Autor Thema: Land schafft Verbindung - Aktionen / Demonstrationen / Diskussionen  (Gelesen 6118 mal)

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Offline mary

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Wir haben die Mitgliedschaft beim Lanvolk gekündigt- war mir schon länger ein Anliegen, aber gestern in der neuen Ausgabe der Zeitschrift  war ein Bericht über eine Klima-Diät. ausgearbeitet von einer Menge Wissenschaftlier, 14 Gramm Fleisch pro Tag, so gut wie keine Michprodukte, keine Eier, nur noch Vollkorn,Gemüse,Erbsen, Nüsse. Selbst die Kartoffeln waren verpönt.Früher ging man davon aus, dass Fisch, Fleisch oder Eier als hochwertiges tierisches Eiweiß sehr wichtig seien, heute scheint das nicht mehr zu gelten.
Würde zu gerne wissen, ob die klugen Wissenschaftler diese Kost dann auch selbst essen,
Iglo steigt auch in den fleischfreien Bereich in grösserem Maße ein.
Ich kann mir nicht helfen, ich hab das Gefühl, als ob jedes Maß und jede Mitte verloren geht.In unserer Tageszeitung war gestern ein Bericht über Wasserqualität und Messtellen, hier scheint auch vieles nicht so zu stimmen, wie es uns vorgemacht wird.
Aus Seeon hab ich Kommentare von Söder, Dobrinth und ein Statement von der Frau von der Leyen gehört-man braucht da nicht viel Phantasie, wie es werden wird. Ausserdem braucht man die Leute aus der Landwirtschaft als knappe Ressource Fachkräfte.

Offline Internetschdrieler

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Mary, meinst du die KLB, Katholische Landvolk Bewegung und die Zeitschrift "Land aktuell" das ja das Bundesmitteilungsblatt/Zeitschrift ist. Ja mit denen hadere ich auch. Zum Glück ticken sie auf Dekanatsebene noch anderst, sonst würde ich eine Kündigung auch ins Auge fassen. Hätte auch nie gedacht, dass ich zu unserem Ortsgeistlichen so eine reservierte Einstellung bekomme, seit seiner Predigt an Erntedank.

Online martina

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Euer katholisches Landvolk hat aber nichts mit dem Bauernverband zu tun, oder?

Bei uns in Niedersachsen heißt der Bauernverband nämlich Landvolk, das ist dann etwas irreführend, wenn man nicht aufpasst und zwischen den Verbänden und Organisationen differenziert.
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Offline fanni

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Naja, das mit der KLB ist doch die gleiche Diskussion wie damals bei Misereor...........ich bin da meinungsmäßig eher zwischen den Stühlen. Die Kirche oder auch ein kirchlicher Verband haben andere Aufgaben als der Bauernverband. Sie dürfen, ja müssen sogar den Finger in die Wunde legen, wenn es um unseren Ressourcenverbrauch geht.

Aber ich zieh mir nicht mehr jeden Schuh an, der rumsteht und fühle mich als Bauer jetzt nicht gleich angegriffen.  Es wird ja nicht gesagt, dass das Fleisch, das wir produzieren grndsätzlich schlecht ist, sondern, dass jeder einzelne im westlichen Gebiet sich "zu gut" ernährt und zu gut lebt auf Kosten der anderen. Seh ich an mir selber (von meinem Übergewicht können einige in denHungergebieten jahrelang leben, ........) und an den Statistiken unserer Zivilisationskrankheiten. Ich nehm es als Ansporn mich wieder in Richtung Einfachheit und Gesundheit zu bewegen. Zurück zum Sonntagsbraten..........und dann sind wir schon in Richtung der Tagesmenge. Ist gut für mich und auch die anderen.

Die Kirche darf sich aber auch an die eigene Nase fassen. Auf deutsch gsagt "gscheit daherreden wie Landwirtschaft geht mit Nachhaltigkeitspredigten bei schönem Wetter" und dann aber auf dem Pfarrfest schauen, dass alles billig ist und viel Geld für die neue Orgel übrigbleigt, da ist es dann wurscht, wo dieselbige herkommt und die Semmel dazu aus dem Aufbackautomaten........ :o

@Martina.........nein hat nix mit Bauerverband zu tun aber logischerweise sind viele Mitglieder aus dem ländlichen Raum natürlich auch Bauern und das waren auch die starken Themen der letzten Jahrzehnte , ländliche Entwicklung, Situation auf den Dörfern, wohin gehrt die Kirche im Dorf wenn der Pfarrer geht, Schöpfung bewahren, Situation der Familien auf dem Dorf, Arbeitsplätze usw.........


aber zurück zum Thema:

ich find es toll was LSV auf die Beine bringt, da hat der Bauernverband gepennt was die Frische anbetrifft, aber nicht bei den Inhalten. Aber ich bin nicht so naiv zu glauben, dass sich irgendwas an den Beschlüssen im Agrarpakt oder der DÜVO ändert.  Viellleicht haben die Demos und die grünen Kreuze noch schlimmeres verhindert (und fürs bäuerliche Selbstwußtsein war das alles gut und die Jugend hat ein Sprachrohr) , aber jeder muss jetzt seinen Betrieb anschauen und einfach die Möglichkeiten durchspielen, die es gibt.  Es wird uns kein Politiker helfen. Die Zahlungen werden weniger werden (Brexit kommt ja auch noch!) und/oder an Auflagen gebunden.  Der bayer. Sprecher Dickow würde dem vielgescholtenen Bauernverband gut tun. Ich höre ihm gerne zu.
Wenn ich die Positionen in den Talkshows so vergleiche dann muss ich sagen an all die Engagierten von LSV, nächstes Jahr sind Wahlen..........also nix wie los.....rein in die Orts-Kreisämter......... denn dann hätte ein etwas strukturloser Haufen auch das was ihnen fehlt eine Struktur und auch ein klares Mandat................ja und dann spätestens wird sich auch hier wieder zeigen (und das hat man schon beim BDM) gesehen, dass die Bauernschaft eben auch eine Vielmeinungsschaft ist und einfach jeder anders tickt und ein großer Verbnad wie der Bauernverband muss dann einfach einen Nenner finden.........Kompromis und das kommt dann bei vielen nicht gut an und dann geht es wieder von vorne los...............
« Letzte Änderung: 10.01.20, 18:31 von fanni »
Herzliche Grüße von Fanni

