Autor Thema: Hofübergabe- Gefühle der abgebenden Generation  (Gelesen 27466 mal)

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Online Annette

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Re: Hofübergabe- Gefühle der abgebenden Generation
« Antwort #105 am: 12.10.10, 00:06 »
Ich bin noch keine 50, aber Gedanken mache ich mir schon über dieses Thema. Junior 3. Lehrjahr, dann noch ein Jahr Fachschule und dann ? Abgeben geht noch nicht Göga ist dann 54. GBR ? oder ist unser Hof überhaupt noch "überlebensfähig" bzw. ist es unserem Sohn noch zuzumuten den Hof weiterzuführen, bei dem, was hier so in Sachen Landpacht/kauf los ist ?

Oder wenn ich Junior manchmal so zuhöre, welche Einstellungen er z.Zt. hat, dann fällt mir auch nicht soviel dazu ein, außer: Große Töne spucken aber auch nicht viel beschicken. Dann wieder haben wir die gleiche Einstellung zu verschiedenen Themen und ich denke, so kann ich auch damit leben.

Fazit: Bei uns wird es sich die nächsten 3-5 Jahre zeigen, wie es mit dem Betrieb weitergeht und bis dahin mache ich mir bestimmt noch jede Menge gute und schlechte Gedanken.

Wer hat denn von der abgebenden Generation einen Notfallkoffer, wo wirklich alle wichtigen betrieblichen Daten und Details vermerkt sind für denn Fall eines Falles? Wissen wirklich  alle Frauen um die versicherungs- und finanztechnischen Belange des Betriebes monatsgenau Bescheid?

Wir  alle wissen ja, dass Leben tödlich ist.

Beste Grüße

Anja

Hallo Anja,

wir haben keinen Notfallkoffer gepackt (eigentlich leichtsinnig) und sollte Göga was passieren (klopf auf Holz) - ich bin der Finanzminster in unserem Haus und mein Mann wäre derjenige, der auf dem Schlauch stehen würde, sollte mir etwas passieren. Und unser Junior ist, was den Papierkram anbelangt noch unbedarfter. - Also nicht Frau sondern Ehepartner.

LG Annette

P.S. Katharina war schneller, ich stells trotzdem noch hier rein. ;)
Lieber auf neuen Wegen stolpern, als in alten Bahnen auf der Stelle treten. (H.Hesse)

Offline Katharina

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Re: Hofübergabe- Gefühle der abgebenden Generation
« Antwort #106 am: 12.10.10, 00:21 »
Hallo Annette,

dein Mann würde zu meinem passen. Bei uns bin auch ich fürs Büro zuständig.
Aber mit ein bisschen Interesse findet man schon schnell raus, was wo ist.

Wenns um den Aussenbetrieb, das Spritzen und Düngen geht, würd ich Hilfe von ausserhalb brauchen. Da stehen sich mein Mann und mein Sohn aber in nichts nach. Wenn einer ausfällt, kann der andere das kompensieren.
Mit meiner Arbeit, der Lohnabrechnung, Buchführung usw käme mein Sohn schon klar, aber nicht ganz im Detail. Ich würde mir da von meiner Schwiegertochter ein bisschen mehr Interesse wünschen, dass sie auch mal Weiterbildungsmöglichkeiten in diese Richtung wahrnimmt. Dann kann man beruhigter übergeben.

Liebe Grüße
von Uta (Katharina)

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Offline maggie

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Re: Hofübergabe- Gefühle der abgebenden Generation
« Antwort #107 am: 12.10.10, 07:01 »
guten morgen meine damen,

auch ich war gestern am überlegen - einen beitrag auf anja's kommentar reinzusetzen, bin aber froh, dass ich uta den vortritt liess ...

ich kann mich euch beiden anschliessen -
denn über den notfallkoffer müsste frau sich nicht vor der hofübergabe gedanken machen, sondern während der "aktiven" betriebszeit in jungen jahren -

für mich war das immer klar - für die stall- und aussenarbeit hätte ich hilfe von aussen holen müssen - göga dafür für's büro -
heute mit junior - mit generationengemeinschaft - total im betrieb eingebunden, ist das überhaupt kein problem mehr, das büro könnte er auch erledigen - mit etwas mehr zeitaufwand als ich (!!- bt - psst - nicht weitersagen), dann wäre noch seine partnerin, die sich rasch einarbeiten könnte, kommt aus der landw., arbeitet als fachfrau bei unserer grossen landw. genossensch. im sektor agrarmasch. -

für's betriebliche muss ich mir keine grossen gedanken mehr machen - eher muss ich mir wieder einen aufgabenbereich "suchen", da die milchviehhaltung aufgegeben wurde und in der hähnchenmast meine mitarbeit nur noch sporadisch benötigt wird -
ich weiss ich bin in einer "glänzenden" situation -
bis eben auf die gefühle hin und wieder ...

früher immer in alles involviert - und heute - kommt es oft vor, dass ich vieles gar nicht mehr erfahre und dadurch auch nicht mehr mitentscheide -
einerseits ist es eine grosse erleichterung - andereseits komme ich mir manchmal schon "überflüssig" vor ...

aber, wenn es dann brennt, sollte ich voll und ganz über alles und jedes informiert sein   ;)
liebi grüess   und
bis bald   -  ihr werdet mich  so schnäll nöd wieder los

margrith  us der schwiiz

Online martina

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Re: Hofübergabe- Gefühle der abgebenden Generation
« Antwort #108 am: 12.10.10, 08:36 »
Was den berühmten Notfallkoffer angeht, auch dieser ist für den BT nicht unbedingt etwas neues (nach 9 Jahren wird das auch schwierig ;) )

Wenn der Betriebsleiter ausfällt

Notfallhandbuch für Milchviehbetriebe

Ausserdem für einige auch interessant:
Was tun bei enger Generationenfolge

Hofübergabe allgemein: Hofübergabe 2


Ich denke also schon, dass wir dieses Thema getrost der ABGEBENDEN Generation überlassen können, damit sie auch ein Plätzchen haben, wo sie unter sich sind. So großzügig können alle, die sich grad nicht als Abgeber mit dem Thema beschäftigen wohl sein.


Für alle Übernehmer und aussenstehende Betrachter haben wir wirklich genügend andere Tummelplätze ;)

Wir sehen uns in Weimar. Ich freue mich auf Euch.