Autor Thema: Direktvermarktung  (Gelesen 59008 mal)

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Stephan

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Re: Direktvermarktung
« Antwort #60 am: 01.09.08, 22:55 »
Hallo,
ich wollte erst mal nur kurz eine Idee vorstellen, die mir seit ein paar Wochen im Kopf herum spukt (ohne c). Vor einigen Wochen wurde in einer Ausgabe von schweizweit (in 3sat) eine Direktvermarktungsidee in der Schweiz vorgestellt.
Ich gebe den Filminhalt noch mal so ungefähr wieder:

Diese Idee bzw. das Projekt nennt sich Eccofood(.ch). Beteiligt sind glaube hauptsächlich Biobauern. Jeweils im Umkreis (bzw. im Durchmesser) von 100km können sich über dieses Portal Verbraucher und Erzeuger finden. Man kann (nur?) über das Internet seine Produkte jeweils bei einem (oder mehreren?) Landwirten bestellen (Eier, Milch, Käse, Gemüse, Obst, etc.). Die Preise liegen ca. 15-20% über dem Preis im (schweizerischen) Supermarkt. Pro Lieferung werden außerdem noch einmal 5 Franken fällig. Im Zentrum befindet sich jeweils ein kleiner Transporter, der die Produkte bei den Erzeugern holt (und im Zentrum sammelt?) und dann in Boxen (für die einzelnen Kunden verteilt) zu den Kunden bringt.

So etwas ähnliches müßte sich doch auch Deutschland realisieren lassen und zwar in noch einem größeren Maßstab, was ich gleich erklären werde.

Ich habe mich schon ein bischen im Internet herumgestöbert und auch einzelne Threads hier im Unterforum "Direktvermarktung" gelesen. Heruntergeladen habe ich mir z.B. schon verschiedene Pdf-Dateien vom Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg zum Thema Direktvermarktung (Recht, Hygiene, Marketing, etc.). Die werde ich versuchen in den nächsten Wochen mal zu lesen (Juhuu!!, :P ).

Da mich die Zukunft seit meinem Wissen um Peak Oil und alles was damit zusammenhängt doch einigermaßen umtreibt, ergab sich irgendwo eine Gehirnverschwurbelung, die dann verschiedene Sachen kombinierte.

Die Webseite gemuesekiste.de hatte ich schon mal angeschaut, aber in ganz Meck-Pomm gibt es da z.B. nur einen einzigen Anbieter, obwohl es wohl schon jede Menge Hofläden dort gibt.
Eine zentrale Webseite für Deutschland habe ich jetzt für Direktvermarktung noch nicht gefunden. Oder war meine Suche vielleicht doch zu kurz?


Um es zunächst mal kurz zu machen:
Ich stelle mir vor, dass auf einem so zentralen Direktvermarktungsportal später einmal jeder Mann und Frau Dinge REGIONAL (!) kaufen UND verkaufen kann, die man so selber herstellt (Marmelade, Weihnachtsgebäck und -dekoration, Postkarten, Schmuck, Geräuchertes, etc.).
Ich denke daran, dass auch Deutschland letztlich durch den Handel zwischen den Städten bzw. durch den Handel überhaupt auch groß und stark geworden ist.
Und das gleiche kann man jetzt wieder mit Hilfe des Internets als Gegengewicht zu den grassierenden Entlassungswellen setzen.
Jede und Jeder kann sicher Dinge von denen bisher nur der engste Familien- und Freundeskreis profitiert hat, das darf einfach nicht länger so bleiben! ;)
Die Frau eines Bekannten macht z.B. ein wahnsinnig gutes Apfelgelee. So was habe ich noch nie irgendwo gekauft.

Dass die regionale Vermarktung Arbeitsplätze vor Ort sichern kann, ist nichts neues. Ich denke aber auch noch z.B. an das Einsparen von Energie.
Wenn man sich überlegt wieviel Energie für das Herstellen der Glasbehälter und Konservendosen täglich deutschland benötigt wird und wieviele Kraftwerke dafür laufen müssen, dann könnte es einem schwindlig werden (überschlägige Zahlen werde ich mal versuchen zu liefern). Das Problem ist, dass die Firmen, die die Dinger den Strom sehr günstig bekommen, weil sie so viel davon benötigen (bzw. die Blech- und Glaswerke). Den Ausgleich dieses "subventionierten" Stroms muß dann der Verbraucher (vor allem Familien) bezahlen. Da beisst sich die Katze also letztlich doch irgendwann in den Schwanz, weil die Energiepreise weiter steigen werden.
Mit Hilfe des regionalen Direktverkaufs könnte man wie bei Getränken auch ein Pfandsystem für solche Lebensmittelbehältnisse einführen. Diese werden täglich durch den lokalen Transporter ausgeliefert und auch wieder abgeholt und dann z.B. in der Zentrale gespült, um dann den Erzeugern wieder leere, saubere Behälter zu liefern.

Am Anfang macht man das am Besten in dichter bevölkerten Gebieten wie dem Ruhrgebiet, da man zunächst mit Hilfe von gutverdienenden Haushalten das Ganze in Gang bringen muß.
Diese Preise, die man wahrscheinlich ähnlich wie bei dem schweizer Projekt verlangen muß, können zunächst nur die wenigsten bezahlen. Aber dafür können Menschen mit geringerem Einkommen dafür Dinge herstellen, verkaufen und nach und nach auch in den vollen Genuß des regionalen Marktes kommen.
So baut sich auch gleich ein sich selbst verstärkender Wirtschaftskreislauf auf.

Ich habe bis jetzt noch überhaupt nichts durchgerechnet, aber ich denke, dass dies eben in dichter bevölkerten Gebieten klappen kann, wenn die Qualität jeweils stimmt (=> Ausbildung, d.h. Kurse bzw. Veranstaltungen für die Interessierten).


Dass in Deutschland jede Menge Gesetze bestehen, die so einer Idee, die zudem den großen Supermarktketten überhaupt nicht gefallen wird, das Gelingen ziemlich erschweren werden, ist mir schon klar. Aber wenn man will, dass es in Deutschland mal wieder irgendwann wieder besser wird, kann es wahrscheinlich nur über den lokalen Handel funktionieren.

Es gibt natürlich schon jede Menge Wochenmärkte, aber trotzdem scheint das Angebot irgendwie nicht auszureichen. Ist die Angebotsdauer für viele zu kurz (z.B. immer nur Samstags von 8-12h am Marktplatz)? Oder ist das Angebot zu klein?

So ich hoffe ich habe erstmal genug für eine vielfältige Diskussion erklärt.

