Autor Thema: Auf was lassen sich Frauen, die auf den Hof kommen, ein.... ? II  (Gelesen 56276 mal)

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Offline Gräfi

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Hallo,

erst einmal bin ich überrascht, was ich mit der erneuten Aufnahme des verlinkten Themas hier ausgelöst habe.
Hier äußere ich mich nur mal als Außenstehende, die seit über 1,5 Jahren auf dem Hof wohnt.

Mir ist aufgefallen, dass die Themen Kommunikation und unterschiedliche Erwartungshaltungen schwierig sind.

Meine SE sagen einerseits, dass sie meinem Freund freie Hand in der Zukunftsgestaltung des Hofes lassen. Darunter verstehe ich, dass mein Freund den Hof nach seinem Belieben weiter so betreiben oder eben auch Veränderungen vornehmen darf. Andererseits kommen sie dann mit dem Vorschlaghammer an: So wie es im Moment läuft überschreiben wir den Hof nicht. Um ihm dann anschließend nun doch ihren Willen anzutragen.
In „unserem“ Fall hat es sich so gestaltet, dass mein Freund ursprünglich den kompletten Hof übernehmen sollte. Jetzt, soll seine Schwester mit ihm zusammen den Hof bekommen. Er darf zwar entscheiden, ob es ihm recht ist, aber eigentlich hat er keine andere Wahl.

Als Außenstehende finde ich es schade, dass man auf diesem Weg miteinander redet, statt von vornherein die unterschiedlichen Erwartungen untereinander auszutauschen. Korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege.

LG Gräfi

Offline maggie

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liebe gräfi,
hast du nicht geschrieben dass seine schwester nicht landw. ist ?, und dass die beiden sich nicht sooo gut verstehen -
na da begreiffe ich die Eltern aber nicht -

übrigens unser sohn hat den betrieb 2014 übernommen -

vor ca. 10 jahren mussten wir uns entscheiden einen neuen milchviehstall zu bauen -
Junior hätte das eigentlich gerne weiter geführt

als der erste Kostenvoranschlag für den Neubau kam, war gerade kurz vorher ein recht grosser abschlag des milchpreises bekannt geworen - das fragte er sich, soll ich mir das antun (z.g. nicht, denn seit damals fiel der preis noch "einige male  :o" !!!

es wurden hähnchenmastställe gesucht - er meldete sich - es war Juniors Entscheidung, er war damals ende 20 - und ich muss sagen, wir haben ihm freie Hand gelassen -

und es war die beste Entscheidung unserer - damals - ganzen 35 jahren als Eigentümer ....

natürlich sind wir mit seinen Entscheidungen nicht immer einverstanden, d.h. eher mein göga, aber dann soll er das klären mit ihm, ich finde einfach, er soll es versuchen

und ich muss sagen - er war immer sehr sparsam ....
beim Neubau des betriebsleiterhauses mussten st u ich ihm sehr zureden - zum glück - der abruch des hauses konnte mein mann mit unserem kleinen bagger selbst bewältigen - aussser staub und etwas dünnen Backsteinen und mörtel blieb nichts übrig ...
wir liessen dann die steine mahlen und haben damit den keller aufgefüllt und ein rest wurde noch für andere Auffüllungen gebraucht ....

warum, können so viele "alte" (ich zähle mich auch dazu, darum wage ich es zu schreiben) den jungen nicht mal freie Hand lassen -
und bei einem normalgrossen betrieb, sollte es wenn immer möglich nur einen Eigentümer geben ....

viel glück, ich hoffe, da klärt sich noch einiges, die aussagen deiner se tönen ja immer wieder anders -
gut - wir haben auch ca. 4 jahre an der übergabe gearbeitet, aber weil ich mit unserem Buchhalter (der zugleich auch noch schätzer war) das meiste allein besprochen habe und anschliessend dann an meine Männer weitergeleitet habe -
ich glaube - wir sind im Endeffekt schlechter gefahren, als Junior (aber wir können es uns erlauben, finanziell)
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

Offline Gräfi

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Hallo maggie,

seine Schwester hat keine landw. Ausbildung, wenn du das meinst. Sie kennt sich aber gut aus. Die beiden verstehen sich privat gut. Ob das beruflich/betrieblich der Fall sein wird, weiß ich nicht. Der ein oder andere Zwischenton ihrerseits lässt mich daran etwas zweifeln.
Mein Freund liebt den Betrieb und die Worte seiner Eltern haben ihn schwer getroffen, sodass er ein paar Augenblicke lang alles und jeden infrage gestellt hat. Er würde so ziemlich alles tun oder akzeptieren, um seinen Traum leben zu können.

