Autor Thema: Beruf, Hof, Haushalt... wie bekomme ich es unter einen Hut?  (Gelesen 53139 mal)

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Offline NellyTopic starter

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Hallo,
ich wil ja nicht immer drauf rumreiten, dass ich Lehrerin bin, aber heute könnte ich noch an die Decke gehen. Ich habe an die 70 Arbeiten liegen gehabt. In der Woche komme ich kaumzum Korrigieren. Dass es nun so viele HEfte auf einen Schlag sind, ließ sich nicht verhindern, weil ich kurzfristig ne Vertretung übernommen habe.

Jetzt korrigiere ich schon das 2. Wochenende, bin irgendwie total gestresst, weil ja auch am Wochenene Ungeplantes anliegt. Das einzige was mein Mann aufzählt, ist, dass ich ja NIX mache nix Sichtbares für ihn) und ich eigentlich noch das und das und das (Wäsche, Vorkochen etc.) machen müsste.
Ja, das weiß ich auch, braucht er mir nicht sagen. Ich brauche auch in einem solchen Fall keine Haushaltshilfe, weil spätestens übermorgen alle Arbeiten fertig sind und ich wieder Zeit für alles andere habe.

Musste ich gerade mal loswerden. Dieser Tag ist noch nicht vorbei, mal schau´n wie weit ich komme.Sitze gerade auch nur am PC weil ich noch was ausdrucken muss.

Nell
« Letzte Änderung: 09.05.10, 21:45 von Nelly »

Offline Erika

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Vereinbarkeit von Familie und Beruf
« Antwort #1 am: 10.05.10, 07:48 »
Hallo Nell,

wenn mir die Arbeit über den Kopf steigt, dann wird als allererstes das Kochen eingestellt - oder sie kochen selber. Jeder hat da wohl seine eigenen Prioritäten. Imbiss haben wir rundrum genug im Angebot. Der Tag hat nur 24 Stunden. Und wie Du schon geschrieben hast, spätestens in zwei oder drei Tagen läuft es ja wieder anders...

Wir sind nun vier Erwachsene und eine Elfjährige in der Familie. Die Wäscheansammlung ist groß. In den Griff bekomme ich sie, wenn ich täglich oder spätestens alle zwei Tage wasche. Als die Kinder noch kleiner waren, hatte ich einen Waschtag in der Woche, das funktioniert bei mir persönlich aber nicht mehr, schaffe ich alleine von der Menge her nicht.

Ansonsten..... lass Deinen Mann nur maulen und stell` die Ohren auf Durchzug, der Job sollte immer vorgehen. Im Moment ist es nicht so, dass man überall von jetzt auf gleich eine neue Arbeitsstelle findet. Er sollte eher stolz darauf sein, dass Du so eine riesige Doppel-Dreifach-Belastung auf Dich nimmst  ;)

.... und das ganz bestimmt nicht umsonst, ich wette mal, Dein Einkommen ist dann wieder sehr willkommen, oder   ::)

Offline NellyTopic starter

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Vereinbarkeit von Familie und Beruf
« Antwort #2 am: 10.05.10, 13:44 »
Hallo
Mein Mann mault weiter, weil ich gleich nen Termin beim Mädchen-TÜV habe und wieder GAR NIX im HH passiert. WErde aber hinterher in die Staudengärtnerei fahren und mir nen Haufen ZWergakelei kaufen und was ich sonst noch finde, vielleicht ne lonicera......

Nell

Offline Mirjam

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Vereinbarkeit von Familie und Beruf
« Antwort #3 am: 10.05.10, 16:33 »
ich wil ja nicht immer drauf rumreiten, dass ich Lehrerin bin, aber heute könnte ich noch an die Decke gehen. Ich habe an die 70 Arbeiten liegen gehabt. In der Woche komme ich kaumzum Korrigieren. Dass es nun so viele HEfte auf einen Schlag sind, ließ sich nicht verhindern, weil ich kurzfristig ne Vertretung übernommen habe. . Das einzige was mein Mann aufzählt, ist, dass ich ja NIX mache nix Sichtbares für ihn) und ich eigentlich noch das und das und das (Wäsche, Vorkochen etc.) machen müsste.

