Autor Thema: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?  (Gelesen 20947 mal)

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Offline Tina

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #120 am: 06.10.18, 11:00 »
Ich möchte auch mal nicht in so eine Wohnanlage, mit so viel Gemeinschaft. Solange ich noch fit bin, könnte ich mir betreutes Wohnen vorstellen, wenn es nicht mehr geht, ins Heim, aber nur im Einzelzimmer.
Was ich nicht möchte, meine Kinder und Schwiegerkinder belasten und nerven, ich hab das jetzt mit SM, nein das möchte ich nicht. Und ich bitte den lieben Gott darum, das ich das später auch noch weiß.

Offline mary

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #121 am: 06.10.18, 11:12 »
@Marianne,
ich hab eine  Zeit eine Frau im Heim besucht, die wohnte auch mit einer anderen Frau in einem Doppelzimmer. Hab mich oft gefragt wie sie das aushält, naja, sie hat es nicht so überaus lange  ausgehalten. :'(
Jeder ist verschieden, aber so ein wenig kommen mir Heime wie die Bahnhofswartehallen auf die weitere Reise vor- es ist schön, dass die Lebenserwartung immer höher wird- aber bei der Lebensqualität bzw. dem würdigen Älter werden, naja, da sehe ich so manches nicht gerade erbauliches.
Hab heute beim Einkaufen eine Frau getroffen, die nicht mehr selbst mit dem Auto fahren kann, Mann ist bereits gestorben, jetzt haben sie noch ihre Katze zusammengefahren, die Kinder sind irgendwo in der Welt- Familien haben  heute oft  nicht mehr viel Zusammenhalt. Enkelkinder gibt es keine.
ihre einzige Freude ist ihr wirklich bewundernswerter Garten- sie hat gemeint, wenn sie den nicht mehr machen kann, dann möchte sie gerne einen Freifahrtschein für die Ewigkeit. Sie konnte mit mir nach Hause fahren, sie meinte, den Weg zum Haus würde sie schon nach schaffen, aber die schwere Einkaufstasche- das mache ihr Beschwerden.
Ich kann mir vorstellen, die Einsamkeit im Alter muss jemand schon verkraften, da ist vielleicht so eine Wohnung in einer betreuten Wohnanlage besser- obwohl, ich hab neulich mit einer Tochter gesprochen, wo die Eltern jetzt im betreuten Wohnen leben- sie meinte, für ihre Eltern wären diese vielen Vorschriften und so ein paar Querulanten fast wie ein Sargnagel.
Kommt vermutlich immer auf die Menschen und Charaktäre an.
Mir ist heute der Buchtitel von Blacky Fuchsberger in den Sinn gekommen- alt werden ist nichts für Feiglinge.


« Letzte Änderung: 06.10.18, 11:18 von mary »

Online frankenpower41

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #122 am: 06.10.18, 11:29 »
Es kommt ja immer drauf an wie man gesundheitlich beisammen ist.
Wir haben im Nachbarort eine Frau, die ist 93 (?), lebt noch immer allein in ihrem Haus.
Kinder schauen nach dem Rechten, die wohnen alle einige Kilometer weg.
Wenn es so läuft, dann ist es doch gut.  Auch bei meiner SM denke ich oft, wenn es mir mal so gehen wird wie ihr, dann wäre ich wunschlos glücklich. Sie kriegt (auch wenn es manchmal nervt) noch vieles mit und nimmt so halbwegs am Familienleben teil, ist geistig und auch gesundheitlich fit (auch wenn sie das manchmal anders sieht) mit ihren fast 90 Jahren und lebt seit ihrer Geburt in diesem Haus. Kann noch raus usw.
Man weiß nie was kommt.  Auch meine Eltern leben auf ihrem Hof (gehört zwar Bruder), ich denke immer andersow würde mein Vater nicht mehr lange leben.  Wenn die Umgebung dazu passt wo Nachbarn auch tagsüber welche daheim sind.  Ich möchte auch  (mein Mann meint ja immer mal wieder wenn er Differenzen mit Sohn hat anders) wenn es einigermaßen geht, hier alt werden. Andererseits denke ich auch, dass wenn ich alt bin es hier anders aussieht als jetzt.
Da kann es dann schon Problem sein, dass wir so abseits wohnen.
.
Mit fremder Person in einem Zimmer, das wäre für mich unvorstellbar. Aber das kommt dann ja auch auf den geistigen Zustand an. Menche Entscheidung kommt auch darauf an ob der Partner noch lebt und auch gesund ist.
gut, dass wir nicht wissen was noch alles kommen kann.
« Letzte Änderung: 06.10.18, 11:34 von frankenpower41 »