Um mal auf das eigentliche Thema „Worauf man sich einlässt…“ zu kommen. Aus meiner Sicht:
 - Auf dem Hof wohnen (4 Generationen in einem Haus)
 - Bei der eigenen Arbeit zurückstecken
 - Wenig Zeit mit dem Partner
 - Urlaub kaum möglich
 - Betrieb steht an erster Stelle
 - Aufnahme in eine große Familie

Nicht alles, was ich geschrieben habe, lege ich nur negativ bzw. nur positiv aus. Jeder Punkt hat etwas von beidem.

LG

Offline Mathilde

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Ich habe ja die letzte Box mit diesem Titel eröffnet

Tut mir leid. Ich beanspruche keinerlei Rechte an dieser Box. Vielleicht führt die jemand zusammen.
Hatte die Suche genommen und war dabei nur auf die geschlossene Box von Nelly gekommen.

LG Mathilde
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Marie von Ebner-Eschenbach

Offline annelie

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Hallo Gräfi,
zur Sache kann ich nichts beitragen, da ich die genaue Situation nicht kenne. Ich weiß nicht warum sich Deine SE so entscheiden wollen, gibts da eine Begründung?
 Ich bin ja in der Generation Deiner SE und unser Betrieb wird, wenn wir in Rente gehen voraussichtlich auslaufen. Unser Sohn ist 22 Jahre alt und hat sich nach abgeschlossener landwirtschaftlicher Ausbildung (Meister) entschlossen einen anderen Beruf zu erlernen. Die neue Arbeit gefällt ihm sehr gut, er hat keine Partnerin. Unsere Tochter ist 24 Jahre alt und hat vor knapp einem Jahr ihr Studium beendet, sie hat noch mindestens 1,5 Jahre Referendaritat vor sich und freut sich endlich ein Einkommen zu haben, von dem sie leben kann. Sie lebt seit fast 4 Jahren nicht mehr bei uns, aber in der Nähe und schaut gerne mal mit oder ohne ihren Partner vorbei.

Aber ich freue mich sehr das Du weiterhin hier schreibst.
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Liebe Grüße
Annelie

Offline martina

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Ich hab die Themen zusammengefügt.
Lasst uns miteinander reden - wir freuen uns auf Beiträge.
Bei uns geht Kontakt ohne Maske und Abstandsregeln. Draussen nicht!

Offline Gräfi

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Hallo annelie,
ich kann nicht genau sagen wieso seine Eltern ihre Meinung geändert haben. Zumindest keine, außer, dass er den Betrieb, wie er im Moment besteht, nicht alleine bewirtschaften kann. Wenn das der Grund ist, dann sollte aber mein Freund derjenige sein, der sich Gedanken darüber macht, wie es weitergeht (meine Meinung).

Danke  :) Ich kann zwar nicht immer regelmäßig schreiben, aber ich tue mein bestes  ;D

Offline FlottelotteTopic starter

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So wars nicht gemeint, nur dass ich zu diesem thema auch was beitragen kann, nachdem ich mal eine box eröffnet habe...  ;)

Offline maggie

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Hallo annelie,
ich kann nicht genau sagen wieso seine Eltern ihre Meinung geändert haben. Zumindest keine, außer, dass er den Betrieb, wie er im Moment besteht, nicht alleine bewirtschaften kann. Wenn das der Grund ist, dann sollte aber mein Freund derjenige sein, der sich Gedanken darüber macht, wie es weitergeht (meine Meinung).

liebe gräfi,
ja das frage ich mich auch - entweder müssen alle 4 zusammensitzen und sich darüber intensiv unterhalten, aber eigentlich ist es ja der landw. der am besten bescheid weiss und der sollte darüber entscheiden -
und wenn sie sich privat verstehen, seine schwester aber eine andere Ausbildung hat und anschliessend müssen sie zusammen entscheiden -

