Autor Thema: Wald- und Forstwirtschaft  (Gelesen 44216 mal)

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Offline Beate Mahr

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Re: Wald- und Forstwirtschaft
« Antwort #150 am: 20.11.19, 11:26 »
Hallo

na dann werden sie das *Papier* haben ...
wobei die sicher noch kontrolliert werden ...
die Polizei usw. sind doch total verschreckt

Gruß
Beate

mir ist bei lesen des Textes echt schlecht geworden
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Offline Beate Mahr

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Re: Wald- und Forstwirtschaft
« Antwort #151 am: 16.02.20, 20:02 »
Hallo

ich bin grad fassungslos ...

Waldarbeiter nach Sturmtief "Sabine" tödlich verletzt

Zitat

Das Unglück ereignete sich bereits am vergangenen Freitag, wie die Polizei am Sonntagnachmittag mitteilte.
Demnach war der Waldarbeiter von Hessen Forst bei Aufräumarbeiten nach dem Sturmtief "Sabine"
in einem Waldstück bei Lorch-Wollmerschied (Rheingau-Taunus) tödlich verletzt worden.
Ob der 52-Jährige möglicherweise durch einen umgefallenen Baum oder herabgestürzten Ast getroffen wurde,
dazu wollte die Polizei auf hr-Nachfrage keine Angaben machen.

Ein Jagdpächter hatte den schwer verletzten Waldarbeiter gefunden.
Er habe ihn unweit eines Waldweges entdeckt und umgehend die Rettungskräfte informiert

Wie kann der Forstarbeiter - noch dazu von Hessen Forst - alleine Windbruch aufarbeiten ???

Unverantwortlich !!!!! Da wird die SVLFG mit Sicherheit tätig

Wir arbeiten auch im Forst (kommunal) ...
wenn unser Förster das mitbekommen würde ...
bekämen wir keine Aufträge mehr

Selbst wenn er *privat bzw. für sich* gearbeitet hat
ist das ein No Go ... ich würde GöGa die Hölle heiß machen

Passt bitte auf eure Männer auf

Gruß
Beate
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Offline mamaimdienst

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Re: Wald- und Forstwirtschaft
« Antwort #152 am: 16.02.20, 20:05 »
Im Nachbardorf ist erst vor zwei Wochen ein knapp über 50jähriger bei sowas ums Leben gekommen.....

..und mein Bekannter erzählt heute, daß er erst am Samstag wieder im Wald war. Auf die Frage "doch hoffentlich nicht alleine!" sagte er "Nein, ich hatte ja meine Seilwinde dabei." Ich könnte da echt ausflippen, aber der macht das schon immer und ist in der Hinsicht total unbelehrbar... Gottseidank ist mein Mann da doch anderst gestrickt.
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Offline perle

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Re: Wald- und Forstwirtschaft
« Antwort #153 am: 17.02.20, 08:57 »
Bei uns im Nachbarort ist auch ein 69jähriger am Tag nach Sabine allein in den Wald um Sturmschäden aufzuarbeiten und dabei tödlich verunglückt.
So was kann ich auch gar nicht verstehen, dass man sich freiwillig in solche Gefahren begibt- wozu hat man denn Verstand bekommen?

Offline Beate Mahr

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Re: Wald- und Forstwirtschaft
« Antwort #154 am: 17.02.20, 10:11 »
Hallo

GöGa ist jetzt mal zu einer *Waldrundfahrt* gestartet  :-X
mit dem Schlepper  :( er könnte dann gleich u.U. gefallene Stämme vom Weg räumen

Er trifft sich mit unserem Förster ... Lagebesprechung  :-[
vermutlich läuft die Verkehrssicherung auf dem kleinen Dienstweg :-\

Gruß
Beate
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Offline martina

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Re: Wald- und Forstwirtschaft
« Antwort #155 am: 17.02.20, 10:15 »
Wir schieben immer noch die kleine Fichtenteilung vor uns her, die uns Friederike vor 2 Jahren umgelegt hat. Göga mochte dort nichts aufarbeiten. Samstag haben wir entschieden, dass der Vollernter da durchgehen soll und den Rest, was noch steht, auch umlegt, dann kann gefräst und neugepflanzt werden. Alles andere ist murks. Die Fichten, die dort noch stehen, bieten Angfrissfläche für jeden kleineren Wind.

