Autor Thema: Hofübergabe 2  (Gelesen 90838 mal)

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Offline Susanna

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Re: Hofübergabe 2
« Antwort #135 am: 22.05.13, 08:13 »
Ich finds immer schade, wenn sich jemand hilfesuchend hier äußert und dann gemaßregelt wird...........was man schreiben darf :(
Absolut, da kann ich Dir nur beipflichten.

Noch was... Wortwahl... Worte wie bspw. EntscheidungsGEWALT... *Dazu sage ich nur autsch.*
Warum? Wenn ich übernehme, möchte ich genau diese "Entscheidungsgewalt" haben, man kann es auch anders nennen, egal. Das ist eine ziemlich große Sache, den Hof zu übernehmen, und genau darin liegt der Sinn, das "Sagen" zu haben und wichtige Entscheidungen zu fällen.

Ich bin dann auch in der Pflicht gegenüber der abgebenden Generation, weil ich bin dann der Hirte, der für seine gesamte Herde gut zu sorgen hat.
Die Zeiten ändern sich. Sicher muss der Übergeber, hm, ich nenne es mal "entschädigt" werden, wie auch immer. Aber genau diese Pflicht, Clara, für die abgebende Generation zu sorgen und sie zu hüten, führt auf vielen Höfen zu Konflikten, weil der Übernehmer auch noch genau diese Versorgungspflichten hat, das ist oft einfach zu viel.

Ich freue mich auf den Tag x, an dem unsere bäuerliche, abgebende Gesellschaft endlich so weit sein wird, für sich selbst zu sorgen!
Viele Grüße
Susanna

Offline Stephanie

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Re: Hofübergabe 2
« Antwort #136 am: 22.05.13, 08:54 »
in nds ist das alles ganz klar definiert in der höfeordnung.
es wird übergeben zum wohle des hofes. das hat hier immer vorrang.
es gibt verträge übers landvolk, die auch heute noch von sehr vielen genutzt werden. und dort gehen auch die meisten hin um sich beraten zu lassen.

mein sv hat meinen mann schon immer in seine entscheidungen mit einbezogen. er hat mit 54 den hof abgegeben und von da an hat mein mann meinen sv immer in seine entscheidungen mit einbezogen.
das ist glaube ich der idealfall und nur so kann man dann auch einen betrieb erfolgreich weiterführen und das erbe erhalten oder gar wachsen lassen für die nächste generation.

ich bin auch der meinung , wie einige vorher schon, dass die die den hof übernehmen sich schon der verantwortung bewußt sind und auch für die übergeber sorgen. denn die haben ja den grundstein gelegt, dass man überhaupt was übernehmen kann.
landwirte sind idealisten und die die ich kenne geben ihr leben für die lw.die sind schon immer mit dem ganzen herzen mit ihrem hof verbunden.

wenn jemand den betrieb an die wand fährt, hat das sicherlich oft auch irgenwelche gründe, vielleicht auch höhere gewalt. aber aus langeweile oder um dem übergeber eins auszuwischen macht das , denke ich, bestimmt keiner.
stephanie
man kann nur leben, indem man oft genug nicht macht, was man gerade tun sollte.

Offline Lisa

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Re: Hofübergabe 2
« Antwort #137 am: 22.05.13, 10:34 »
Stephanie,das finde ich sehr gut,wenn es so abläuft.Bin auch schon im
Altenteil und es freut mich sehr das wir noch am Betriebsgeschehen teil-
nehmen dürfen der Kälbererlös vom KM,Milchgeldabrechnung usw.mitgeteilt
werden.Das Verhältnis Vater-Sohn spielt eine große Rolle.
Wir stehen immer zur Verfügung und machen es gerne,da es geschätzt wird.
LG. Lisa
Glück ist das Einzige das sich verdoppelt,wenn man es teilt

Offline doretchen

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Re: Hofübergabe 2
« Antwort #138 am: 22.05.13, 10:45 »
Also ich würde das Gespräch suchen, zwischen alt und jung und jemand vom Bauernverband, oder von der landwirtschaftlichen Beratung. In NRW erfolgt meistens eine Übergabe nach Höferolle. Das wäre das Einfachste. Der Eigentümer kann aber jederzeit den Hof aus der Höferolle nehmen und andere Entscheidungen treffen.
Ich denke, dieses Forum sollte der Ort sein, wo man solche Probleme diskutieren können sollte. Wieviel jeder von sich preisgibt ist seine Sache. Das Verhältnis zwischen alt und jung ist in der Landwirtschaft immer schwierig, weil man sich schlecht aus dem Weg gehen kann. Es gibt überall solche und solche. Es gibt auch Altenteiler, die unter dem Daumen der jungen Leute sind. Nur sind diese Altenteiler kaum "computergängig" und hier nicht anwesend.
« Letzte Änderung: 22.05.13, 10:59 von doretchen »
es grüßt doretchen

Molly

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Re: Hofübergabe 2
« Antwort #139 am: 22.05.13, 11:01 »
Vielen Dank für eure Beiträge, auch, wenn ich denen langsam nicht mehr folgen kann...