- es tut mir leid, aber ihr wird einiges an wissen fehlen was für die Führung des betriebes wichtig ist ....

gestern z.b. habe ich gelesen, dass in de die meisten Handwerker die ein eigenes Geschäft führen wollen, den Meisterbrief haben müssen, und in der landw. kann eine junge frau, die auch nicht 100% im betrieb mitarbeitet, sich als gleichwertige Partnerin des sich seit jahren zu über 100% einsetzenden bruders bezeichnen -
tut mir leid, da verstehe ich deine se überhaupt nicht ... - sie müssen ja noch jünger sein als ich, da ja auch noch die Oma im hause ist (ich bin 69) und mir wäre es nie in den sinn gekommen so einen Unsinn nur schon mitzuteilen ...!!!!

haben deine se überhaupt noch eine Ahnung was alles verlangt wird - sind sie, oder einer von beiden voll im Büro einsatzfähig, d.h. auch mit all euren papieren -
mein mann und ich haben das schon vor jahren unserem sohn übergeben, er hat seine Ausbildung zum grossen teil mit den neuen Verhältnissen abgeschlossen, bei uns hiess es noch "mehr, mehr, mehr",

und heute muss man ja schauen dass man das richtige macht um leben zu können, Produktion ist ja heute 2. rangig, ich denke auch in Deutschland .... - und dieses wissen fehlte uns einfach -
darum - die Entscheidungen müssten bei den jungen liegen -

du darfst das deinem Partner ruhig zum lesen geben -

eine andere frage, wenn dein Partner nun nicht spurt wie seine Eltern wollen und sie den betrieb an seine schwester übergeben - kann sie dann überhaupt überleben -
in der schweiz brauchst du eine landw. Ausbildung dass du überhaupt direktzahlungen bekommst, einen kl. teil kann man auch erhalten ohne Ausbildung, aber das würde nie reichen um von einen vollerwerbsbetrieb zu leben -
« Letzte Änderung: 07.02.18, 01:19 von maggie »
liebi grüess   und
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margrith  us der schwiiz

Offline annelie

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Maggie, sehr viele in der Landwirtschaft tätige Frauen, zumindest in Familienbetrieben, sind Quereinsteigerinnen. Die meisten von ihnen, weil sie einen Bauern geheiratet haben. Ich würde ihnen nicht die Kompetenz absprechen. Ein großer Teil kümmert sich um die Finanzen , eine sehr wichtige Aufgabe. Gerade auf Milchviehbetrieben sind sie oft für das "Herdenmanagement" zuständig und tragen ausschlaggebend zum Betriebserfolg bei.

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Annelie

Offline mary

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Mir ist aufgefallen,
dass oft die Frauen, die keinen landwirtschaftlichen Hintergrund haben,
sehr, sehr aktive Partnerinnen auf den Bauernhöfen sind.
Das Problem sehe ich eher in der Sichtweise-
die lange landw. Ausbildung der Männer, die sehr intensiv auf die wirtschaftliche Grundlage gelegt ist(was ja auch sehr wichtig ist)
und dann soll Frau dagegen halten, wenn sie eine andere Sichtweise im Betrieb auch gewichten möchte.
Letzte Woche war bei unserem Maschinenring eine Veranstaltung- Begeisterung statt Burn out-
um die 600 hatten einen Platz bekommen, weit über 200 standen auf der Warteliste.
Macht schon ein wenig nachdenklich, dass bei der ganzen Diskussion um Tierwohl usw.
so ein Thema so einen Zulauf hat.
Im landw. Wochenblatt stand ein Bericht über eine Veranstaltung auf der Grünen Woche- über die Lebenszufriedenheit von Frauen auf den Höfen- kurz Bäuerinnenwohl-
ein paar Sätze sind da schon betrachtenswert:
Ohne Wirtschaftlichkeit schaffen wir es nicht, ohne Menschlichkeit ertragen wir es nicht.
Wenn es den Frauen auf den Höfen gut geht, geht es der Familie gut und auch dem Hof.
Wir haben doch heute eher die Realität auf den Höfen, dass die Töchter eine gute Ausbildung haben und sehr wenige der Liebe wegen, einen Bauern wählen,
die grössere Zahl der jungen Frauen auf den Höfen kommt aus dem nichtlandwirtschaftlichen Umfeld und darauf wird meiner Meinung nach viel zu wenig geschaut.
Diese jungen Frauen steigen oft hochmotiviert in dieses Lebensmodell ein- aber sie leben ja nicht im luftleeren Raum.

