Autor Thema: Wie werd ich eine Bäuerin?  (Gelesen 12403 mal)

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Offline Bullenmafia

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Re:Wie werd ich eine Bäuerin?
« Antwort #30 am: 31.03.03, 13:14 »
Hallo
Wiebke:   es liegt schon eher daran, dass er sich net traut, wenn er mich mitnimmt, weil !!! es könnten ja die anderen reden. Er ist es einfach noch net gewöhnt, dass er bei Versammlungen etc. mich mitnimmt. Aber das wird schon noch, muss ja net alles von heut auf morgen gehen.


Jani: Mein Freund und ich handhaben es auch so. Ich hab meinen vier oder fünf Kühe, die ich immer herrichten darf, so lern ich Schritt für Schritt seine "Damen" kennen und somit das melken. Wenn ich mit denen klarkomme, dann werden es immer mehr Kühe!!

PetraS: Ich kann deshalb net die Kälber füttern, weil das striktes Aufgabengebiet der SM ist und ich lass es ihr auch noch, zumindest solange sie es noch machen kann. Nebenher informiere ich mich (Bücher, Zeitschriften usw.) über Kälberaufzucht und beobachte trotzdem fleißig die Kälber.
Und einmal war ich schon bei ner Geburt dabei, war zwar etwas ungewohnt aber trotzdem interessant. Momentan warten wir wieder auf zwei "kleine". Mal schauen ob sie bis zum Wochenende warten wollen, wenn ich wieder bei meinen Freund bin.

Am Wochenende versuchte ich zwei Neulinge im Laufstall an den Kälbertränkeautomaten zu gewöhnen, aber leider scheiterte es immer, da die Großen immer drängelten, da sie von mir gestreichelt werden wollten.
Jetzt werden wir im Laufe der Woche, die Großen in den andren Laufstall tun und dann werden die zwei hoffentlich trinken.

Übrigens am Samstag hab ich kurz einige Damen eine "Frühjahrs-Welness" verpasst und sie ausgiebig am Hinterteil gestriegelt. Das hat ihnen gefallen. Als ich abends im Stall wieder an ihnen vorbeiging, haben sie mir ihr Hinterteil schon hergestreckt!! *lach* ;D

Aber trotzdem danke für deine Tipps, ich werd sie mir ausdrücken und brav befolgen, da lern ich bestimmt viel!!


Ganz liebe Grüße
Petra A.

PS. Übrigens am Wochenende hatten wir ein kleines krankes Kalb. Ich hatte auf Ohrenentzündung getippt und der Tierarzt hat mir rechtgegeben. *ganzstolzbin*

Offline Bullenmafia

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Re:Wie werd ich eine Bäuerin?
« Antwort #31 am: 31.03.03, 13:41 »
Unser Hubert (so heißt das Kalb) hat auch nicht direkt einen kranken Eindruck gemacht, aber er hat etwas das Ohr hängen lassen und hat einen sehr ängstlichen Eindruck gemacht. Dadurch ist es mir aufgefallen, da er sonst ein sehr frischer und zugänglicher Kerl ist!!
Als ich dann auch noch gesehen hab, das etwas aus dem Ohr rauslief, hab ich den meinen dazugeholt und der war der Meinung auch, das sei net normal. Obwohl er nach Meinung von SM, ganz brav gesoffen hat!!
Der TA hat ihn ne Spritze gegeben und wir mussten auch noch spritzen, so dass er jetzt wieder einigermaßen fit ist!!

Wie geht es eurem?? Hoffentlich bald besser??
LG
Petra A.

Jenny

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Re:Wie werd ich eine Bäuerin?
« Antwort #32 am: 22.04.03, 17:00 »
Hallo,
Jetzt versuch ich auch mal, ein paar Gedanken von der Seele auf den Bildschirm zu bringen.
Ich bin nämlich genauso gutgläubig und ernergiegeladen wie die meisten von euch zum Standesamt marschiert um Bäuerin zu werden!
Mit dem Mann klappt auch nach 10 Jahren noch alles bestens, aber beruflich bin ich zurzeit ein bißchen frustriert. Mehr als "Hofneger" ist hier nämlich nicht drin.
Ich melke die Kühe, füttere die Kälber, habe Kinder, Küche und die Fusselarbeit im Büro (HIT u. Buchführungsunterlagen...), aber weiter komme ich nicht. Ich will niemanden schlecht machen, aber nach einer emanzipierten Schul- und HWLausbildung war ich sicher, gut vorbereitet zu sein und ich habe auch große Lust zur Arbeit mit den Kühen, aber es ist nicht erwünscht zu denken oder zu reden....
Die brave Frau schwingt abwechselnd Kochlöffel und Putzlappen und hält den Männern bei den tägichen Arbeiten den Rücken frei.
Hauswirtschaft ist für mich nur Mittel zum Zweck und nicht Traumberuf.
Nun werden die Kinder größer und ich habe 1000 Möglichkeiten und weiß nicht recht, welchen Weg ich wählen soll.
Um groß rauszukommen müßte ich weg vom Hof (beruflich), lieber würde ich hier meine Ideen verwirklichen und arbeiten, aber bei drei Generationen Mann stehe ich mit Besen oder Mistachaufel in der vierten Reihe....
Fazit: Mädels, paßt auf euch auf und klärt das vor Arbeitsantritt!!

