Autor Thema: Minimalismus - Weniger ist mehr!?  (Gelesen 15899 mal)

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Offline reserlTopic starter

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Minimalismus - Weniger ist mehr!?
« am: 17.06.17, 12:46 »

Ich hab mir schon länger überlegt, mal eine Box zum Thema "Minimalismus" aufzumachen.
Bisher ist es daran gescheitert, dass ich irgendwie nicht recht wusste...wie ich anfange. 8) 8)

Jetzt fang ich einfach an. ;D

Das Thema "Entrümpeln/Ausmisten" beschäftigt mich schon Jahre. :-X
Bei uns auf dem Dachboden und in diversen Nebengebäuden hat sich über die Jahre viel Sammelsurium angesammelt.
Durch den Tod der Eltern und einer Tante meines Mannes kam auch noch die Haushaltsauflösung von zwei Haushalten auf dem Hof dazu. :-[

Irgendwie hatte ich das Gefühl, dem ganzen nicht mehr Herr zu werden. :-[
Dann habe ich im letzten Jahr damit begonnen, Blogs und Videos zum Thema Minimalismus anzuschauen.
Dort habe ich für mich viel wertvollen und brauchbaren "Input" gefunden.

Es geht nicht nur darum, altes überflüssiges Zeugs loszuwerden sondern vor allem darauf zu achten, welchen (materiellen) Dingen man künftig Raum in seinem Leben gibt. ;)


Wer von Euch interessiert sich auch für dieses Thema?  8)
lieben Gruß
Reserl



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Offline goldbach

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Re: Minimalismus - Weniger ist mehr!?
« Antwort #1 am: 17.06.17, 13:13 »
Klasse Thema!
Mit dem "haben-müssen" und "benötigen" beschäftige ich mich seit Jahren.
Was braucht man wirklich und was möchte man gerne haben.
Ich z.B. weigere mich, ein Smartphone anzuschaffen. Bislang konnte ich mich erfolgreich wehren.
Grund: bis jetzt bin ich 60 Jahre ohne ausgekommen!!! Abgesehen vom hohen Anschaffungspreis.
 
Oder beim Auto: was braucht man wirklich von den Zusatz-Angeboten im Auto:
geht beim Navi los (Alternative: Karten) ;
Klimaanlage für die wenigen wirklich heißen Tage (Alternative Fenster öffnen);
viel PS für die meist wenig gefahrenen km im Jahr (Ausnahme für den beruflichen Zweck);
die vielen kleinen Motoren im Auto: Fensterheber, autom. Kofferraumschließer, Waschanlage für's Licht; elektr. verstellbare Außenspiegel usw.
Natürlich machen diese Einbauten unser Leben bequemer, aber "ohne" ginge es auch.

Wohlwissend, dass ich bei vielen als altbacken gelte... aber ich brauch vieles nicht, was angeboten wird und "man" unbedingt haben muss.


Offline annelie

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Re: Minimalismus - Weniger ist mehr!?
« Antwort #2 am: 17.06.17, 13:25 »
Reserl, ich interessiere mich sehr für das Thema,  nur haperts bei mir sehr an der Umsetzung. In einigen kleinen Bereichen hab ich schon minimale Fortschritte gemacht, so hab ich keine Mikrowelle mehr und mich einem Wasserkocher verweigert, auf dem Induktionskochfeld kocht das Wasser mindestens genauso schnell, außerdem reicht für uns  eine kleine Padkaffeemaschine. Für die Küche überlege ich mir sehr gut, was ich mir zulege, habe auch schon einiges entsorgt.
Unser sehr großes Wohnzimmer ist eher minimalistisch eingerichtet, wichtig sind die 3 bequemen Sofas, als Stauraum hab ich ein altes Buffet von meiner Oma und eine dazu passende Vitrine, das muß reichen, sonst sammelt sich zuviel an unnötigem an. Im Buffet sind hauptsächlich die Gesellschaftsspiele untergebracht, die sind ganz wichtig.  ;)
Manchmal hab ich das Gefühl ich schleppe viel zu viel Balast mit mir rum.

Goldbach, wir fahren bewußt einen Kleinwagen, für unsere momentane Lebenssituation reicht der völlig aus. Kann natürlich sein, dass sich das wieder ändert, man wird ja älter und möchte es bequemer beim Einsteigen.
Vergangenheit ist Geschichte,
Zukunft ist ein Geheimnis
und jeder Augenblick ist ein Geschenk.

