Autor Thema: Grauer Star in Anmarsch  (Gelesen 2714 mal)

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Offline WieseTopic starter

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Re: Grauer Star in Anmarsch
« Antwort #15 am: 05.02.21, 08:41 »
So nun hatte ich gestern endlich den lang erwartenden Termin beim zweiten Augennarzt.
Nun ist es amtlich, hab grauen Star und meine Sehschwäche wurde auch schlechter.

Durch die Pupillenerweiterung gestern konnte ich lange nichts genau sehen.
Er meinte mit dem linken Auge sollte man anfangen. Nun habe ich viele Unterlagen zum Ausfüllen bekommen
bis zum nächsten Termin. Auch eine  IGeL Leistung zur Optischen Biometrie, neues Messverfahren, zahlt die Krankenkasse
nicht, werd ich aber in Anspruch nehmen.

Ende Februar hab ich den nächsten Terim beim Augenarzt, dann kommt
noch ein Termin beim Hausarzt und dann letztendlich werd ich den Termin zur OP bekommen.
Ich schlafe jetzt schon schlecht, wenn ich dran denke. Bin ein wenig ängstlich was das Augenlicht
anbelangt und stelle es mir schlimm vor, wenn etwas schief gehen könnte.
Wer sich heute freuen kann,soll nicht bis morgen warten.
                     " Pestalozzi "

Offline Morgana

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Re: Grauer Star in Anmarsch
« Antwort #16 am: 05.02.21, 09:06 »
mein Mann hatte gerade an beiden Augen eine Star OP. Die zweite war gestern vor einer Woche.
Ich soll dir von meinem Mann liebe Grüßé ausrichten Du brauchst null Angst davor zu haben.
Und es ist ein absoluter Wahnsinn was du danach sehen wirst.
Wichtig ist nur, einen sehr erfahreren Operateur zu haben.

Mein Mann hat für die Vermessung der Augen 200 Euro bezahlt. Das lohnt sich auf jeden Fall.
Er hat torische Linsen bekommen, weil er sehr viel Achsenverschiebung hatte. Soviel, dass das alleine pro Auge 2-3 Dioptrin
ausmachte. Diese Linsen kosten zusammen 1500 Euro. Waren aber jeden Euro wert. Er sieht jetzt schon auf beiden
Augen 120%. Im linken Auge ist noch ein Nachstar, aber der wird noch gelasert. (Das zahlt die Kasse)

Von der Krankenkasse bekommst du die OP mit Ultraschall bezahlt und eine normale Linse.
Danach brauchts halt je nach Sehstärke noch eine Brille. Aber das erzählt dir dein Augenarzt alles noch.

Wir haben zusätzlich noch die Laseroption genommen, das die für das Auge schonender ist. Kostet pro Auge nochmal
an die 700 Euro. Beii meinem Mann war das sinnvoll, das er erst 55 ist und mit dem Laser weniger Epithelzellen zerstört werden.

Die OP an sich ist in 10 Minuten vorbei. Du bekommst ein EKG angehängt, eine Sauerstoffnasenbrille und der Blutdruck wird gemessen. Danach gibts jede Menge Tropferei und Gele ins Auge. Auf das Auge kommt ein Stempel damit man weiß wie die
neue Linse sitzen muss. Außer mal einen kleinen Druck spürt man von der ganzen OP nichts.
Danach bekommst du eine Abdeckung drauf und kannst schon wieder nach Hause gehen.
Schon kurz danach muss man anfangen zu tropfen. Dabei merkt man schon, dass man viel schärfer sieht.
Das Auge bleibt aber zugedeckt bis zur Nachkontrolle am nächsten Tag. Ab da bleibt das Auge offen.
Nur nachts machen wir die Klappe noch eine Woche drauf, damit nicht aus versehen gerieben wird oder sowas.