Offline gammi

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #123 am: 06.10.18, 13:42 »
Ich würde so eine Wohnanlage so bauen, dass jeder seine eigene Wohnung hat und es für die gemeinsamen Essen usw. eine große Gemeinschaftsküche und gemeinsam genutzte Räume gibt, wo man mit allen Leuten essen kann.
[/quote

Das war eigentlich auch mein Gedanke. Das mit dem großen Esszimmer in jeder Wohnung fand ich irgendwie komisch.

Offline maggie

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #124 am: 06.10.18, 15:20 »
Er gilt als Pionier in der Entstehungsgeschichte sog. Alters-WGs.  Er war noch keine 50 als er mit seiner Frau nach längeren Planungen zusammen mit 8 anderen Freunden im selben Alter (und ähnlich "gestrickt") in ein größeres altes Haus zog,  das nach aufwändigen Renovierungs- und Umbauarbeiten 7 Wohnungen bot.  Dort wohnt der Stamm der Bewohner nun seit bald 30 Jahren  miteinander- Herr Scherf wird 80 dieser Tage !
Es ging ihnen um eine Art Ersatzfamilie,  da bei den meisten die Situation war,  dass die Kinder erwachsen geworden waren und "das Weite gesucht haben".    So ist relativ viel Gemeinsamkeit vorgesehen.    Die Mahlzeiten werden recht oft miteinander eingenommen als WG und  v.a auch wenn irgendwelche Gäste da sind.

Grundsätzlich finde ich die Idee klasse, könnte mir aber vorstellen, dass es schwierig ist, passende Mitbewohner zu finden.
Wenn ich mir die Marotten von mir und anderen Menschen so anschaue, weiß ich nicht, ob ich auf Dauer so eng mit anderen wohnen möchte.

da schliesse ich mich an,
da investiere ich lieber in eine kleine Wohnung mitten im Dorf - die jetzt im bau ist - kann noch vermietet werden (und wir haben oft junge leute die eine kleine Wohnung - 2,5 zi oder so - möchten, aber das gab es bis jetzt im Dorf zu wenig) -
es sind keine Altenwohnungen die gebaut werden -
sondern - altersgerecht - mit lift, das ist das wichtigste finde ich

denn wir werden diese Wohnung erst nutzen wenn wir mal nicht mehr motorisiert sind ... - was hoffentlich noch lange dauert   ::)

für s essen ist gegenüber das Gasthaus, das bis dann hoffentlich noch in betrieb ist, sonst wäre der öv nicht weit und im nachbarort hat es auch noch einige wo man essen könnte -
muss ja nicht für jeden tag sein -
« Letzte Änderung: 06.10.18, 15:22 von maggie »

Offline maggie

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #125 am: 06.10.18, 15:24 »
So wie ich anderswo gelesen habe, werden neue Heime nur noch mit Einzelzimmern genehmigt.

So ein DZ kann ja auch gut sein, wenn man sich mit dem Zimmerpartner versteht, aber das muss wirklich passen.

bei uns werden auch nur noch Einzelzimmer gebaut

Offline maggie

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #126 am: 06.10.18, 15:26 »
Ich möchte auch mal nicht in so eine Wohnanlage, mit so viel Gemeinschaft. Solange ich noch fit bin, könnte ich mir betreutes Wohnen vorstellen, wenn es nicht mehr geht, ins Heim, aber nur im Einzelzimmer.
Was ich nicht möchte, meine Kinder und Schwiegerkinder belasten und nerven, ich hab das jetzt mit SM, nein das möchte ich nicht. Und ich bitte den lieben Gott darum, das ich das später auch noch weiß.

ich sage oft, ich weiss dass ich ins Altenheim muss, wenn es zu hause nicht mehr geht -
nur - die frage wird sein - finden meine kinder und ich den selben Zeitpunkt als den idealen/nötigen  ::)

