum die Stimmen doppelt besetzt sind.
Wenn unsere Auftritte (meist Sonntag, Samstagabend oder Feiertag) sind, bin ich dann bei meinen Eltern oder muss ggf. bei ihnen übernachten, da es für die Kinder sonst zu spät wird um nach Hause zu fahren. Außerdem fehlt uns dann wieder der Sonntag, der ja eigentlich unser Familientag ist, selbst wenn ich zuhause nur putze und aufräume und mein Mann mit den Kindern spielt.
Deshalb nun meine Überlegung, ob ich mein Hobby aufgeben soll, damit wir mehr Zeit als Familie haben. Wie teilt ihr euch eure Familienzeit ein? Habt ihr Vorschläge, wie wir das vielleicht besser gestalten können? Ich freue mich über jede Rückmeldung und Austausch.
Viele Grüße

Online gina67

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Re: Soll ich mein Hobby aufgeben?
« Antwort #1 am: 28.05.22, 10:39 »
Hallo Reka,
ich kann da nicht wirklich mitreden.
1. sind meine Kinder lange erwachsen und
2. hatte ich nie so ein schönes Hobby.

Ich kann dir nur raten, dein Hobby zu behalten. Du wirst es später nicht wieder anfangen. Einer in deiner Familie wird die Zeit finden müssen, die Kinder 2x im Monat ins Bett zu bringen.
Familienzeit kann auch sein, dass dein Mann und deine Kinder dich zu den Auftritten begleiten.
Ist es vielleicht eine Alternative, dass du an den Probeabenden beide Kinder bei deinen Eltern lässt und am anderen Morgen wieder zurück fährst?

Und ist es vielleicht auch möglich, jetzt wo du wieder arbeitest, dir eine Hilfe für den Haushalt zu leisten. Dann wäre sonntags auch Familienzeit für alle.

LG Gina

Offline Reka1200Topic starter

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Re: Soll ich mein Hobby aufgeben?
« Antwort #2 am: 28.05.22, 10:48 »
Hallo Gina,
danke für deine Antwort.
Ich will mein Hobby ja eigentlich auch nicht aufgeben. Aber es ist einfach unglaublich schwer beidem gerecht zu werden.
Außer meinem Mann ist niemand da, der sie ins Bett bringen kann. Meiner Schwiegermutter will ich es nicht aufbürden, da sie gerne sowieso kürzer treten möchte und sich nicht fest anbinden lassen will.
Wenn mein Mann und die Kinder mich zu den Auftritten begleiten müssen wir immer um 4 abbrechen, da er sonst nicht zum Stall abends da ist. Es ist also eher besser, wenn er nicht dabei ist. Klingt bescheiden, ist aber leider so.
Bei meinen Eltern kann ich nicht bleiben bzw. kann meine Kinder auch nicht da lassen, da ich zur Arbeit muss und die beiden in die Kita/bald Schule.
Haushaltshilfe ist nicht drin und wahrscheinlich wäre ich dann das Gespött aller, schließlich hat meine Schwiegermutter das ganze ja mit 4 Kindern geschafft und noch mitgearbeitet auf dem Hof.
Ich krieg das schon hin. Zur Not bliebt die Wäsche halt mal liegen oder es wird an einem anderen Tag geputzt. Irgendwo muss ich Abstriche machen.
LG Reka

Offline suederhof1

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Re: Soll ich mein Hobby aufgeben?
« Antwort #3 am: 28.05.22, 11:09 »
Hallo Reka

Mach dich bitte nicht kleiner als du bist.

Ist es für deine SM so schlimm einen Abend die Kinder zu übernehmen ?
Gut, wenn sie im Stall kürzer treten will ist das
natürlich zu verstehen.
Aber einmal die Woche müsste es drin sein.
Sprich mal in Ruhe mit ihr, das sie vielleicht
an dem Abend das wichtigste übernimmt.
Das Arbeitsabläufen umstrukturiert
werden können.
Was man ewig so gemacht hat,
muss ja nicht bis ans Lebensende passieren.
Wenn du meinst nur manchmal
an Auftritten teilzunehmen müsste das
doch auch gehen.
Die Kinder werden größer und du
solltest einen Teil von dir behalten
und nicht alles dem Betrieb opfern.
Wenn es dir gut geht, geht es allen Menschen
in deinem Umfeld auch gut.