Liebe Grüße
Annelie

Offline mary

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Re: Minimalismus - Weniger ist mehr!?
« Antwort #3 am: 17.06.17, 13:48 »
Ja Reserl,
mich interessiert das auch. Mich regt diese Überfülle mehr und mehr auf und ich möchte "einfach leben".
Nur manchmal komme ich mir vor als wäre ich aus der Zeit gefallen oder bei den Steinzeitleuten hängen geblieben.
Was brauche ich wirklich, wirklich, was ist wichtig- und was nicht???????
Habe heute eine alte Spüle vom Dachboden wieder in Funktion gebracht, sieht aus wie neu und ich kann jetzt draussen Gemüse waschen.
Da steht dann wieder die Frage im Raum, was gehört weggeworfen oder entrümpelt und was ist es noch wert, aufgehoben zu werden.
Die uralte Küche von meinen Schwiegereltern stand jahrelang auf dem Dachboden (war eine sehr solide Küche), wir wollten sie eigentlich längst wegwerfen, aber jetzt mit der Imkerei leisten die Möbel  wieder brauchbare Dienste.
Wie oft wir schon wegen unseres Fortbewegunsmittels angesprochen wurden oder warum wir noch immer so ein altmodisches Glotzophon haben- derzeit gehts eh nicht und ich vermisse dieses ganze Gelabere und Bla Bla der Sender keineswegs.
Ich habs auch satt, immer erklären zu müssen, dass wir nicht aus Armut so leben, sondern weil wir es so wollen.

 Beim Kochen möchte ich auf alle Fälle minimalistischer werden, die neuen Rezepte mit ihren gefühlten 50 Zutaten- hab da keine Lust mehr, sie auszuprobieren.
Hat aber noch einen weiteren Vorteil, mit weniger Rezepten ist man gut in der Übung und das Kochen geht leichter von der Hand.
Beim Backen gehts mir ähnlich.
Derzeit gibts Erdbeeren, einen ganz einfachen Biskquitboden und mit Schlagsahne oder Quarkjoghurtcreme - und nach den Erdbeeren kommen die anderen Beeren an die Reihe, dann Frühäpfel, Pflaumen - naja, Zwetschgen wird es dieses Jahr nicht geben.
Ich friere auch nicht mehr soviel ein.

Nur eines beschäftigt mich auch manchmal, wir haben die Wahl, (die Wirtschaft mag sicher nicht allzuviele Minimalisten) das ist was ganz anderes als viele Menschen auf dieser Erde haben, sie müssen oft mir sehr wenig auskommen und dennoch werden  über Smartphone oder Fernseher per Werbung massiv Wünsche geweckt.
Ein Dach über den Kopf, ausreichend zum Anziehen zu haben, nicht mit knurrendem Magen ins Bett gehen und nicht direkt fürchten müssen, dass einem eine Bombe auf den Kopf fällt, trinkbares Wasser aus der Leitung- das ist sehr viel zum Wertschätzen.
Die Frage -  was ist genug?- sie kommt mir immer wieder in den Sinn

@goldbach, naja, als altbacken hab ich dich noch nie erlebt. ;)
« Letzte Änderung: 17.06.17, 14:20 von mary »

Offline reserlTopic starter

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Re: Minimalismus - Weniger ist mehr!?
« Antwort #4 am: 17.06.17, 14:18 »

Danke für Eure Antworten.  :)
Ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns hier über alle Themen rund um den Minimalismus austauschen. :)


Heute früh habe ich unser Auto mit Sperrmüll aus dem Dachboden vollgeladen und zum Recyclinghof gebracht.
Das geschäftige Treiben dort hat mich auch wieder veranlasst...mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.
Ganze Familien sind samstags damit beschäftigt ....den "Wohlstands-"Müll wieder loszuwerden. :-[

Mein Ziel ist es über kurz oder lang unseren Dachboden vollständig von dem ganzen Krempel zu befreien.
Auf dem Dachboden wird das Zeug in der Regel auch nicht besser/schöner. Im Gegenteil.

