Autor Thema: Convenience Produkte wie steht Ihr dazu?  (Gelesen 58098 mal)

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Christel Nolte

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Convenience Produkte wie steht Ihr dazu?
« am: 24.10.10, 23:18 »
Fortsetzung von hier
 


[Was ich damit sagen will: Wir jammern auf verdammt hohem Niveau, oder?
Ich empfinde das hier nicht als Jammern. Wir tauschen unsere Erfahrungen und Empindungen aus...  oder?



Was mir die letzen Tage so durch den Kopf ging:

1.: Wo fangen für Euch Fix u nd Fertig-Produkte an? Bei der Roulade in der Dose, bei der TK Lasagne,den Ravioli ? Oder dem Soßenpulver...dem Pudding(Flammerie) Pulver?

2.: Vor einigen Tagen ging es hier um Rotkohl/Blaukraut...Das ist eine Konserve..ist das auch ein Fix...Produkt?

3. Was ist mit Nudeln und Brot...oder Butter ? Das ist sowas von selbstverständlich, dass man vergisst, dass es für unsere Großeltern noch völlig normal war, dies selber zu machen. Heute Fertigprodukt

Wenn man jetzt von Pt 3-1 rückwärts geht...zeichnet sich doch eine Entwicklung ab. Die eben jetzt (Vielleicht noch beschleunigt durch die Erfindung der Mikrowelle?) einen gewaltigen Schub erlebt hat.  Und sowenig wir heute (mit Ausnahmen, ich weiß!) üblicherweise Brot backen und Nudeln herstellen, sowenig wird man i n 2 Generationen noch Rouladen machen. Ich sage niccht, dass das gut ist. Ich sage auch nicht,dasss das schlecht ist.

Warum bewegt uns das so, wenn es um Nahrung geht? Bei der Kleidungsherstellung ist es doch genauso: Wer heute schneidert oder strickt, tut das weil er möchte und nicht aus Notwendigkeit. Unsere Großeltern generation hat den Großteil der textilen Ausstattung selber hergestellt..... spricht doch niemand drüber dass hier genauso Kulturtechniken verlorengehen .....

Wie lange rückwärts in der Vergangenheit wurde den haushaltstechnisch so bodenständig gearbeitet, wie wie das als traditionell empfinden? Ich weiß es selber nicht. Aber es gab schon mal eine Zeit öffentlicher Garküchen...Mac D des Mittelalters sozusagen.

Ich glaube nicht, dass die Frauen der leibeigenen Bauern, die Mägde des vorletzten Jahrhunderts oder die Industriearbeiterinnen der ersten Generationen das leisten konnten. Sie konnten sich 1.gute Nahrungsmittel nicht leisten und 2. haben von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, bzw 12 Std am Band gearbeitet.

Andererseits: auch das Argument der Vollzeit-Berufstätigkeit der Frau greift nicht. Die Bäuerin vor 50 Jahren (und zT auch heute noch)  hat deutlich  mehr Stunden arbeiten müssen und trotzdem ihr Sauer-oder Blaukraut, Zwetschgenmus, Marmelade Bohnen eingekocht. (Und die Wäsche auch noch   (gekocht, nicht eingekocht grins))
Warum ging das: Nicht, weil die fleißiger waren, sondern weil es sein musste, weder war das Angebot vorhanden, noch genügend Bargeld verfügbar.

Wir stehen so zwischen den Stühlen: einerseits das hohe Ideal des alles selber machens, andererseits die Verlockiún gen/Erleichterungen, die wir mit mehr oder weniger schlechtem Gewissen mehr oder weniger in Anspruch nehmen.

Ist das eigentlich ein typisch deutsches Phänomen? Sich da so einen Kopf drum zu machen ??? Weiß das wer?

Ich selber bin überzeugte Selber-gärtenrin und-kocherin, trotzdem heilfroh, dass es die eine oder andere Erleichterung gibt. Dass i ch Nudeln nur mache,wenn ich möchte.

Auch dass es mir gelungen ist , meinen Töchtern richtig Kochen beigebracht zu haben, dass es mir beigebracht wurde, aber
ich urteile nicht über die, bei denen das anders ist. Es ist einfach eine Entwickllung, wie so vieles . Ich schätze mal unaufhaltbar.

Zwei Dinge finde ich wichtig:
- Dass draufsteht, was drin ist. Gut lesbar und allgemeinverständlch
- dass es neben all dem verarbeiteten auch noch "PURE" Nahrungsmittel gibt, amit wir eine Wahl haben.