Klar, hat jeder Bammel und Respekt vor so einer OP am Auge. War bei uns nicht anders.
Es kann immer was schief gehen, aber gerade bei dieser OP ist die wahrscheinlichkeit sehr gering.
Aber das wird so oft gemacht, da kann man schon ein bischen entspannter sein.

Offline WieseTopic starter

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Re: Grauer Star in Anmarsch
« Antwort #17 am: 05.02.21, 17:20 »
Danke Morgana, richte deinen Mann auch liebe Grüße aus.
Werd es auf mich zu kommen lassen und weiter berichten.
Wer sich heute freuen kann,soll nicht bis morgen warten.
                     " Pestalozzi "

Offline Morgana

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Re: Grauer Star in Anmarsch
« Antwort #18 am: 05.02.21, 17:53 »
genau, so machst du es. Lass es auf dich zukommen.
Das wird schon werden.

Offline LunaR

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Re: Grauer Star in Anmarsch
« Antwort #19 am: 05.02.21, 19:39 »
Ich hatte zwar an die vier Wochen heftige Probleme nach der OP des Grauen Stars, aber das lag an meinem Grünen Star. Die OP habe ich mit Vollnarkose machen lassen, was selten gemacht wird, will man evtl. mit Narkosenachwirkungen länger zu tun hat als die OP dauert. Aber sogar mein Augenarzt meinte, ich solle darauf bestehen, weil ich fast panisch reagiere, wenn ich was auf mein Auge zukommen sehe. Da mir wohl noch einige andere OPs wegen Glaukon drohen, wollte er nicht, dass ich wegen dem Grauen Star traumatisiert werde. Ich bereue das auch nicht. Für mich war es genau richtig. Also wenn man solche Probleme hat, ist man nicht gezwungen, die OP mitzuerleben.


Das andere ist, welche Linse nimmt man. Das wird bei der Vorbesprechung erörtert, aber es ist gut, wenn man sich schon vorher informiert hat. Das ist eine individuelle Entscheidung, je nach dem, was man für Gewohnheiten hat, z. B. Auto fahren, viel im Dunklen unterwegs. Dafür gibt es extra Linsen. Bei meinen Recherchen und abgleichen mit meinen persönlichen Bedürfnissen kam ich zu dem Schluss, für mich reicht eine Standardlinse. Zur Sicherheit hat ich dann noch die unabhängige Patientenberatung angerufen (die kann ich sehr empfehlen) und dort mit einer Augenärztin gesprochen. Auch sie kam zu dem Schluß, ich brauche nur Standard. War auch die richtige Entscheidung. Ich habe es nicht bereut.

So wie Morganas Mann habe ich meine Augen auch für 200 Euronen vermessen lassen.

Es gibt Leute, die brauchen nach so einer OP keine Brille mehr. Ich muss weiterhin eine tragen, habe eine mit mehreren  Funktionen, aber die Sehschärfe ist deutlich besser geworden. Bisher ist erst mein rechtes Auge gemacht worden. Das Linke wird folgen, sobald die Sehschärfe an dem Auge nur noch bei 50 % ist. Das hat vermutlich noch Zeit. Ich würde es wieder so machen, allerdings mit deutlich weniger Sorgen in die OP gehen.
Es ist sehr beglückend, sich mit kompetenten Menschen auszutauschen.

Ein lieber Gruß Luna


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Offline Gislinde

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Re: Grauer Star in Anmarsch
« Antwort #20 am: 05.02.21, 20:43 »
Im November hatte ich mich auch zur Grauer Star Op gemeldet, es war mir schon länger klar. Beim Autofahren hatte ich links schon schon unklar gesehen, beim rechten Auge war auch schon beginnender Star. Deshalb wurden im Abstand von 3 Wochen beide Augen operiert. Habe alles gut überstanden, viel getropft, weil es ein bißchen trocken wurde.
War aber auch im Stall, habe Schutzbrille wegen Heustaub aufgesetzt. 
Werde nach Corona mal die Augen messen lassen, meine aber meine Brille  reicht zum Autofahren aus. Es ist ja im Führerschein eingetragen.
Meine Sehstärke war die Jahre seit Jugend immer gleich geblieben, so 0,75 und 1.25diop.
Im Gegensatz haben meine 4 Kinder alle in der Schulzeit schon Brillen gebraucht, bis 4 und 5 Dioptrien. Es ist wohl auch Erbe von meiner Mutter dabei
Mit lieben Grüßen
Gislinde

