Autor Thema: Es geht wieder abwärts II  (Gelesen 51453 mal)

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Offline Mucki

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Re: Es geht wieder abwärts II
« Antwort #45 am: 29.05.16, 18:00 »


Wen du die Kühe frühzeitig verkaufst sparst du Futter ,Kraftfutter
Das ändert aber nicht an den AUFZUCHTkosten. Eine längere Nutzungsdauer ist in der Regel einfach rentabler (es sei denn die Kuh ist häufig krank oder so was)
Zitat
Trokenstellen spart man am Kraftfutter, ausmelken bis zum Normale Termin verursacht größere kosten


Das Grundfutter, die Stallkosten u. ä. bleiben aber dennoch  - ohne dass die Kuh dafür Geld einbringt. Überspitzt könnte ich das dann so formulieren: Ich melke die Kühe gar nicht mehr -  dann rentiert sichs am besten. (wenn ich mir die Entstehungskosten für die Milch anschaue, dann wär es ohne Kühe am leichtesten...)
Auch das mit dem Karffutter is tso eine Sache - ein genetisch für hohe Milchmenge veranlagte Kuh wird dann krank. Überlege mal, ob permanente Energie-und Eiweißunterversorgung gesund ist.

Und wie schon geschrieben, wir leben auf keiner Insel -  dann kommt halt die Milch woanders her

Übrigens: Wir haben uns an die Quote gehalten und ich war nie für die Abschaffung

Ja aber es rentiert sich doch auch ned wen die Milch unter 20 cent fällt ,oder holst du da die aufzuchts kosten wieder rein?
Ich redete nicht von unterversorgung nur mit dem trimmen aufhören, keine hochleistungskühe mehr die nach 2-4 Kälbern nicht mehr können.


Dagmar: ich stimme dir voll zu.
Mucki:  frühzeitig verkaufen? Meinst du jetzt evtl. trächtig oder wie?


nein natürlich nicht, aber eben Kühe verkaufen damit man wieder auf seinen Quten stand kommt ,auch wen sie noch Milch geben.

An alle wer sich immer an seine quote gehalten hat und auch nach dem wegfall nicht mehr kühe im stall hat als vorher und in etwa die gleiche menge leifert als vorher, soll sich bitte von meien zeilen nicht angesprochen fühlen.


Nur die die vorher schon überliefert haben und nun nach dem Qutenwegfall sofort die zahl der Kühe erhöt haben zum teil verdoppelt.


lg Mucki
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Offline AndreasTopic starter

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Re: Es geht wieder abwärts II
« Antwort #46 am: 29.05.16, 22:22 »
Alle, die mit dem jetzigen Milchpreis zufrieden sind, oder an ihrer Situation nichts ändern wollen,
bitte nicht weiter lesen ;)

Über viele Jahrtausende haben die Bauern ihre Milchkühe nur mit Gras, Klee und Kräuter gefüttert.
An diese Futtermittel ist der Verdauungstrakt der Widerkäuer optimal angepasst.
Die Kuh ist dass wunderbare Lebewesen, dass aus für den Menschen nicht verzehrbaren Pflanzen,
hochwertige Lebensmittel produzieren kann.
Seit wenigen Jahrzehnten steigt nun der Einsatz von Mais und Kraftfutter und damit einhergehend
die Milchmenge pro Kuh.
Im Grunde füttern moderne Bauern die Kühe immer mehr wie Schweine und nicht wie Wiederkäuer.
Wer glaubt, dass die Kühe verhungern oder krank werden ohne Kraftfutter, der glaubt auch dass Kälber
ohne Milchaustauscher verhungern müssen  >:(
Meine Kühe bekommen seit 12 Jahren keinen Mais und kein Kraftfutter mehr.
« Letzte Änderung: 29.05.16, 22:34 von Andreas »

Offline gammi

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Re: Es geht wieder abwärts II
« Antwort #47 am: 29.05.16, 23:11 »
Das geht aber nicht mit Holsteins und auch bei Fleckvieh ist nun mal die Genetik weiter vorangeschritten.................
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Offline Tina

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Re: Es geht wieder abwärts II
« Antwort #48 am: 29.05.16, 23:31 »
@ Andreas: mit solchen Kühen möchte ich nicht im Laufstall arbeiten!
LG
Tina

Offline AndreasTopic starter

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Re: Es geht wieder abwärts II
« Antwort #49 am: 30.05.16, 07:49 »
@ Andreas: mit solchen Kühen möchte ich nicht im Laufstall arbeiten!

Wenn im Laufstall genügend Platz ist, sind Hörner kein Problem.
Trotzdem besame ich seit 6 Jahren konsequent mit hornlosen Bullen.
Nach meiner Erfahrung können die Hornlosen das Grundfutter noch
besser zu Milch "verarbeiten" als ihre behornten Kolleginnen.