PETRAS

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Re:Wie werd ich eine Bäuerin?
« Antwort #33 am: 23.04.03, 12:55 »
Hallo Jenny,

was ich aber noch hinzufügen muss ist folgendes.
Wenn du den Haushalt  führst, dich um die Kinder kümmerst, HIT erledigst zum Melken gehst, Kälber....... ist das doch auch nicht wenig!
Und auch hier hast du Verantwortung.
So habe ich verstanden dass dir das nicht genug ist.
Mit der Selbstständigkeit!

Viele Frauen gehen aber auch in ihrer Rolle als Mutter völlig auf. Auch das tue ich. Ich bin gern Mutter und versorge die Familie.
Aber ich kann verstehen dass du da noch was suchst!
Warum sprichst du nicht mir deinem Mann einen Bereich
in eigener Verantwortung zu führen?
Wie groß ist euer Betrieb? Kann man (du) noch einen Bereich ausbauen?
Bauernhofcaffee, Sebstvermarktung?
Bullenaufzucht? Kälberbereich...........?

Aber es sei noch gesagt, dass nicht jede Frau die so "verückt" ist wie ich und sich noch mehr Arbeit aufhalst und "NUR" bei den Handlangerjobs bleibt ein
"Hofneger"  ist.
Sicher nicht. Egal wie die Arbeit eingeteilt ist, dass sich die Partner gegenseitig respektieren und dass jeder mit seiner Arbeit zufrieden ist das ist die Hauptsache.


LG petraS
« Letzte Änderung: 23.04.03, 14:33 von petraS »

Offline Jani

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Re:Wie werd ich eine Bäuerin?
« Antwort #34 am: 26.04.03, 12:01 »
Moin !
Und es gibt Männer,wie den meinigen (zukünftigen ?),die bestimmte Dinge nämlich gar nicht gerne abgeben  ;D.Wäre ich wild auf Ackerbau : damit hätte er gar kein Problem;da dürfte ich machen;wenn ich es denn könnte und wollte......
Aber an seine Damen hat er VOR MIR sonst NIE jemanden rangelassen;allenfalls früher seine Mutter aber das auch nur mit striktesten Anweisungen und unter Kontrolle (schließlich hat er alles rund um die Kühe schon als Teenie übernommen);Theater,weil sie nicht mit der von ihm geforderten Liebe für´s Detail dabei war, hat es immer genug gegeben.
Von daher ist es eine RIESEN-Auszeichnung  ;D ;D ;D,daß ich die Damen überhaupt anfassen darf bzw. gewisse Dinge eigenständig entscheiden darf und inzwischen schon um RAT GEFRAGT werde  :o !!!!
Anders würde es MIR aber auch keinen Spass machen und ich hätte keinerlei Verständnis für diese Aufopferung.
Er hingegen ist glücklich,daß ich Interesse habe ;manchmal auch eifersüchtig.
Und mit einer Partnerin,die sich nicht für seine Kühe interessiert (sie ihm aber nicht madig macht !!!) könnte er sicher auch leben;aber ob DIE das mit IHM aushalten würde ???

Offline landfrau2002

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Re:Wie werd ich eine Bäuerin?
« Antwort #35 am: 26.04.03, 22:15 »
Hallo Jani,
ich bin seit mittlerweile fast 20 jhren mit meinem Sönke verheiratet. Meine Eltern hatten auch einen Bauernhof, da ich aber Bankkauffrau gelernt habe, war ich natürlich nicht soviel im Betrieb mit tätig, der Hof war klein, und da kein Hofnachfolger da war, wurde auch nicht investiert. 'Da mein mann und ich sehr früh - seit 19 jahren _ auf uns gestellt waren - mein SV starb 1984 ganz plötzlich - haben wir von anfang an vieles zusammen gemacht. Die Kühe sind Sönke´s hauptgebiet, da ist er wie  dein Mann, er läßt ungern jemanden ran. Ich mach alles andere, die Kälber, Buchführung, im Winter die restlichern Tiere im Anbindestall, Kinder, Küche usw. Melken darf ich in der zeit, wo er den Tieren im anbindestall Silo gibt, da es mir zu schwer ist. Und natürlich im Sommer, wenn er anderweitig beschäftigt ist. Muß dazu sagen, er hat auch ein Auge und eine hand für die Tiere. Ruhig, nicht hektisch, alles im Blick. Da will ich mich auch nicht einmischen. Will aber trotzdem die Übersicht behalten. deshalb bin ich jeden Tag mindestens einmal im Melkstand.
Ja, ich fühle mich mittlerweile schon als Bäuerin und ich glaube, ich werde auch akzeptiert von z.B. Händlern usw. Die wissen schon ,dass wir b e i de  entscheiden, das ist doch schon etwas, oder?
So, ich muß noch etwas produktives am Schjreibtisch tun - schönen Abend noch - lG - maren