Stephan
« Letzte Änderung: 05.09.08, 22:20 von Stephan »

Offline mary

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Re: Direktvermarktung
« Antwort #61 am: 02.09.08, 08:11 »
Hallo Stephan,
welche Zielverbrauchergruppe hast du denn im Auge?
Hab dir mal die Edelversion von Vermarktung aus Österreich reingestellt. Wir haben diesen Betrieb mit seinem Konzept vor einer Weile einmal besichtigt.
http://www.landart.at/
Peak-oil und Direktvermarktung- ist das deine Vision?
Herzliche Grüsse
maria


Samy

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Re: Direktvermarktung
« Antwort #62 am: 02.09.08, 08:18 »
Hallo Stephan,

In der Rhön gibt es bereits eine Supermarktkette die sö ähnlich arbeitet (siehe Natur und Kosmos vom Juli o. August).
Das Problem der Direktvermarktung ist das fehlende Geld für die Investitionen.
Wir sitzen gerade an einem Finanzierungskonzept für sowas. Fördermittel gibt es nur über das Landwirtschaftministerium auch für Gewerbebetriebe.
Das bedeutet wir müssen einen ca. 3 Ordner umfassenden Antrag stelle. Der wird dann von dem Landwirtschaftsamt,dem Regierungspräsidium und dem Ministerium geprüft. Das dauert etwa 1 Jahr und kostet alle Nerven. Ob wir Geld bekommen wissen wir nicht, aber haben schon einige Tausend Euro bezahlt.  :o Für viele schon nicht tragbar.
Aus den Fördertöpfen wie Leader und ILEK bekommen die wenigsten was und das ist auch noch gedeckelt für die LW.
Keiner der Bauern und Berufsverbände regt sich darüber auf, obwohl das Geld ist, was aus der zweiten Säule der EU-Förderung kommt.
Die zweite Säule ist wiederum durch Umverteilung aus der ersten Säule dafür aufgestockt worden. Halloooo, die nehmen uns das Geld weg.
Ländliche Förderung ohne die Bauern?????
Kein Geld  -- keine investition in die Direkvermarktung.
Du hast ja im Forum gelesen, dass es immer schwieriger wird Gewinn damit zu machen.
Das Geld wird bei den Leuten knapp, da bezahlen die auch keine 20% zusätzlich. das sind locker 100,00Euro im Monat.
In den neuen Bundesländern kommt die Unternehmensstruktur dazu. Große Betriebe mit intensiver Bewirtschaftung und vielen Fremdarbeitskräften.
Keine guten Voraussetzungen für eine sinnvolle DV.
Deshalb hast Du auch in Meck-Pomm. so wenig gefunden. Anders als in den Alpenländern ist in Deutschland die ganze Wirtschaft auf Überregional aus.
In Niedersachsen gibt es glaube ich auch ein Internetportal wo sich Direktvermarkter und Gastwirte finden können. Kann aber nicht sagen, ob das läuft.
Die Sache mit jeder kann was verkaufen ist in Deutschland unmöglich. Die Marmelade die meine Oma eben mal gekocht hat kann ich nicht einfach auf dem Markt verkaufen. Da habe ich wenigstens 5 Behörden und Ämter am Hals. Hygiene, Finanzamt, Gemeinde etc.

So jetzt habe ich Dir Deine Idee gründlich zerrissen. Trotzdem sollte man sowas im Hinterkopf behalten. Könnte schon bald wirklich machbar sein.
Noch ein Tip von mir, beschäftige Dich mal mit den EU-Landwirtschaftsrecht und den Vorschriften in der BRD. Läßt tief blicken und vieles in einem anderen Licht erscheinen. Z.B. die sogenannte Ökopolitik unserer Regierung.


Samy


Hallo Maria,

was denkst Du über das Konzept der Össis?
Habe gerade mal die Seite angesehen. Lohnt sich einen Besichtigung?
Wir haben in der Nähe ein schweizer Ehepaar die das so ähnlich machen. Sind Individuallisten die gerade so davon leben können.
Das ist eigentlich nicht so das Ziel. Wir wollen ja auch Arebitsplätze schaffen.

Samy

Offline Maja

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Re: Direktvermarktung
« Antwort #63 am: 02.09.08, 09:55 »
HAbe mir eben mal die Preise angesehen die die LAndArt -Leute verlangen. Sind natürlich ganz schön stolz, aber wäre schön wenn man in BRD auch sowas aufziehen könnte. Glaube aber ebenso wie samy , dass es nicht so einfach ist.
Der Amtsschimmel ist einfach zu mächtig und wenn man als kleiner Betrieb sowas machen möchte, fehlt einem das Geld für den Vorlauf.
HAbe mich seit einiger Zeit auch damit beschäftigt,es gäbe einiges aus unserem Betrieb das  für Menschen aus der Stadt seinen Wert hätte. Aber die Stadt ist für mich zu weit, Transportkosten, Standgebühren usw.
Schön langsam verliere ich die Lust  überhaupt noch was zu tun.

Offline mary

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Re: Direktvermarktung
« Antwort #64 am: 02.09.08, 10:40 »
Hallo Samy,
die Besichtigung war auf alle Fälle hochinteressant, das Essen und drumherum ebenfalls vom Feinsten. Dass es einen Markt für sehr hochwertige Lebensmittel gibt, das scheint unbestritten.
Für Normalverbraucher sind die Preise nicht vorstellbar.
Hochwertige Lebensmittel aus handwerklicher und regionaler Herstellung sind schwer zu kriegen, ich denk mir schon, dass sie gefragt sind.
Vielleichtkriegst du den Fernsehsender Gusto aus der Schweiz zu sehen, dort wird jeden Tag so richtig Lust auf tolles Essen gemacht, besonders die Filme über die Herstellung von regionalen Besonderheiten.
Besonders Käse, Öle, usw. da bekommt man so richtig Lust auf Essen von regionalen Spezialitäten.
Ein richtiges mehrstufig geführtes Sauerteigbrot - fast nicht zu finden,
Rohmilchkäse- ebenfalls nicht leicht aufzutreiben,
alte Gemüse und Sorten - ebenfalls schwierig zu finden,
wir haben eine riesige Fülle von Nahrung, aber wirkliche Lebensmittel, da musst du schon suchen.
Ich kann mir vorstellen, dass ein Bedarf dafür besteht-
ob dafür mehrere Arbeitsplätze geschaffen werden können-
das kommt auf uns Geschmacksverstärker und aromazusätze gewöhnte Deutsche selbst an-
der Blick nach Italien hat mich da sehr aufgerüttelt, dort hat Esskultur und Qualität einen vollkommen anderen Stellenwert.
@Maja, ja die Preise haben mich auch schwindlig werden lassen.
Aber warum eigentlich nicht, wer sich ein hochwertiges Auto leistet- verbindet damit auch mehr als Autofahren.
Wer sich das leisten kann und will- bekommt dafür aber auch wirklich exellenten Geschmack geliefert.
Was mich bei diesen hochwertigen Spezialitäten immer interessiert-
wieviel vom Kuchen bleibt beim erzeugenden Bauern???????
Herzliche Grüsse
maria