@Mary: Mag sein...dass man tatsächlich "irgendwann" wieder was brauchen kann.
Aber ich mag nichts mehr für "irgendwann" aufheben. 8)
Trotzdem habe ich aber noch genug Sachen für "irgendwann". ;D


@goldbach: Ich gebe zu, dass ich mein Smartphone inzwischen doch seeeehr vermissen würde. 8)
Mein Mann hat auch immer noch ein altes Handy...inzwischen belächle ich das aber auch nicht mehr....sondern irgendwie habe ich schon auch gewissen "Respekt" davor....dass man sich bewusst dazu entscheidet....bei diesem höher, schneller, weiter  nicht mehr mitzumachen.

@annelie: Das ganze Minimalisieren ist doch auch ein langer Prozess.....das geht nicht von heute auf morgen.
Am besten funktioniert das bisher bei mir in der Küche (Utensilien) und im Kleiderschrank.

Meine Mikrowelle, die vor 2 Jahren streikte....habe ich auch nicht mehr ersetzt. Mir fehlt sie nicht.
Als mein Trockner im letzten Jahr seinen Geist aufgab....konnte ich mir erst gar nicht vorstellen, wie das "ohne" gehen soll.
Inzwischen habe ich seit anderthalb Jahren keinen Trockner mehr und ich vermisse ihn nicht.

Wenn mein Wasserkocher mal kaputt ist...werde ich mir auch keinen mehr anschaffen. Hab ja jetzt auch Induktion. ;)




lieben Gruß
Reserl



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Offline Mathilde

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Re: Minimalismus - Weniger ist mehr!?
« Antwort #5 am: 17.06.17, 14:37 »
Hallo,

Mich fasziniert die Bea Johnson die mittlerweile mit 18 oder 19 Kleidungsstücken auskommt. Die hat den Schmuck verkauft bekommt nur noch Mails, keine Zeitung, Besuch bringt keine Geschenke mehr mit außer Blumen. Haben Auto und Haus verkauft und leben in der Stadt so dass Arbeitsplatz und Schule mit dem Fahrrad zu erreichen sind.
Mich fasziniert diese Frau.
Eigentlich könnte ich unser Kaffee und Tafelservice komplett verhökern und die Gläser gleich dazu. Mal ehrlich für die großen Feierlichkeiten kann man sich das auch mieten.
Bücher gibt es über den BT 😉 Und in der Bibliothek.
Um es auf den Punkt zu bringen täte für mich und meinen Mann ne zwei Zimmer Wohnung 🤔

LG Mathilde

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Marie von Ebner-Eschenbach

Online gammi

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Re: Minimalismus - Weniger ist mehr!?
« Antwort #6 am: 17.06.17, 15:07 »
Spontan fällt mir zu dem Thema ein:

Ich habe bisher sehr minimalistisch gelebt..........................und ich "klotze" jetzt manchmal gerne in bestimmten Bereichen. Und in sehr vielen Bereichen bereue ich den Minimalismus inzwischen immer öfters.
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Offline reserlTopic starter

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Re: Minimalismus - Weniger ist mehr!?
« Antwort #7 am: 17.06.17, 15:17 »

@Mathilde: Von Bea Johnson habe ich mir auch schon Videos auf Youtube angesehen und finde sie sehr inspirierend.
Ihr Vorträge zu "zero waste" finden sehr viel Anklang.

Von "zero waste" (nüll Müll) bin ich allerdings auch meilenweit entfernt. :o 8)


@gammi: Magst Du erzählen, in welchen Bereichen du Minimalismus als einschränkend empfindest?
lieben Gruß
Reserl



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Offline Mathilde

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Re: Minimalismus - Weniger ist mehr!?
« Antwort #8 am: 17.06.17, 15:20 »
Hallo,

also auf meine Wasserkocher werde ich nicht verzichten weil mein Herd noch funktioniert und kein Induktion ist. Auf den Wäschetrockner werde ich auch nicht verzichten weil der mir viel bügeln erspart. Die Mikrowelle ist eingebaut..........ein Loch mach ich da nicht mehr, verstaubt und jeder legt Kruscht ab. Ich meine eher das ganze Zeug das man so mit sich rumschleppt an Kleidung (ich würde mir kein Brautkleid mehr kaufen sondern mieten)
Ich brauche keinen Thermomix weil der Herd und Küchenmaschine machen das.
Wenn man es ganz genau nimmt hätte ich auch den Saugroboter nicht gebraucht weil sowieso ein Staubsauger im Haus ist.
Wir haben zur Zeit (schon über ein Jahr) kein Auto mehr und ich mach Car sharing mit Sohn oder Tochter und im übrigen hab ich ja jetzt ein ebike weil die anderen Fahrräder nicht mehr verkehrstauglich waren.
Wieviele Bilder braucht man im Rahmen? Ich eigentlich kein einziges von der Familie ..........  ??? Bildschirmschoner mit den Bildern und man sieht immer wieder ein anderes.
Ich könnte unentwegt so weiter machen
Fürs nächste Wirtschaftsjahr gibt es Datev Online und dann kommen die meisten Rechnungen per mail und die anderen wandern sofort in den Scanner und dann in einen Karton und wenn das Jahr um ist ab in den Keller
Ideen ohne Ende aber an der Umsetzung hapert es.