Bei uns fallen inzwischen ja sogar Buchen um.
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Offline pauline971

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Re: Wald- und Forstwirtschaft
« Antwort #156 am: 17.02.20, 13:40 »
Wir haben vom letzten Sturm keine Schäden. Na ok, eine Fichte ist aufs Feld rausgefallen. Aber da der Holzfäller eh wegen Käferbäumen kommt, soll er den gleich mit aufarbeiten. Der Käfer macht mir große Sorgen. Wir waren am Samstag im Wald und haben Grenzsteine gesucht und markiert. Es ist furchtbar, wie mein schöner geliebter Wald leidet  :'(
Ich bin wahrlich kein Schwarzseher, nur wenn ich mir die Prognosen der Wetterfrösche und Klimaforscher anschaue, werden die Sommer so weitergehen. Wenigstens regnet es mal genug.
Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich hart erarbeiten

Offline Anneke

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Re: Wald- und Forstwirtschaft
« Antwort #157 am: 17.02.20, 14:44 »
Wir hatten Glück mit dem Sturm Sabine, er hat lediglich einige der vom Eschensterben betroffenen Stämme wunschgerecht ohne Schaden umgelegt. Die geschädigten Eschen mit ihren ausladenden morschen Kronen hasse ich, sowas von gefährlich.....

Aktuell nehme ich am Bildungsprogramm Wald teil, dass alljährlich von den Bayerischen (vielleicht auch von anderen) AELF aufgelegt wird. Ein Seminarabend beinhaltete auch das Thema Unfallschutz. Ich witzelte noch gegenüber dem Referenten, was wir denn tun sollten, wegen unserer Menge kommt kein Harvester, ob wir auf den nächsten Sturm warten sollten, er antwortete allen Ernstes, das sei eine gute Strategie und siehe da......

Einen großen Teil des Bildungsprogramms nimmt natürlich das Thema Zukunftswald ein. Es sei auch von den Beratenden Stellen sehr schwierig, Prognosen über geeignete Baumarten abzugeben, es werde umfangreich geforscht, es gebe aber zwangsläufig keine Erfahrungswerte. Die Klimaprognose der letzten 20 Jahre sei längst übeschritten, die Kurve darüber hinaus geschossen.
Eschen und Eichen würden das Klima der Zukunft voraussichtlich sehr gut bewältigen, leider fällt die Esche nun komplett aus und auch die Eichen machen Sorgen wegen der Schädlinge.
Man versuche u.a. Saatgut aus der Mittelmeerregion  zu bekommen, das sei teuer, rar, sehr schwierig ranzukommen. Der Wald wird sich im Laufe der nächsten Jahrzehnte gewaltig verändern, sei es durch Stürme, Hitze, Schädlinge. Aktuell könne man dies gut an den Auwäldern sehen, die stehen bzw. standen voller Eschen, nun droht Kahlschlag.
Nicht zuletzt auch dadurch, dass die Bewirtschaftung des Waldes teilweise mittlerweile ein Minusgechäft ist, der Erlös bleibt zum Teil deutlich unter den Kosten zurück, etliches wird nicht mehr aufgearbeitet.

Eine Lanze möchte ich hier brechen für die Behörde. Inzwischen sind 6 Abende gefüllt mit Wissen und Erfahrungen absolviert. Durchgehend engagierte Referenten der Behörde und auch der BG, die Zeit vergeht wie im Flug, einige Seminarstunden erwarten uns noch und auch 3 Außentermine über Pflegemaßnahmen.
Das Bildungsprogramm ist ein kostenloses Angebot für Waldbesitzer und Waldinteressierte (Waldbesitz ist nicht Bedingung für die Teilnahme). Allerdings sind wohl mit Ausnahme einer Teilnehmerin (sehr alternativ/grün angehaucht ihren bohrenden Fragen nach) eher doch Waldbesitzer (interessierte Erben) im Kurs.



Zuviel nachdenken ist wie schaukeln, man ist zwar beschäftigt, kommt aber keinen Schritt weiter

Offline Mathilde

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Re: Wald- und Forstwirtschaft
« Antwort #158 am: 17.02.20, 17:04 »
Hallo,

morgen habe ich einen Termin mit dem Forstbeauftragten. Ich soll den vom letzten Sturm geschädigten Wald aufforsten für meine Ururenkel.