Samy

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Re: Direktvermarktung
« Antwort #65 am: 03.09.08, 07:58 »
hallo Maria,

wir setzen auf den Markt für hohwertige Lebensmittel. Wir werden keinen Hoflanden bauen, es wird keine Marktstände geben. Nur die Verarbeitung und dann ausliefern.
Unser Betrieb liegt nicht weit von Dresden. Dort gibt es richtig teure Stadtteile. Die können und wollen sich das hoffentlich leisten.
Die Leute kommen nicht 30 o. 40 km gefahren für die Sachen. Kommen sie an die Haustür, brauchen sie sich nicht zu kümmern. Werden sehen ob die Rechnung aufgeht. Gleichzeitig werden wir versuchen die teuren Hotels und Cafes zu gewinnen. Wir können ja auch sonntags frische Milch liefen.
Ob die Tatsache, dass wir kein Bio-Betrieb sind ein Problem wird, werden wir sehen.
Allerdings ist Bio auch für die Zukunft nicht wirklich ein Thema. Nicht weil wir denken ohne das Chemiezeugs nicht auszukommen, sondern weil uns dieser Stress mit der Zertifizierung nervt. Außerdem wissen wir nicht, ob unser Weg der Bodenkultivierung den Bioverbänden geheuer ist.
Bei uns gibt es ja nicht so viele Dirktvermarkter in der Gegend. Ich schaue schon immermal, ob ich regionale Sachen finde, die gut sind.
Habe z.B. einen Imker der den besten Honig der Welt macht. Auch Ziegen- u. Schafskäse sind ganz gut. Mit dem Gemüse tuhe ich mich schwer.
Habe noch nichts passendes gefunden. Auch bei den Eiern wird es schwer.
Ich denke, man kann sich auch mit Produzenten aus anderen Gegenden zusammen tun und die Produkte austauschen. Mal `ne Mottowoche Allgäu oder Schwarzwald etc. kommt bestimmt gut an. Einen Einkaufstour nach Österreich ist bestimmt auch drin. Werde sicher mal eine Anfrage hier starten, wenn es soweit ist. Allerdings sollte man schon darauf achten, dass die Produkte nur in geringen Mengen mit viel Sorgfalt gemacht werden. Sonst ist die Exklusivität hin und der Preis im Eimer.
Jetzt müssen wir aber erst mal den Amtsschimmel zureiten. Nur wenn uns das gelingt können unsere Ideen auch Gestalt annehmen.

Samy

Offline mary

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Re: Direktvermarktung
« Antwort #66 am: 03.09.08, 08:46 »
Hallo Samy,
ich denke schon, dass es einen Markt für Qualitäts- aber vor allem für Geschmacksprodukte gibt. Vor lauter Siegel, Verordnungen, dem ganzen Zertifizierungsmaßnahmen wurde eines auf die Strecke gebracht, der Geschmack.
Wenn ihr mal nach Österreich in Urlaub kommt, dann wäre ein Abstecher an den Walchsee zur Hartkäserei Plangger bestimmt interessant. Die dort im Laden verkauften Käse sind einfach nur "Geschmack". Selbst die Buttermilch, Joghurt- so was finden wir leider bei uns in der Gegend nicht.
Wenn ich an das Leinöl denke, krätziges, bitteres Öl, gut zum Streichen der Bretter, aber eines mit gutem Geschmack- da musste lange suchen.
Wir waren vor vielen Jahren mal in Dresden, dort haben wir ein wunderschön gefliestes Milch- und Käsegeschäft besichtigt, die dort verkauften Produkte waren auch sehr lecker.
Über Nacht werden die Kunden, die nach Geschmack suchen, sicher nicht gleich die Geschäfte stürmen, aber mit der Zeit, bzw. mit jedem probieren.
Ich bin auch erst durch eine EM Lehrfahrt zur Käserei Plangger auf den Käsegeschmack gekommen. Wer aus unserem Bekanntenkreis in die Gegend der Käserei kommt- kauft für uns alle mit ein.
Der Laden dort ist egal zu welcher Tageszeit immer voller Kunden.
Viele Bioprodukte haben genauso wie die konventionellen Lebensmittel  viel vom  Geschmack eingebüßt.
Eigentlich ist es doch komisch, wir leben im Schlaraffenland und nach den einfachen Dingen, wie z. B. einem echten Sauerteigbrot, nach frischer Sauermilchbutter, einem guten Leinöl, Rohmilchkäse, nach alten Obst und Gemüsesorten usw. muss man mit der Lupe suchen.
Vor lauter Geschmacksverstärker und naturidentischen und künstlichen Aromen wissen wir gar nicht mehr, wie die Lebensmittel wirklich schmecken.
Ich drück euch die Daumen und viel Glück,
herzliche Grüsse
maria


Offline Mirjam

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Re: Direktvermarktung
« Antwort #67 am: 03.09.08, 09:41 »
Hallo Samy,

hier vor unserer Haustür in Mittelfranken gibt es beispielsweise 2 Projekte:

Den "Rastmarkt obere Altmühl" in Aurach: http://www.rastmarkt.de/ und http://www.besh.de/html/startseite.html

diese haben auch einen Online-Shop, aber zum Besichtigen ist der Rastmarkt in jedem Fall eine Reise wert - so groß ist das Sortiment mit einem Mix aus Bio und konvi und von Rohmilchkäse bis luftgetrocknetem Schinken. Während sich nach anfänglicher Euphorie im Rastmarkt obere Altmühl das Sortiment schon stark gelichtet hat und zu einem Großteil nur noch aus lagerfähigen Produkten, Dosenwaren, Getränken besteht - ist im Rasthof der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft das Sortiment (noch?) riesig.

Wenn du einen Einblick haben willst was wo wie schon am Markt läuft - dann google nach "Spezialitäten" und "online shop" - die Angebotspalette ist hier schon groß.

Beispiel: http://www.meckpom-kiste.de/

ich denke, es gibt eine Riesenpalette an Direktvermarktungsförderungen - sei es über LEADER oder regionale Projekte,
die Landfrauen haben ihr "Landportal"         http://www.landfrauen-intern2.de/index.php?id=landportal

die Hohenloher haben solch eine Link-Liste ebenfalls wie die Reutlinger:

http://www.direktvermarkter-heilbronn.de/             http://www.bauernhof-rt.de/aktuelles.php

Du meinst aber, dass man direkt über das Portal bestellen kann, richtig? Das Problem der Direktvermarkter ist - meiner Erfahrung nach - die Zeit. Wenn man sich für den ganzen Wartungsaufwand einer Bestell-Versand-Homepage richtig Zeit nehmen muss: Woher nehmen neben Familie und Produktherstellung?

Wer "verkauft" letztendlich die Produkte d.h. ist Abrechnungspartner in Hinsicht auf Produkthaftung/Gewährleistung/Versandversicherung? Wird die Ware auf "Lager" gelegt oder "just in time" versandt? Schaffen die angebundenen Direktvermarkter eine prompte Logistik auch in Ernte/Verarbeitungszeiten?

Was die Supermarktketten betrifft, nunja Rewe hat bei uns überall eine "Regionaltheke" mit drinn stehen, die von Jahr zu Jahr größer wird, Norma setzt hier eher auf einen Eigenvertrieb von typ. fränkischen Produkten.

Wenn du die Listung der zich Seiten in google siehst - kommt es wie in der übrigen Internet-Welt (ich bin jetzt bös) weniger auf die Qualität an (erstmal), sondern das das Portal überhaupt gefunden wird! D.h. da gehören IT-Fachleute drauf angesetzt, die nach Schlagworten dafür sorgen, dass das Ranking in z.B. google positiv läuft. Erst wenn Kunden einen finden - kann man mit Qualität überzeugen.

