Autor Thema: Scharlach  (Gelesen 12268 mal)

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Offline martinaTopic starter

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Scharlach
« am: 15.04.02, 09:40 »
Na Klasse!

Kaum sind wir mit Windpocken durch, geht jetzt im Kindergarten Scharlach um :(
Also hat mein Mann den Kleineren nach einem Telefonat mit der Kinderärztin gleich wieder abgeholt, damit er nicht sich und dann den Größeren noch ansteckt. Denn der hatte gerade vor 4 Tagen die Polypen entfernt bekommen.

Scharlach können wir jetzt wirklich nicht gebrauchen! Aber was tun, wenn doch? ???

Habt Ihr Tipps?
« Letzte Änderung: 01.01.70, 01:00 von 1031090400 »
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Bagi

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Re: Scharlach
« Antwort #1 am: 18.04.02, 23:21 »
Hallo martina!
Mit dem homöopathischen Medikament "Belladonna" kann man Scharlach manchmal vorbeugen. Allerdings würde ich es nicht einfach so nehmen bzw. geben, wenn du dich nicht mit Homöopathie auskennst. Gibt es bei dir einen Arzt oder Heilpraktiker, der dich beraten könnte (z. B. wegen der richtigen Potenz)?
Viele Grüße
Bagi
« Letzte Änderung: 01.01.70, 01:00 von 1031090400 »

Offline reserl

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Re: Scharlach
« Antwort #2 am: 29.07.05, 21:42 »
Thomas hat Scharlach.
Er ist seit drei Tagen krank und ein Abstrich beim Arzt hat heute Gewissheit gebracht.

Jetzt muss er 10 Tage Antibiotika nehmen. :-\

Heute geht es ihm bereits besser und er denkt schon wieder ans Fußball spielén. ::)

Das werde ich die nächsten Tage  wohl nicht verhindern können, weil ich ihn schlecht ans Bett fesseln kann.
Aber wird es dadurch nicht wieder schlimmer? :-\

Wie verhaltet ihr euch in solchen Fällen?

lieben Gruß
Reserl



Manchmal ist es ein großes Glück,
nicht zu bekommen, was man haben will.

aurelia

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Re: Scharlach
« Antwort #3 am: 29.07.05, 23:53 »
Erfahrungsgemäß können die Kinder immer wieder Scharlach bekommen, wenn es durch Antibiotika abgeblockt wird.
Aber ihr seid ja eh schon am Einnehmen, dann sollte man wirklich nicht mehr aufhören und die Schachtel mal "ausleeren".
Wenn aber die zweite Scharlacherkrankung folgt,dann weißt du ja bescheid (inzwischen suchst du dir einen Hömöopathen,zu dem du dann gleich mal Verbindung aufnehmen kannst).
Die Freya weiß ja auch gut bescheid über diese Sache und ihr könnt euch ja dann über die Möglichkeiten austauschen.
Ich könnte dir ja auch einiges erzählen......

Eins möchte ich aber trotzdem sagen, wichtig ist, daß das Exanthem herauskommt, weil sich erst dann Antikörper bilden können.
Ansonsten ist es eine halbe Sache!
In jeder Bücherei gibt es Bücher für Homöopathie bei Kindern, na dann los.


Herzl. Grüße von A.
« Letzte Änderung: 30.07.05, 15:07 von Freya »

Offline Mirjam

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Re: Scharlach
« Antwort #4 am: 30.07.05, 10:16 »
Hallo Reserl,

wir hatten das auch letzt schon durch mit kaum/wenig Ausschlag und hohem Fieber, Schmerzen und nach ausführlichstem Gespräch gerade bzgl. der möglchen Folgen OHNE Antibiotikabehandlung hatte ich mich sehr schnell dafür entschieden.

Nach 3 Tagen war mein Sohn auch wieder ziemlich fit bei dieser Kinderkrankheit und ich habe ihn durchaus spielen, nicht aber zu sehr toben lassen.

Früher hat man diese Krankheit ohne Antibiotikabehandlung ziemlich gefürchtet, da mögliche Folgeschäden und auch Fieberdauer doch erheblich sind - die toxinbildenden Strepptokkoken, die bei "Volldurchleben" der Krankheit massiv Herz, Gelenke und innere Organe auf Lange Sicht schädigen oder später Entzündungen hervorrufen können, das brauch ich nicht.

UND: Bei nicht AB-Behandlung bleibt das Kind 3 - 4 Wochen ansteckend und sollte daher nicht mit anderen Kindern zusammenkommen und darf auch lt. Infektionsschutzgesetz keine Gemeinschaftseinrichtungen besuchen (Kirche, Schwimmbad, Kindergarten, Schule usw.)!