Online gina67

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Re: Soll ich mein Hobby aufgeben?
« Antwort #4 am: 28.05.22, 11:15 »
Hallo Reka,
aber das ist wieder typisch Frau, die verzichtet und Abstriche macht. Sorry, wenn ich so direkt bin.
Wie wäre es umgekehrt? Wenn dein Mann ein zeitaufwändiges Hobby hätte, würde er dann auch verzichten?
Eher nicht, oder?
Ich bin ja auch Schwiegermutter und ich will auch kürzer treten, aber 2x im Monat die Enkelkinder betreuen ist keine Arbeit.
Die Übungstage stehen doch fest, vielleicht würde sie es doch gerne machen.
Hast du schon mal gefragt?
Und hast du deiner Familie gegenüber schon mal kommuniziert, dass dir dieses Hobby sehr wichtig ist?
Reden, reden, reden ist das Wichtigste im zusammenleben der Generationen.
Glaub mir, mir gefällt auch nicht alles, was meine ST macht und zum Glück wohnen wir in ganz getrennten Häusern. Aber wenn ich was von ihr will, ist sie zur Stelle und umgekehrt genauso.

Haushaltshilfe ist nicht drin und wahrscheinlich wäre ich dann das Gespött aller, schließlich hat meine Schwiegermutter das ganze ja mit 4 Kindern geschafft und noch mitgearbeitet auf
LG Reka


Du bist du und nicht deine Schwiegermutter. Meinst du wirklich, dass deine SM alles perfekt hatte?

Offline Reka1200Topic starter

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Re: Soll ich mein Hobby aufgeben?
« Antwort #5 am: 28.05.22, 11:20 »
Hallo Suederhof,
ich will nichts von ihr Verlangen, weil ich dann immer das Gefühl habe, ihr etwas schuldig zu sein und ihr etwas zurück geben zu müssen. Nachdem ich sie mal gefragt habe, ob sie unsere Kleine ein paar mal in der Woche von der Kita abholen kann, damit ich ein bisschen länger auf Arbeit gehen kann, und sie das sofort, vehement abgelehnt hat, weil sie keine Zeit hat, sich nicht mehr aufbürden lassen will, sich nicht festnageln lassen will auf bestimmte Tage und Zeiten und es ihr eigentlich schon reicht, gelegentlich ihre anderen Enkel abholen zu müssen, weil es da beruflich und aus familiären Gründen nicht anders geht, bitte ich sie um gar nichts mehr. Ich schaue, dass ich meine Sachen und meine Kinder immer selbst unter einen Hut bringe und keine Hilfe benötige. Außer die meiner Eltern z.b. weil sie gerne mehr Zeit mit ihren Enkeln hätten. Deswegen lasse ich die beiden auch mal übers Wochenende bei ihnen oder jetzt, wenn Kitaferien sind und ich arbeiten muss. Da muss ich kein schlechtes Gewissen haben und muss niemandem Rechenschaft ablegen.