Für eine Übersicht - Fördermöglichkeiten bis IT-Lösungen wirst du um eine fachkompetente Gründungsberatung nicht herumkommen: Davor dürfte in der Regel ein "Business-Plan" notwendig sein (bei Krediten wie Unternehmensgründung) - wenn du in der landwirtschaftlichen Beratung vor Ort keine Hilfe erhälst - dann kannst du dich auch an Profis in dem Bereich wenden:

http://www.agromind.de/ mit Marion Hofmeier haben wir hier ja auch schon zusammengearbeitet  ;) und sie kennt die Direktvermarktung, die Märkte, die Kunden - weit über Deutschland hinaus.

Sie kann dir sicherlich auch weiterhelfen zu schauen, welche Angebote es schon wo gibt - und was man tun muss um sich von den bestehenden: Abzuheben.

viele Grüsse

Mirjam








Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!

Samy

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Re: Direktvermarktung
« Antwort #68 am: 04.09.08, 08:03 »
Hallo Mirjam,

wir werden erstmal keinen onlineshop an sich machen. Eben wegen der von Dir genannten Dinge. Eigentlich wollen wir auch regional bleiben.
Das heißt um Umkreis von 100 km. Darin liegen die drei Großstädte von Sachsen und dicht an dicht Dörfer. Das sollte erstmal reichen.
Da wir ja etliche Fremdarbeitskräfte haben, sollte die Arbeitserledigung weniger das Problem sein. Meine Schwester macht die Produktion (beginnt in 6 Wo die Ausbildung beim VHM) und ich werde das Marketing machen. Habe schließlich viele Jahre im Aussendienst und Marketing gearbeitet.
In Sachsen gibt es auch einen Direktvermarktungsverein die auch helfen.
Fördermittel gibt es nur die klassischen für die LW. Leader und Co. scheiden aus, da die Milchverarbeitung überall im Anhang ausgeschlossen ist. Das haben wir bereits frustriert feststellen müssen. Soviel zur ländlichen Entwicklungsförderung - Bauern sind darin nicht vorgesehen.
Wirtschaftsförderung , wie InvestZulage oder GA gibt es auch nicht. Milchverarbeiter sind Landwirte auch Müller und Co. - Förderung im Anhang der Richtlinie extra ausgeschlossen. Das bedeutet 3 Ordner Antrag und 10 Jahre Extrakosten für BMLEV-Abschluß. Das gibt es nur in der LW.
Von agromind haben ich mir schon die Kontakdaten besorgt. Werde mich kümmern, wenn es mal soweit ist.

Mit dem Geschmack ist das so eine Sache. Viele Deutsche,besonders die Kinder kennen und wollen nichts anderes. Wenn ich in den Supermarkt  gehe bin ich immer frustriert. Überall das Gleiche und selbst die unterschiedlichen Sorten schmecken irgendwie gleich.
Es ist ja schon für einen kleinen Produzenten ein Kraftakt gute Zutaten für seinen Sachen zu finden. ???

Trotzdem sind wir sicher, dass es laufen wird. Immerhin vermarkten wir bereits 1000 l Rohmilch pro Monat ohne Werbung oder so. ;)

Samy

Offline mary

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Re: Direktvermarktung
« Antwort #69 am: 04.09.08, 08:32 »
Hallo Samy,
ich hab keine Ahnung, wieviel die Käserei Plangger Werbung macht, ich hab auf alle Fälle noch keine gesehen. Das Geschäft ist trotzdem immer voller Kunden. Wenn der Geschmack nicht so toll wäre, würden wir und viele unserer Bekannten doch keinen weiten Weg für diese Milchprodukte machen.
Wenn du in Österreich mal Urlaub machen solltest, dann kann ich dir nur einen Abstecher an den Walchsee empfehlen.
Erst wenn man solchen Geschmack gekostet hat- wird man erst einmal sensibilisiert, wie Joghurt, Käse, Butter usw. schmecken kann.
Ich mache normalerweise viele Milchprodukte selbst, von Zeit zu Zeit ist auch mal eine Abwechslung gefragt- und ich bemühe mich, mit meinen Milchprodukten (Joghurt, Butter, Frischkäse) annähernd an die Qualität von Plangger hinzukommen. Käsemachen hab ich aus Zeitgründen aufgegeben.
Der Bürokratiewahnsinn schreckt mich bis jetzt  vor der Direktvermarktung ab-
so kommen wir eben nur selbst auf unsere Sachen.
Ich möchte noch zu den Apfelbeeren eine grössere Anzahl von Gojbeeren pflanzen, hab auch euer wieder einige Exoten ausgepflanzt, um feststellen zu können, wie sie mit unserem Klima klarkommen.
Wir haben uns einige Permakulturbetriebe angesehen- hab da einiges gesehen, das für unseren Betrieb passen könnte.
Herzliche Grüsse
maria



« Letzte Änderung: 04.09.08, 08:34 von mary »

Stephan

  • Gast
Re: Direktvermarktung
« Antwort #70 am: 05.09.08, 21:43 »
Hallo Maria,
Zitat
welche Zielverbrauchergruppe hast du denn im Auge?

Tja ich würde sagen, wenn Du mich so fragst, ganz konkret geantwortet: Die umweltbewußten, engagierten, Besserverdienenden, die sich gerne auch mal was ins Haus liefern lassen.

Aber ganz allgemein könnte man sagen: Besserverdienende mit wenig Zeit? Eventuell auch umweltbewußt?


Zitat
Peak-oil und Direktvermarktung- ist das deine Vision?

Direktvermarktung ist sicher nur eine Möglichkeit der kommenden Energiekrise zu begegnen. In den USA wurden schon vor drei Jahren begonnen Reparaturen am Straßennetz nicht mehr auszuführen aufgrund der stark gestiegenen Preise für Bitumen und Diesel. Das gleiche passiert in Deutschland auch schon. Das ist nur ein Aspekt, den knapper werdendes Öl mit sich bringt.
Ganz wichtig ist auch die Energieversorgung regional zu gestalten (Holz, Gartenabfälle, Biogas, Solarkollektoren, etc.).
Dann gäbe es die Möglichkeit in den Sommerferien mit Jugendlichen Projekte in Sachen Ökologie zu machen:
- Basteln von einfachen Solarkollektoren aus Holz, Glas, Rohren und evtl. fertigen Sunstrip-Blechen oder mit Hilfe von jemandem, der sich in Schweißen auskennt, aus alten Heizkörpern oder Blechen (s. die Bastel-/Selbstversorger-Hefte von Christian Kuhtz: "Einfälle statt Abfälle").
- Kleine Windkraftanlagen bauen (z.B. ebenfalls aus Altmaterialien s. die Hefte von Christian Kuhtz) oder organisiert sich z.B. hierüber ( http://www.kleinwindanlagen.de/Forum/phpBB2/ ) einen Referenten, der es zeigt.
- Bauen eines Gartenhäuschens aus Lehm und Holz nach alter Handwerkstechnik. Da könnte man z.B. später dann richtig professionell Wartehäuschen (gibt es meistens zu wenige oder zu kleine) oder wieder Telefonhäuschen (statt Metallrohr mit Telefon dran) bauen (=Arbeitsplätze und Nutzen für alle).

Stephan


Hallo Samy,
Zitat
In der Rhön gibt es bereits eine Supermarktkette die sö ähnlich arbeitet (siehe Natur und Kosmos vom Juli o. August).
Danke für den Hinweis. Ich habe mir jetzt das August-Heft bestellt.