LG Mathilde
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Marie von Ebner-Eschenbach

Offline perle

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Re: Minimalismus - Weniger ist mehr!?
« Antwort #9 am: 17.06.17, 15:28 »
Auch ich merke mit zunehmendem Alter, dass ich gerne viel weniger Dinge um mich rum haben möchte..Selten bin ich irgendwo in einer Stadt unterwegs, aber wenn, dann wundere ich mich immer, wieviele Sachen es gibt, die ich so gar nicht brauche(oder haben wollte)
Allerdings hab ich schon noch meine Probleme mit Wegwerfen.... vieles steht hier rum, das mal schön war oder eine Bedeutung für mich hatte und inzwischen ist es vielleicht immer noch schön, aber ich könnte gut drauf verzichten-
dann hab ich so Phasen wo wegwerfen gar nicht geht, und manchmal, da macht es mir überhaupt nix aus, auch Dinge im Restmüll zu entsorgen....
Mein Ziel ist, so nach und nach auszuräumen und weggeben oder -werfen je nachdem.

Mein Mann ist da aber noch wesentlich schwieriger
er ist in einem Haus groß geworden wo einer der Leitsprüche war:
 "mit dem Alten kann man das Neue erhalten"
keine Ahnung wie oft ich diesen Satz von meinem Schwiegervater gehört habe,
(der allerdings unter sehr schwierigen Bedingungen einen gut gehenden Betrieb auf die Beine gestellt hat !!!!)
und witzigerweise findet mein Mann auch seine Sachen immer wieder, wenn er vor Jahren mal Schrauben oder Nägel oder sonst was übrig hatte und die irgendwann mal wieder haben sollte, dann weiß er wo er suchen muß... ich weiß manchmal noch, dass etwas da sein könnte, aber keine Ahnung wo.. :'( und das ist auch ein Grund, warum ich gerne weniger hätte, damit sich das was einem wichtig ist, nicht mehr hinter so viel unwichtigem verstecken kann.
Für mich ist es sicher noch ein langer Weg, bis ich da bin, wo ich gerne hinkommen möchte, aber vielleicht bleibt mir ja noch genügend Zeit -

Offline reserlTopic starter

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Re: Minimalismus - Weniger ist mehr!?
« Antwort #10 am: 17.06.17, 15:29 »
Hallo,

also auf meine Wasserkocher werde ich nicht verzichten weil mein Herd noch funktioniert und kein Induktion ist. Auf den Wäschetrockner werde ich auch nicht verzichten weil der mir viel bügeln erspart. Die Mikrowelle ist eingebaut..........ein Loch mach ich da nicht mehr, verstaubt und jeder legt Kruscht ab. Ich meine eher das ganze Zeug das man so mit sich rumschleppt an Kleidung (ich würde mir kein Brautkleid mehr kaufen sondern mieten)
Ich brauche keinen Thermomix weil der Herd und Küchenmaschine machen das.
Wenn man es ganz genau nimmt hätte ich auch den Saugroboter nicht gebraucht weil sowieso ein Staubsauger im Haus ist.