Offline Reka1200Topic starter

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Re: Soll ich mein Hobby aufgeben?
« Antwort #6 am: 28.05.22, 11:42 »
Ich hab das Gefühl, das ganze schlittert schon wieder auf das Schwiegereltern und Generationenthema hinaus. Dazu habe ich glaube ich schon genug hier geschrieben, auch in Bezug auf meine Schwägerinnen und insbesondere die eine, die jetzt auch in den Betrieb eingestiegen ist.
Eigentlich möchte ich schauen, wie ich das mit meinem Mann irgendwie geregelt bekomme.
Ich hab für meinen Mann mein ganzes Leben umgekrempelt. Ich wollte nie von meinem Heimatort weg, wollte eigentlich das Haus meiner Eltern übernehmen und umbauen. Wollte immer dort bleiben. Ich bereue nicht, dass ich weggegangen bin, weil mir das mit Sicherheit auch geholfen hat, mich hat reifen lassen. Ich fühle mich auch eigentlich ganz wohl hier, wenn auch des Öfteren etwas einsam. Aber ich hab manchmal das Gefühl, dass mein Mann vergisst, dass ich auch Bedürfnisse habe, meine Freunde sehen, einfach in meine Musikprobe gehen. Er verbietet es mir nicht, aber es darf halt keine Last für ihn sein, d.h. ich muss die Kinder immer mitnehmen, dann ist es ok. Meine Freundin hat demnächst ihren Junggesellinnenabschied, also hab ich meine Mutter gefragt, ob sie die Kinder abends nimmt und wir bei ihr übernachten. Über Pfingsten hat der Kindergarten zu, aber ich muss arbeiten, also habe ich die Kinder bei meiner Mutter untergebracht. Im Sommer hat der Kindergarten 3,5 Wochen zu. 2 Wochen davon kann ich mit Urlaub abdecken, aber die restliche Zeit müssen die zwei zu meiner Mutter. So läuft das bei uns immer. Das ist für meinen Mann glaube ich schon zur Selbstverständlichkeit geworden. Ich verlange und erwarte auch nichts von ihm, weder, dass er zu meinen Auftritten mitkommt oder zu irgendwelchen Geburtstagen. Nein, ich denke sogar meistens, es ist sowieso besser, wenn er nicht dabei ist, weil wir dann nicht schon um 4 gehen müssen, damit wir pünktlich zum Stall zuhause sein müssen. Wir gehen nicht in Urlaub (wir reden zwar davon, aber wir müssten das immer so spontan planen - nächste Woche würde es passen -, dass man mit zwei kleinen Kindern eigentlich kein Hotel findet und dann darf es natürlich nicht zu teuer sein). Wir gehen nicht mehr aus, obwohl wir uns mal fest vorgenommen haben, dass wir das einmal im Monat machen wollen. Im Moment sehe ich das nicht so eng, weil ich gerade schon glücklich wäre, wenn wir mit dem Umbau voran kämen, aber selbst dafür ist keine Zeit. Seit 6 Wochen ist nichts mehr passiert auf unserer Baustelle und ich habe das Thema langsam satt. Wenn ich ihn Frage, wanns weiter geht oder bis wann wir fertig sein wollen, reagiert er nur gereizt und damit, dass er andere Sachen im Kopf hat, viel zu viel Sachen und er gar nicht weiß wo vorne und hinten, oben und unten ist und es ihn nervt, wenn ich ihn ständig darauf anspreche, weil anderes (draußen) wichtiger ist. Ich hab echt viel Verständnis für ihn und seinen Job, den er gerne als Hobby bezeichnet. Aber wenn die Familie und das Familienleben so auf der Strecke bleibt, frage ich mich, an welcher Stelle seiner Prioritätenliste wir eigentlich stehen. Vielleicht tauchen wir ja auf Seite 2 auf.
Da liegt glaube ich das Grundproblem der ganzen Thematik. Solange mein Mann nicht versteht, dass es neben seiner Arbeit auch noch ein Leben gibt, habe ich wenig Chancen, dass ich in nächster Zeit öfter in die Proben kann. Ich frag ihn ja schon jede Woche an dem Probentag wie es aussieht. Aber was soll ich machen, wenn er mir sagt, dass er dieses und jenes jetzt machen muss.
Ja, manchmal erwische ich mich bei dem Gedanken, dass alles einfacher wäre, wenn er einen 9-to-5-Job hätte oder irgendeinen anderen Job, bei dem auch mal Urlaub oder Wochenende drin wäre. Dem ist aber nicht so. Und mein Mann ist ja auch glücklich. Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht, wer kann das schon von sich behaupten. Ich würde nie von ihm verlangen, dass er das aufgibt, schon gar nicht für mich.
Aber ich überlege auch manchmal, ob es einfacher wäre, ihn zu verlassen und in meine Heimat zurückzukehren. Ich liebe ihn über alles, er ist mein Freund, mein Seelenverwandter, mein zuhause, mein Geliebter, aber ich weiß nicht, ob das reicht.

Offline Steinbock

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Re: Soll ich mein Hobby aufgeben?
« Antwort #7 am: 28.05.22, 11:43 »
Reka, spielst Du ein Blechblasinstrument (weil Du vom Ansatz schreibst)? Das ist wunderbar!!!

Bleib bei Deinem Hobby, sagt eine "alte Musikliebhaberin" und Gelegenheitstrompeterin  ;)

Es sollte schon drin sein, dass Dein Mann 2 x im Monat die Kinder ins Bett bringen kann und tut
(sonst läuft eh etwas nicht richtig)!

Du gehst arbeiten (wie viele Stunden), hilfst wie viel auf dem Hof/Hofbüro usw??
Hast zwei kleine Kinder.... - Da sollte keine Haushaltshilfe finanziell möglich sein??

Das Hobby gibt Dir so viel, du behältst den guten Kontakt zu Deiner Herkunftsfamilie, usw.
das ist unwiederbringlich!!!
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne... (H.Hesse)

Offline annelie

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Re: Soll ich mein Hobby aufgeben?
« Antwort #8 am: 28.05.22, 11:55 »
Kannst du dir für die Proben einen Babysitter nehmen? Wäre das eine Alternative? Wenn dein Mann dann fertig ist, könnte er dann vielleicht die Kinder übernehmen, wenn gerade keine dringenden Arbeiten sind. Unsere Tochter hat als Schülerin und Studentin Baby gesittet, sie hat das sehr gerne gemacht. Oder gibts im Umfeld jemanden der einspringen würde, ich passe bei Bedarf auf das Kind von Freunden auf, seit es 3 Wochen alt ist und ich freue mich immer darüber.
Vergangenheit ist Geschichte,
Zukunft ist ein Geheimnis
und jeder Augenblick ist ein Geschenk.

