Autor Thema: Heuernte  (Gelesen 66043 mal)

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Offline klara

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Re: Heuernte
« Antwort #285 am: 22.07.20, 15:01 »
Bei uns hiess das früher Heu aufbocken. Das elendeste Geschäft , nach Steine aufklauben ,meiner Kindheit.
LG Klara
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Offline Bergli

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Re: Heuernte
« Antwort #286 am: 22.07.20, 15:43 »
@klara
also Tristen bauen ist eine schöne Arbeit  (ja streng, aber was ist nicht streng? wenn es Handarbeit ist?)  und die bleibt durch den Winter da stehen, im Frühjahr holen wir sie und füttern sie (das Heu) an die Kühe
„Glücklich sein bedeutet nicht, das beste von allem zu haben, sondern das beste aus allem zu machen.“

Offline gundi

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Re: Heuernte
« Antwort #287 am: 22.07.20, 16:17 »
Bergli, diese Arbeit kenne ich auch noch. Bin aber nicht traurig das es hier diese Arbeit nicht mehr gibt :)
Heuer ist die Heuarbeit so was von zäh :( es bringt kaum 2 Tage Schönwetter zusammen, und durch dem vielen Regen sind die Böden so aufgeweicht und rutschig. GsD ist bis jetzt alles ohne Zwischenfälle abgelaufen.
Es ist kein Herr so hoch im Land, der nicht lebt vom Bauernstand!

Offline Marina

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Re: Heuernte
« Antwort #288 am: 22.07.20, 20:11 »
Bei uns hiess das früher Heu aufbocken. Das elendeste Geschäft , nach Steine aufklauben ,meiner Kindheit.
LG Klara

Ich habe diese Arbeiten erheiratet  :P Gott sei Dank machen wir das schon lange nicht mehr. Ich vermisse es nicht  ;)

Offline klara

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Re: Heuernte
« Antwort #289 am: 22.07.20, 23:10 »
@ Bergli,
die bleiben den ganzen Winter so da stehen????
Oder hab ich das falsch verstanden.
LG Klara
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Offline Bergli

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Re: Heuernte
« Antwort #290 am: 23.07.20, 08:21 »
@klara
Ja, sie müssen bis ende Januar mindestens stehen, dann gibts Geld dafür. Sonst würden wir sie nicht mehr machen  :P.
Wir kommen im Winter nicht zu den Tristen, da wo sie stehen, so holen wir sie wenn der Schnee weg ist und fahrbar ist. Wir haben sie auch schon erst kurz bevor wir da heuten, das Heu von den Tristen geholt.

Tristen haben wir (nicht nur wir) früher gemacht, weil wir kein Platz im Stall (Heustock) hatten, Heu lagern. Wenn man die Tristen gut/ schön/ richtig macht, bleibt das Heu sehr gut.
Jetzt machen viele Tristen "nur" weil sie Geld dafür kriegen, vom Bund, Landschaftsqualität.
Wenn man jetzt kein Platz im Heustock hat, macht man Heuballen.


Ich glaube;  ihr meint da mit "Heu aufbocken" -  ist wenn das Heu noch nicht trocken genug ist. Das heisst bei uns Heu auf die "Heinzen bringen". Macht man heute auch nicht mehr, dafür hat man eine Heubelüftung, das gab es früher ja auch noch nicht.
Auf/ in die Tristen kommt gutes, trockenes Heu, das heisst: Heu lagern.

@gundi
Ja, heuen ist diese Jahr Glücksache, Sonnig und Gewittrig....
« Letzte Änderung: 23.07.20, 08:27 von Bergli »
„Glücklich sein bedeutet nicht, das beste von allem zu haben, sondern das beste aus allem zu machen.“

Offline Wiese

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Re: Heuernte
« Antwort #291 am: 23.07.20, 08:27 »
Ich kann mich als Kind auch noch an die Heumandl erinnern. Meist wurde das Kleegras zum heuen aufgehängt
oder wenn das Wetter nicht mit spielte. Wir Kinder versteckten uns immer unter den Heumandl. Die größeren musst schon mithelfen.

Aktuell warten wir auch auf Heuwetter. Heute früh wieder ergiebiger Regen. Wann wird das Wetter mal beständiger?
Wachsen tut es heuer sehr gut, was man die beiden letzten trockenen Jahren nicht behaupten konnte.
Wer sich heute freuen kann,soll nicht bis morgen warten.
                     " Pestalozzi "

Offline Tina

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Re: Heuernte
« Antwort #292 am: 23.07.20, 10:21 »
Ich hab ma gegoo..., das ist ja eine Wahnsinnsarbeit, Respekt.
LG
Tina

Offline Bullenmafia

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Re: Heuernte
« Antwort #293 am: 23.07.20, 11:48 »
Aber da wird doch das Heu nass und schlecht, wenn das offen bleibt bis in Winter?? Wo ist das dann noch Heu???????
Ganz liebe Grüße
Petra

Offline gammi

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Re: Heuernte
« Antwort #294 am: 23.07.20, 11:50 »
Für was genau gibt es dann Geld?

Am Schnittzeitpunkt kann es ja nicht liegen.


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Offline Bergli

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Re: Heuernte
« Antwort #295 am: 23.07.20, 14:14 »
@gammi, Bullenmafia und alle die es Interessieren.
Wenn man die Triste richtig macht, ist das Heu sehr gut im Winter.