Das sind wie gesagt, nur so Gedanken. Kreuz und quer.


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« Letzte Änderung: 26.10.10, 08:10 von martina »

Offline LunaR

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II. Pro und Contra Fix und Fertig-Produkte
« Antwort #1 am: 24.10.10, 23:40 »
Hallo Erika2,

das meinte ich auch mit meinem Beitrag, weiter zurück. Es ist irgendwie relativ, was man als Fertigprodukt ansieht. Wohl kaum ein Mensch empfindet Senf als ein Fertigprodukt  ???, hier auch nicht die Nudeln oder Sauerkraut aus der Dose. In Gegenden oder auch Zeiten, wo diese Produkte überwiegend selbst gefertigt wurden, ist/war es wohl anders. Mir ging es selbst so mit dem Rotkohl, früher immer von eigenem Kohlkopf gemacht, musste ich erst so eine Art Scham-, Hemmschwelle überschreiten, als ich den ersten in Gläsern kaufte. Mir kam sehr vieles total ungewohnt vor, als wir unseren Gemüsegarten aufgegeben hatten. Bis dahin hatte ich nicht einmal ein Bund Suppengrün gekauft und nun alles Gemüse. Nunja, auch die Gemüsebauern wollen leben  ;).

Ajch die Lebensumstände nicht vergessen. Wahrscheinlich hat sich die Industriearbeiterin an manchem Abend nur mit einem Kanten Brot völlig erschöpft an die Seite gesetzt. Ich habe schon sehr viel selbst gemacht, bin aber froh, dass nicht zu müssen. Und die berufstätige Mutter von heute darf sich auch über die Hilfen freuen, die die moderne Lebensmittelindustrie gibt und ihr damit Zeit für anderes ermöglicht.

Ich finde auch, es gibt einen großen Unterschied zwischen den Fertigerichten von der Qualität und der "Reinheit" = wenig oder keine Zusatzstoffe.

Luna
Es ist sehr beglückend, sich mit kompetenten Menschen auszutauschen.

Ein lieber Gruß Luna


Verschwendete Zeit ist Dasein.
Gebrauchte Zeit ist Leben.

manurtb

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II. Pro und Contra Fix und Fertig-Produkte
« Antwort #2 am: 25.10.10, 09:32 »
@Manu: Natürliches Geschmacksempfinden ist für mich, dass ich Erdbeeren, Erbsen, Bohnen, Himbeeren aus dem Garten schmecken kann und keinen Geschmacksverstärker brauche um das als Genuss zu empfinden. Durch die Geschmacksverstärker in vielen Lebensmitteln kann dieses Geschmacksempfinden beeinflusst werden, so dass mir natürliche Lebensmittel nicht mehr stark genug schmecken, das möchte ich nicht!
Sind dann natürliche Geschmacksverstärker auch tabu? Weil Fett und Salz wurden ja schon sehr lange als Geschmacksverstärker benutzt. Glutamat in Asien auch schon sehr lange, ist somit auch natürlich, halt bei uns nicht so bekannt.
Wo ist denn für Dich die Grenze?

[Was ich damit sagen will: Wir jammern auf verdammt hohem Niveau, oder?
Ich empfinde das hier nicht als Jammern. Wir tauschen unsere Erfahrungen und Empindungen aus...  oder?
Hm, ich seh da eher eine 'Gut-Ideologie' (ich mache alles selbst und nur dadurch werden wir glücklich und gesund sein) gegen eine 'Böse-Ideologie' (Wer Fertigprodukte verwendet, der kann seine Lieben auch gleich direkt umbringen).

Immer dann, wenn ein Teil sich 'rechtfertigt' mit 'aber ganz missen möchte ich es nicht', dann beschleicht mich das Gefühl, dass es nicht um gleichwertigen Austausch geht, sondern darum, dass man auf der 'richtigen' Seite steht.
« Letzte Änderung: 25.10.10, 10:11 von Manu123 »

Mucki

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II. Pro und Contra Fix und Fertig-Produkte
« Antwort #3 am: 25.10.10, 10:34 »
[Sind dann natürliche Geschmacksverstärker auch tabu? Weil Fett und Salz wurden ja schon sehr lange als Geschmacksverstärker benutzt.