Liebe Grüße
Annelie

Offline Tina

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Re: Soll ich mein Hobby aufgeben?
« Antwort #9 am: 28.05.22, 12:14 »
Hallo Reka,
kann es sein, das dein Mann aus seiner Komfortzone nicht raus will/kann???
Meiner Meinung nach kann es nicht sein, das in einer Beziehung  nur der eine zurück steckt und für den anderen ist alles so, wie es schon immer war. Mein Mann musste auch mal sich um die Kinder kümmern,  wenn ich nicht da war
 Vor 40 Jahren  noch nicht so, wie es heute üblich ist  oder zumindest sein sollte. Ich sehe es an unserer Jungen Familie, trotz Stall, wird sich die Kinderbetreuung aufgeteilt. Klar, springen wir als Grosseltern mit ein , aber sie versuchen,  vieles alleine zu regeln, besonders, wenn die Feldarbeit ruht.
Ich würde ein klares Gespräch suchen. Es kann nicht sein, das dein Mann alles macht und du nur zurücksteckst .
Ich wünsche dir, das du einen Weg findest, aber ich meine, Dein Hobby darfst du nicht aufgeben.  Gut, vielleicht musst du einige Zeit auf den einen oder anderen Auftritt verzichten,  aber die Kinder werden schnell groß und dann kann es leichter werden, Familie und Hobby unter einem Hut zu bringen.
LG
LG
Tina

Offline Reka1200Topic starter

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Re: Soll ich mein Hobby aufgeben?
« Antwort #10 am: 28.05.22, 13:53 »
Hallo zusammen,

@gina67: Doch, ich glaube mein Mann würde zurückstecken. Das weiß ich deshalb so genau, weil ich mal ins Gespräch gekommen bin mit seinem besten Freund. Er hat mir erzählt, dass er ihn gefragt hat, warum er nicht mehr zum Stammtisch geht. Und seine Antwort war: Weil er keine Zeit für seine Frau hat. Das hat mich total gerührt und gleichzeitig unendlich traurig gemacht. Ich will ja gar nicht, dass er nicht mehr zum Stammtisch geht. Er soll doch auch seine Freunde sehen und mal an was anderes denken dürfen, als nur Arbeit und Familie.
Nein, ich hab nicht gefragt, wegen dem Zubettbringen, aber ich hab mir ja anderweitig eine Abfuhr eingeholt, deswegen hab ich nicht mehr gefragt.
Mein Mann und meine Kinder wissen, dass mir das Hobby sehr wichtig ist. Unsere Große möchte ja auch irgendwann ein Instrument lernen.
Wir wohnen zusammen in einem Haus, mit inzwischen getrennten Wohnungen. Meine Schwiegermutter will nie etwas von mir, dafür hat sie ja ihre Tochter, die früh, den ganzen Vormittag, stellenweise nachmittags und abends da ist, um auf dem Hof mitzuarbeiten.
Ich glaube meine SM hatte es schwerer...

@Steinbock: Nein, Klari und Sax ;) Ich gehe jeden Vormittag arbeiten, solange die Kinder im Kindergarten sind. Zum Mittagessen bin ich wieder zuhause. Ich helfe nicht auf dem Hof. Ich wollte mal bei der Büroarbeit helfen, aber die ist jetzt teilweise von Mutter auf Tochter übergegangen. Ich schmeiß unseren Haushalt, kümmer mich um die Kinder und hab noch einen kleinen Nutzgarten für Paprika und Tomaten usw.
Ich bin ein Vollblut-Hobbymusiker, weswegen mir das Aufhören auch sehr schwer fallen würde. "Music was my first love and it will be my last."

@annelie: Die Idee wäre vielleicht gar nicht so schlecht. Bin ich überhaupt noch nicht drauf gekommen, muss ich gestehen.

@Tina: Ich würde eher sagen er kann nicht. Er würde alles für mich tun, was in seiner Macht steht. Warum, das hab ich in diesem Beitrag ja schonmal geschrieben.
Immer nur den ein oder anderen Auftritt mitzuspielen ist schon schwierig. Die Auftritte werden ja teilweise schon ein halbes Jahr bis Jahr im Voraus geplant oder angenommen. Wenn ich nur jeden zweiten Auftritt oder nur ausgewählte mitspiele, kann da sehr schnell auch Missmut in der Kapelle aufkommen. Und ich selbst würde mich dabei auch nicht sehr wohl fühlen.