Ich stell einen Link rein, so wird die Triste gebaut,
(Sonst löschen, wenn ich das nicht darf)

https://www.oberland-ost.ch/images/pdf/landschaft/BFF_V_LQ/MB_L2_Tristen_erstellen.pdf

Für was genau gibt es dann Geld?
Landschaftsqualität, weil es schön aussieht oder das weiss ich auch nicht genau......  :P
„Glücklich sein bedeutet nicht, das beste von allem zu haben, sondern das beste aus allem zu machen.“

Offline ayla

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Re: Heuernte
« Antwort #296 am: 23.07.20, 18:02 »

Für was genau gibt es dann Geld?
Landschaftsqualität, weil es schön aussieht oder das weiss ich auch nicht genau......  :P

Die Landschaftsqualitätsbeiträge sind in der Schweiz seit der AP 2014 - 2017 Bestandteil der Direktzahlungen. Mit den Direktzahlungen werden diverse erbrachte Leistungen der Bauern finanziell vom Bund abgegolten. So gibt es Versorgungssicherheitsbeiträge, Biodiversitätsbeiträge, Produktionssystembeiträge usw.
Mit den LQB will man Kulturlandschaften/Traditionen erhalten und fördern. Die Massnahmen für die LQB sind je nach Region verschieden.

So gibt es Beispielsweise einen Betrag für die Pflege von Hochstamm-Obstbäume, für das Aufstellen und Unterhalten von Holz- oder Steinbrunnen, das Erhalten von Steinmauern und Hecken oder für das Pflegen naturnaher Wege/Wanderwege auf der Betriebsfläche uvm.

Für das Errichten einer Triste gibt es schätzungsweise Fr. 400.00, so genau weiss ich das nicht, wir machen hier keine. Geld bekommt man jedoch nur für 3 Stück. Und wenn ich die ganze Arbeit rechne, die da dahintersteckt, denke ich, dass da viel Idealismus und Freude dahinterstecken muss, denn allein des Geldes wegen muss man das nicht machen. @ Bergli, korrigier mich, wenn ich da falsch liege... ;)
Aber das ist ja in der Landwirtschaft allgemein so.

An Milchkühe möchte ich jetzt das Tristenheu nicht verfüttern, auch wenn die Triste gut geschichtet/aufgebaut ist, denke ich doch, das halt die Qualität etwas leidet.

Nochmals zurück zu den LQB...als vor Jahren die Massnahmen "zusammengesucht" wurden, wofür genau man Geld auszahlen wolle, hiess es unter Anderem, dass wenn die Bäuerin mit der Tracht auf dem Feld arbeitet, gäbe es dafür auch einen finanziellen Beitrag, schliesslich sei das auch Tradition, die man erhalten wolle... ::) ;D
Davon wurde aber schliesslich abgesehen...


 

Offline gammi

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Re: Heuernte
« Antwort #297 am: 23.07.20, 21:44 »
In dem Fall gibt es Geld für den Erhalt der Tradition. Finde ich interessant. Danke.
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Offline Bergli

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Re: Heuernte
« Antwort #298 am: 24.07.20, 10:25 »
Für das Errichten einer Triste gibt es schätzungsweise Fr. 400.00, so genau weiss ich das nicht, wir machen hier keine. Geld bekommt man jedoch nur für 3 Stück. Und wenn ich die ganze Arbeit rechne, die da dahintersteckt, denke ich, dass da viel Idealismus und Freude dahinterstecken muss, denn allein des Geldes wegen muss man das nicht machen. @ Bergli, korrigier mich, wenn ich da falsch liege... ;)
Aber das ist ja in der Landwirtschaft allgemein so.
Wir bauen die Triste: 1. dass die Kinder es auch lernen und wissen wie es geht. Tristen bauen ist ein Kunst und nicht so einfach. 2. Der Bund uns Geld dafür gibt (so "leicht" verdientes Geld. Wer verdient schon in einer Stunde 450.- Fr. / pro Triste brauchen 2 Personen ca. 1 Std.)
Früher baute mein Mann Tristen, weil sie ein zu kleiner Stall hatten, kein Platz. Da bauten sie mehrer und auch grössere bis zu 10 Meter hohe.
Wenn man die Triste richtig baut, ist da Heu drin sehr gut und man kann es den Kühen füttern. Das Heu muss auch gut sein.
Da wo wir jetzt die Tristen machen, von da hätten wir ein Weg ca. 30 Min mit dem Traktor zu fahren.....  Früher machte mein Mann die Tristen gleich neben dem Stall, dass man sie bequem im Winter füttern konnte. Jetzt darf man sie nicht zu nahe am Stall machen.
„Glücklich sein bedeutet nicht, das beste von allem zu haben, sondern das beste aus allem zu machen.“

Offline Ricka

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Re: Heuernte
« Antwort #299 am: 24.07.20, 16:20 »
Bergli ich kann mir schon vorstellen das das Heu in den Tristen sich gut hält, denn wenn ich mir die Bilder so ansehe sind die ja so gebaut das das Regenwasser gut ablaufen kann und somit nur die ganz äußere Schicht nass wird. ich finde es sehr schön das ihr diese Tradition fortführt und auch an eure Kinder weitergebt . das Geld das ihr dafür bekommt gönne ich euch von Herzen. Denn wir Flachlandindianer können nur erahnen wieviel Schweiß bei solchen Arbeiten fließt.