Offline annelie

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Re: Es geht wieder abwärts II
« Antwort #50 am: 30.05.16, 08:29 »
wow Andreas und ich dachte immer Kühe brauchen die Hörner für den Stoffwechsel.
Es ist doch toll, dass Du so einen guten Weg gefunden hast, aber es ist Dein Weg, andere haben einen anderen Weg.
Andreas, Deinen Kühen gings aber mit Mais auch nicht schlecht, zumindest hab ich in Erinnerung, dass in dem Jahr als der Zuchtverband MÜ bei seinen Gebietsversammlungen das Thema Landlebigkeit hatte, Du hier geschrieben hast, dass Dein Betrieb namentlich als gutes Beispiel erwähnt wurde. Das ist schon so lange her und Langlebigkeit braucht ja einiges an Vorlauf.... ;) ich kann mich deshalb so gut erinnern, weil wir überraschenderweise in unserem Landkreis auch erwähnt wurden... ;) ;D

Mucki, nicht jeder Betrieb ist gleich, hat gleiche Ziele und gleiche Genetik. Was bei Euch gut ist, kann woanders gar nicht klappen. ....
Stell Dir vor, Dein Zuckerwert ist ständig bei 70, anfangs wirst das noch als Unterzucker empfinden, aber Dein Körper gewöhnt sich sehr schnell daran und Du wirst noch tiefere Werte nicht mehr so schnell bemerken, weil Dein Körper Dich nicht mehr informiert, für ihn ist das niedrige Level normal geworden. Leistungsfähig wirst nicht mehr sein und gesund ist was ganz anderes. Bei Kühen ist das nicht anders, sie können leben, aber auf die Dauer tut es ihnen nicht gut, wenn man sie ständig unter ihrem Leistungsniveau füttert. Es gibt einfach Rassen und Betriebe, die haben ein ganz anderes  Leistungsniveau, als Eure und unsere Herde und da muß man entsprechend füttern.

Für so ein komplexes Thema gibts keine einfachen Lösungen, leider. Würde die Mehrheit der Milchviehhalter wirklich eine Quote wollen, dann hätte das EMB wohl einen sehr großen Zulauf (gehabt).

Investitonen sind immmer ein Risiko, vergesst bitte nicht, dass zu Quotenzeiten, beim Stallbau der Quotenkauf riesige Summen verschlungen hat und diese Kosten den persönlichen Milchpreis auf Jahre gedrückt hat und zu Quotenzeiten war der Milchpreis nicht immer rosig.

« Letzte Änderung: 30.05.16, 12:37 von annelie »
Liebe Grüße
Annelie

Offline saba

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Re: Es geht wieder abwärts II
« Antwort #51 am: 30.05.16, 09:40 »

Also zu Kühe vorzeitig verkaufen, denke ich, dass Mucki meinte, z.B. Kühe mit permanent erhöhter Zellzahl, schlechter Melkbarkeit, usw. vorzeitig zu verkaufen, die man sonst möglicherweise noch einige Zeit "mitschleppt", also Kühe, die zum Ausmerzen vorgesehen sind.

Sehr schwierige Situation, auch bei uns in Österreich, sie wird wohl noch länger andauern.  :-\
Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück!

Offline gammi

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Re: Es geht wieder abwärts II
« Antwort #52 am: 30.05.16, 10:49 »

Also zu Kühe vorzeitig verkaufen, denke ich, dass Mucki meinte, z.B. Kühe mit permanent erhöhter Zellzahl, schlechter Melkbarkeit, usw. vorzeitig zu verkaufen, die man sonst möglicherweise noch einige Zeit "mitschleppt", also Kühe, die zum Ausmerzen vorgesehen sind.



Damit lässt sich die Milchmenge aber nicht wirklich ernennenswert verringen........................
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Offline Mucki

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Re: Es geht wieder abwärts II
« Antwort #53 am: 30.05.16, 11:22 »

Also zu Kühe vorzeitig verkaufen, denke ich, dass Mucki meinte, z.B. Kühe mit permanent erhöhter Zellzahl, schlechter Melkbarkeit, usw. vorzeitig zu verkaufen, die man sonst möglicherweise noch einige Zeit "mitschleppt", also Kühe, die zum Ausmerzen vorgesehen sind.



Damit lässt sich die Milchmenge aber nicht wirklich ernennenswert verringen........................


Wen jeder mitmacht so wies bei jedem funktioniert könnte es was bewirken aber jeder wartet bis der ander anfängt das ist der Fehler, ich sag ja ned das alles bei jedem machbar ist , jeoch gabs schon immer welch die sich an die Qute gehalten haben ,und gesteuert haben und es Funktioniert auch .