Online martina

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Ja Fanni, ich finde es auch gut, was LsV bewirkt und auf die Beine stellt.

Nein, wir werden an den jetzigen Beschlüssen wohl nichts ändern, aber vielleicht mit den Protesten die Bevölkerung mal aufrütteln, ihr Kaufverhalten zu hinterfragen? Und dann in Zukunft auch schlimmeres verhindern können?

Und ich freue mich, dass bei uns auf der untersten Ebene die Zusammenarbeit zwischen LsV und dem Kreisverband des Landvolks (Bauernverband) so gut funktioniert und sie sich nicht die Augen aushacken.

Ich hab die Tage gerade wieder gelesen, dass in Niedersachsen jeden Tag 7 ha wertvolles Ackerland aus der Produktion genommen wird für Bauvorhaben usw. Das sind in 10 Tagen ein Durchschnittsbetrieb, der aufgeben muss! Ist das wirklich von der Bevölkerung gewünscht?
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Offline LuckyLucy

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Ich hab die Tage gerade wieder gelesen, dass in Niedersachsen jeden Tag 7 ha wertvolles Ackerland aus der Produktion genommen wird für Bauvorhaben usw. Das sind in 10 Tagen ein Durchschnittsbetrieb, der aufgeben muss! Ist das wirklich von der Bevölkerung gewünscht?

Was juckt es die Bevölkerung? Irgendwo wollen die auch hübsch wohnen und ihre fetten SUV in passende Carports stellen.
Wie war das mit dem Stachel und dem Auge?
LuckyLucy

Offline Flecky

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Mary, meinst du die KLB, Katholische Landvolk Bewegung und die Zeitschrift "Land aktuell" das ja das Bundesmitteilungsblatt/Zeitschrift ist. Ja mit denen hadere ich auch. Zum Glück ticken sie auf Dekanatsebene noch anderst, sonst würde ich eine Kündigung auch ins Auge fassen. Hätte auch nie gedacht, dass ich zu unserem Ortsgeistlichen so eine reservierte Einstellung bekomme, seit seiner Predigt an Erntedank.

In Seeon hatte ich das Gefühl, das die Redner es darauf anlegten , die LSV - Gruppen gegeneinander aufzubringen. Nord gegen Süd, Ost gegen West, klein gegen groß. Ich weis nicht wie oft betont wurde, das das mit dem Nitrat für die Bergregionen doch kein Problem wäre, die hätten so viel Regen  und alles wäre schön grün.

Offline AnnetteTopic starter

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Gestern war folgendes Interview bei uns in der Kreiszeitung

https://www.kreiszeitung.de/lokales/rotenburg/sottrum-ort58094/wir-sind-moderne-knechte-13432032.html

Einen Link zu dem Brief (habe ihn vorab in der WhatsApp-Gruppe gelesen) an Frau Otte-Kinast kann ich leider nicht setzten, da ich bei Facebook nicht zugange bin.

Ich finde dieses Interview sehr gut, wurde im Bekanntenkreis schon darauf angesprochen und habe bisher noch keine negativen Kommentare gehört.

"Wir haben meiner Meinung nach politisch die fachliche Basis komplett verlassen und argumentieren nur noch ideologisch und emotional."
Diese Aussage findet vor allen Dinge unsere Tochter (Erzieherin) voll zutreffend.


"Fühlen Sie sich verarscht?

Ja."

Und das ist mein Favorit - kurze Frage kurze Antwort.

LG Annette
Lieber auf neuen Wegen stolpern, als in alten Bahnen auf der Stelle treten. (H.Hesse)

Offline SuHe

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Hallo,
ich empfinde die Situation der Landwirtschaft heute nur traurig. 55 Jahre bin ich dabei: Es gab gute Jahre, es gab schlechte Jahre... Alles haben wir überstanden. Widerwillig die Bürokratie ertragen, (Was bringen die ganzen Aufzeichnungen mit unangemeldeten Kontrollen?) ---- Früher reichte eine Schuppenkartei,freiwillig wurden die und weitere Aufzeichnungen erledigt.
Der Strukturwandel wurde beobachtet. "Wann hört der auf? der muss doch einmal aufhören...," war immer mein Gedanke. -  Das Gefühl ein Knecht bzw. Leibeigene des Staates zu sein kam mir immer häufiger, auch beim Überprüfen des Risikopachtvertrages, den man uns kürzlich vorgelegt hat. Wir haben abgelehnt. - So kann man mit uns Landwirten nicht umgehen. Das passt nicht in das 21. Jahrhundert und ist unmenschlich.

Liebe Grüße von einer Altenteilerin, die immer noch voll dabei ist.
SuHe