Natürlich geschmacksvertärker finde ich persönlich nicht schlimm,nur die chemischen sachen und auch frabstoffe und soweiter.


[Hm, ich seh da eher eine 'Gut-Ideologie' (ich mache alles selbst und nur dadurch werden wir glücklich und gesund sein) gegen eine 'Böse-Ideologie' (Wer Fertigprodukte verwendet, der kann seine Lieben auch gleich direkt umbringen).


So würde ich das nicht sagen aber durch das fitbeck das ich von meienr Familie beckommen zum essen da höre ich raus das sie das was ich selber mache beserschmeckt
Pizza,Tomatensße,hachfleichsoße und soweiter.
Ob ich glücklicher bin mit den selbts gemahcten sachen ,ja bin ich weil ich dafür mehr gelobt werde ,und merke es schmeckt allen besser was ich gemacht hab,und ich denke in der heuteigen zeit kann amn auch stolz sein wen man noch richtig kochen kann und nicht nur aufwärmen in der mikrowelle oder vertog abcken im Ofen.

Nun so graß würde ich es nun nicht sagen das man mit verigproduckte seien lieben vergiftet aber ihr geschmacksnerven leiden mit der zeit darunter und sie könne sich für das natürlich meist nichtn begeistern.


LG Rosi

Und ich hab einfach viel freude am Kochen und freu mich wenns meien lieben schmeckt.

Offline Melitta

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II. Pro und Contra Fix und Fertig-Produkte
« Antwort #4 am: 25.10.10, 10:44 »
Hallo,
Zitat
Andererseits: auch das Argument der Vollzeit-Berufstätigkeit der Frau greift nicht. Die Bäuerin vor 50 Jahren (und zT auch heute noch)  hat deutlich  mehr Stunden arbeiten müssen und trotzdem ihr Sauer-oder Blaukraut, Zwetschgenmus, Marmelade Bohnen eingekocht. (Und die Wäsche auch noch   (gekocht, nicht eingekocht grins))
Warum ging das: Nicht, weil die fleißiger waren, sondern weil es sein musste, weder war das Angebot vorhanden, noch genügend Bargeld verfügbar.

Ich denke schon, dass das Argument da greift. Diese ganzen Dinge, die da aufgeführt werden, die gehörten zur Arbeitszeit der Frau dazu. Heute wird Kochen, Einmachen etc. nicht als Arbeitszeit gesehen, sondern als Hobby oder im TV wird alles, was so in der Küche anfällt gerne als Entspannung propagiert.
Das kann ich auch mal, aber in der Hauptsache ist Kochen für mich mit einer 50 Stunden Woche, incl. Fahrzeit, einfach keine Entspannung oder ein Hobby, dass mir viiiieel Freude bereitet, sondern notwendiges Übel. Zum Glück ist das Essen in der Schule bei meiner Kleinen gut, sodass es abends oft auch mit Brot und einem Salat oder Joghurt getan ist.
Ich mache auch Marmelade, Aufegesetzten, früher auch Käse und Wurst, aber jetzt kann ich das nicht mehr und muss so zu Fertigprodukten greifen. Den Rotkohl würde ich je nach Fabrikat z.B. auch nicht als Fixprodukt einstufen. Bei mir zählt als Fix alles, wo Geschmacksverstärker drin sind.

Zu dem Tatort am Sonntag, da habe ich mir gedacht, dass es schon wichtiger werden muss bei mir selber, dass ich mich noch einmal genau rückversichere, was in dem Produkt drin ist und drauf steht. Man geht bei vielen Sachen einfach zu naiv ran und denkt in einem Schokoriegel sei das drin, was das schöne Bild zeigt. Und ich halte mich schon für relativ aufgeklärt, aber wahrscheinlich ist das die Falle.  ::)

Viele Grüße
Melitta

manurtb

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II. Pro und Contra Fix und Fertig-Produkte
« Antwort #5 am: 25.10.10, 10:45 »
Natürlich geschmacksvertärker finde ich persönlich nicht schlimm,nur die chemischen sachen und auch frabstoffe und soweiter.
Naja, chemisch ist alles, weil alles aus chemischen Elementen besteht.
Farbstoffe gibt es auch solche und solche und auch die natürlichen haben E-Nummern.

Also, Butter bei die Fische, wo ist konkret die Grenze?


