Autor Thema: Betriebliche Überlastung plus Generationskonflikt  (Gelesen 24214 mal)

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Offline hosta

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Re: Hofnachfolger - Probleme mit "dem Alten"
« Antwort #30 am: 14.05.18, 11:00 »
Da sieht man wieder mal die unterschiedlichen Gegenden.
Ich hab mir bei dem Alten auch nichts gedacht. Ich kenn die Bezeichnung auch.  Früher wurde sie ganz oft verwendet.
Und es war überhaupt nicht respektlos gemeint. Die Leute wurden sogar sehr respektiert Und es war nicht nur die Familie.
Ein ganz typischer Satz an den ich mich erinnere
Wo is denn dien Olln.Bestimmt falsch geschrieben. Wo ist denn Dein Alter. So wurde der Sohn nach seinem Vater gefragt.
Herzlichst hosta

Online ANNALENA

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Re: Hofnachfolger - Probleme mit "dem Alten"
« Antwort #31 am: 14.05.18, 11:03 »
Altenteiler, ist doch auch ein ganz normaler Ausdruck, oder?

Offline Landpflanze1990Topic starter

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Re: Hofnachfolger - Probleme mit "dem Alten"
« Antwort #32 am: 14.05.18, 11:04 »
liebe landpflanze,
ich wünsche dir viel erfolg bei der Einführung von mehr Freizeit -

wird schwer...

entschuldige, aber was ist das für ein betrieb wo immer solange gearbeitet wird ...-
wir hatten mit den Milchkühen auch nicht viel  Freizeit, aber soetwas hätte ich nicht geduldet -

Es ist alles ziemlich runtergewirtschaftet. Die meisten ungenutzten Gebäude verfallen langsam, dazu kommt noch, dass er auf drei unterschiedlichen Hofstellen wirtschaftet ( der Nachbarhof wurde damals von seinem Vater aufgekauft und der Hof von seinem Onkel.) Auch der Hof von seinem Onkel ist stark verfallen. Ich vergleiche es immer so: Andere pflastern eine Hofeinfahrt er halt 3. Wobei der Nachbarhof jetzt an seinen Bruder abgegeben wurde (Bedingung der Bank) und er dort nur noch die Ställe nutzen darf.

wie wird das denn aussehen wenn ihr mal eine fam. habt ?, werden auch dann immer alle zusammen draussen "hocken" .....
Hier ist der O-Ton: die werden schon groß, die laufen mit
wie weit weg ist deine Wohnung vom betrieb ?, die Wohnung ist 8 KM entferntich würde einfach druck aufsetzen indem du ihn während der Woche nicht so oft besuchst, und ihm klarmachst, dass du wegen ihm hieher gezogen bist und nicht wegen seiner fam., also dass du die zeit mit ihm verbringen willst -
warum soll er bei den Eltern in der küche hocken, er kann doch dann auch zu dir kommen, aber nicht erst um mitternacht, das musst du ihm schon klar machen ..... dann kommt immer folgender Spruch: Das ist unser Projekt und das müssen wir auch gemeinsam durchziehen (ich bin mir momentan aber nicht so sicher, ob ich dieses "Projekt" durchhalte. Ich komme nicht aus der Landwirtschaft, für mich sind diese langen Arbeitstage und dieses Chaos das dort herrscht manchmal echt zu viel

hat er nie auswärts gearbeitet nein, nur 3 Jahre Groß und Außenhandel gelernt, aber nebenbei immer mitgearbeitet, auf einem andern Hof oder in einem andern "beruf"?, da gibt es dann immer die grössten Probleme,
Mama hat sich ihren sohn oft so erzogen dass er macht was sie will (bei meinem hat das leider nicht geklappt, er hat den selben dicken Schädel wie seine frau Mama ...!! - der hätte mir schon öfters (oder noch mehr) was gehustet wenn ich ihm solche "Vorschriften" gemacht hätte  ::) die Mutter ist eine Herzensgute Person und hat sich selbst schon fast ins Grab gearbeitet. Sie ist sehr verbraucht und hat in ihrem Leben wohl für mehr als eine Person die Arbeit gemacht und nebenbei noch 6 Kinder geboren und großgezogen

Offline martina-s

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Re: Hofnachfolger - Probleme mit "dem Alten"
« Antwort #33 am: 14.05.18, 12:54 »
Hallo,
also das mit den langen Arbeitszeiten das kenne ich auch. Ist eine einzige Tretmühle.
Meist (zumindest ist das hier so) handelt es sich dabei aber um unorganisiertes Arbeiten ohne Strategie und System.