Lebensqualität Bauernhof - in Österreich hab ich da einiges drüber gehört- in unserem Land eher wenig.

Heute lässt sich viele Arbeit über Technik lösen, der Melkrobotter, der Fütterungsrobotter, der Spaltenbuttler, hochtechnisierte Landmaschinen,
aber ist damit die Lebensqualität oder -lebenszufriedenheit wirklich um so viel besser geworden?
Frägt man heute Bauernkinder, wie es ihnen in der Schule geht, kommt manchmal erschreckendes zu Tage-
manchmal sind nur noch ein oder 2 Kinder von einem Hof in der Klasse.

Das Zusammenleben mit der Familie ist sicher ein sehr schwieriger Part-
aber ich hab manchmal das Gefühl, dass das, was von uns von Seiten der Gesellschaft aufgedrückt wird,
uns in die Knie zwingt, Lebensqualität und -freude nimmt.
Die schwankenden Preise, die Herausforderungen mit dem Wetter, die Gesundheit der Tiere im Stall, das Wachstum auf dem Acker, damit kamen und kommen wir klar,
aber so manches kommt mir vor wie ein Gang übers Moor,
im Bauernhausmuseum in Ammerang war viele Jahre eine Ausstellung - Stallhaltung einst und jetzt.

Man sah die viel kleineren Rinder, die teilweise mit der Schubkarre auf die Wiese im Frühjahr geschoben werden mussten, weil sie so entkräftet waren, die dunklen Löcher von Ställen,
da haben heute die Tiere ein Leben, von dem manchmal die Bäuerinnen und Bauern nur träumen könnten.
Aber ich höre nichts mehr als noch mehr Labels, noch mehr Tierwohl, noch mehr Vorschriften, noch mehr Kontrollen.

Nur hab ich nicht ein einziges mal von der Lebensqualität für die Bäuerinnen und Bauern was gehört-
und wenn eine Veranstaltung so eine ellenlange Wartelieste hat- wie neulich die Maschinenringveranstaltung,
dann gibt mir das zu Denken.
Musste ich mal los werden.





Offline Rohana

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Zitat
Diese jungen Frauen steigen oft hochmotiviert in dieses Lebensmodell ein- aber sie leben ja nicht im luftleeren Raum.
Und die Familie kann einen ganz schön demotivieren. Aktiv oder passiv wird einem das Gefühl gegeben dass man ja eh "nix kann" und dass was man macht (z.B. Herdenmanagement, oder einfach mit gucken, mitdenken, Ideen einbringen) "nichts nützt" oder gar überflüssig wäre, weil wurde früher auch nicht gemacht.

Die Gesellschaft ist gar nicht mal der grösste Knackpunkt.

Offline mary

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@Rohana,
ist sicher nicht einfach- wie sieht dein Traumprinz den Platz an seiner Seite?
Bin wohl eher im Alter der Eltern deines Mannes-
so ein paar Dinge sind mir da aufgefallen-
man nimmt sich in erster Linie immer selbst mit-
Höfe gibts in unterschiedlichster Ausprägung:
Und jeder Hof hat so sein Motto-
bei uns war Leistung, Anstrengung, alles für den Hof zu tun, dass es passt-
sicher eines der Hauptachsen.
Beim Blick in die Geschichte unseres Hofes wurde mir klar, warum das so war-
anders hätte dieser Hof die Schicksalsschläge nicht überstanden.
So verrückte Dinge - Pferde, Bienen, einen grossen Obstgarten-
dafür war am Anfang eher wenig Begeisterung zu spüren.
Ich brauch z.B. auch nicht mit meinen Bressehühnern meinen, dass so ein geschlachteter Bressehahn, auch entsprechend zubereitet,  allergrösste Verzückung im  Gourmethimmel meines Mannes hervorruft-
den mache ich mit Schweinebraten, Knödel oder Dampfnudeln bzw. Apfelstrudel viel glücklicher.
Freie Zeit draussen verbringen, im Garten, bzw. unter dem Apfelbaum und draussen Frühstück, Mittagessen usw. zu geniessen-
da war eine längere Zeit der Überzeugungsarbeit nötig.
ich hab mich gefragt, wie gings mir, wenn jetzt alle Obstbäume, die ich mühsam herangepäppelt habe, bei der nächsten Generation als unsinnig angesehen und mit der Motorsäge entfernt werden würden?
Wenn die Bienen oder Hühner stören würden?
Wenn es heissen würde, der Garten muss weg, es gibt keinen mehr, gibt eh alles jederzeit zu kaufen?
Ich weiß nicht, wie das Miteinander der Generationen besser gelingen könnte, es ist äusserst schwierig.