So würde ich das nicht sagen aber durch das fitbeck das ich von meienr Familie beckommen zum essen da höre ich raus das sie das was ich selber mache beserschmeckt
Pizza,Tomatensße,hachfleichsoße und soweiter.
Das ist auch eine andere Argumentation.
Wo ich immer erstaunt bin: Pizza.
Esst ihr die amerikanische Art, also dicker Teig? Weil ansonsten bekommt man die im Ofen zu Hause doch garnicht so hin. Unser Ofen geht auf 300 Grad, aber da wird die Pizza immer amerikanisch.
Italienische Pizza wird nur mit einem Ofen, der auf mindestens 400 Grad kommt so richtig italienisch. Also Brotbackofen oder Pizzaofen.
Bei uns kannst du keinen hinterm Ofen vorlocken mit der Pizza aus dem normalen Herd. Wird trotzdem gemacht, aber wenn entschieden werden dürfte, dann gewinnt immer die Pizza aus dem italienischen Ofen.


Nun so graß würde ich es nun nicht sagen das man mit verigproduckte seien lieben vergiftet aber ihr geschmacksnerven leiden mit der zeit darunter und sie könne sich für das natürlich meist nichtn begeistern.

Und ich hab einfach viel freude am Kochen und freu mich wenns meien lieben schmeckt.
Du verallgemeinerst. Fertigprodukte mit Geschmacksverstärkern sorgen dafür, dass die Geschmacksnerven leiden. Und das ist schnell wieder 'repariert'.
Früher dachte man auch, dass scharfes Essen die Geschmacksnerven schädigt. Mein Mann isst bis 1,5 Mio Scoville und trotzdem schmeckt der noch normal.

Wer Freude hat am Kochen, der soll das ja auch machen. Man sollte alles machen, woran man Freude hat, weil einem das was gibt.
Man sollte nur nicht von seiner Freude auf eine Notwendigkeit schliessen, dass das so zu machen sei.

Offline Mirjam

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II. Pro und Contra Fix und Fertig-Produkte
« Antwort #6 am: 25.10.10, 11:24 »
Jetzt muss ich mal eine Frage stellen - wieviel Frust, schlechtes Gewissen oder gutes Gewissen steckt eigentlich im Essen?

Vor lauter dies-jenes-welches sollte-dürfte-bräuchte man nicht als "gute Hausfrau/Mutter" - vergeht mir ja fast beim Lesen die Lust am Essen  :-X :-[. Nach meinem Heimkommen/Hamburger Attacke hatte ich ja fast den Drang in der "was wird heute gekoch-Box" zu schreiben, was ich am nächsten Tag an gutem Fleisch aus dem Bauernladen selbst zubereitet hatte - bis ich dachte: Bin ich bescheuert? Wem gegenüber muss ich mich jetzt schon rechtfertigen? Sieht mein Kind aus, als hätte es einen "Pommes-Schaden" ???

Der Wahnsinnn, dass hier schon schlechtes Gewissen bei Kraut aus dem Glas im Raum ist, noch mehr wenn sich halb dafür entschuldigt wird mal eine Tütensuppe oder gleich ein "aber das und das koch ich dafür ja selbst" als Rechtfertigung in den Raum kommt?

Für Kocherei/Gerichtsbarkeit - rechtfertigen sich doch auch überwiegend Frauen?
Welche Karotten hängen wir da hin, denen "nachgehächelt" wird?
Bin ich eine bessere Frau/Mutter wenn ich "alles selbst koche/mache"?

Ich denke da nur an meine Mutter die sonntag-Abend im Herbst wie jetzt mit uns alleweil in das Eislaufstadion gefahren ist - wo wir dann zum Abendbrot Currywurst & Pommes haben durften und sie einen "Convinient" Glühwein trank. Schrecklich oder? Lieber mit selbstgebackenem Bauernbrot und gerührter Butter daheim?

Vielleicht kommen wir mal dahin wie es einen Bekannte aus Malaysia gewöhnt ist - es gibt diejenigen die Essen kaufen und diejenigen die das Essen für andere Kochen als Beruf.
Und dazwischen gibt es nicht (traditionell) viel.

Wäre das nicht die bessere Lösung  - Bio/Mena/Kantinen/Gasthöfe mit eigenen Köchen und Köchinnen ohne Convinient?

Die Tütensuppe als Totsünde - unsere Gesellschaft "hat echt Problem"  ::)

Mirjam
« Letzte Änderung: 25.10.10, 11:29 von Mirjam »
Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!