Ich könnte mich da auch tierisch darüber aufregen.

Meine Arbeiten hab ich nun ziemlich organisiert und ich arbeite stark nach Schema um auch fertig zu werden. Ich habe sehr viele Dinge übernommen die, wenn sie mein Mann erledigt zu lange dauern würden.

Wenn ich früher versucht habe die Arbeit aufzuteilen, dass jedem in etwa gleich viel trifft, war ich am Ende immer die Betrogene. Ich war mit meinen Sachen fertig und mein Mann hampelte immer noch bei seinen Dingen rum.

Ich hab dann mal umgestellt. Ich hab dann das Waschen des Melkstandes übernommen und er die Kälber gemacht. Dann konnte ich keine Eimer waschen, lange nachdem ich den Melkstand und alles sauber hatte.

Inzwischen mache ich meine Kälber selber wieder, den Melkstand ohnehin um hinterher dann auch die Dinge alle spülen zu können und den Arbeitsplatz sauber zu verlassen.

Ich schimpfe schon immer mit ihm weil er immer drei schritte nach vorne macht und zwei zurück, mich kontrolliert... und am Ende seine Dinge auch vergisst.

So kommt es auch, dass er mit Füttern abends einfach nicht fertig wird. Er braucht für Arbeiten die andere in einer Stunde ordentlich erledigt haben 2,5 Stunden. Und da bin ich nicht direkt begeistert weil ich mir korrekte Erledigung anders vorstelle. Bei mir lägen die Sandsäcke schon gleich gestapelt bevor ich die dann bei Silagebeinn wieder aus allen Ecken und verschmutzt holen muss.

Nur so als Beispiel. Das schafft alles doppelt Arbeit, wie wenn man es gleich ordentlich macht.

Beobachte genau ob das bei Deinem Freund sich ähnlich verhält. Du verzweifelst sonst u. U. Also bei uns ist das immer Streitpunkt.
Mein Mann sieht das aber nicht so. Der hat anderen Ordnungssinn wie ich.
Nur am Ende wenn dann alles ordentlich sein soll, dann müsste ich wieder herhalten. Mache ich aber inzwischen nimmer. So zieht sich halt seine Arbeit endlos.
Nur für die Zukunft.... da braucht man schon sehr viel Liebe zu einem Mann wenn man das als Frau kompensieren muss/ soll

Liebe Grüße
Martina

Offline Landpflanze1990Topic starter

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Re: Hofnachfolger - Probleme mit "dem Alten"
« Antwort #34 am: 14.05.18, 13:23 »
Hallo,
also das mit den langen Arbeitszeiten das kenne ich auch. Ist eine einzige Tretmühle.
Meist (zumindest ist das hier so) handelt es sich dabei aber um unorganisiertes Arbeiten ohne Strategie und System.

Ich könnte mich da auch tierisch darüber aufregen.

Meine Arbeiten hab ich nun ziemlich organisiert und ich arbeite stark nach Schema um auch fertig zu werden. Ich habe sehr viele Dinge übernommen die, wenn sie mein Mann erledigt zu lange dauern würden.

Wenn ich früher versucht habe die Arbeit aufzuteilen, dass jedem in etwa gleich viel trifft, war ich am Ende immer die Betrogene. Ich war mit meinen Sachen fertig und mein Mann hampelte immer noch bei seinen Dingen rum.

Ich hab dann mal umgestellt. Ich hab dann das Waschen des Melkstandes übernommen und er die Kälber gemacht. Dann konnte ich keine Eimer waschen, lange nachdem ich den Melkstand und alles sauber hatte.