Zur Immunität haben ich folgende Aussage gefunden:

Vom Robert-Koch-Institut: [Eine Immunität wird immer nur gegen das bei der abgelaufenen Infektion vorherrschende Toxin erzeugt; das bedeutet, dass mehrfache Erkrankungen an Scharlach möglich sind.
 
und:

Man kann mehrere Male an Scharlach erkranken, da durchgemachter Scharlach nur eine Immunität gegen bestimmte Stämme (ca. 100 verschiedene) und Toxine (mind. 2) hinterlässt. Ist man bereits immun gegen das Bakteriengift, aber nicht gegen den Bakterienstamm, so entwickelt man anstatt eines Scharlachs eine eitrige Halsentzündung.

Hier nachfolgend aus dem Net-Doktor sind auf Infobasis des Robert-Koch-Institutes die wichtigsten Punkte zusammengestellt, dir & deinem Sohn alles Gute  ;):

Scharlach - Dr. med.  Beate  Eigler, Fachärztin für Innere Medizin
 
Was ist Scharlach?

Scharlach (Scarlatina) ist eine Infektionserkrankung. Die Verursacher der Krankheit sind Bakterien, die so genannten Streptokokken. Da mehrere Streptokokkenarten zu Scharlach führen, ist es möglich, mehrmals an Scharlach zu erkranken. Die Ursache des Ausschlages sind Giftstoffe (Toxine), die von den Bakterien produziert werden. Kennzeichnend ist der Hautausschlag und die so genannte Himbeerzunge.

Der Häufigkeitsgipfel der Erkrankung liegt bei Kindern im Vorschul- und Schulalter. Säuglinge die jünger als 6 Monate sind, erkranken nicht, da sie noch Immunschutz der Mutter haben. Die Erkrankung tritt gehäuft in Gemeinschaftseinrichtungen, wie z.B. Kindergärten, auf, da dort viele Personen aufeinandertreffen die noch nicht immunisiert sind. Der jahreszeitliche Erkrankungsgipfel liegt in den Monaten Oktober bis März. Nach Anagen des Robert Koch-Institutes sind zehn bis 20 Prozent der Menschen symptomlose Keimträger.

Wie entsteht Scharlach?

Die Streptokokken werden durch Tröpfcheninfektion, also durch Niesen, Husten und Sprechen, in seltenen Fällen auch durch Schmierinfektion, übertragen. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit liegen nur zwei bis vier Tage (Inkubationszeit).

Wird der Patient mit Antibiotika behandelt, besteht schon zwei Tage nach der ersten Einnahme keine Infektionsgefahr mehr. Ohne Behandlung mit Antibiotika können sich Erwachse oder Kinder drei bis vier Wochen nach den ersten Krankheitszeichen immer noch anstecken.

Welche Anzeichen verspürt man bei Scharlach?

Die Krankheit beginnt plötzlich mit Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und schnell steigendem Fieber.
Manche Patienten haben Leibschmerzen und erbrechen.
Der Rachen ist rot, die Mandeln sind entzündet und man kann darauf kleine gelb-weiße Punkte sehen (Enanthem).
Die Lymphknoten am Hals schwellen stark an.
Die Zunge ist weiß belegt. Ab dem dritten oder vierten Krankheitstag rötet sie sich himbeerfarben (Himbeerzunge) und die Zungenbläschen schwellen an.
Der Ausschlag ist zwei bis drei Tage nach den ersten Krankheitszeichen sichtbar. Er beginnt mit kleinen Rötungen in den Beugefalten der Achsel und in der Leistenregion. Mit der Zeit breitet der Ausschlag sich über den ganzen Körper aus. Der Bereich um den Mund wirkt auffallend blass, da die Wangen stark gerötet sind.

->> Manche Patienten haben nur einen schwachen oder überhaupt keinen Ausschlag, sind aber trotzdem krank.

Nach drei bis fünf Tagen verschwindet der Ausschlag. Ein bis drei Wochen später schält sich die Haut, vor allem an Händen und Füßen. Die kleieförmige Schuppung kann bis zu acht Wochen andauern.

Wird eine Person nicht ausreichend mit Antibiotika behandelt, können sich zwei bis drei Wochen nach der eigentlichen Scharlach-Erkrankung schwere Erkrankungen von Herz, Nieren oder Gelenken (sogennantes Rheumatisches Fieber) entwickeln, die zu lebenslangen Dauerschäden führen können.

Welche Untersuchungen werden zur Diagnose benötigt?