Offline Morgana

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Re: Grauer Star in Anmarsch
« Antwort #21 am: 05.02.21, 21:00 »
wenn man nach der OP keiner Brille mehr tragen möchte, muss man sich für Multifocale Linsen entscheiden.
Kosten auch so ca. 700 Euro pro Auge.

Man kann so ziemlich alles mit dem Augenarzt absprechen.
Mein Mann wollte keine Brille mehr in die Ferne. Lesen wäre ok, aber wenn möglich möchte er am
Handy usw. kein Brille mehr brauchen. Genau so ist es bis jetzt gekommen. Er hat aber noch verbesserung
duch das Nachlasern. Außerdem hat er Blaufilter drin wegen dem Computern.

Es wurde alles angeboten. Von nur Tropfen, über Spritze als Betäubung bis hin zur Vollnarkose.
Das sollte wirklich jeder für sich persönlich entscheiden. 



Offline goldbach

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Re: Grauer Star in Anmarsch
« Antwort #22 am: 07.02.21, 11:21 »
@wiese: wir beide haben schön öfters über eine Augen-OP unterhalten bzw. geschrieben!
Du brauchst keine Angst haben!
Ich hatte zwar keinen grauen Star, war aber sowas von kurzsichtig!
Ich habe mein Leben lang schlecht gesehen etwa (-8dpt bzw -9dpt)) habe meine Kurzsichtigkeit ab dem 19.LJ mit Kontaktlinsen behoben - jahrzehntelang weich, spater dann harte. Ab dem 45LJ kam dann die Altersichtigkeit dazu, d.h. zum lesen und am PC setzte ich eine Lesebrille auf.
Irgendwann reichte es mir.
Im Jahr 2010 ließ ich mich operieren: meine "eigene" Linse wurde durch eine künstliche ersetzt.
Ich hatte vor der OP sowas von Schiss und Angst, unbeschreiblich. Aber ich wollte es.
Kurzum: es war die zweitbeste Entscheidung meines Lebens!
Die OP kostete mich damals ca. € 4.200.-- inkl. Narkose etc.
Es ist so, wie es @morgana geschrieben hat.
Nach 14 Min. war die OP an einem Auge vorbei. Nach einer Woche kam dann das zweite Auge dran - auch 14 Min.
Als nach der zweiten OP am nächsten Tag der Salbenverband abgenommen wurde, mußte ich echt weinen.
ich habe alles klar gesehen.  Zum gefühlten ersten mal in meinem Leben!
Ich ging am Abend unter die Dusche und konnte meine Zehen glasklar sehen!
Ich war echt überwältigt.
Ich seh nun alles gut. Brauch keine zusätzliche Brille.
Wunderbar.

Das Geld war gut angelegt: nämlich für mich!
@wiese: spar nicht an Dir selbst!
Wir sind es uns wert .....

Offline Morgana

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Re: Grauer Star in Anmarsch
« Antwort #23 am: 07.02.21, 12:32 »
genau, spar nicht an dir selbst. Das was Du jetzt machen lässt hält ein Leben lang an.

Mein Mann wurde von einem Bekannten neulich gefragt was ihn der "Spaß" denn gekostet hätte.
Als es ihm mein Mann sagte, meinte er:
Boah niemals, da hätte ich halt die Kassenleistung genommen. Das Geld würde mich reuen.
Mein Mann drauf:. Kannst du machen wie du willst. Ich habe schon mal versucht durch Geldscheine durch zu schauen,
damit kann man aber nicht besser sehen ;D
Mit den neuen Linsen dagegen schon.