Hallo Nelly,

ich hab demnächst ein Referat zum Thema "Vereinbarung von Familie und Beruf". Und letzte Woche war ich Gast bei einer Frau mit 4 Kids (und viel Sorgen), die "nur" daheim ist. Ein total - gepflegtes Heim. Ein total - leckeres Essen. Weder Messie noch Putzteufel - sondern einfach liebevoll dekoriert, nix noch vergessene Weihnachtsdekoirgendwo, nix "gruselig-geschenk-deko-aus-den-siebziger". Einfach nur - ordentlich, wohnlich, schön. Aber - sie bekommt vorgeworfen, dass sie NICHT arbeiten geht...

Was ich mitgenommen habe - ist: Kann man(n) alles haben? Eine Frau - die gut Geld mit heimbringt, das Haus tip-top hält und dabei noch genug Luft hat NICHT im frustrierten Burn-Out zu landen?

Freunde haben beruflich ein Seminar mitgemacht, dass unterteilt in: Berufs-Zeiten, Haushalt-Familie-Zeiten und Ich-Zeiten. Und hier unterschreib ich - für mich ist Familien-Zeit keine Zeit die ICH für mich habe! Familie heißt meit Erziehungs-ARBEIT und hat nix mit Freizeit zu tun- nur weil dabei keine Haushalt/Berufszeit dabei ist. Und zum anderen - eben: Mann kann nicht alles haben. Eine Frau muss sich schon "Teilen" zwischen Beruf und Familie, wenn sie sich noch dritteln muss - zerreißt es einen irgendwann. Oder - die ICH-Zeit geht drauf und das hält kein Mensch auf Dauer durch.

Irgendwo hatte ich mal eine Arbeitszeitberechnung gesehen - für die Familie un dden "zu versorgenden Familienmitgliedern" - war das nicht 0,2 pro Person? Bei 2 Erwachsenen und 2 Kindern sind das eigentlich 0,8 Ak und dann noch arbeiten gehen halbtags, ganztags....?

Nelly dein Mann würde von mir ein kräftiges "Bampminetohsonstbuschidieum" um die Ohren kriegen...  :-X ::) Gruß Mirjam
Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!

Offline SiegiKam

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Re: Vereinbarkeit von Familie und Beruf
« Antwort #4 am: 10.05.10, 17:07 »
Hallo,

mir ist schon lange klar, dass alles perfekt zu machen einfach nicht geht. Daher setze ich meine Prioritäten täglich nach Bedarf. Mal steht meine Arbeit ganz vorne, dann meine Kinder, Zeit für meinen Mann, ich selbst, je nach Stimmung und Lage. To do Listen habe ich mir abgewöhnt, weil ich gemerkt habe, dass ich, wenn ich mal Luft habe am besten das mache, wonach meinem Bauchgefühl ist. Diese Arbeit geht dann meist sehr zügig und mit mehr Freude als nach einer to do Liste. Dass mal im Haushalt nicht alles blinkt und mein Student nicht seine ganze Wäsche gebügelt mitnehmen kann, das ist halt so. Dafür bin ich gut drauf und stecke zwar in vielen Zwängen, aber nicht in so vielen wie die Damen, die dem Perfektheitsanspruch frönen. Vieles ginge im Haushalt einfacher, ich müsste kein Mosaik an die Wand kleben, ich könnte den ganzen Garten mit Rasen ansäen und mit Halbfertigprodukten ginge es auch schneller. Aber Basteln, Garteln, Rezepte ausprobieren wenn ich Zeit habe, das macht mir halt Freude und ich bin nicht auf der Welt um alles praktisch und blitzblank zu haben, sondern um mich des Lebens zu freuen und anderen diese Freude weiterzugeben.

Liebe Grüße an alle, die sich auch nicht teilen können,
Siegi
Leben und leben lassen

Offline Kathy

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Liebe Bäuerinnen,

wie macht ihr das?