Der Arzt stellt die Diagnose aufgrund des Krankheitsbildes und eines Abstrichs aus dem Rachenraum, wobei sich die Streptokokken nachweisen lassen.

Mit Hilfe einer Blutabnahme kann man Abwehrstoffe (Antikörper) gegen die Bakterientoxine nachweisen (Antistreptolysin O und Anti-DNAse B).

Was kann der Patient selbst tun?

Gehen Sie sofort zum Arzt, wenn Sie an einer Halsentzündung mit Fieber und einem Hautausschlag erkrankt sind.
Solange Sie Fieber haben, sollten Sie im Bett bleiben.
Fieber (ab 39 Grad Celsius) lässt sich mit kalten Wadenumschlägen oder fiebersenkenden Medikamenten (z.B. Paracetamol) behandeln.
Warme Getränke und weiche Kost wie z.B. Brei oder Ei lindern die Schmerzen beim Schlucken.
Sie sollten viel Flüssigkeit zu sich nehmen, etwa zwei Liter pro Tag.

Welche therapeutischen Möglichkeiten bestehen und werden angewandt?

Der Arzt behandelt Scharlach mit Antibiotika, in der Regel mit Penicillin, die Sie über etwa zehn Tage einnehmen müssen. Bei einer Unverträglichkeit (Allergie) gegen Penicilin wird ein anderes Antibiotikum gegeben (z.B. Erythromycin).
Um Folgekrankheiten auszuschließen, sollten Sie zur Kontrolle nach ungefähr zwei Wochen nochmals zum Arzt gehen.

Wie können Sie der Erkrankung vorbeugen?

Wenn Sie engen Kontakt zu Erkrankten hatten (z.B. Kindergärtnerinnen), können Sie vorsorglich mit Penicillin behandelt werden. Sie dürfen zwei Tage nach Beginn der Antibiotika-Therapie und bei fehlenden Krankheitszeichen wieder in öffentliche Einrichtungen gehen.

Wie ist die Prognose und welche allgemeinen Komplikationen können auftreten

Der Krankheitsverlauf ist in der Regel gutartig.
Wird der Erkrankte frühzeitig und über eine ausreichend lange Zeit mit Antibiotika behandelt, tritt der Hautausschlag meist nur sehr kurze Zeit auf. Das Risiko von Folge-Erkrankungen sinkt damit deutlich

Ein Patient, der nicht ausreichend mit Antibiotika behandelt wurde, kann zwei bis drei Wochen nach der Krankheit schwere Folge-Erkrankungen von Herz, Nieren, Gelenken oder Gehirn entwickeln.

Quellen Robert Koch-Institut   Redaktion Dr. med. Katharina Larisch
 
« Letzte Änderung: 30.07.05, 10:41 von Mirjam »
Der Kopf ist rund - damit die Gedanken auch mal die Richtung ändern können!

SHierling

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Re: Scharlach
« Antwort #5 am: 30.07.05, 10:58 »
Hallo,
bei der Überlegung Scharlach & Co etwa mit Homöopathie zu behandeln bitte an das Infektionsschutzgesetz denken, es besteht für etliche Krankheiten (z.B. Keuchhusten, Mumps, Krätze, Scharlach, Windpocken, Läuse (Pediculose)) Behandlungsverbot und zT auch Meldepflicht für Heilpraktiker. Eine Übersicht gibt es hier:
http://www.arscurandi.de/service-therap2.html

Grüße
Brigitta


« Letzte Änderung: 30.07.05, 11:50 von SHierling »

Offline Steinbock

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Re: Scharlach
« Antwort #6 am: 26.09.10, 20:17 »
Gilt das noch, dass ein Kind, das an Scharlach erkrankt ist, bei Antibiotikagabe 2 Tage lang nicht
zur Schule darf?

Elisabeth
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne... (H.Hesse)

Offline babsk

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Re: Scharlach
« Antwort #7 am: 27.09.10, 06:20 »
Hallo,
das hatten wir im Sommer  :( :( :(
Die ältere hatte 3 mal Scharlach.
Bis wir draufgekommen sind, dass die ganze Familie (inkl. Oma und Opa) mit Streptokokken Bakterien infiziert sind.

Also ganze Familie Antibiotika.  :P

Etwas suspekt ist mir das schon vorgekommen, dass die Kleine (bei uns waren es 3 Tage) nicht in der Kiga durfte. Aber anscheinend ist Scharlach nach 3 Tagen Antibiotika Gabe nicht mehr ansteckend.

Lg. Babs und gute Besserung dem Kind""
Lächeln ist der eleganteste Weg dem Gegner die Zähne zu zeigen!