Inzwischen mache ich meine Kälber selber wieder, den Melkstand ohnehin um hinterher dann auch die Dinge alle spülen zu können und den Arbeitsplatz sauber zu verlassen.

Ich schimpfe schon immer mit ihm weil er immer drei schritte nach vorne macht und zwei zurück, mich kontrolliert... und am Ende seine Dinge auch vergisst.

So kommt es auch, dass er mit Füttern abends einfach nicht fertig wird. Er braucht für Arbeiten die andere in einer Stunde ordentlich erledigt haben 2,5 Stunden. Und da bin ich nicht direkt begeistert weil ich mir korrekte Erledigung anders vorstelle. Bei mir lägen die Sandsäcke schon gleich gestapelt bevor ich die dann bei Silagebeinn wieder aus allen Ecken und verschmutzt holen muss.

Nur so als Beispiel. Das schafft alles doppelt Arbeit, wie wenn man es gleich ordentlich macht.

Beobachte genau ob das bei Deinem Freund sich ähnlich verhält. Du verzweifelst sonst u. U. Also bei uns ist das immer Streitpunkt.
Mein Mann sieht das aber nicht so. Der hat anderen Ordnungssinn wie ich.
Nur am Ende wenn dann alles ordentlich sein soll, dann müsste ich wieder herhalten. Mache ich aber inzwischen nimmer. So zieht sich halt seine Arbeit endlos.
Nur für die Zukunft.... da braucht man schon sehr viel Liebe zu einem Mann wenn man das als Frau kompensieren muss/ soll

Du triffst den Nagel auf den Kopf, genauso ist es.
Ich kriege den Melkstand auch schneller sauber als er. Er tüddelt hier, macht nix fertig, dann tüddelt er dort. Das ist manchmal echt anstrengend. Noch anstrengender ist es, ihm die Kühe reinzutreiben, dann soll die nicht auf die Seite und die andere auch nicht auf die andere Seite. Die Trockensteher (die manchmal noch mit im Stall sind) sollen gar nicht erst in den Stand. Dann werden da minutenlang die Kühe "sortiert" ... es wäre so viel schneller die einfach wie gewohnt mitlaufen zu lassen und einfach nicht anzusetzen.

Es wurde ihm aber auch nicht so vorgelebt. Von Büroarbeit ganz zuschweigen...

Online frankenpower41

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Re: Hofnachfolger - Probleme mit "dem Alten"
« Antwort #35 am: 14.05.18, 14:01 »
oh, an was erinnert mich das.  >:( ::) Wir sind zwar Abends im Regelfall um 20 Uhr fertig,  je nachdem wer alles hier ist zur Stallarbeit, manchmal auch schon viel frühe,  aber manche Organisation bringt mich (und vor allen auch Sohn) auch auf die Palme. Mit zunehmenden Alter wird mein Mann auch immer umständlicher.
Außenarbeiten  macht größtenteils nur noch Sohn. Der kommt zwar Morgens nicht so schnell aus den Federn aber Abends macht er auch lange.  Seit er wieder solo ist, erst recht.  Wenn er aber was vor hat, dann lässt er auch mal was liegen (was dann notgedrungen wir machen) und haut ab.  Das ist aber auch irgendwie das Recht der Jugend.

Offline Landpflanze1990Topic starter

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Re: Hofnachfolger - Probleme mit "dem Alten"
« Antwort #36 am: 14.05.18, 14:16 »
Ich will ja nicht zu sehr meckern...

wir haben ja jetzt seit einem Monat einen Angestellten, der in der Woche jeden Abend kommt und alle 14 Tage am Samstagmorgen. Seitdem er da ist, gibts immerhin regelmäßige Melkzeiten. Als ich meinen Freund kennen gelernt habe, haben seine Eltern auch noch ganz alleine gemolken, aber zu Zeiten... mal morgens um 11 Uhr und nachts um 23 Uhr.. oder endlos geschoben.

Ich meine es fruchtet auch, ich schlage ordentlich Rabatz und dann kann man plötzlich jemanden einstellen...