Zitat
Wir sitzen gerade an einem Finanzierungskonzept für sowas. Fördermittel gibt es nur über das Landwirtschaftministerium auch für Gewerbebetriebe.
Ob wir Geld bekommen wissen wir nicht, aber haben schon einige Tausend Euro bezahlt.  Shocked Für viele schon nicht tragbar.
Aus den Fördertöpfen wie Leader und ILEK bekommen die wenigsten was und das ist auch noch gedeckelt für die LW.

Letztes Jahr hatte ich versucht eine Förderung für den Bau von einfachen Solarkollektoren wie oben beschrieben über Leader-Plus zu bekommen. Wurde leider nicht genehmigt.
Ein Freund von Christian Kuhtz hatte letztes Jahr die Förderung für die gleiche Idee (ich weiß jetzt nicht aus welchem Topf) schon bekommen (auch zwei Arbeitslose wollte er beschäftigen), er wollte gerade anfangen, da erfuhr er, dass er Krebs hat. Im Februar diesen Jahres ist er gestorben.

Dann hatte ich wie hier glaube ich schon beschrieben versucht über das Programm "KMU innovativ" im Bereich Biotechnologie eine Förderung für Versuche mit Stickstoffbakterien zu bekommen. Das wurde auch abgelehnt. Ich muß allerdings zugeben, dass ich diesen Antrag ziemlich auf den letzten Drücker abgegeben hatte, einige Rechtschreibfehler drin waren und ich mehr oder weniger versucht hatte in diesem Antrag der zuständigen Jury etwas über das Problem der Nitratbelastung von Gewässern beizubringen. Eventuell hatten die das trotz des sehr sinnvollen Vorhabens in den falschen Hals bekommen.

Im Internet hatte ich dieses Jahr dann ein fertiges Konzept für Regionalentwicklung der Region Werra-Meißner entdeckt:

Ein (genehmigtes?) Leader-Plus-Konzept (Pdf-Dokument) bezüglich Regionaler-Entwicklung (2007-2013) eines hessischen Landkreises:
http://www.vfr-werra-meissner.de/Entwicklungskonzept_Werra_Meissner_2007.pdf

Das lohnt sich sicher das mal näher anzuschauen. Es geht u.a. um Ausbildung, Altersstruktur, Betriebsstrukturen, die regionale Gewinnung von Energie aus regenerativen Quellen (Holz, Biomasse, etc.).

Aber es geht wahrscheinlich auch ohne Leader-Plus o.ä:

Man muß nur mit möglichst vielen, d.h. vor allem den richtigen, Leuten reden. Hier ein Super-Beispiel wie so etwas gehen kann (gefunden bei Franz Alt auf seiner "Sonnenseite"):

Zitat
Wasserkraftwerke - für Fische verträglich
...
Diplomingenieur Mathias Kappeler freut sich. „In nur einem Jahr haben wir dort Planung, Genehmigung und Bau eines Wasserkraftwerks über die Bühne bekommen.“
...
Was gelang Kappeler und seinem Auftraggeber in nur 12 Monaten, worüber andernorts oft Jahre gestritten wird? Mancher, der Genehmigungen für ein Wasserkraftwerk im bayerischen Allgäu beantragte, musste sich über 30 Jahre mit Behörden und Einsprüchen befassen.
...
Dabei folgte das E-Werk der Forderung „Mit der Natur- nicht gegen die Natur“, sagt Geschäftsführer Friedrich Besler. Damit dieser Formel auch alle gemeinsam folgten, luden das planende Ingenieurbüro Dr. Koch und sein örtlicher Auftraggeber frühzeitig alle Beteiligten an einen ‘runden Tisch’. Also auch die Naturschutzbehörde des Landkreises und die örtlichen Fischer.
http://www.sonnenseite.com/index.php?pageID=5&article:oid=a1011&template=article_detail.html&noflash=true

Ich denke da auch an folgenden Satz eines französischen Schriftstellers:
»Wenn du ein Schiff bauen willst, musst du die Leute nicht zum Baumfällen antreiben, sondern ihre Sehnsucht nach dem Meer wecken« (Antoine de Saint-Exupéry)

D.h. man muß alle Menschen, die bei einer solchen Idee beteiligt werden müssen, gleich von vorneherein einladen mitzudiskutieren, ihre Meinung und ihre Bedenken anzuhören. Das kommt einem vielleicht langwierig vor, aber im Endeffekt, wie im obigen Artikel beschrieben, ist dies die schnellste Möglichkeit von allen.

Viele Menschen in verschiedenen Behörden würden sich sicher gerne mehr für alternative Energien oder für bessere Lebensumstände einsetzen, aber es gibt eben diverse Direktiven in den Behörden, an die sie sich halten müssen. Und auch gutmütige Menschen werden sauer, wenn man ihnen dann vorhält, sie würden nicht an die Zukunft denken, etc. Dabei dürfen sie eben nicht sagen warum sie so handeln.
Wenn man jetzt aber quasi ganz offiziell, diese Mitarbeiter dazu "verdonnert" etwas für die Umwelt etc. zu machen (z.B. durch beschleunigte Bearbeitung eines Wasserkraftwerkes oder eines Hofladens oder für eine regionale Vermarktungsinitiative mit Beteiligung auch einfacher Leute oder ..oder...oder..), und wenn dann viele Menschen auf diese Art und Weise zusammenarbeiten, dann wird man sich wahrscheinlich wundern was für gute (!) Kräfte hier auf einmal freigesetzt werden und was auf einmal alles möglich ist mit den ach so schwachen Möglichkeiten des Einzelnen.

Zitat
Das Geld wird bei den Leuten knapp, da bezahlen die auch keine 20% zusätzlich. das sind locker 100,00Euro im Monat
.

Deswegen hatte ich oben ja geschrieben, dass ich zuerst an die gutverdienenden Haushalte denke.

Zitat
Die Sache mit jeder kann was verkaufen ist in Deutschland unmöglich. Die Marmelade die meine Oma eben mal gekocht hat kann ich nicht einfach auf dem Markt verkaufen. Da habe ich wenigstens 5 Behörden und Ämter am Hals. Hygiene, Finanzamt, Gemeinde etc.

So jetzt habe ich Dir Deine Idee gründlich zerrissen.

Nein, nein, ganz und gar nicht. Deswegen habe ich ja meine Idee vorgestellt, um auch andere Aspekte kennenzulernen. In jedem Problem, äh nein, das muß natürlich auf neudeutsch Aufgabe heißen, stecken auch immer wieder Potentiale drin.

Auch die Schönauer Stromrebellen fingen mal klein an und heute gehören sie zu den größten regionalen Stromversorgern, Dank der ehrenamtlichen Unterstützer vieler wie z.B. einer Werbungs-Firma aus Berlin, die den Slogan "Wir/Du sind/bist ein Störfall" mit den entsprechenden T-Shirts, Plakaten etc. entworfen hat.

Man muß den Menschen nur mal zeigen, dass man eine gute Idee hat und da auch zusammenarbeitet, dann ergibt sich der Rest eventuell von alleine.