Offline maggie

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #127 am: 06.10.18, 15:30 »
Ich würde so eine Wohnanlage so bauen, dass jeder seine eigene Wohnung hat und es für die gemeinsamen Essen usw. eine große Gemeinschaftsküche und gemeinsam genutzte Räume gibt, wo man mit allen Leuten essen kann.
[/quote

Das war eigentlich auch mein Gedanke. Das mit dem großen Esszimmer in jeder Wohnung fand ich irgendwie komisch.

ich habe von so einer anlage gehört, wo jede Wohnung nur eine kleine küche hat und dazu kommt eine grosse Gemeinschaftsküche mit Esstisch, das fände ich auch viel angenhemer
was soll ich mit so einem grossen Esstisch, wenn ich meist zu zweit oder gar allein bin !

Offline annelie

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #128 am: 06.10.18, 16:30 »

@annelie, der Unterschied ist wohl auch, ob man für jemand anderen solche Überlegungen anstellen muss- oder für das eigene würdige Altern?

Wenn man sich für das eigene würdige Altern nicht schon frühzeitig Gedanken macht, dann müssen sich irgendwann andere Gedanken drüber machen.
Ich ziehe es vor mir selber Gedanken drüber zu machen und versuchen einen machbaren Weg zu finden, dazu muß ich mich selber fragen was möchte ich und was ist realistisch und machbar. Dann kann ich hoffentlich selber für mich die Entscheidung treffen.

Neulich war ich mit einigen Mütter die ich aus Kiga und Grundschule kenne essen, alle so +/- 50ig. Unsere Kinder sind mittlerweile auf dem Weg aus dem Elternhaus. Die überlegen auch, was machen wir....
Einige werden wegziehen, in Gegenden von Bayern wo die Mieten und die Lebenshaltung günstiger sind und eine gute Infrastruktur ist. Ihre Häuser sind ohne Kinder zu groß geworden. Manche möchten ihren Kindern die Häuser überlassen, den bei uns ist es sehr schwierig für junge Leute/Familien zu bauen, bzw. bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Offline goldbach

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #129 am: 24.02.19, 14:30 »
Ich besuchte für ein paar Tage meine Schwester in Berlin.
Sie lebt allein und ihre Wohnung ist wirklich klein, so dass ich mich in ein günstiges Hotel in ihrer Nähe einquartierte.
Beim Frühstück fiel mir eine alte Frau auf, die sich ein wenig seltsam benahm, ständig vor sich hinbrabbelte aber nicht böse gegenüber den anderen Frühstücksgästen war.
Insgesamt seltsam, aber gepflegt.
Am letzten Tag fragte ich eine Frau des Personals,  ob die Frau Gast sei.
Ja, sagte sie, diese Frau ist eine alte Professorin, sie lebt seit 3 Jahren im Hotel. Sie ist über 80 Jahre.
Eigentlich war sie nur vorübergehend einquartiert, denn sie sollte in ein Seniorenheim. Weil aber da kein Platz zur Verfügung stand und die Wohnung der alten Dame bereits aufgelöst wurde - ging sie kurzerhand in das Hotel.
Die Tochter der alten Dame möchte ihre Mutter gerne ins Heim geben, aber die alte Dame weigert sich vehement!
Ihr gefällt es im Hotel, sie will bleiben. 
Der Hotelbesitzer ist auch damit einverstanden. Sie zahle weniger für das Zimmer, weil die Wäsche nur  1 x / Woche gewechselt wird.
Frühstücken tut sie im Hotel, mittags geht sie in einen nahegelegenen Kinderhort zum essen (!) denn dort gibt es all das, was sie gerne isst.  Günstig ist es obendrein!
Abendessen quasi aus der Hand im Hotel, es gibt dort keine "richtige" Küche.
Seit Januar kommt eine amulante Betreuerin zweimal in der Woche und kümmert sich um die Körperpflege der alten Dame.

Ist doch auch nicht verkehrt - altern im Hotel. 
...wenn man das mag.  Für mich käme es nicht in Frage!
 

Offline Steinbock

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Re: In Würde altern... aber wo? Zuhause? Heim?
« Antwort #130 am: 17.03.19, 16:16 »
@Goldbach

Sehr interessant, was Du von Deinem Berlin-Besuch erzählst.
Sie kann es sich leisten und gut ist's.