@Clara: Dir möchte ich sagen, das du kein Recht hast mich hier zu maßregeln. Denn ansonsten hätte ich ja auch dieses Recht und würde dir dann sagen müssen, kümmere dich doch lieber um deine "Tomatenpflanzen" und ignoriere meine "dümmlichen" Fragen...ich denke, wir verstehen uns  ;) Aber so nehme ich dich als gleichwertiges Lebewesen war und wünsche dir ein schönes Leben  :)

Herzliche Grüße
Molly

Offline gammi

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Re: Hofübergabe 2
« Antwort #140 am: 22.05.13, 11:09 »
Wieviel jeder von sich preisgibt ist seine Sache.

Das ist ja auch richtig. Aber darum ist es halt auch schwer die "richtige" Antwort zu finden...........man kennt nur eine Seite und davon meistens auch nur einen Teil.
Enjoy the little things

Offline Solli

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Re: Hofübergabe 2
« Antwort #141 am: 22.05.13, 12:18 »
Vielen Dank für eure Beiträge, auch, wenn ich denen langsam nicht mehr folgen kann...

@Clara: Dir möchte ich sagen, das du kein Recht hast mich hier zu maßregeln. Denn ansonsten hätte ich ja auch dieses Recht und würde dir dann sagen müssen, kümmere dich doch lieber um deine "Tomatenpflanzen" und ignoriere meine "dümmlichen" Fragen...ich denke, wir verstehen uns  ;) Aber so nehme ich dich als gleichwertiges Lebewesen war und wünsche dir ein schönes Leben  :)

Herzliche Grüße
Molly
Sie hält sich eben für das Maß aller Dinge - am besten ignorieren!  ;)
Uns hilft kein Gott, unsere Welt zu erhalten - das müssen wir schon selbst tun!

Offline doretchen

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Re: Hofübergabe 2
« Antwort #142 am: 22.05.13, 16:06 »
Molly, wieso kannst du nicht mehr folgen? Hast du dich mal mit den Beratungsangeboten für die Landwirtschaft vertraut gemacht? Die sind allerdings in jedem Bundesland ein bißchen anders. Sonst frage, was du nicht verstehst.
es grüßt doretchen

Clara

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Re: Hofübergabe 2
« Antwort #143 am: 23.05.13, 14:55 »
Hallo :)
Nein, ich arbeite im Betrieb mit, habe keine andere Geldeinnahme. Für einen Sohn bekomme ich Unterhalt , für den anderen nicht mal mehr Unterhaltsvorschuss ( wurde 72 Monate gezahlt).

Wir haben einen eigenen Wagen, der NICHT über den Betrieb läuft und tanken KEINEN Diesel. Milch habe ich jeden Tag 1 Liter. Hühner oder andere Tiere, wo wir deren Produkte nehmen könnten, haben wir ja nicht.

Miete zahlen wir nicht, nein. Das könnten wir auch so gar nicht. Wir liegen gaaanz knapp über den Hartz4 Satz.

Eine GbR war wohl mal im Gespräch, bevor ich hier war. Und es wäre auch so, wie du es angesprochen hast: Er wäre trotzdem der, der alles entscheidet oder entscheiden will.
Meine Schwägerinnen haben schon gesagt: Der wird auf dem Papier übergeben, aber im Kopf niemals und das wird er auch raus hängen lassen.

Danke für deine Antwort. :)


Molly,

warum soll denn deine Schwiegerfamilie für dich und den Lebensunterhalt deiner Kinder aufkommen? Warum tun es nicht die Väter deiner Kinder?

Miete... für ca. 60 qm... macht im Monat auch je nach Wohngegend mal mindestens um die 400€ in BAR...

Ach ja, ein Bauerhof ist ein Unternehmen, kein Selbstbedienungsladen.

Fragende Grüße,

Anja

Clara

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Re: Hofübergabe 2
« Antwort #144 am: 23.05.13, 16:33 »
Molly,


wie gross ist eigentlich der Betrieb, an dem du so reges Interesse hegst? Was für Einnahmequellen gibt es im Betrieb?
Was ist deine Ausbildung?

Fragende Grüße,
Anja


Offline Paula73

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Re: Hofübergabe 2
« Antwort #145 am: 23.05.13, 18:34 »


Molly,

warum soll denn deine Schwiegerfamilie für dich und den Lebensunterhalt deiner Kinder aufkommen? Warum tun es nicht die Väter deiner Kinder?

Miete... für ca. 60 qm... macht im Monat auch je nach Wohngegend mal mindestens um die 400€ in BAR...

Ach ja, ein Bauerhof ist ein Unternehmen, kein Selbstbedienungsladen.

