Autor Thema: Selbstgemachtes vermarkten  (Gelesen 11733 mal)

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Sabine

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Selbstgemachtes vermarkten
« am: 09.09.09, 15:27 »
Hallo, ich bin nur ganz selten hier, hoffe trotzdem eine Frage stellen zu dürfen.
Hier habe ich sicher kompetente Ansprechpartner dafür.

Darf man, wenn man den Landfrauen angehört seine selbstgemachten Marmeladen, Gelees, Chutney, Senf uws. selbstvermarkten? Ordentliche Etiketten vorrausgesetzt. Ich dachte da an Bauernmärkte, Hofläden usw.


Offline jägerin

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Re: Selbstgemachtes vermarkten
« Antwort #1 am: 10.09.09, 14:14 »
Hallo,

 Warum herrscht hier das große Schweigen?  ::)
  Sabine,  Lebensmittel verarbeiten das ist eigentlich  eine gewerbliche Tätigkeit und keine Urproduktion,  da gehört mehr dazu als Etiketten mit der richtigen Deklaration, also auch gewerbliche Räume/ Küche/ Lager.  Küche kann man natürlich auch kurzzeitig anmieten  .
 KLar, es wird "immer" auch so  aus dem Haushalt was verkauft , grad auf WEihnachtsmärkten und so, aber vom Recht her darfst du nicht einfach so - ist ja auch zur eigenen Sicherheit . Wenn was ist oder auch nur was beprobt wird ohne Beanstandung  kann das den Spass verderben und richtig teuer werden. 
 Vorab Erkundigen bei der Zuständigen Stelle für Lebensmittelkontrolle kostet nix und die sagen dir was in deinem Bundesland / Kreis für Vorschriften sind. Eigentlich ists ja EU- Recht, aber  ;)


Es grüßt Euch Gerda!

Ich bin der Wahrheit verpflichtet, wie ich sie jeden Tag erkenne, und nicht der Beständigkeit.  (Mahatma Gandhi)

Offline muellerin

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Re: Selbstgemachtes vermarkten
« Antwort #2 am: 10.09.09, 17:09 »
Hallo Sabine,

frag doch einfach mal bei Eurer Kammer nach. Dort kann Dir sicher jemand weiterhelfen.

Gruß
Müllerin

Stricte

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Re: Selbstgemachtes vermarkten
« Antwort #3 am: 10.09.09, 17:53 »
Da mich die Eingangsfrage auch sehr interessierte, habe ich gestern Abend einmal quer durch´s Netz - unter anderem auch hier an Bord über die SuFu - gesucht und bin anschließend zur Überzeugung gekommen, es ist besser (für mich), die eigenen Meisterwerke selbst zu verbrauchen oder im Familien- und Bekanntenkreis zu verschenken.

Aus der eigenen Küche heraus gibt es spätestens dann Probleme, wenn ein Neidhammel aufmerksam wird. Richtig?
Natürlich erst recht dann, wenn die Marmeladen, Konfitüren oder Fruchtaufstriche zum Auslöser einer Erkrankung erklärt werden und man als Hersteller nicht den exakten rechtlichen Weg beschritt.
Das allein http://217.160.60.235/BGBL/bgbl1f/bgbl103s2151.pdf ist schon eine Wissenschaft für sich.

Ob der Verkauf hier http://de.dawanda.com/search/search?fields=product&q=marmelade unproblematischer möglich wäre, werde ich selbst nicht versuchen.
Vielleicht interessiert aber der Link die Eine oder Andere, so sie ihn noch nicht kennen sollte.




Offline Ingrid2

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Re: Selbstgemachtes vermarkten
« Antwort #4 am: 10.09.09, 18:08 »
Also Stricte,

so ist es ja nicht, daß da ein Neidhammel erst aufmerksam werden muß. Es gibt nun mal Regeln und Vorschriften die eingehalten werden müssen. Und da finde ich es einfach selbstverständlch, daß sich jeder dran hält. Und ganz ehrlich, mich ärgert es auch, wenn z.B. bei Festen die Torten und Obstkuchen nicht gekühlt verkauft werden. Es gibt Dinge, die gehen einfach nicht.

Und angenommen, du erkrankst an einem gekauften Lebensmittel, dann wirst du auch sicher versuchen, den Verursacher ausfindig zu machen. Deshalb gibt es auch die Produkthaftung (die man im übrigen in die betriebliche Haftpflichtversicherung einschließen lassen kann).

Es ist im allgemeinen gar nicht so schwierig, Selbstgemachtes zu verkaufen. Wer sich vorher ordentlich informiert und die zuständigen Behörden nicht als "natürliche Feinde" betrachtet, der bekommt das auch geregelt. Es finden sich sehr oft Möglichkeiten, z.B. die erforderlichen Räume so zu gestalten und einzurichten, daß es auch finanziell noch tragbar ist.

Ingrid

Stricte

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Re: Selbstgemachtes vermarkten
« Antwort #5 am: 10.09.09, 19:10 »
Oh je, das passiert, wenn Frau nur an ihre eigene Hauswirtschaft denkt und vergißt, dass Profis, die hier sicher in der Überzahl sind, andere Prioritäten setzen.
Ja, natürlich, Ingrid. Danke für den Rüffel.
Mein Statement ist bitte ausschließlich als meine eigene Meinung zu betrachten und das ist die einer Hobbyhausfrau, abseits jeglicher Professionalität aus Richtung Küche. :)
(Trotzdem kam mir nach dem 4. Zentner Pflaumen, den ich heuer verarbeitet habe, der Gedanke: Den Kram mußt du doch auch verkaufen können. Ich hab ihn verworfen.)







Offline LunaR

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Re: Selbstgemachtes vermarkten
« Antwort #6 am: 10.09.09, 19:34 »
Hallo,

weil hier die Produkthaftung angesprochen wird: Ich habe vor ein paar Jahren eine entsprechende Schulung für die Gastronomie gemacht und dort erfahren, dass in Sachen Produkthaftung die Beweislast beim Gastwirt liegt  :o. Ein Gast kann also behaupten, er hat sich an einem Fruchtkern das Gebiß zerbrochen, dann muss der Wirt beweisen, dass das nicht stimmt. Frage mich nur, wie das sein soll. Also muss er Schadensersatz leisten. Nun weiß ich nicht, ob diese umgekehrte Beweislast auch für die Selbstvermarktung gilt. Falls ja, kann ich nur jedem raten die Produkthaftung zu versichern, wie Ingrid schon geschrieben hat. 

Luna
Es ist sehr beglückend, sich mit kompetenten Menschen auszutauschen.

Ein lieber Gruß Luna


Verschwendete Zeit ist Dasein.
Gebrauchte Zeit ist Leben.