Stephan

EDIT: Die richtige Adresse dieses schweizerischen Vermarktungsprojektes lautet richtig: eccofood.ch
« Letzte Änderung: 05.09.08, 22:20 von Stephan »

Offline mary

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Re: Direktvermarktung
« Antwort #71 am: 06.09.08, 08:08 »
Hallo Stephan,
die Idee, Jugendliche für Klimaschutz und energiesparende Technik zu begeistern- find ich sehr gut. Wir sind in einer Zeit der billigen Energie aufgewachsen, inzwischen geht Energie richtig an den Geldbeutel.
Mein Interesse für regionale Vermarktung, Klimaschutz und Energie ist schon länger geweckt-
ich sehe allerdings noch eine Reihe von Stolpersteinen auf dem Weg.
Die wuchernde und ausufernde Bürokratie ist nur einer davon.
Was mich aber bei den vielen Konzepten, die für Vermarktung geschaffen worden sind- auch sehr interessiert hat- hat der, der diese Produkte erzeugt, am Schluss für den Mehraufwand einen finanziellen Nutzen?
Ich habs jetzt zu oft gesehen, dass hier genauso zurück gerechnet wird, unterm Strich bleibt dann für den Erzeuger meist sehr wenig bis gar nichts vom Mehraufwand bezahlt.
Scheinbar ist das alte Sprichwort: Und ist der Handel noch so klein, so bringt er mehr als Arbeit ein- noch immer sehr nahe bei der Wahrheit.
Es wird fast bei keinem Konzept von unten nach oben gerechnet, sondern umgekehrt.
Energiesparende Produktion von Lebensmitteln- die auch noch sehr gut schmecken(nicht nur gesund), von der der Landwirt auch leben kann und für den Verbraucher bezahlbar- das wäre so meine Vision.
Mir hat hier der Blick nach Italien die Augen geöffnet, dort ist ein vollkommen anderes Lebensmittelbewusstsein in einer sehr grossen Breite der Bevölkerung vorhanden- regionale Spezialitäten haben dort einen sehr hohen Stellenwert und der Umgang mit den Lebensmittel ist in relativ breiter Basis ebenfalls gut vorhanden.
Denn was nützen die hochwertig hergestellten Lebensmittel, wenn sie zwar gekauft, aber nicht geschätzt werden.
Das Grundproblem in Deutschland ist die mangelnde Wertschätzung-
vielleicht ist auch so ein alter Spruch: Was nichts kostet, ist nichts wert- da ganz mitentscheidend.
Seit ich mich mit der Selbstversorgung der Lebensmittel beschäftige, ist mir der Wert erst wirklich bewusst geworden.
Die Mühe und Arbeit damit sorgt für eine wesentlich grössere Wertschätzung, bei der Energie hab ich die gleiche Erfahrung gemacht.
Du beschäftigst dich doch sehr viel mit technischen Dingen, die Speicherung der Energie- das wär ein ganz wichtiges Thema.
Wenn du in dieser Hinsicht was findest, da meld ich mich gleich als Interessierte. Energie auch als Vorratshaltung zu betreiben- nicht nur die Gurken und das Sauerkraut für den Winter, sondern auch die Sonnenenergie speichern können- das wäre hochinteressant.
Herzl. Grüsse
maria



Stephan

  • Gast
Re: Direktvermarktung
« Antwort #72 am: 06.09.08, 17:12 »
Zitat
Was mich aber bei den vielen Konzepten, die für Vermarktung geschaffen worden sind- auch sehr interessiert hat- hat der, der diese Produkte erzeugt, am Schluss für den Mehraufwand einen finanziellen Nutzen?

Das Problem ist wohl, dass man z.B. beim Gemüse mit Firmen konkurrieren muß, die riesige Flächen bewirtschaften und wo es bei der Ansammlung sicher den einen oder anderen Zuschuß gab, sprich die Fixkosten sind deutlich niedriger pro Kilogramm Gemüse, als wenn jemand im Kleinen anfängt und alles selber zahlen muß.
Wenn man sich z.B. anschaut was ein großes Glas Gewürzgurken im Supermakrt kostet, da dürfte ja alleine schon das Glas für den Verbraucher mehr kosten bzw. auch für den kleinen Händler, selbst wenn er mal für ein halbes Jahr 500 Gläser oder so einkauft.
Hier in Meck-Pomm gibt es seit neuestem wohl eine Firma, die in großem Stil Tomaten anbaut (Richtung Küste irgendwo), ich sag jetzt keinen Namen. ;)
Diese Tomaten sind einiges billiger als die holländischen und schmecken dafür auch noch einiges besser. Aber dafür werden dort sicher auch Polen, Ukrainer oder Weissrussen arbeiten.
Die meisten Leute hier um mich herum versorgen sich mit Gemüse, Eiern, Hühnern, Kaninchen, Hasen, Tauben, Enten etc. meistens selber. Da würde eine Direktvermarktung wenig Sinn machen. Und außerdem sollte da wohl schon die Qualität stimmen. Irgendwo hatte ich einen guten Vorschlag gelesen: Man sollte erst einmal versuchen auf Wochenmärkten oder so seine Produkte zu verkaufen. Da hat man auch direkt eine Rückmeldung und Kontakt zu den Leuten, die einem sagen können, was man noch besser machen könnte.

Gestern ist mir noch eingefallen, dass man die schon vorhandenen Direktvermarktungsangebote (wie den Rastmarkt im Altmühltal) am Besten irgendwie zentral verlinkt, d.h. von einem Portal aus kann man seine Postleitzahl eingeben und vielleicht noch die Art der Produkte (Lebensmittel allgemein, Obst, Gemüse, Dekoration, etc.) und dann bekommt man eine Liste mit Links zu den nächstgelegenen Hofläden oder Verkaufsstellen, die im optimalen Falle auch noch entsprechend gegen einen Aufschlag ausliefern.
Diese Landart-Seite ist natürlich nur was für die oberen Zehntausend.

Bis ich auf die Idee gekommen wäre bei Google "Spezialitäten" und "Internet-Shop" einzugeben, hätte es wahrscheinlich eine Weile gedauert.
Gerade bin ich noch auf die Seite http://direktvermarktung.de/ gestossen. Die würde man wahrscheinlich zuerst eingeben, aber das Angebot bezieht sich anscheinend auch nur auf wenige Erzeuger irgendwo in Niedersachsen.

Zitat
Das Grundproblem in Deutschland ist die mangelnde Wertschätzung-
vielleicht ist auch so ein alter Spruch: Was nichts kostet, ist nichts wert- da ganz mitentscheidend.

Ich bin nicht so ganz sicher, ob wirklich die Wertschätzung für gutes Essen so gering ist. Das Problem liegt im Autoland Deutschland vielleicht auch darin, dass man z.B. fürs Auto ziemlich viel Geld ausgibt und für anderes ist dann nichts mehr da bzw. das muß dann möglichst billlig sein.
Die Supermärkte wurden zu Anfang ja auch nicht überrant, sondern das war wohl ein Mords-Aufwand für diese Ketten die Leute von den Tante-Emma-Läden in die Supermärkte zu locken.