Obwohl... jetzt wird ständig über den Melker geschimpft... die Kuh ist wieder nicht richtig ausgemolken... die Kälbermilch ist nicht warm... da stößt er aber bei mir auf taube Ohren...



Offline Erika

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Re: Hofnachfolger - Probleme mit "dem Alten"
« Antwort #37 am: 14.05.18, 15:44 »
Oh Martina, das mit den Sandsäcken, das kenne ich auch. Bei uns wurde am Samstag die Silage fertig abgedeckt und die Säcke sind immer teilweise zerstreut. Warum nicht gleich auf Paletten laden, von mir aus auch mehrere verteilt, aber nicht irgendwann unter höherem Gras die Dinger suchen und rausziehen müssen  ::) 

Wir haben hier auch ziemlich unterschiedliche Arbeitsweisen. Ich kann nicht verstehen, wenn man eine Ecke komplett aufgeräumt und sauber hat, das man die sofort wieder nutzt, um allen *Mist* abzuladen, nur weil der Platz sich dann wieder anbietet. Da platzt mir oft der Kragen. Göga lächelt drüber, er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen ... und diese Ruhe, die ist manchmal auch wieder zu beneiden  ;D

Offline gina67

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Re: Hofnachfolger - Probleme mit "dem Alten"
« Antwort #38 am: 14.05.18, 15:51 »
Hallo
wir haben meistens zwischen 18 und 18.30 Uhr Feierabend, klar bei Arbeitsspitzen nicht. Wir sind zu dritt. Mein Sohn und ich melken 130 Kühe im Doppel 8er Fischgrätenmelkstand und füttern die Kälber. Danach noch Melkstand sauber machen. Mein Mann füttert in der Zeit alle Tiere, an 2 Standorten, streut ein und schiebt noch mal ran. Wir fangen um16 Uhr an zu melken.
Natürlich kann man sich auch verzetteln, passiert Göga oft genug oder es kommen Zeiträuber während der Stallzeit, die würde ich konsequent wegschicken. Aber das machen die Männer nicht.

Wenn der Angestellte nicht korrekt arbeitet, ist das sehr wohl ein Grund zu meckern. Eine Kuh die nicht ausgemolken wird, kann eine Euterentzündung bekommen, das kostet Zeit und Geld. Genauso verhält es sich bei der Kälbermilch, die muss warm sein oder eben angesäuert getränkt werden.
Da wäre ich echt sauer, wenn ich einen Mitarbeiter hätte und der würde schlampig arbeiten.

LG Gina
 
 

Offline gina67

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Re: Hofnachfolger - Probleme mit "dem Alten"
« Antwort #39 am: 14.05.18, 15:53 »
Da sind meine Männer zum Glück anders, wenn die "Zudeckmannschaft" beim silieren kommt, muss alles bereit liegen, sonst gibt's mecker. Das sind Freunde von meinem Sohn, die Blöße würde er sich nie geben, dass nicht alles parat ist, wenn die kommen.
Die Säcke liegen jetzt schon auf Paletten neben der Platte, silieren wollen wir am Donnerstag.

LG Gina

P.S. dafür habe ich hier jemanden anderes der alles vollmüllt, aber das ist ein anderes Thema.

Offline geli.G

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Re: Hofnachfolger - Probleme mit "dem Alten"
« Antwort #40 am: 14.05.18, 19:48 »
Es wurde ihm aber auch nicht so vorgelebt. Von Büroarbeit ganz zuschweigen...

Wenn er Groß- und Außenhandel gelernt hat, müsste doch wenigstens die Büroarbeit seines sein... :-\

Ich könnte mit solchen Zuständen nicht leben, da bin ich mir ganz sicher.
Wir sind auch zwischen 18 Uhr und 18 Uhr 30 fertig, da muss man aber auch morgens raus. Ausnahmen gibts immer  ;)
Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben.
Viele Grüße von Geli

Offline saba

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Re: Hofnachfolger - Probleme mit "dem Alten"
« Antwort #41 am: 14.05.18, 20:44 »
Zitat
Nur für die Zukunft.... da braucht man schon sehr viel Liebe zu einem Mann wenn man das als Frau kompensieren muss/ soll

Landpflanze, mir liegt es fern, hier etwas herbeizureden, jedoch das obige Zitat sollst du dir zu Herzen nehmen.
Dein Freund hat diese "schludrige" Arbeitsweise schon verinnerlicht, Privatleben oder Arbeitsfrei offensichtlich nicht wichtig.
Das muss er schleunigst ändern. Du  möchtest dich doch auch wohlfühlen mit und bei ihm.
Entschuldige meine offenen Worte.
Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück!

