Autor Thema: sprachlose Kinder?  (Gelesen 9752 mal)

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Offline Landmama

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Re: sprachlose Kinder?
« Antwort #15 am: 03.05.06, 18:59 »
Hallo Manu,

warum fährst du mir quasi immer über den Mund ????

wenn dein Kind organisch kerngesund ist, gerade mal 1 !!!Tag in den Kindi geht, und du schon von ner Erz. zugeredet würrden würdest....sagst du zu allem JA ?????

mein Kleiner ist knappe 4 und redet wirklich jeden Tag besser , er redet seit ner guten Woche richtige Sätze
( geht jetzt grad knappe 4 Wochen in den Kindi )

ich geh seit seiner Geburt regelm. zur Vorsorge, zudem bin ich seine Mama und kann doch besser sein Sprachverhalten beurteilen als die Tante !

ich hätte Ihn schon viel früher in den Kindi tun sollen.....aber wir haben hier ne lange Warteliste.



Offline geli.G

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Re: sprachlose Kinder?
« Antwort #16 am: 03.05.06, 20:49 »
Hallo Landmama,

zudem bin ich seine Mama und kann doch besser sein Sprachverhalten beurteilen als die Tante !


da muss ich dir jetzt aber widersprechen. Meiner Meinung nach merken die meisten Mütter gar nicht mehr, dass das Kind lispelt oder stottert. Dadurch, dass sie immer mit dem Kind zusammen sind, gehört das dann einfach dazu.
Von daher ist es schon sinnvoll, wenn eine Person, die mit dem Kind zu tun hat, darauf hinweist.

Trotzdem find ich, dass eure Erzieherin deinen Sohnemann schon etwas länger beobachten könnte, ehe sie dich zur Logopädin verweist. ;)
Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben.
Viele Grüße von Geli

Offline martina

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Re: sprachlose Kinder?
« Antwort #17 am: 04.05.06, 07:28 »
Hallo Geli,

vermutlich hat sich die Erzieherin einfach Sorgen gemacht, eben weil das Kind schon VIER und nicht mehr drei Jahre ist? Allerdings hätte sie auf Grund Ihrer Erfahrung auch schon etwas gelassener abwarten können, denn viele Kinder fangen ja erst im Kiga so richtig das Sprechen an.

Wir hatten mal ein kleines Mädchen im Kiga (zugezogen) die hatte mit grad 3 Jahren schon 1 Jahr Logopädie hinter sich, weil die Eltern sich so sehr sorgten. Ansonsten war das Kind ganz gesund. In dem Fall hielt ich das einfach zu früh. Das Kind muß ja beim Logopäden auch erst mal wissen, was der von ihm will.

Ein anderer Fall eines 3jährigen, den die Eltern eigentlich erst sehr viel später hatten in den Kiga geben wollen, absolut unselbständig, hat mit 3 Jahren eher teilnahmslos still rumgesessen, weil er zu Hause nur in die Ecke gestellt wurde und "ewig im Weg" war. Der hat anfangs nur Mama, Papa, brumm (LKW/Trecker/Auto) gesagt. Nach einem Jahr Regelkindergarten und Frühförderung hat er zwar noch nicht wahnsinnig mehr gesprochen, aber die Amtsärztin hat die Eltern gezwungen, den Jungen in einen Intergrativkindergarten zu geben, damit er noch besser sprachlich gefördert werden könne. Inzwischen ist er acht und redet immer noch nicht viel mehr, ich bin gespannt, ob er dieses Jahr nun in die Regelschule kommen wird.
Der kleine Bruder (ähnlicher Fall) ist gleich in den I-Kiga gekommen und besucht zwischenzeitlich ein Ganztagssprachheilzentrum. Ob der nun besser spricht, kann ich nicht sagen.

Wir für uns, als Betreiber unseres Kindergartens waren damals nur froh, dass wir die Eltern regelrecht "bekniet" haben, den Jungen schon mit grad 3 zu uns zu geben und nicht noch zu warten. Erst durch den Kontakt/Vergleich mit den anderen Kigakindern ist den Eltern ja überhaupt aufgefallen, dass ihr Kind eben doch nicht altersgemäß spricht. Auf Seiten des Kiga wurde dann auch sofort Frühförderung angeregt. Auch das war absolut die richtige Entscheidung.