Zitat
Seit ich mich mit der Selbstversorgung der Lebensmittel beschäftige, ist mir der Wert erst wirklich bewusst geworden.
Die Mühe und Arbeit damit sorgt für eine wesentlich grössere Wertschätzung, bei der Energie hab ich die gleiche Erfahrung gemacht.

Ich bewundere auch solche Leute, die ganze Regale im Keller voll mit eingemachten oder eingelagerten Sachen (Marmeladen, Kartoffeln, Äpfel)  stehen haben. Im Gegenzug muß man sich dann anschauen was so eine Marmelade im Supermarkt kostet.

Zitat
Du beschäftigst dich doch sehr viel mit technischen Dingen, die Speicherung der Energie- das wär ein ganz wichtiges Thema.

Ja auch, aber nebenher beschäftige ich mich auch noch quasi als "Informationskrieger" wie ich in einem Blog mal gelesen habe.

Zitat
Wenn du in dieser Hinsicht was findest, da meld ich mich gleich als Interessierte. Energie auch als Vorratshaltung zu betreiben- nicht nur die Gurken und das Sauerkraut für den Winter, sondern auch die Sonnenenergie speichern

Also dieser ehemalige Landwirtschaftsdirektor an der Landtechnik Weihenstephan Heinz Schulz hat da einige Bücher zu geschrieben ("Wärme aus Sonne und Erde") und auch selber die Technik (Solarkollektor, Erdspeicher und Wärmepumpe) ausprobiert.
So aus dem Bauch heraus kann ich schlecht schätzen weil ich damit beruflich noch nicht viel zu tun hatte, aber ich habe dazu schon einiges gelesen: Am Effektivsten (Ersparnis an Geld pro eingesetzter Geldeinheit) ist es am Anfang auf jeden Fall Energie zu sparen. Z.B. in dem man die Häuser besser dämmt (z.B. mit Hilfe des billigen und einfachen Baustoffs Lehm) oder bessere Fenster einsetzt. Allerdings gibt es da auch Grenzen wegen der Luftdichtigkeit und anschließendem Schimmel. Lehm zB. ist ein atmender und Luftfeuchtigkeit puffernder Baustoff.
Neue Kühlschränke sparen enorm Energie im Vergleich zu älteren. Bei der Einstellung der Umwälzung des warmen Wassers kann man einiges sparen. Energiesparlampen finde ich selber nicht mehr so prickelnd. Erstens enthalten die doch einiges an Quecksilber und mir sind selber schon einige von den Dingern, selbst von Osram, innerhalb nur eines Jahres kaputt gegangen (gut in der Küche schalte ich schon einige Male pro Tag das Licht an, aber trotzdem).

Vor kurzem bin ich noch auf eine Doktorarbeit aus dem Jahr 1985 zum Thema Wärmespeicherung bzw. Erdspeicher und Landwirtschaft gestossen, da dürfte noch einiges drin stehen.

Stephan

Clara

  • Gast
Re: Direktvermarktung
« Antwort #73 am: 07.09.08, 19:28 »
Hallo Maria,
Zitat
welche Zielverbrauchergruppe hast du denn im Auge?

Tja ich würde sagen, wenn Du mich so fragst, ganz konkret geantwortet: Die umweltbewußten, engagierten, Besserverdienenden, die sich gerne auch mal was ins Haus liefern lassen.

Aber ganz allgemein könnte man sagen: Besserverdienende mit wenig Zeit? Eventuell auch umweltbewußt?


Zitat
Peak-oil und Direktvermarktung- ist das deine Vision?

Direktvermarktung ist sicher nur eine Möglichkeit der kommenden Energiekrise zu begegnen. In den USA wurden schon vor drei Jahren begonnen Reparaturen am Straßennetz nicht mehr auszuführen aufgrund der stark gestiegenen Preise für Bitumen und Diesel. Das gleiche passiert in Deutschland auch schon. Das ist nur ein Aspekt, den knapper werdendes Öl mit sich bringt.
Ganz wichtig ist auch die Energieversorgung regional zu gestalten (Holz, Gartenabfälle, Biogas, Solarkollektoren, etc.).
Dann gäbe es die Möglichkeit in den Sommerferien mit Jugendlichen Projekte in Sachen Ökologie zu machen:
- Basteln von einfachen Solarkollektoren aus Holz, Glas, Rohren und evtl. fertigen Sunstrip-Blechen oder mit Hilfe von jemandem, der sich in Schweißen auskennt, aus alten Heizkörpern oder Blechen (s. die Bastel-/Selbstversorger-Hefte von Christian Kuhtz: "Einfälle statt Abfälle").
- Kleine Windkraftanlagen bauen (z.B. ebenfalls aus Altmaterialien s. die Hefte von Christian Kuhtz) oder organisiert sich z.B. hierüber ( http://www.kleinwindanlagen.de/Forum/phpBB2/ ) einen Referenten, der es zeigt.
- Bauen eines Gartenhäuschens aus Lehm und Holz nach alter Handwerkstechnik. Da könnte man z.B. später dann richtig professionell Wartehäuschen (gibt es meistens zu wenige oder zu kleine) oder wieder Telefonhäuschen (statt Metallrohr mit Telefon dran) bauen (=Arbeitsplätze und Nutzen für alle).

Stephan


Hallo Samy,
Zitat
In der Rhön gibt es bereits eine Supermarktkette die sö ähnlich arbeitet (siehe Natur und Kosmos vom Juli o. August).
Danke für den Hinweis. Ich habe mir jetzt das August-Heft bestellt.

Zitat
Wir sitzen gerade an einem Finanzierungskonzept für sowas. Fördermittel gibt es nur über das Landwirtschaftministerium auch für Gewerbebetriebe.
Ob wir Geld bekommen wissen wir nicht, aber haben schon einige Tausend Euro bezahlt.  Shocked Für viele schon nicht tragbar.
Aus den Fördertöpfen wie Leader und ILEK bekommen die wenigsten was und das ist auch noch gedeckelt für die LW.

Letztes Jahr hatte ich versucht eine Förderung für den Bau von einfachen Solarkollektoren wie oben beschrieben über Leader-Plus zu bekommen. Wurde leider nicht genehmigt.
Ein Freund von Christian Kuhtz hatte letztes Jahr die Förderung für die gleiche Idee (ich weiß jetzt nicht aus welchem Topf) schon bekommen (auch zwei Arbeitslose wollte er beschäftigen), er wollte gerade anfangen, da erfuhr er, dass er Krebs hat. Im Februar diesen Jahres ist er gestorben.

Dann hatte ich wie hier glaube ich schon beschrieben versucht über das Programm "KMU innovativ" im Bereich Biotechnologie eine Förderung für Versuche mit Stickstoffbakterien zu bekommen. Das wurde auch abgelehnt. Ich muß allerdings zugeben, dass ich diesen Antrag ziemlich auf den letzten Drücker abgegeben hatte, einige Rechtschreibfehler drin waren und ich mehr oder weniger versucht hatte in diesem Antrag der zuständigen Jury etwas über das Problem der Nitratbelastung von Gewässern beizubringen. Eventuell hatten die das trotz des sehr sinnvollen Vorhabens in den falschen Hals bekommen.