Und ander haben auf Teufel komm raus geleifert vorn an Futter und Soja hinein was ging und das maximale aus der Kuh rausholen Qute hin oder her, die sollten bremsen .

lg Mucki
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Offline frankenpower41

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Re: Es geht wieder abwärts II
« Antwort #54 am: 30.05.16, 11:33 »
Mucki, ich widerspreche Dir jetzt nicht, dass die bremsen sollten die viel mehr liefern.
Es fehlt mir allerdings am Glauben, dass da was geschieht.
Wir waren gestern Nachmittag in NEA vor dem Wahlkreisbüro von Christian Schmidt. (BDM-Demo, war ja viel in den Medien). Selbst dort sind sich nicht alle einig.  Meist kommt "ja, man müsste, a b e r ....."
Zu allem eine Einschränkung, oft so nach dem Motto die anderen sollen, aber  i c h kann jetzt aus dem und dem Grund grad nicht, warten wir mal ab.......

Heute Morgen kam in den Nachrichten, dass Schmidt mal wieder Überbrückungsdarlehen angekündigt hat.
Ist in meinen Augen keine Lösung, nur wieder ein hinausschieben.  Was hilft das all denjenigen, die nicht über die Ohren verschuldet sind und jetzt ihre Ersparnisse aufbrauchen?
a

Offline Steinbock

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Re: Es geht wieder abwärts II
« Antwort #55 am: 30.05.16, 12:25 »
Heute Morgen kam in den Nachrichten, dass Schmidt mal wieder Überbrückungsdarlehen angekündigt hat.
Ist in meinen Augen keine Lösung, nur wieder ein hinausschieben.  Was hilft das all denjenigen, die nicht über die Ohren verschuldet sind und jetzt ihre Ersparnisse aufbrauchen?

Marianne, das sehe ich genau wie Du!
(Irgendwie kommt mir das ein bißchen wie im "Fall Griechenland" vor.)
Es hilft denen, die über beide Ohren verschuldet sind. Vermutlich. Eine Weile.
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne... (H.Hesse)

Offline annelie

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Re: Es geht wieder abwärts II
« Antwort #56 am: 30.05.16, 12:35 »
Gerade denen helfen die Liquiditätsdarlehen gar nicht, weil die ein Jahr tilgungsfrei sind und dann in 3 oder 4 Jahren abbezahlt werden müssen. Das kann niemand leisten, der schon hoch verschuldet ist. Wird dann auch nicht jede Hausbank absegnen.
Liebe Grüße
Annelie

Offline gammi

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Re: Es geht wieder abwärts II
« Antwort #57 am: 30.05.16, 12:42 »


Und ander haben auf Teufel komm raus geleifert vorn an Futter und Soja hinein was ging und das maximale aus der Kuh rausholen Qute hin oder her, die sollten bremsen .



Die Betriebe gibt es natürlich auch. Und bei denen ist dann auch tatsächlich so, dass die Kühe nach Reduzierung wirklich gesünder sind........das sind aber nicht die "großen" betriebe, auf die jetzt die Schuld geschoben wird.


Aber ich behaupte nun einfach einmal, dass die meisten Betriebe nicht auf Teufel komm raus die Menge durch Kraftfutter erhöht haben. Und die meisten Betriebe auch jetzt schon die Kühe entsprechend gefüttert haben........und dort würde die Reduzierung zu Problemen führen.
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Offline martina

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Re: Es geht wieder abwärts II
« Antwort #58 am: 30.05.16, 12:50 »
   
Meine Kühe bekommen seit 12 Jahren keinen Mais und kein Kraftfutter mehr.

Und wo liegt die Milchleistung Deiner Kühe?


Wir haben vor 2 oder 3 Jahren einen neugebauten Laufstall auf einem Biohof besucht, der auch nur im Sommer Weide und im Winter Heu und Silage füttert und einiges an selbsterzeugtem Getreide.
Er hat eine extensive Rotviehrasse eingesetzt. Die Milchleistung liegt bei der Rasse und Haltung bei 4000 kg im Durchschnitt und die Bauern haben ganz deutlich gesagt, ohne den Förderverein zur Arterhaltung im Hintergrund hätte der Stall nicht gebaut werden und würde der Hof nicht leben können. Soll sich jetzt jeder Milchviehhalter einen Förderverein im Hintergrund aufbauen?
Wir sehen uns in Weimar. Ich freue mich auf Euch.

Offline mogli

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Re: Es geht wieder abwärts II
« Antwort #59 am: 30.05.16, 13:35 »
@
Heute Morgen kam in den Nachrichten, dass Schmidt mal wieder Überbrückungsdarlehen angekündigt hat.
Ist in meinen Augen keine Lösung, nur wieder ein hinausschieben.  Was hilft das all denjenigen, die nicht über die Ohren verschuldet sind und jetzt ihre Ersparnisse aufbrauchen?
Was mir immer sauer aufstößt ist: die Steuerleichterungen.  ::)
Bei den Gewinnen zur Zeit? Wer muß da noch Steuer zahlen?
Liebe Grüße Helga