Mal eben zu mir.
Ich bin berufstätig mit 35 Stunden die Woche, anschließend geht es in den Stall, melken, Kälber versorgen und was so noch anfällt. Dann bin ich gegen 22 Uhr irgendwann mal fertig und gehe rein. Da wartet dann der Haushalt auf mich und gegen Mitternacht falle ich tot ins Bett.

Mir wird es zur Zeit alles zu viel. Nur bei uns ist das Geld mehr als knapp, wir haben den Hof mit Schulden übernommen und wenn mein Gehalt wegfällt, ja dann ist leider der Kühlschrank komplett leer. Kinder haben wir keine, wollen aber im nächsten Jahr es versuchen.

Wie groß sind eure Höfe. Wir haben Milchvieh und melken ca. 100 Kühe im doppel 6er Fischgrätenmelkstand. Ich brauche alleine immer so gute 4 Stunden, mit saubermachen usw. Kälber ist immer sehr schwankend. Momentan brauche ich fürs Fütten, einstreuen und tränken so gute 1,5 Stunden.

Am WE ist es so das ich morgens um abends melke, zwischendurch wieder Haushalt, Papierkram usw.

Ich komme gar nicht mehr zur Ruhe aber sehe auch keinen Ausweg? Weil eben das Geld so knapp ist kann ich in meinem Job nicht weiter runter.

Also wie ist es bei euch?

Offline Susanna

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Hallo Kathy,

herzlich Willkommen hier. Willst Du Dich nicht vorstellen und uns verraten, von wo Du kommst?

Erst einmal - alles kannst Du nicht machen, und überall kannst Du auch nicht sein.

Warum musst Du allein melken? Wo ist Dein Partner, kann er nicht auch im Stall sein? Wenn Du außer Haus berufstätig bist, dann muss er darauf Rücksicht nehmen, und zu den Stallzeiten da sein.


Ansonsten rate ich Dir, immer mal wieder Auszeiten zu nehmen, und wenn sie noch so klein sind. Und teil Dir Deine Kräfte ein, Haushalt kann auch mal liegen bleiben, melken eher nicht.
Viele Grüße
Susanna

Offline Paula73

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Hallo

Auch meine Frage ist - wo ist dein Mann ???

Wie stellt ihr euch das denn mit Kindern vor, da musst du deinen Job auch (zumindest vorübergehend) aufgeben. Ein Betrieb dieser größe sollte auf alle Fälle genug abwerfen , das eine Familie davon leben kann, auch wenn ihr mit Schulden oder Investitionen gestartet seid.
Event. solltet ihr euch profesionelle Hilfe (Betriebsberatung) suchen um die betrieblichen Zusammenhänge aus zu werten.

So wie du es jetzt beschreibst, kann es auf keinen Fall weiter gehen. Über Kinder braucht ihr da gar nicht erst nach zu denken.

Offline Kathy

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Mein Mann melkt morgens alleine und danach macht er alle weiteren Arbeiten. Also auch Kälber versorgen, Milchvieh und Jungvieh versorgen. Dann eben die Feldarbeit usw.
Abends kann er nicht mehr mit melken. 3 mal die Woche kommt eine Bekannte und hilft. Alleine kann sie aber noch nicht melken, sie hat vorher nie was damit zu tun gehabt und lernt es jetzt praktisch. Aber wenn sie dabei ist bin ich zumindest eine Stunde früher fertig.

Mit Kind ist kein Problem, das kann tagsüber auch zu meiner Mutter oder meiner Schwester. Ansonsten hätte ich noch andere alternativen.

Unser Hof wirft momentan nix ab. Wir leben alleine von meinem Gehalt. Alles was vom Hof kommt wird gleich wieder investiert oder Schulden abgetragen.
Der Hof war in einem sehr schlechten Zustand bei der Übernahme. Jahrelang wurd nix investiert. Die Kühe bekamen nur selten was zu fressen. Milch haben sie so gut wie gar nicht gegeben. Teilweise waren die ersten Starken erst mit 6 Jahren zum ersten mal trächtig usw. Viel Müll lag hier rum, viel kaputt usw. Also alles in allem ein sehr schlechter Zustand.
Innerhalb der letzten 2 Jahre haben wir aber viel geschafft. Der Müll ist weg, alle Tiere haben Fressen und Wasser. Überall sind Tränken angebracht worden. Alles wurde gemacht was gemacht werden musste. Heute ist der Hof in einem guten Zustand, bis auf die Schulden und die Milchleistung ist noch nicht so wie es sein sollte. Aber es wird zusehends besser.