Offline gammi

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Re: Hofnachfolger - Probleme mit "dem Alten"
« Antwort #42 am: 14.05.18, 20:58 »

Das muss er schleunigst ändern.

Vermutlich kann er sich aber gar nicht ändern, weil es sein Wesen ist.
Enjoy the little things

Offline Landpflanze1990Topic starter

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Re: Hofnachfolger - Probleme mit "dem Alten"
« Antwort #43 am: 15.05.18, 08:12 »
Hallo
wir haben meistens zwischen 18 und 18.30 Uhr Feierabend, klar bei Arbeitsspitzen nicht. Wir sind zu dritt. Mein Sohn und ich melken 130 Kühe im Doppel 8er Fischgrätenmelkstand und füttern die Kälber. Danach noch Melkstand sauber machen. Mein Mann füttert in der Zeit alle Tiere, an 2 Standorten, streut ein und schiebt noch mal ran. Wir fangen um16 Uhr an zu melken.
Natürlich kann man sich auch verzetteln, passiert Göga oft genug oder es kommen Zeiträuber während der Stallzeit, die würde ich konsequent wegschicken. Aber das machen die Männer nicht.

Wenn der Angestellte nicht korrekt arbeitet, ist das sehr wohl ein Grund zu meckern. Eine Kuh die nicht ausgemolken wird, kann eine Euterentzündung bekommen, das kostet Zeit und Geld. Genauso verhält es sich bei der Kälbermilch, die muss warm sein oder eben angesäuert getränkt werden.
Da wäre ich echt sauer, wenn ich einen Mitarbeiter hätte und der würde schlampig arbeiten.

LG Gina

[q]


Es wurde ihm aber auch nicht so vorgelebt. Von Büroarbeit ganz zuschweigen...

Wenn er Groß- und Außenhandel gelernt hat, müsste doch wenigstens die Büroarbeit seines sein... :-\

Ich könnte mit solchen Zuständen nicht leben, da bin ich mir ganz sicher.
Wir sind auch zwischen 18 Uhr und 18 Uhr 30 fertig, da muss man aber auch morgens raus. Ausnahmen gibts immer  ;)



Oh Martina, das mit den Sandsäcken, das kenne ich auch. Bei uns wurde am Samstag die Silage fertig abgedeckt und die Säcke sind immer teilweise zerstreut. Warum nicht gleich auf Paletten laden, von mir aus auch mehrere verteilt, aber nicht irgendwann unter höherem Gras die Dinger suchen und rausziehen müssen  ::) 

Wir haben hier auch ziemlich unterschiedliche Arbeitsweisen. Ich kann nicht verstehen, wenn man eine Ecke komplett aufgeräumt und sauber hat, das man die sofort wieder nutzt, um allen *Mist* abzuladen, nur weil der Platz sich dann wieder anbietet. Da platzt mir oft der Kragen. Göga lächelt drüber, er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen ... und diese Ruhe, die ist manchmal auch wieder zu beneiden  ;D

Das mit den ollen Sandsäcken kenne ich auch zu genüge...

Von einer solchen Arbeitsteilung könnte ich nur Träumen...
Naja, das Ding ist auch einfach, dass es hier in der Umgebung echt fast unmöglich ist, Angestellte zu finden. Hier herrscht Vollbeschäftigung.
Jetzt haben wir einen gefunden, der sogar schon einmal gemolken hat. Aber sicherlich kein Profi ist/war.
Im ersten Monat hat er zusammen mit der Mutter meines Freundes gemolken, allerdings hat die ganze Familie das nicht so mit dem erklären. Aber irgendwie haben die sich zusammengerauft und es hat echt gut geklappt. SM hat die Arbeiten etwas überwacht und er hat die körperlichen Tätigkeiten gemacht. Waren zusammen ein gutes Team. Dann ist ja der Vorfall im Kuhstall passtiert und SM liegt seitdem im KH. Von heute auf Morgen stand unser Melker alleine da. Ich bin dabei auch keine große Hilfe. Ich kann vielleicht Kühe zusammen treiben oder Euter sauber machen. Aber ein Profi bin ich schon lange nicht.