Im Internet hatte ich dieses Jahr dann ein fertiges Konzept für Regionalentwicklung der Region Werra-Meißner entdeckt:

Ein (genehmigtes?) Leader-Plus-Konzept (Pdf-Dokument) bezüglich Regionaler-Entwicklung (2007-2013) eines hessischen Landkreises:
http://www.vfr-werra-meissner.de/Entwicklungskonzept_Werra_Meissner_2007.pdf

Das lohnt sich sicher das mal näher anzuschauen. Es geht u.a. um Ausbildung, Altersstruktur, Betriebsstrukturen, die regionale Gewinnung von Energie aus regenerativen Quellen (Holz, Biomasse, etc.).

Aber es geht wahrscheinlich auch ohne Leader-Plus o.ä:

Man muß nur mit möglichst vielen, d.h. vor allem den richtigen, Leuten reden. Hier ein Super-Beispiel wie so etwas gehen kann (gefunden bei Franz Alt auf seiner "Sonnenseite"):

Zitat
Wasserkraftwerke - für Fische verträglich
...
Diplomingenieur Mathias Kappeler freut sich. „In nur einem Jahr haben wir dort Planung, Genehmigung und Bau eines Wasserkraftwerks über die Bühne bekommen.“
...
Was gelang Kappeler und seinem Auftraggeber in nur 12 Monaten, worüber andernorts oft Jahre gestritten wird? Mancher, der Genehmigungen für ein Wasserkraftwerk im bayerischen Allgäu beantragte, musste sich über 30 Jahre mit Behörden und Einsprüchen befassen.
...
Dabei folgte das E-Werk der Forderung „Mit der Natur- nicht gegen die Natur“, sagt Geschäftsführer Friedrich Besler. Damit dieser Formel auch alle gemeinsam folgten, luden das planende Ingenieurbüro Dr. Koch und sein örtlicher Auftraggeber frühzeitig alle Beteiligten an einen ‘runden Tisch’. Also auch die Naturschutzbehörde des Landkreises und die örtlichen Fischer.
http://www.sonnenseite.com/index.php?pageID=5&article:oid=a1011&template=article_detail.html&noflash=true

Ich denke da auch an folgenden Satz eines französischen Schriftstellers:
»Wenn du ein Schiff bauen willst, musst du die Leute nicht zum Baumfällen antreiben, sondern ihre Sehnsucht nach dem Meer wecken« (Antoine de Saint-Exupéry)

D.h. man muß alle Menschen, die bei einer solchen Idee beteiligt werden müssen, gleich von vorneherein einladen mitzudiskutieren, ihre Meinung und ihre Bedenken anzuhören. Das kommt einem vielleicht langwierig vor, aber im Endeffekt, wie im obigen Artikel beschrieben, ist dies die schnellste Möglichkeit von allen.

Viele Menschen in verschiedenen Behörden würden sich sicher gerne mehr für alternative Energien oder für bessere Lebensumstände einsetzen, aber es gibt eben diverse Direktiven in den Behörden, an die sie sich halten müssen. Und auch gutmütige Menschen werden sauer, wenn man ihnen dann vorhält, sie würden nicht an die Zukunft denken, etc. Dabei dürfen sie eben nicht sagen warum sie so handeln.
Wenn man jetzt aber quasi ganz offiziell, diese Mitarbeiter dazu "verdonnert" etwas für die Umwelt etc. zu machen (z.B. durch beschleunigte Bearbeitung eines Wasserkraftwerkes oder eines Hofladens oder für eine regionale Vermarktungsinitiative mit Beteiligung auch einfacher Leute oder ..oder...oder..), und wenn dann viele Menschen auf diese Art und Weise zusammenarbeiten, dann wird man sich wahrscheinlich wundern was für gute (!) Kräfte hier auf einmal freigesetzt werden und was auf einmal alles möglich ist mit den ach so schwachen Möglichkeiten des Einzelnen.

Zitat
Das Geld wird bei den Leuten knapp, da bezahlen die auch keine 20% zusätzlich. das sind locker 100,00Euro im Monat
.

Deswegen hatte ich oben ja geschrieben, dass ich zuerst an die gutverdienenden Haushalte denke.

Zitat
Die Sache mit jeder kann was verkaufen ist in Deutschland unmöglich. Die Marmelade die meine Oma eben mal gekocht hat kann ich nicht einfach auf dem Markt verkaufen. Da habe ich wenigstens 5 Behörden und Ämter am Hals. Hygiene, Finanzamt, Gemeinde etc.

So jetzt habe ich Dir Deine Idee gründlich zerrissen.

Nein, nein, ganz und gar nicht. Deswegen habe ich ja meine Idee vorgestellt, um auch andere Aspekte kennenzulernen. In jedem Problem, äh nein, das muß natürlich auf neudeutsch Aufgabe heißen, stecken auch immer wieder Potentiale drin.

Auch die Schönauer Stromrebellen fingen mal klein an und heute gehören sie zu den größten regionalen Stromversorgern, Dank der ehrenamtlichen Unterstützer vieler wie z.B. einer Werbungs-Firma aus Berlin, die den Slogan "Wir/Du sind/bist ein Störfall" mit den entsprechenden T-Shirts, Plakaten etc. entworfen hat.

Man muß den Menschen nur mal zeigen, dass man eine gute Idee hat und da auch zusammenarbeitet, dann ergibt sich der Rest eventuell von alleine.

Stephan

EDIT: Die richtige Adresse dieses schweizerischen Vermarktungsprojektes lautet richtig: eccofood.ch

Lieber Stephan,

ich mache dich gern mal mit einigen meiner  Kollegen bekiannt, die vom und mit Gemüse- und Obstbau leben müssen... Da ist nicht viel mit Idyll und Träumerei... Ach ja, einige von denen sind auch "richtig groß"... also bauen  Gemüse und Obst auf mehreren hundert ha an... und da sind auch immer fremdländische Saisonkräfte auf dem Betrieb... Allerdings nicht, weil sie Kosten sparen wollen, sondern weil sie kaum deutsche Saisonkräfte für die Erntearbeiten gewinnen können...

Was Geschmack angeht... dazu nur soviel... Geschmack wird hauptsächlich von der Sorte bestimmt und nicht vom Anbauverfahren... Dazu gibt es zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen u.a aus Großbeeren...

Viele Grüße Anja

Samy

  • Gast
Re: Direktvermarktung
« Antwort #74 am: 08.09.08, 08:14 »
Hallo Stephan,

die Zusammenfassung der DM in einer Datenbank ist nicht schlecht. Leider zeigt sich hier in Deutschland wieder die Kleinstaaterei.
In Sachsen gibt es jedes Jahr einen Katalog vom Direktvermarktungsverein. Dort sind alle DM, die Mitglied sind, mit Kontaktdaten und Produkten nach Landkreisen sortiert aufgeführt.
Ich schätze, dass sind 80% der DM in Sachsen. In anderen Bundesländern gibt es vielleicht auch sowas. Alle an einen Tisch und die Infos in eine Datenbank. Ruck zuck ist einen brauchbare Plattform entstanden. Soweit die Theorie. In der Praxis ist es leider anders. Da wird um Zuständigekeiten, Macht , Geld etc. gerangelt, so das die Bemühungen Einzelner untergehen.


Hallo Maria,


werde wohl mal eine Studienreise ;) nach Österreich machen.



Samy