In Niedersachsen werden ja im Zuge der Einschulung seit 3 Jahren intensive Tests gemacht, zur Sprachstandsfeststellung. Hab ich in der Schulanfangsbox ja schon mal geschrieben. Heute morgen stand nun in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, dass ein erschreckend hoher %satz der Einschüler nur einen geringen Sprachschatz hat. Das haben Auswertungen dieser Tests ergeben. Als Grund wird u.A. genannt, dass die Eltern zu wenig mit den Kindern spielen und dabei logischerweise auch sprechen, sondern eben einfach vor dem Fernseher plazieren.
Auch dies ist ja eigentlich eher keine neue Erkenntnis, oder?

« Letzte Änderung: 04.05.06, 07:36 von martina »
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Offline Romy

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Re: sprachlose Kinder?
« Antwort #18 am: 04.05.06, 07:49 »
Armon unser Jüngster (heute 15 Jahre alt) sprach mit 3 Jahre noch keine Wort. Er konnte sich mit Mimik und Gestik vorzüglich ausdrücken. Wir Eltern standen am Anschlag, automatisch reagierten wir auf seine eigene stumme Sprache. Wir liessen sein Gehör und seine Motorik untersuchen, doch alles funktionierte optimal. Unser Kinderarzt stellte uns eine Kleinkinderzieherin zur Seite. Martina hat recht, mit 3 Jahren kann eine Logopädin noch gar nichts tun. Frau Bass besuchte uns von da an jeden Mittwoch bis Ende Kindergarten. Armon hat sich nie den Wortschatz angeeignet den unsere anderen vier Kinder haben. Trotzdem war er immer ein guter Schüler. Oft sucht er noch heute nach den richtigen Worten. Sie sind in seinem Kopf, wollen aber nicht heraus. Er leidet darunter, deshalb haben wir nach einer Lösung gesucht und schicken ihn jetzt zum Kineseloge. Dieser meinte; Armon hatt in einem gewissen Alter, etwas entscheidendes, für die Sprache wichtiges, nicht gelernt, hat es einfach übersprungen, aber es sei kein Problem dies heraus zu finden und dann nachzuholen. Wir hoffen das Beste.

Bei mir ist eher das Gegenteil von Landmama aufgetreten. Weder Kindergärtnerin noch ein Lehrer hat irgendwie seine Sprachschwierigkeiten angesprochen. Ich war es die immer wieder, bei jedem Elterngespräch, nachhackte. Wie steht es mit dem Deutsch? braucht er Nachhilfe? Entspricht sein Wortschatz den Anforderungen? Immer wurde bagatelisiert, kein Problem, es geht tip top! Dann kam der provisorische Entscheid für Real- oder Sekundarschule. Auch dieser fiel positiv aus. Armon war happy. Kurz vor dem definitive Entscheid wurden wir zu einem Elterngespräch eingeladen. Armon müsse doch in die Realschule. Sein Deutsch lasse zu Wünschen übrig. Er sei da halt immer schwach gewesen und jetzt habe die Sprache sich noch verschlechtert. Er hatte keine einzige Note unter 5 (6 ist in der Schweiz Bestnote) nur im Deutsch eine 4, also noch nicht ungenügend, aber halt zuwenig um in der Sekundarschule mit zu kommen. Ich hätte der Lehrerin am liebsten die Augen ausgekratzt. Armon war masslos enttäuscht. Doch nach langen Gesprächen akzeptierte er den Entscheid. Keine 2 Monate Realschule mussten wir wieder vor die Lehrer. Armon sei in der Realschule total unterfordert. Er müsse dringend in die Sekundarschule.
Ich könnte noch viel mehr erzählen über Schulen und Lehrer, ich bin nur froh, wenn alle endlich die Schule hinter sich haben und ich mich nie mehr mit Lehrerinnen und Lehrer befassen muss (ausser rein privat).

Aber eigentlich sind wir vom ursprünglichen Thema abgewichen. Wie so oft hat sich eine Eigendynamik entwickelt.Mary hat recht. Wenn man die Kids so reden hört auf dem Pausenplatz oder im TV. Die bekommen kaum einen vollständigen Satz über die Lippen. "he Man, geile Huet" "fette sound" "schregi schmoie" Sie reden mit Haupt- und Eigenschaftswörter. Alles dazwischen muss man sich denken. Hier bei uns in ländlichem Gebiet ist es noch nicht so stark wie in der Stadt. Ich habe den Jugendraum unter mir und sitze oft noch ein wenig mit den Kids zusammen und quatsche mit ihnen über dies und jenes. Da bin ich eigentlich noch recht zufrieden mit ihrem Satzaufbau. Doch wenn ich Jugendlichen im TV zuhöre, kommen mir schon bedenken.
Aber die Strasse hat schon immer ihre eigene Sprache entwickelt. Vielleicht ist dies nur eine Modeerscheinung die sich irgendwann wieder total ändert.