Offline LunaR

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Re: Grauer Star in Anmarsch
« Antwort #24 am: 07.02.21, 12:52 »
Das will alles gut überlegt sein, denn die Linse tauscht man ja nicht so einfach wie eine Brille aus. Es kommt sehr auf das persönliche Leben an. Da gibt es aber Beratung und auch gute Infos im www. Damit kann man sich schon mal ein Grundwissen aneignen, um den Doc auch die richtigen Fragen stellen zu können  ;). Wie gesagt, die unabhängige Patientenberatung ist auch gut und dort spricht man dann auch mit einem Facharzt. Es gab im Internet so Aussagen, dass manche Ärzte angeblich bestimmte Linsen verkaufen wollen. Das kann ich absolut nicht bestätigen. Hatte ja mit 2 Augenärzten zu tun. Keiner hat mich auch nur annähernd bedrängt. Alles kam sachlich rüber.

Ich konnte ja wie schon geschrieben, die Standardlinse nehmen, da ich kein Auto fahre, kaum nachts unterwegs bin und auch sonst keinen besonderen Herausforderungen ausgesetzt bin. Die Bifokallinsen waren vor ein paar Jahren nochn icht so erforscht und es gab öfter Probleme damit. Darum wurden sie nicht empfohlen. Das mag jetzt schon anders sein. Wer öfter Auto fährt, für den ist es sicher gut, gleich mehr Komfort zu nehmen.

Bei mir war ein Problem, dass sich meine Augen auseinandergelebt hatten. Das eine war immer mmer schwächer geworden und das andere hat die Aufgabe mit übernommen. Dann kann es sein, dass die Linse zwar passt, aber das Gehirn nicht mitspielt. So muss ich jetzt auch immer noch morgens als erstes meine Brille aufsetzen, um überhaupt die Uhr erkennen zu können, obwohl meine Sehstärke jetzt deutlich besser ist.  Nach einiger Zeit geht es auch ohne.
Es ist sehr beglückend, sich mit kompetenten Menschen auszutauschen.

Ein lieber Gruß Luna


Verschwendete Zeit ist Dasein.
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Offline Morgana

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Re: Grauer Star in Anmarsch
« Antwort #25 am: 07.02.21, 16:36 »
das Hirn braucht auf jeden Fall einige Zeit bis es damit zurechtkommt.
Ich trage Mulitfocale Kontaktlinsen und manchmal eine Gleitsichtbrille.

Das war nicht lustig, bis mein Hirn am Anfang das im Griff hatte. Man hat ja quasi ein Auge in die
Ferne und das andere in der Nähe. Jetzt klappt es problemlos. Ich kann Autofahren und alles lesen ohne Probleme.

Mein Mann hatte multifocale, torische Kontaktlinsen. Das hat nicht so gut geklappt..
Deswegen war von Anfang an klar, dass für ihn keine mulitfocalen in Frage kommen, sondern nur torische.


Der Augenarzt hatte 6 Patienten eingeladen und einen Vortrag für alle gehalten, dabei alles erklärt usw.
Anschließend sollte ich dazu kommen und er hat extra für meinen Mann erklärt was er wie machen kann.
(Einzelgespräch) Es wurde dabei mehr als einmal darauf hingewiesen, dass man sehr wohl die ganz normale
Kassenleistung nehmen kann und für ihn das vollkommen in Ordnung ist.
Man kann hinterher mit einer Brille ganz normal weiter korrigieren.

Man hatte nie das Gefühl, dass einem was aufgeschwätzt werden soll.
Die Sache mit den Epithelzellen hat er uns genau gezeigt und auch wie es bei meinem Mann akutell aussieht.
Es sollte aussehen wie eine Bienenwabe. Es hat aber wie ein Kopfsteinpflaster ausgeschaut :o