LG Mathilde
Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins

Marie von Ebner-Eschenbach

Offline Beate Mahr

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Re: Wald- und Forstwirtschaft
« Antwort #159 am: 17.02.20, 20:24 »
dann kann gefräst und neugepflanzt werden. Alles andere ist murks. Die Fichten, die dort noch stehen, bieten Angfrissfläche für jeden kleineren Wind.


Hallo

naja ... dann könnt ihr gleich den Waldumbau machen ...

Warum fräsen ??? lasst es wie´s ist und sät z.B. Bucheckern aus ...
frag mal bei eurem Forstamt ...

Wenn ihr pflanzt denkt an den Wurzelschnitt  ::) der Stecklinge
ähm ...  Stecklinge ... die könnt ihr euch doch im Wald *selbst ziehen* ...
in dem Link ist ein Video wie man pflanzt  ;)
nur wenn ich die Männer seh  :-X GöGa schafft mit dem Wiedehopf ca. 300 St. /h

Wir haben uns auch schon Jährlinge gezogen ... zugeschnitten ...
in unseren Sandboden gesetzt ... ohne zusätzliches Wasser
im 1. Jahr wieder gezogen - zugeschnitten - gepflanzt
im 2. Jahr geht´s nach dem Zuschnitt in den Wald ...

Bitte das Gattern nicht vergessen bzw. Pflanzschutz ...

Gruß
Beate

PS: in dem Video sind noch weiter Anleitungen zum pflanzen ...

oder hier https://www.baysf.de/de/videos.html die sind echt klasse
« Letzte Änderung: 17.02.20, 20:34 von Beate Mahr »
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Offline martina

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Re: Wald- und Forstwirtschaft
« Antwort #160 am: 18.02.20, 08:20 »
Beate, Fichten werden wir mit Sicherheit nicht anpflanzen. Die Stuken müssen aber raus, bzw. muss der Boden glatt gemacht werden.

Wir haben gut 10 ha Buchen mit entsprechender Naturverjüngung. Was in diesem Stück gepflanzt werden wird, werden wir noch mit dem Förster besprechen.
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Offline Beate Mahr

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Re: Wald- und Forstwirtschaft
« Antwort #161 am: 18.02.20, 08:53 »
Hallo Martina

tja ... da zeigt sich mal wieder was Realteilung wirklich bedeutet

Privatwald hier = Handtuch bis Badetuch Größe  8)

Gruß
Beate

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Offline martina

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Re: Wald- und Forstwirtschaft
« Antwort #162 am: 18.02.20, 10:32 »
Wir haben auch Realteilung im Wald, aber dank der Höfeordnung ein anderes Erbrecht. Unsere Teilungen sind somit größer.
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Offline Beate Mahr

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Re: Wald- und Forstwirtschaft
« Antwort #163 am: 18.02.20, 14:12 »
Hallo

es ist so schwierig bei uns nicht das Grundstück des Nachbarn in Anspruch zu nehmen  :'( :'( :'( :'(
da stehen Bäume auf der Grenze ... wem ist der jetzt ???
dann sind die Wege nicht klar zu erkennen ...
Spezialisten haben ihre Grenzen mit Eisenstangen markiert
die ragen ca. 20 cm aus dem Boden  ::)
super wenn du da mit dem Schlepper drüberfährst  :-X

Aktuell sind 2 - 3 Personen dabei die Nachbargrundstücke aufzukaufen
auf der einen Seite sinnvoll ...
auf der anderen ... 0,5 - 1 Euro / m² ... ein Witz (mit Bestand)

Interessant wird es wenn Erbengemeinschaften beteilig sind  :o :o :o :o :o

Möchte wer tauschen ???

Gruß
Beate
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Offline pauline971

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Re: Wald- und Forstwirtschaft
« Antwort #164 am: 20.02.20, 09:42 »
Da schaut ja dramatisch aus. Sowas kenne ich bei uns nicht. Wir haben in den Wäldern immer wieder genug Verjüngung, die ganz von selbst aufgeht. Ein Waldstück ist komplett aus der Nutzung genommen. Das haben wir nahezu kahl vor ca. 8 Jahren übernommen. Mittlerweile hat die Natur alles zurückerobert. Es ist ein Idyll für die Vögel, Niederwild, auch Rehe schlafen da gerne drin. Schön zu sehen, wie die Birken groß werden und in deren Schatten langsam wachsende Baumsorten hochkommen.
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