en hübsche tag
Romy
en hübsche tag
Romy

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manurtb

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Re: sprachlose Kinder?
« Antwort #19 am: 04.05.06, 08:43 »
warum fährst du mir quasi immer über den Mund ????

wenn dein Kind organisch kerngesund ist, gerade mal 1 !!!Tag in den Kindi geht, und du schon von ner Erz. zugeredet würrden würdest....sagst du zu allem JA ?????
Ich fahr Dir doch nicht über den Mund?! Ich sag nur, was ich mir denke! Und ich habe halt schon einiges an Erfahrung mit guten Ratschlägen von Ärzten, die man im Nachhinein in die Tonne treten konnte.

Das mit dem 1 Tag habe ich nicht gewusst. Allerdings würde ich, wenn man mich darauf aufmerksam macht, das überprüfen lassen! Und zwar vom Fachmann dafür, nicht vom Hausarzt.

Offline sandra

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Re: sprachlose Kinder?
« Antwort #20 am: 03.07.06, 09:00 »
So, erst mal muss ich für Landmama sprechen, wegen dem Hausarzt. Wir sind auch bei einem hausarzt, der eben auch die ganzen U-Untersuchungen machen darf. mit der Kinderärztin in der Nähe komme ich nicht zurecht und die nächsten sind etwa 25-30 km weit weg. Wenn aber schnell mal was ist mit meinem Kind, möchte ich einen Arzt in der Nähe, damit ich gleich dort bin. Es ist ein sehr guter Arzt, bei dem wir sind. Mit seiner Hilfe haben wir herausgefunden, dass unsere Große an Absencen-Epilepsie leidet, er hatte so einen Verdacht, und hat uns weiter zum Neurologen geschickt. Unser Kleiner hat mit drei  Jahren gerade mal Mama, Papa, ja, nein gesagt und ansonsten nur *Chinesisch*, hat kein Mensch verstanden. Auf einen Tipp des Arztes hin haben wir ihn austesten lassen, und zwar in einer SVE (gibts in Bayern, ob woanders auch noch, weiß ich nicht. Heißt schulvorbereitende Einrichtung.). Dort wurde ein förderbedarf festgestellt. Das war Anfang März, kurz vor seinem dritten geburtstag. Ab September ging er dann damals hin. Ihm gefällt es sehr gut, und die Förderung ist klasse. Wenn ich denk, was die alles machen, im Gegensatz zum *normalen KiGa*! Ein Jahr später meinten sie dann, er könne nun auch zum Logopäden, sei nun genau richtig dafür. Da war er dann gut 4 1/2. Unser Arzt hat nicht einfach ein Rezept rausgeschrieben (ich denk, dass war bei Landmama auch so!), sondern hat uns erst zum HNO geschickt, der alles untersuchte und Gehörtests machte, und dann wurde uns auch von dem das rezept ausgestellt. Seitdem gehen wir zur Logo, normal einmal in der Woche. Rezept kriegen wir weiter vom HNO, wo auch in regelmäßigen Abständen ein Hörtest gemacht wird (der allerdings jedes Mal top in Ordnung ist!). Letztes Jahr stand dann die Frage Schule oder zurückstellen zur Debatte, und da haben wir uns sofort für die Zurückstellung entschieden, da rainer nun zwar schon sehr gut gesprochen hat, aber sich bei der richtigen Satzstellung noch stark konzentrieren musste. Dieses jahr ist es nun keine Frage mehr, ob Schule oder nicht, und er wird ganz normal eingeschult, und nicht in eine Sprachheilschule.

Unsere Große hat euch etwas länger gebruacht, aber nicht so lang wie Rainer. Und die Mittelrre hat mit nem guten Jahr den Mund aufgemacht und seither nimmer zu. Ich hab mal mit ihr in einem Zimmer geschlafen, die spricht sogar im Schlaf (gut, mach ich auch oft...  ::) )

Bin top begeistert von der SVE, wenn jemand fragen dazu hat, nur immer her damit!
lg Sandra

Wo kämen wir denn hin, wenn alle sagen würden, wo kämen wir denn hin, und keiner ginge, um zu sehen, wohin man käme, wenn man ginge.