Ich sehe Minimalismus auch nicht als "Wettbewerb" mit möglichst wenigen Sachen auszukommen.
Aber als letztendlich möchte ich mich nur noch mit Sachen "umgeben"...die ich mag und brauche, regelmäßig benutze oder mir das Leben erleichtern. ;)

Aber es gibt (wohl in jedem Haushalt)  so viele Sachen, die man weder mag noch braucht. ::) ;)
Mathilde....Bilder im Rahmen ist ein gutes Beispiel. 8)

Als ich heute auf dem Dachboden war, bin ich auch wieder über diverse gerahmte Bilder gestoßen.
Die Bilder mag ich mir aber auch nicht wieder alle aufhängen.
So fristen sie ihr einsames Dasein auf dem Speicher... :-[....das macht allerdings auch keinen Sinn. :-X
lieben Gruß
Reserl



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Offline mary

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Re: Minimalismus - Weniger ist mehr!?
« Antwort #11 am: 17.06.17, 16:11 »
Ich habe vor kurzem wieder das Buch von John Naish - Genug- gelesen, war auch schon in einem Vortrag über Minimalismus-
aber so wirkliche "Umsetzungsvorschläge" fand ich da für mich passend leider wenig.
Mich regt zum Beispiel diese Verpackungsflut auf, benutze zum Einkaufen einen Korb- die Plastiktüten hab ich zuvor auch nicht gebraucht.
Muss auch nicht jede Mode mitmachen, Baumwolle muss auch irgendwo wachsen und dann verarbeitet werden, Bekleidung wird für mich ein Thema, mit dem ich mich auseinandersetze, leider sind die Bekleidungsstücke im Missionsladen einfach nicht mein Modegeschmack.
Papier ist auch so ein Reizthema, es wird immer mehr davon verbraucht. Jetzt haben wir noch Glück, dass wir kein Wochenblatt mit der massigen Werbeflut bekommen, aber was ansonsten an Tageszeitung und Fachzeitschriften  anfällt, reicht auch um alle 4 Wochen die Papiertonne zu füllen.
Am Samstag kommt immer die Ald....Zeitung- am Montag, am Donnerstag und am Samstag wird mit Angeboten gelockt, wer geht 3 mal die Woche einkaufen?
Unser Ort bekommt ab Herbst noch 2 neue Lebensmitteleschäfte, 3 haben wir schon, kann mir vorstellen, dass da halt noch mehr gegeneinander mit Preislockmethoden gearbeitet wird.
Den Preis zahlt auch die Landwirtschaft.
Wasser muss ich zum Glück nicht in Flaschen heimholen, es kommt aus der Leitung.
Obst und Gemüse haben wir zum grossen Teil selbst, ebenso Fleisch, Eier.
Milch hole ich so weit es geht von einer Milchtankstelle,  einmal die Woche Einkaufen reicht mir .
Aber das ist kein Minimalismus- soweit ich das verstanden habe.
Auf das Auto verzichten, bei uns nicht so einfach umsetzbar, wir leben in der Pampa draussen.
@Reserl, die Frage, wieviel aufheben und wieviel wegwerfen, die beschäftigt mich auch- das rechte Maß dafür zu finden, nicht ganz einfach.
Auch in anderen Bereichen, was ist mir wichtig, auf was kann ich verzichten.
Den Wäschtrockner hab ich nach einem gefühlten Jahr ohne- wieder ersetzt,
ist sicher auch Luxus,
seit kurzem hab ich ein Fahrrad mit Elektromotor, ebenso Luxus.
Dafür gibt es sicher einen anderen  Bereich, wo ich minimalistisch bin.
Was mir ganz wichtig ist, Zeit auch für die kleinen Freuden und Momente im Leben zu haben, nicht mehr mit dem 10 Gang durchs Leben zu hasten und Pausen zu machen. Hab heute einer Hummel beim "Einkaufen" in einem Fingerhut kurz zugesehen, ein kostbarer Moment, der nichts gekostet hat. Fällt mir überhaupt auf, die Radausflüge mit meinen Freundinnen sind sehr leistbar, jede nimmt ihre Brotzeit und ein Getränk mit, die schöne Natur gibts gratis dazugeliefert.
Es gilt sich nur ein wenig Zeit freizuschaufeln.
Ein Stück weit kaufen wir mit dem Geld, dass wir mühsam verdienen, Dinge, die wir nicht brauchen, um anderen zu zeigen, was wir uns leisten können.
Und genau darauf arbeitet die ganze Wirtschaft hin.



 

Offline ayla

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Re: Minimalismus - Weniger ist mehr!?
« Antwort #12 am: 17.06.17, 16:13 »
Bei uns ist es nicht etwa so, dass wir minimalistisch Leben, in unserer Wohnung, im ganzen Haus, ja sogar auf dem Hof verteilt stehen, liegen Dinge, teilweise seit Generationen.
Schon viel wurde in den letzten Jahren geräumt und entsorgt, aber irgendwie gibt es da eine wundersame Vermehrung...ja, es wäre wieder mal an der Zeit...