Christel Nolte

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II. Pro und Contra Fix und Fertig-Produkte
« Antwort #7 am: 25.10.10, 12:10 »
Mirjam, gaaanz ruhig bleiben. Du kennst den Spruch: wer sich verteidigt klagt sich an  (Ironiemodus aus)

Darum geht es mir ja: Niemand muss sich für die Art wie er/sie wirtschaftet rechtfertigen. Seit Menschengedenken wandelt sich alles. Die Zeit wird zeigen, was davon Bestand hat. Wir profitieren von den vielen neuen Möglichkeiten, dabei bleibt Bewährtes, für gut/richtig Empfundenes zunächst auf der Strecke.....aber wenn es gut/richtig war, wird es auch nicht verlorengehen.
 
Ich frage nochmal
Zitat
Warum bewegt uns das so, wenn es um Nahrung geht? Bei der Kleidungsherstellung ist es doch genauso: Wer heute schneidert oder strickt, tut das weil er möchte und nicht aus Notwendigkeit. Unsere Großeltern generation hat den Großteil der textilen Ausstattung selberhergestellt..... spricht doch niemand drüber dass hier genauso Kulturtechniken verlorengehen .....



Zitat
Ist das eigentlich ein typisch deutsches Phänomen? Sich da so einen Kopf drum zu machen  Weiß das wer?
Bzw ein "bäuerliches oder Weibliches?



@ melitta: da hast du mich wohl missverstanden ? Ich wollte eben genau das deutlich machen: es war eben früher nicht "besser" oder "schlechter" es waren andere Lebensumstände und eshalb anderes Verhalten. Du hast für Deine heutige Situation Deinen heutigen Weg gefunden. Der ist nicht besser oder schlechter, als andere oder früher, der ist einfach nur anders, eben für dich passend.


Zitat
Der Wahnsinnn, dass hier schon schlechtes Gewissen bei Kraut aus dem Glas im Raum ist, noch mehr wenn sich halb dafür entschuldigt wird mal eine Tütensuppe oder gleich ein "aber das und das koch ich dafür ja selbst" als Rechtfertigung in den Raum kommt?
....

Bin ich eine bessere Frau/Mutter wenn ich "alles selbst koche/mache"?

Mirjam, das Problem liegt in Dir oder mir selber. Wenn Du ein schlechtes Gewissen hast, weil Du vielleicht anders erzogen wurdest, weil Dir selbermachen als Wert an sich anerzogen wurde, dann musst DU damit umgehen  lernen.
Wenn ANDERE versuchen, dir ein schlechtes Gewissen zu machen.....da werden Dir doch wohl die Argumente nicht ausgehen. ;D

Aber einfach ist es nicht, besonders weNn  Frau es tatsächlich, aus welchen Gründen auch immer; gerne viels selber machen würde, aber die betriebliche/familiäre Situation es  einfach nicht zulässt, egal wie sie die Prioritäten auch hin- und herschiebt.




Offline Mirjam

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II. Pro und Contra Fix und Fertig-Produkte
« Antwort #8 am: 25.10.10, 12:20 »
Hallo Erika,

Mirjam, das Problem liegt in Dir oder mir selber. Wenn Du ein schlechtes Gewissen hast, weil Du vielleicht anders erzogen wurdest, weil Dir selbermachen als Wert an sich anerzogen wurde, dann musst DU damit umgehen  lernen.

Vielleicht ist hier der Einfluss des BT-Forums zu groß, von meiner Mutter/Freundeskreis stammt dieses "um jeden Preis selbst kochen/einmachen" sicher nicht  ;D. Es ist nur interessant zu beobachten/abzugleichen was alles in meinem Küchenschrank steht, was hier schier "verteufelt" wird - ich hab sogar Fleischzartmacher (hatte meine Mom auch schon), Gemüsebrühe mit Geschmacksverstärker, Tütensuppe (mit Hefeextrakt) ....

Gruß Mirjam
Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!

Christel Nolte

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II. Pro und Contra Fix und Fertig-Produkte
« Antwort #9 am: 25.10.10, 12:33 »
Hallo Erika,

Mirjam, das Problem liegt in Dir oder mir selber. Wenn Du ein schlechtes Gewissen hast, weil Du vielleicht anders erzogen wurdest, weil Dir selbermachen als Wert an sich anerzogen wurde, dann musst DU damit umgehen  lernen.