Wir kommen aus dem Norden, mehr möchte ich nicht sagen. Und wir sind beide Mitte 30.


Zu seiner Familie haben wir keinen Kontakt mehr. Hilfe haben wir nur von meiner Familie. Die aber auch nicht alles können. Meine Mama ist krank und mein Vater ist auch noch berufstätig.

LG

mouhkouh

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Das mit dem Kind hast du jetzt nicht ernst gemeint oder???? Hast du überhaupt ne Ahnung, was es bedeutet, ein Kind zu bekommen und großzuziehen? Mir ist jetzt grade die Kinnlade auf den Fußboden gefallen.

Das kann nicht echt sein....

Offline Kathy

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Das mit dem Kind hast du jetzt nicht ernst gemeint oder???? Hast du überhaupt ne Ahnung, was es bedeutet, ein Kind zu bekommen und großzuziehen? Mir ist jetzt grade die Kinnlade auf den Fußboden gefallen.

Das kann nicht echt sein....

Warum nicht?

Klar wollen wir Kinder und das geht auch. Ist alles durchdacht. Aber wie wir das bis dahin machen wollen, das ist meine Frage? Udn wie es andere machen, das wäre mal schön zu erfahren? Aber naja, leider kam noch keiner auf die Idee mir mal zu schreiben wie es bei euch aussieht.

Offline mogli

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Kann es sein, dass du uns aufs Glatteis führen willst?
Kein Futter und kein Wasser für Kühe. Kalbinen die erst mit 6 Jahren  tragend werden? ::) 8)
Liebe Grüße Helga

Christel Nolte

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Kann es sein, dass du uns aufs Glatteis führen willst?
Kein Futter und kein Wasser für Kühe. Kalbinen die erst mit 6 Jahren  tragend werden? ::) 8)

Und was hat Dein Mann in der Zeit gemacht, also bevor ihr das so übernommen habt?
Und wann gedenkst Du Dein zukünftiges Kind mal zu sehen? Zwischen 22 Uhr, wenn du hundekaputt aus den Stall kommst und 6 Uhr, wenn dein Arbeitstag wieder anfängt, oder wann? 

ich weiß ja nicht.....ob mogli wohl recht hat.... ???


mouhkouh

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Beruf, Hof, Haushalt... wie bekomme ich es unter einen Hut?
« Antwort #13 am: 31.07.12, 22:23 »
Da kannst du noch so viel "durchdenken" , ein Kind ist ein Kind und keine "Sache". Und wenn ich lese "ach, das Kind kann ja tagsüber zur Oma (die krank ist)"....ab wann hast du denn gedacht, soll das Kind denn weg? Ab der Geburt ? :-)
Und wie wollt ihr es machen, wenn die Schwangerschaft nicht so läuft wie sie soll? Wenn du eventuell ab dem vierten Monat liegen musst, weil du sonst das Kind verlierst???
Wenn du eine schwere Geburt hast...oder Mehrlinge....oder ein schwieriges Kind, ein schreibaby? Oder oder oder????
So wie du glaubst, geht das nicht. Lass dir mal von einigen Bäuerinnen hier erzählen (zB. Bullenmafia!) wie es alles anders läuft wie man das sich gewünscht hat...oder von mir, wenn ich etwas mehr zeit habe.

Offline Kathy

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Kann es sein, dass du uns aufs Glatteis führen willst?
Kein Futter und kein Wasser für Kühe. Kalbinen die erst mit 6 Jahren  tragend werden? ::) 8)

Nein leider nicht.
So ist es hier leider viele Jahre gelaufen. Erst seit mein Mann den Hof übernommen hat ist das vorbei.

Also kann mir mal jemand schreiben wie dort der Tagesablauf ist?