Offline Mathilde

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ich hab mich gefragt, wie gings mir, wenn jetzt alle Obstbäume, die ich mühsam herangepäppelt habe, bei der nächsten Generation als unsinnig angesehen und mit der Motorsäge entfernt werden würden?
Wenn die Bienen oder Hühner stören würden?
Wenn es heissen würde, der Garten muss weg, es gibt keinen mehr, gibt eh alles jederzeit zu kaufen?
Ich weiß nicht, wie das Miteinander der Generationen besser gelingen könnte, es ist äusserst schwierig.

Solange Du Dich noch selbst darum kümmern kannst ist das ok. Sobald es aber ausartet indem Du vorschreibst dass ST Deine Hühner versorgen soll, am besten noch zu der Zeit die Dir passt oder nach den Bienen schauen - Dein Hobby nicht Ihres. Wenn Du dann noch kommst jetzt  muss das Obst geerntet und haltbar gemacht werden weil Du es nicht mehr kannst, dann ja dann wird es kritisch.
Irgendwann werde auch ich nicht mehr unsere Pferde versorgen können… dann ist Schluss mit lustig.
Aber solange man noch aufstehen kann und das nötigste selber tun geht’s immer noch.

Ich finde es schade dass Rohanna da abgeblockt wird mit neuen Ideen, denn neue Ideen können nur gut tun -auch Misserfolge.

LG Mathilde
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Marie von Ebner-Eschenbach

Offline Gräfi

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Guten Morgen maggie,

natürlich fehlt ihr einiges an Wissen. Mein Freund hat seinen Meisterbrief und sie einen Bürojob.
Mein Freund wäre mit einer gleichberechtigten Partnerschaft (50/50) nicht einverstanden. Zum einen hat er die entsprechende Ausbildung zur Leitung des Betriebs, zum anderen kann seine Schwester, zumal mit Kleinkind und bald Baby, gar nicht die gleiche Leistung bringen, wie er. Das verlangt er auch nicht von ihr.
Meine SE sind beide Mitte/Ende Fünfzig. Oma und Opa leben beide noch ;) Das Büro macht zum großen Teil meine SM. Mein Freund und SV haben da aber auch noch zu tun.
Mein Freund erwartet/wünscht sich, dass ich später das Büro übernehme. Ich habe ihm zugesichert, dass ich ihm helfe, aber meine Arbeit behalten möchte (hat ja auch Vorteile: Sozialversicherungen bezahlt, sicheres Einkommen etc.). Ich bin natürlich auch gewillt, ihm draußen zu helfen, sofern mir möglich, aber eben eher als Aushilfe, da ich ohnehin genug zu tun habe. Wie sich das nun entwickelt, wird sich zeigen.
In nächster Zeit werde ich das Thema nicht ansprechen. Wir hatten erst eine größere Besprechung mit seinen Eltern, bei der bereits geschriebenes herausgekommen ist. Letztlich wird das ganze sowieso nochmal aufgelegt, wenn es ans tatsächliche „Übergeben“ geht. Der SV gibt den Hof erst ab, wenn er das Rentenalter erreicht hat.
Die Schwester könnte nur die Kühe weiterführen. Ackerbau usw. lässt sich ohne entsprechende Führerscheine nicht umsetzen.


@Mathilde: Da kann ich dir nur zustimmen. Meine SM hat damals ihr Hobby, das Singen, aufgegeben. So sind im Laufe der Zeit die Hühner und die Kühe zu ihrem „Hobby“ geworden. Ich hoffe nicht, dass sie von mir erwartet, dass ich ihre „Hobbys“ übernehme und meine womöglich nach und nach aufgebe.