Trotzdem ist es nicht so, dass wir alles haben müssen, aber da doch einige Leute auf dem Hof leben, wird es nicht unbedingt weniger, auch wenn jede Person nur wenig anschleppt.

Im Sommer bin ich auf dem Betrieb gut ausgelastet. "Lädele" ist schon allgemein nicht so mein Ding, und im Sommer liegt das Zeitmässig nicht so drin. Nur - fehlen tut mir das überhaupt nicht. Viele Leute, auch aus meinem Umfeld, meinen, jeden Trend mitmachen zu müssen und alles haben zu müssen.
Dagegen bin ich immun, manchmal tun mir die Leute schon fast leid, weil sie jedes Jahr die neuste Mode, das neuste Küchengerät etc. haben müssen.
Wir tragen die Kleider aus, bis es zu guter Letzt noch "Lappen" für die Werkstatt gibt, und wenn ich mir ab und zu was Schönes gönne, hält das wiederum Jahre.

Mir gingen auch die vielen "Älpler und Senner/innen durch den Kopf, welche freiwillig und sehr gerne einige Monate auf den Alpen ein doch ziemlich minimalistisches Leben führen, und vermutlich trotzdem zufriedener sind als viele Mitmenschen.
Ich frage mich, ob man sich weniger Materiell eindecken  muss, wenn man sonst eine erfülltes/ausgefülltes und zufriedenes Leben führen kann? Ob man mit dem Materialismus etwas anderes kompensiert?

Wenn ich schaue, was von den vorderen Generationen noch alles im Haus ist, habe ich das Gefühl, von mir ist nur wenig da. Eher von meinen Kindern. Aber das ist wohl eine Frage der Zeit, bis es gezügelt oder entsorgt wird.... ;D
Letzten Winter wollte ich im Keller uralte Dinge entsorgen, unter anderem alte Pfannen, seit über zwanzig Jahren nicht mehr im Gebrauch. SM hat sie gerettet und wieder ins Regal gestellt... Auch alte Putzmittel standen da noch herum, dreissig Jahre alt oder älter, Bodenglanz für unversiegelten Parkett zum Beispiel. Schon seit über zwanzig Jahren sind alle Böden versiegelt, die Bodenwichse ist hart, aber entsorgen durfte ich jaaaaa nichts, könnte man ja nochmals gebrauchen... ::)
Göga und ich haben festgestellt, dass wir das Haus erst nach Ableben der SE entrümpeln können. Für mich ist es befreiend, sich von Gegenständen zu lösen, gerade wenn ich feststellen muss: Seit zehn Jahren nie gebraucht, also fort damit.
Momentan ist es eher die Zeit, die mich vom weiteren Entsorgen abhält...

Online ANNALENA

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Re: Minimalismus - Weniger ist mehr!?
« Antwort #13 am: 17.06.17, 16:46 »
Hallo! War grade auf dem Dachboden, Geranien gießen, zweiter Balkon...

Da muß ich mich fast jedesmal ärgern. Vor zehn Jahren haben wir das Haus übernommen, SE gingen in die FW. gegenüber.
Was da alles oben liegt und Platz wegnimmt, das wenigste von uns..., sogar von Gögas Oma alte Brillen, alte Schränke, teils kaputtes Geschirr...
Aber ausräumen geht, wie bei Ayla, erst wenn wir allein sind.
Vorher brauchen wir keinen Container holen, oder an einem Tag an dem SV bei der Dialyse ist... :-X

Ehrlich gesagt, macht mich dieser Zustand auch traurig, wie schnell vergeht die Zeit, meinen Jungs möchte ich das nicht auch noch lassen...
Wenn einer mal das Haus übernimmt...

Da muß ich mich ja schämen... ::)
Hab schon überlegt, im Winter immer wieder "heimlich" etwas wegzutun, aber das dauert..., die alten Schränke könnte man verbrennen etc.
Göga hatte das auch schon vor...

Gruß Kathi

Online gammi

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Re: Minimalismus - Weniger ist mehr!?
« Antwort #14 am: 17.06.17, 16:49 »
Nein Kathi, da muss du dich nicht schämen. Lass es einfach gut sein, bis deine Schwiegereltern nicht mehr sind.

"Solche" Dachböden findest du in sehr vielen alten "Bauernhäusern".
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