Vielleicht ist hier der Einfluss des BT-Forums zu groß, von meiner Mutter/Freundeskreis stammt dieses "um jeden Preis selbst kochen/einmachen" sicher nicht  ;D. Es ist nur interessant zu beobachten/abzugleichen was alles in meinem Küchenschrank steht, was hier schier "verteufelt" wird - ich hab sogar Fleischzartmacher (hatte meine Mom auch schon), Gemüsebrühe mit Geschmacksverstärker, Tütensuppe (mit Hefeextrakt) ....

Gruß Mirjam

OT:
Dann solltest Du besser was Vernünftigeres tun, als Dich hier indoktrinieren zu lassen... lachmichhalbtot


Offline LunaR

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II. Pro und Contra Fix und Fertig-Produkte
« Antwort #10 am: 25.10.10, 12:40 »
Hallo,

meine Mutter war auch eine ALLES Selbstmacherin. In ihre Stiefel bin ich gestiegen, als ich Familie, Haus und Garten in mein Leben bekam, obwohl meine berufliche Ausbildung einen anderen Weg vorsah. Es war vieles interessant und spannend und schön. Heute denke ich aber, ich hätte lieber mehr Zeit mit meinen damals kleinen Kindern verbringen sollen. Auch heute gibt es bei uns noch überwiegend Selbstgemachtes, aber nicht immer. Es muss nicht so sein. Ich geniesse es, dafür die Zeit zu haben, auch mal etwas anderes zu tun.

Irgendwann kam mir die Erkenntnis, dass ich genau den Weg meiner Mutter gegangen bin.

Inzwischen sage ich mir

ICH MUSS NICHT DAS LEBEN MEINER MUTTER LEBEN. In meinem Leben gibt es Faktoren, mit denen sie nicht belastet war.

Auch finde ich es ein immer wiederkehrendes "Frauenleiden", alles entweder gut oder schlecht zu sehen. Dazwischen gibt es noch die ganze bunte Farbpalette. Das Zauberwort heißt ANDERS, nicht falsch oder richtig.  ;)

Luna
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Ein lieber Gruß Luna


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Offline mary

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II. Pro und Contra Fix und Fertig-Produkte
« Antwort #11 am: 25.10.10, 12:44 »
Hallo Mirjam,
es kann jeder essen was er will. Aber wenn ich bedenke, was wir alles beachten müssen, dass wir unsere Viecherl gut füttern-
dann wundert es mich, dass es scheinbar beim Menschen so egal sein soll.
Und ausgerechnet du als Fütterungsexpertin hast uns doch schon so oft zu Huhn, Schwein und Rind über Fütterung aufgeklärt ;D. Und auch über die ererbte deutsche Esskultur.
In der bäuerlichen Welt zählt vielleicht Essen mehr, weil da auch immer wieder Gäste beim Mittagstisch sitzen, weil eben bei der Fütterung der Viecher so genau aufgepasst wird, weil der Mensch am Ende der Nahrungskette steht und  weil auch mit wenig Zeit ein Essen auf den Tisch soll.

@mucki, ich koche gern, weil ich sehr gerne esse, dass es den anderen gut schmeckt, freut mich.
Herzliche Grüsse
maria



Offline ELLI47

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II. Pro und Contra Fix und Fertig-Produkte
« Antwort #12 am: 25.10.10, 12:53 »
Hallo Luna
Wie recht du hast. :D

Ich habe jetzt viel geändert und fühle mich gut dabei. :D
Liebe Grüsse aus Schleswig-Holstein
    
        Elli

Offline fanni

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« Antwort #13 am: 25.10.10, 12:54 »
Hallo,
Zitat
Andererseits: auch das Argument der Vollzeit-Berufstätigkeit der Frau greift nicht. Die Bäuerin vor 50 Jahren (und zT auch heute noch)  hat deutlich  mehr Stunden arbeiten müssen und trotzdem ihr Sauer-oder Blaukraut, Zwetschgenmus, Marmelade Bohnen eingekocht. (Und die Wäsche auch noch   (gekocht, nicht eingekocht grins))
Warum ging das: Nicht, weil die fleißiger waren, sondern weil es sein musste, weder war das Angebot vorhanden, noch genügend Bargeld verfügbar.