Online gina67

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Re: Soll ich mein Hobby aufgeben?
« Antwort #11 am: 28.05.22, 14:25 »
Das ist vielleicht jetzt am Thema vorbei, aber mich interessiert mal wie die Arbeit auf dem Hof aufgeteilt ist.

Gibt es für alle mal ein freies Wochenende oder Urlaub? Oder arbeiten immer alle?

Lässt sich das nicht aufteilen, dass man Wochenenddienste und Urlaube einplant?

Muss nicht lange sein und auch nicht im teuren Hotel, mit Kindern ist eine Ferienwohnung sowieso viel sinnvoller.

Wir hatten lange keinen Urlaub und auch nie einen Tag frei. Lag daran das mein SV lange krank war und mein Mann vorher nicht den Mut hatte, Urlaub und freie Sonntage einzufordern.

Seitdem mein Sohn mit der Ausbildung fertig ist, fahren wir fast jedes Jahr ein paar Tage weg und an den Wochenenden und Feiertagen wird abwechselnd gearbeitet.
Morgen haben mein Mann und ich frei, mein Sohn macht dann den Hof alleine. Dafür wird, was geht, heute vorgearbeitet.
Nächsten Sonntag sind wir wieder dran und haben Pfingstmontag frei.

Urlaube werden so gelegt, dass man den Sonntag vorher noch arbeitet und dann den nächsten Sonntag frei hat und mit in den Urlaub einbauen kann.

Alles nur eine Sache des Willens und der Organisation.





Online gina67

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Re: Soll ich mein Hobby aufgeben?
« Antwort #12 am: 28.05.22, 14:33 »
Da fällt mir noch was ein. Du sagst du hast dir eine Abfuhr deiner Schwiegermutter wegen abholen vom Kindergarten eingeholt.

In einem älteren Beitrag schreibst du, dass deine SM mehr oder weniger freiwillig für X Leute kocht. Da kann ich sie gut verstehen, dass sie nicht mitten im Kochen die Kinder abholen kann oder will.
Kannst du deine Kinder nicht länger in der Betreuung lassen, wenn du länger arbeiten willst? Bei meiner Enkelin im Kindergarten sind viele die mittags dort essen und danach irgendwann abgeholt werden.

Und der Vorschlag von Annelie wegen einem Babysitter finde ich richtig gut.

Offline mamaimdienst

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Re: Soll ich mein Hobby aufgeben?
« Antwort #13 am: 28.05.22, 15:36 »
Kannst du dir für die Proben einen Babysitter nehmen? Wäre das eine Alternative? Wenn dein Mann dann fertig ist, könnte er dann vielleicht die Kinder übernehmen, wenn gerade keine dringenden Arbeiten sind. Unsere Tochter hat als Schülerin und Studentin Baby gesittet, sie hat das sehr gerne gemacht. Oder gibts im Umfeld jemanden der einspringen würde, ich passe bei Bedarf auf das Kind von Freunden auf, seit es 3 Wochen alt ist und ich freue mich immer darüber.

Das wollte ich auch vorschlagen….
Bevor man seine Feinde liebt, sollte man netter zu seinen Freunden sein. - Mark Twain-

Offline pauline971

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Re: Soll ich mein Hobby aufgeben?
« Antwort #14 am: 28.05.22, 15:47 »
Hmmmmm, also das Hobby würde ich keinesfalls aufgeben. Ich kann schlau daher reden, weil ich keine Kinder habe. Trotzdem möchte ich schon anmerken, warum sollen die Frauen immer zurückstecken? Warum sollen die Frauen sich immer Gedanken machen, wie und wo und überhaupt die Kinder versorgt, abgeholt, beaufsichtigt oder wie auch immer werden? Sind es nicht die Kinder BEIDER Elternteile? Die Frau leistet doch genau so ihre Arbeit. Sie geht arbeiten, macht den gesamten Haushalt samt Einkaufen, Kochen, Wäsche usw. Ist die Arbeit des Mannes mehr wert... Manchmal frage ich mich, wie viele Generationen noch geboren werden müssen, bis wir Frauen gleichberechtigt sind.

Ich würde einen Babysitter organisieren und der Mann muss halt einfach die Arbeit mal so organisieren, dass er auch für die Kinder da sein kann, wenn die Frau ihrem Hobby nachgeht. Man sollte den Mann auch schon mal aus seiner Komfortzone rausholen und er darf sich auch gerne Gedanken machen, wie der Tag organisiert werden kann, damit jedem gerecht wird. Es mag alles gut uns schön sein, aber oftmals kommt einer der beiden Partner an den Punkt, wo große Unzufriedenheit aufkommt.
Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich hart erarbeiten