Fragende Grüße,

Anja

Entschuldige mal, wenn er eine Frau mit 2 Kindern heiratet übernimmt er zumindest auch einen Teil der Verantwortung für diese Kinder  - sowohl menschlich als auch finanziell. Im übrigen geht es ihr nicht darum das die SE sie aushalten , sondern um einen angemessenen Lohn der es der Familie erlaubt im vernünftigen Maßen den Lebensunterhalt zu bestreiten. Ich war eigentlich der Meinung die Zeit der Mägte und Knechte auf den Höfen sei vorbei ?

Offline Smart

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Re: Hofübergabe 2
« Antwort #146 am: 23.05.13, 18:47 »
Hallo :)
Nein, ich arbeite im Betrieb mit, habe keine andere Geldeinnahme. Für einen Sohn bekomme ich Unterhalt , für den anderen nicht mal mehr Unterhaltsvorschuss ( wurde 72 Monate gezahlt).

Wir haben einen eigenen Wagen, der NICHT über den Betrieb läuft und tanken KEINEN Diesel. Milch habe ich jeden Tag 1 Liter. Hühner oder andere Tiere, wo wir deren Produkte nehmen könnten, haben wir ja nicht.

Miete zahlen wir nicht, nein. Das könnten wir auch so gar nicht. Wir liegen gaaanz knapp über den Hartz4 Satz.

Eine GbR war wohl mal im Gespräch, bevor ich hier war. Und es wäre auch so, wie du es angesprochen hast: Er wäre trotzdem der, der alles entscheidet oder entscheiden will.
Meine Schwägerinnen haben schon gesagt: Der wird auf dem Papier übergeben, aber im Kopf niemals und das wird er auch raus hängen lassen.

Danke für deine Antwort. :)


Molly,

warum soll denn deine Schwiegerfamilie für dich und den Lebensunterhalt deiner Kinder aufkommen? Warum tun es nicht die Väter deiner Kinder?

Miete... für ca. 60 qm... macht im Monat auch je nach Wohngegend mal mindestens um die 400€ in BAR...

Ach ja, ein Bauerhof ist ein Unternehmen, kein Selbstbedienungsladen.

Fragende Grüße,

Anja

Aber im Betrieb mitarbeiten für Lau, dass soll sie, oder?

Offline Solli

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Re: Hofübergabe 2
« Antwort #147 am: 23.05.13, 20:32 »
Zitat
Ich war eigentlich der Meinung die Zeit der Mägte und Knechte auf den Höfen sei vorbei ?
Für manche scheinbar eben noch nicht ...  ::) ::) ::)
Uns hilft kein Gott, unsere Welt zu erhalten - das müssen wir schon selbst tun!

Offline Maja

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Re: Hofübergabe 2
« Antwort #148 am: 24.05.13, 11:53 »
Jetzt muss ich doch mal nachfragen..... ist es normal wenn man eine frau mit Kindern heiratet,dass man automatisch auch für die Versorgung der mitrgebrachten Kinder zuständig ist ???
Ich denke das ist noch immer Sache der Kindeserzeuger!! auch wenn die Kindesmutter auf einen Hof einheiratet.!!!
Das hat noch lange nichts damit zu tun dass molly als Magd anzu sehen ist.
Ich glaube ihr bringt da etwas durcheinander.
ein Landwirtschaftlicher Betrieb ist als Betrieb anzusehen und nicht als Selbstbedienungsladen. Da hat Clara wohl recht.
Es wird viel zu häufig übersehen dass das Wohnen und Leben auf dem Betrieb ja auch Kosten macht , die dann vom Betrieb erwirtschaftet werden müssen.

Bei landw. Mitarbeitern die in Kost und Loggie auf dem Hof mitarbeiten rechnet man das ja auch am Lohn ab.
Das ist allerdings alles noch mal anders zu sehen.
Molly ist wohl als Partnerin zu sehen und sicher wird auch für sie in die Bäuerinnenrente eingezahlt....oder etwa nicht?
Das Geld das in den Haushalt fließt wird sicher aus dem Betrieb erwirtschaftet, oder etwa nicht?

Offline gina67

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Re: Hofübergabe 2
« Antwort #149 am: 24.05.13, 12:45 »
Ich denke mal dass auch die Kindsmutter ihren finanziellen Beitrag für den Unterhalt leisten muss. Und wenn sie auf dem Hof arbeitet, muss dass eben auch vom Hof kommen.
Molly ist wohl als Partnerin zu sehen und sicher wird auch für sie in die Bäuerinnenrente eingezahlt....oder etwa nicht?
dafür müsste Molly ja aber angestellt sein, dass lese ich nicht daraus, nur dass ihr Mann angestellt ist.
Wenn eine Vater-Sohn-GbR vorhanden wäre, wäre sie als Frau eines GbR-Mitglieds automatisch LAK-Pflichtversichert. Ist bei uns so.

LG Gina