Ich denke schon, dass das Argument da greift. Diese ganzen Dinge, die da aufgeführt werden, die gehörten zur Arbeitszeit der Frau dazu. Heute wird Kochen, Einmachen etc. nicht als Arbeitszeit gesehen, sondern als Hobby oder im TV wird alles, was so in der Küche anfällt gerne als Entspannung propagiert.
Das kann ich auch mal, aber in der Hauptsache ist Kochen für mich mit einer 50 Stunden Woche, incl. Fahrzeit, einfach keine Entspannung oder ein Hobby, dass mir viiiieel Freude bereitet, sondern notwendiges Übel. Zum Glück ist das Essen in der Schule bei meiner Kleinen gut, sodass es abends oft auch mit Brot und einem Salat oder Joghurt getan ist.
Ich mache auch Marmelade, Aufegesetzten, früher auch Käse und Wurst, aber jetzt kann ich das nicht mehr und muss so zu Fertigprodukten greifen. Den Rotkohl würde ich je nach Fabrikat z.B. auch nicht als Fixprodukt einstufen. Bei mir zählt als Fix alles, wo Geschmacksverstärker drin sind.



ich will dir voll zustimmen Melitta und  noch was ergänzen......ich weiß jetzt nicht vom wem das Zitat ist.......aber man bedenke, wenn man schon mit vor 50 Jahren vergleicht.....


also vor 60 Jahren hatte meine Oma eine Magd am Hof und eine Tochter, die bei ihr arbeitete bis sie heiratete, es wurde einmal im Monat Brot gebacken und das gegessen, bis es alle oder verschimmelt war, im Herbst wurde ein großes Faß Sauerkraut gemacht und dann gabs Sauerkraut mal mit Felisch mal ohne und Zwetschgenmus den ganzen Winter über,

......, danach waren die Oma und meine Mama auch zu zweit als Hausfrauen...........heute schmeiß ich sowas alles alleine (auf einem fast vergleichbaren Hof) und geh noch außer Haus arbeiten ebenso Göga

anderes hat sich auch geändert: der Anspruch an Wäschewaschen hat sich im Vergleich zu vor 50 Jahren auch sehr geändert....man wäscht viel viel mehr und hat auch viel mehr, auch die bewohnte Fläche pro Person hat deutlich zugenommen, das muß geputzt werden, früher dachte man auch nicht daran Kinder irgendwie zum Musikunterricht oder zu Freunden zu fahren, heute ist das Standard

meine Männer helfen mit im Haushalt......aber alles hat seine Grenzen :P........und somit verklär ich die Vergangenheit nicht, ich wünsch sie mir nicht zurück, wenn ich nur ans Heizen oder die Bäder denke :o :o.......aber arbeiten tu ich auch viel, nach wie vor ;) *Schulterklopf*
Herzliche Grüße von Fanni

Mucki

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II. Pro und Contra Fix und Fertig-Produkte
« Antwort #14 am: 25.10.10, 13:02 »
So würde ich das nicht sagen aber durch das fitbeck das ich von meienr Familie beckommen zum essen da höre ich raus das sie das was ich selber mache beserschmeckt
Pizza,Tomatensße,hachfleichsoße und soweiter.
Das ist auch eine andere Argumentation.
Wo ich immer erstaunt bin: Pizza.
Esst ihr die amerikanische Art, also dicker Teig? Weil ansonsten bekommt man die im Ofen zu Hause doch garnicht so hin. Unser Ofen geht auf 300 Grad, aber da wird die Pizza immer amerikanisch.
Italienische Pizza wird nur mit einem Ofen, der auf mindestens 400 Grad kommt so richtig italienisch. Also Brotbackofen oder Pizzaofen.
Bei uns kannst du keinen hinterm Ofen vorlocken mit der Pizza aus dem normalen Herd. Wird trotzdem gemacht, aber wenn entschieden werden dürfte, dann gewinnt immer die Pizza aus dem italienischen Ofen.


Ich mach Pizza aus einem Hefe-Ölteig,und der Boden ist dünn und mit viel Tomatenpüre,Schinken,Salami ,Champinon,Paprika und viel Käse Belegt.Ob das nun Amerikanisch oder Italienische ist mir wurst,uns schmeckts und es ist eben unsre Pizza.Ich habe auch noch nie ein pizzarezept geshen wo als backtemperatur angeben war 300 oder 400 grad.Meine Bäckt bei 200 grad,und ich hab eben meien Sohn (Bäcker) gefragt wie sie ihre Pizzas backen und er meinte bei 200 grad  :D

Lg Mucki