Das am Anfang vielleicht der eine oder andere Fehler passiert, kann ihm wohl keiner verübeln. Ich habe meinem Freund dann auch gesagt, dass er doch einmal mit ihm zusammen melken soll und alle "Spezialkühe" , die extra auf manuell gesetzt werden müssen, da sie sonst nicht ausgemolken werden, aufschreiben soll.

O-Ton: Ich hab doch jetzt keinen der melkt, wenn ich selbst daneben stehen muss. Dann ruht er sich nur aus. Aufschreiben bringt nix, dass muss er fühlen!

Natürlich muss er das fühlen, aber es wäre eine anfängliche Hilfe. Für mich jedenfalls.
Er soll, während er melkt schonmal den Tauchsieder in die Eimer stellen, nicht tränken. Das hat er jetzt einmal vergessen. Für mich kein Drama, für meinen Freund der halbe Weltuntergang :D

Es wurde ihm aber auch nicht so vorgelebt. Von Büroarbeit ganz zuschweigen...

Wenn er Groß- und Außenhandel gelernt hat, müsste doch wenigstens die Büroarbeit seines sein... :-\

Ich könnte mit solchen Zuständen nicht leben, da bin ich mir ganz sicher.
Wir sind auch zwischen 18 Uhr und 18 Uhr 30 fertig, da muss man aber auch morgens raus. Ausnahmen gibts immer  ;)



Natürlich gibt es Ausnahmen, aber wenn die Ausnahmen wirklich die Regel sind.
Gestern auch wieder. Abendessen 23.11 Uhr... und ich hab die Kälber schon getränkt.
Büro ist gar nicht seins. Er hatte auch erst Landwirt angefangen zu lernen, das hat ihm da aber nicht gefallen, dann ist er einfach ins Büro, weil er da gut verdient hat und viel frei hatte, um auf dem Betrieb zu helfen...


Das muss er schleunigst ändern.

Vermutlich kann er sich aber gar nicht ändern, weil es sein Wesen ist.

Ich sag ja, wird schwer. Dabei haben ihm die Tage, wenn er mich früher mal zu Hause besucht hat (als wir noch Fernbeziehung hatten) so gut getan. Er war ein ganz anderer Mensch.
Einmal hatte er sogar einen Betriebshelfer, da ein eine OP hatte. Dort hat er mich sogar mal 5 Tage im Urlaub besucht. In Sankt Peter Ording. Das tat ihm auch so gut.

Online frankenpower41

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Re: Hofnachfolger - Probleme mit "dem Alten"
« Antwort #44 am: 15.05.18, 08:44 »
Hallo Landpflanze.

Dein Freund hat doch bestimmt landwirtschaftliche Ausbildung und war in der Schule mit Gleichaltrigen zusammen.
So alt kann er auch noch nicht sein. Deinem Nick nach zu schließen bist Du Jahrgang 1990  (wie unsere Tochter). er wird dann vermutlich altersmäßig auch nicht schon über 50 sein.  In dem Alter, wenn man seinen Trott jahrzehntelang hat, kann ich manches ja nachvollziehen. So kommt er mir nach Deinen Schilderungen wenig flexibel vor.
Wie stellt der sich das langfristig vor. Irgendwann fallen Eltern ganz aus, dann muss er was ändern. Kein Mitarbeiter macht diese Zeiten mit und wenn ihr mal Familie haben solltet, ist es mir ein Rätsel wie da der Alltag mit Kindern aussehen soll.  Ich hoff ja für Dich dass sich was ändert, aber sehr viel Bereitschaft kommt in meinen Augen von ihm nicht.